Jurawelt-Forum

Das große Jura-Forum zur juristischen Diskussion

 

!!! Vor dem Schreiben die Foren-Regeln LESEN !!!

Wir werden heute, Montag 21., das Upgrade nochmal versuchen, wofür das Forum gegen 13:30 wieder für ca. 24 Std. offline gehen wird.

 

Aktuelle Zeit: Montag 21. Mai 2018, 18:57

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 14 Beiträge ] 
Autor Nachricht
BeitragVerfasst: Donnerstag 8. Februar 2018, 00:01 
Super Power User
Super Power User

Registriert: Dienstag 28. Mai 2013, 23:39
Beiträge: 795
wie formuliere ich den abstrakten anklagesatz, wenn beihilfe zu einem diebstahl in einem besonders schweren fall (243 I nr. 2) geleistet wurde und damit (vgl. bgh stv 1994, 240) ein besonders schwerer fall der beihilfe zu einem diebstahl vorliegt? [-o<

_________________
der 1983 geborene klaeger studiert seit dem wintersemester 2003/2004 biologie (diplom) an der beklagten (vg goettingen, urteil vom 2.3.2010 - 4 a 39/07)


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: Donnerstag 8. Februar 2018, 00:34 
Urgestein
Urgestein
Benutzeravatar

Registriert: Dienstag 4. November 2014, 08:51
Beiträge: 8461
vorsätzlich einem anderen Hilfe geleistet zu haben einem anderen (einem Dritten) eine fremde bewegliche Sache in der Absicht [...]weggenommen zu haben [...], wobei die Sache durch ein verschlossenes Behältnis oder eine andere Schutzvorrichtung gegen die Wegnahme besonders gesichert war.

oder:

Vorsätzlich einem anderen dazu Hilfe geleistet zu haben, einem anderen eine fremde bewegliche Sache in der Absicht [...] wegzunehmen, wobei die Sache durch eine Schutzvorrichtung gegen Wegnahme besonders gesichert war.

_________________
Having cats in the house is like living with art that sometimes throws up on the carpet


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: Donnerstag 8. Februar 2018, 00:44 
Super Power User
Super Power User

Registriert: Dienstag 28. Mai 2013, 23:39
Beiträge: 795
vielen dank fuer die schnelle antwort, tobias!

klingt logisch. aber verkennt man damit nicht, dass es keine beihilfe zu einem diebstahl in einem besonders schweren fall gibt sondern nur einen besonders schweren fall der beihilfe zu einem diebstahl? :-k

_________________
der 1983 geborene klaeger studiert seit dem wintersemester 2003/2004 biologie (diplom) an der beklagten (vg goettingen, urteil vom 2.3.2010 - 4 a 39/07)


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: Donnerstag 8. Februar 2018, 00:58 
Urgestein
Urgestein
Benutzeravatar

Registriert: Dienstag 4. November 2014, 08:51
Beiträge: 8461
Es ist ja schon problematisch ob eine Strafzumessungsregel überhaupt in den Anklagesatz aufzunehmen ist und ob sie dann auch in der §§ Kette auftauchen muss. § 200 StPO und 110 II c RiStBV fordern das eigentlich nicht, in der Praxis macht man es aber trotzdem (finde ich auch richtig). Ich würde mir da jetzt aber keinen Kopf machen, ob hieraus hervorgeht dass es eine Beihilfe zu einem Regelbeispiel dogmatisch nicht geben kann, oder vielleicht doch, je nachdem wie man das sieht. Das dürfte den Angeklagten herzlich wenig interessieren. Die Anklageschrift soll ihn informieren und das tut sie, wenn man es so formuliert. Er weiss dann was Sache ist und auf was er sich einzustellen hat.

_________________
Having cats in the house is like living with art that sometimes throws up on the carpet


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: Donnerstag 8. Februar 2018, 01:09 
Super Power User
Super Power User

Registriert: Dienstag 28. Mai 2013, 23:39
Beiträge: 795
danke, ueberzeugt! ;)

_________________
der 1983 geborene klaeger studiert seit dem wintersemester 2003/2004 biologie (diplom) an der beklagten (vg goettingen, urteil vom 2.3.2010 - 4 a 39/07)


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: Donnerstag 8. Februar 2018, 01:19 
Super Mega Power User
Super Mega Power User
Benutzeravatar

Registriert: Donnerstag 11. Juni 2009, 17:48
Beiträge: 5916
„Jemand anders zu seiner vorsätzlichen Tat, einem Diebstahl, Hilfe geleistet zu haben“

Ist übrigens eine legitime Variante und spart viel Ärger.

_________________
Die von der Klägerin vertretene Auffassung, die Beeinträchtigung des Wohngebrauchs sei durch das Zumauern der Fenster nur unwesentlich beeinträchtigt, ist so unverständlich, dass es nicht weiter kommentiert werden soll. - AG Tiergarten 606 C 598/11


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: Donnerstag 8. Februar 2018, 01:26 
Urgestein
Urgestein
Benutzeravatar

Registriert: Dienstag 4. November 2014, 08:51
Beiträge: 8461
Ara hat geschrieben:
„Jemand anders zu seiner vorsätzlichen Tat, einem Diebstahl, Hilfe geleistet zu haben“

Ist übrigens eine legitime Variante und spart viel Ärger.


Auch für die Klausur? Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich in BW hierfür einen Einlauf vom Korrektor kriegen würde :)

_________________
Having cats in the house is like living with art that sometimes throws up on the carpet


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: Donnerstag 8. Februar 2018, 09:02 
Super Mega Power User
Super Mega Power User
Benutzeravatar

Registriert: Donnerstag 11. Juni 2009, 17:48
Beiträge: 5916
Naja als „Falsch“ kann man es zumindest nicht ankreiden, weils in manchen Ländern gemacht wird... Ob man das unbewusst abwertet weiß man natürlich nicht.

Bei und heißt es offiziell, dass wir alle Varianten nehmen dürfen, die üblich und mit dem Gesetz zu vereinbaren sind. Wir sind ja auch das wohl einzige Bundesland was tatsächlich die Anklagen sowohl in der Praxis als auch im Examen aus einem Satz bilden.

Aber seid ihr nicht gerade im Süden die, die bei der Anklage eher „optimiert“ und auch bei § 255 einfach schreibt „die Erpressung durch Gewalt gegen eine Person begangen zu haben“?

_________________
Die von der Klägerin vertretene Auffassung, die Beeinträchtigung des Wohngebrauchs sei durch das Zumauern der Fenster nur unwesentlich beeinträchtigt, ist so unverständlich, dass es nicht weiter kommentiert werden soll. - AG Tiergarten 606 C 598/11


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: Donnerstag 8. Februar 2018, 16:59 
Urgestein
Urgestein
Benutzeravatar

Registriert: Dienstag 4. November 2014, 08:51
Beiträge: 8461
Ne, wir schreiben die Erpressung hier schon aus :) In der Praxis macht das ja Websta. Ich hab zwar noch nie einen Anklagesatz für die Erpressung hier in der Praxis gesehen, aber ich würde darauf wetten, dass da nicht "Epressung" steht. In der Klausur würde das auch Mecker geben. Ob man es uns hier als falsch ankreiden darf, weiß ich nicht. Der Korrektor wäre aber sicher vorbelastet, wenn er das liest :)

Apropos nicht falsch: Ich habe neulich einen Strafbefehl einfach so verlesen wie er war. Normalerweise wird erwartet, dass wir das "Sie" durch "Angeklagter" ersetzen usw. Der war aber so komisch formuliert, da hab ich es grad gelassen. Das wird ja auch vom Gesetz gar nicht gefordert, dass man das umformuliert und es machen hier sogar gestandene OStAe so. Der Richter hat mich danach aber angepflaumt, ich solle das nächstes Mal anständig machen, wenn ich bei ihm bin. Ich dachte da auch nur "Ach, leck mich doch am ......" :D

_________________
Having cats in the house is like living with art that sometimes throws up on the carpet


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: Freitag 9. Februar 2018, 00:27 
Super Mega Power User
Super Mega Power User
Benutzeravatar

Registriert: Donnerstag 11. Juni 2009, 17:48
Beiträge: 5916
Haha ich erinnere mich noch in diesem kleinen blau/weißen Buch zur Sitzungsvertretung das alles kaufen steht irgendwo, dass nur dumme Menschen das per Bleistift umschreiben und man als Referendar ja nicht als dummer Mensch darstehen will und es daher nicht macht...

Ich hab die Strafbefehle trotzdem immer mit Bleistift umgeschrieben...

_________________
Die von der Klägerin vertretene Auffassung, die Beeinträchtigung des Wohngebrauchs sei durch das Zumauern der Fenster nur unwesentlich beeinträchtigt, ist so unverständlich, dass es nicht weiter kommentiert werden soll. - AG Tiergarten 606 C 598/11


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: Freitag 9. Februar 2018, 17:45 
Mega Power User
Mega Power User

Registriert: Dienstag 18. August 2009, 15:04
Beiträge: 3026
Wohnort: Südwestdeutschland
Tobias__21 hat geschrieben:
Apropos nicht falsch: Ich habe neulich einen Strafbefehl einfach so verlesen wie er war. Normalerweise wird erwartet, dass wir das "Sie" durch "Angeklagter" ersetzen usw.


Kann man machen ... Man kann aber auch das "Sie" belassen und an den passenden Stellen böse zum Angeklagten gucken. ;)

Ara hat geschrieben:
Haha ich erinnere mich noch in diesem kleinen blau/weißen Buch zur Sitzungsvertretung das alles kaufen steht irgendwo, dass nur dumme Menschen das per Bleistift umschreiben und man als Referendar ja nicht als dummer Mensch darstehen will und es daher nicht macht...

Ich hab die Strafbefehle trotzdem immer mit Bleistift umgeschrieben...


Wenn man das braucht, und sei es nur um sich sicher zu fühlen, sollte man das tun. Jedenfalls bei einer Anklageschrift sollte man aber m.E. eigentlich in der Lage sein, den Text beim Vorlesen entsprechend zu ändern, ohne darin herummalen zu müssen. Das übt auch die Konzentration. ;)


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: Freitag 9. Februar 2018, 17:45 
Mega Power User
Mega Power User

Registriert: Dienstag 18. August 2009, 15:04
Beiträge: 3026
Wohnort: Südwestdeutschland
Ara hat geschrieben:
„Jemand anders zu seiner vorsätzlichen Tat, einem Diebstahl, Hilfe geleistet zu haben“

Ist übrigens eine legitime Variante und spart viel Ärger.


So ist es. Ich würde das genau so empfehlen.

Ara hat geschrieben:
Wir sind ja auch das wohl einzige Bundesland was tatsächlich die Anklagen sowohl in der Praxis als auch im Examen aus einem Satz bilden.


Der Horror des "indem"-Satzes, den am Ende bei komplexeren Sachverhalten keiner mehr verstehen kann ...

Ara hat geschrieben:
Aber seid ihr nicht gerade im Süden die, die bei der Anklage eher „optimiert“ und auch bei § 255 einfach schreibt „die Erpressung durch Gewalt gegen eine Person begangen zu haben“?


Nein, das erschein mir sehr unüblich zu sein; gesehen habe ich es noch nie.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: Freitag 9. Februar 2018, 19:28 
Urgestein
Urgestein
Benutzeravatar

Registriert: Dienstag 4. November 2014, 08:51
Beiträge: 8461
thh hat geschrieben:
Ara hat geschrieben:
„Jemand anders zu seiner vorsätzlichen Tat, einem Diebstahl, Hilfe geleistet zu haben“

Ist übrigens eine legitime Variante und spart viel Ärger.


So ist es. Ich würde das genau so empfehlen.


Ich glaube nach wie vor nicht, dass das sonderlich gut beim Korrektor ankommt, mag es auch zulässig sein. Ich frage mal nächste Woche beim AG Leiter nach

_________________
Having cats in the house is like living with art that sometimes throws up on the carpet


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: Mittwoch 14. Februar 2018, 21:09 
Noch selten hier
Noch selten hier

Registriert: Dienstag 19. April 2016, 16:15
Beiträge: 30
"vorsätzlich einem anderen zu dessen vorsätzlich begangener rechtswidriger Tat, nämlich einem besonders schweren Fall des Diebstahls, Hilfe geleistet zu haben."

So würde ich es zumindest schreiben.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 14 Beiträge ] 

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]


Wer ist online?

Mitglieder: hlubenow


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Gehe zu:  


Probleme mit dem Registrieren oder Einloggen? Schick einfach eine Email.

Powered by phpBB® Forum Software © phpBB Group
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de
Nutzungsbedingungen - Datenschutzrichtlinie - Impressum - Hauptseite