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BeitragVerfasst: Samstag 23. Dezember 2017, 23:57 
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Hallo liebe Jurawelt-Community!

Vor einiger Zeit habe ich von einem Fall gelesen, dass in Großbritannien das Bild einer Spielkonsole verkauft wurde. Der Verkaufspreis lag ungefähr bei dem Preis der eigentlichen Spielkonsole. In einer Diskussion mit einem Freund, haben wir uns nun gefragt, wie ein solcher Fall hier in Deutschland behandelt werden würde.

So kamen wir zu dem Entschluss, dass wenn ein Gegenstand mit dem Titel "Bild einer Xbox One 500GB inkl. FIFA18 Bundle" mit einem festen Preis, also ohne Auktion, verkauft wird, wahrscheinlich der Kaufvertrag auf Grund eines Inhaltsirrtums angefechtet werden kann. Die erste Frage wäre, ob dies überhaupt so richtig ist.

Nun haben wir uns allerdings die viel entscheidendere Frage gestellt, nämlich, was passiert, wenn der Gegenstand, in diesem Falle ein Bild einer Spielkonsole, welches auch so im Titel und der Beschreibung der Auktion als solches deklariert und angegeben wird, über eine Auktion, mit dem Startgebot von einem Euro, verkauft wird. Hier, so denken wir [Laien], steht doch kein fester Preis, welcher mit dem Gegenstand selbst verglichen werden kann, im Raum. So gesehen dürfte also auch kein Inhaltsirrtum vorliegen, da der Mindestpreis von einem Euro schließlich im Verhältnis zu dem angebotenen Gegenstand liegt, nämlich dem Ausdruck eines Bildes einer Spielkonsole.

Inwiefern ließe sich der Verkauf in einem solchen Fall dennoch anfechten? Hat man als Käufer grob fahrlässig gehandelt, indem man Beschreibung und Titel der Auktion ignoriert/überlesen hat, oder kann man sich auf ein Gesetz berufen?

Wir danken vielmals im Voraus für Antworten diesbezüglich und wünschen frohe Festtage! O:)


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BeitragVerfasst: Sonntag 24. Dezember 2017, 00:05 
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Der Betrüger bekommt haue.

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BeitragVerfasst: Sonntag 24. Dezember 2017, 00:09 
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Tibor hat geschrieben:
Der Betrüger bekommt haue.


Hi! Vielen Dank für die Antwort. Uns würde interessieren, auf welcher Grundlage er (zurecht) Haue bekommt.

Kannst du die Antwort näher erläutern? Wie gesagt, wir sind beide als Leien zu betrachten. :)


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BeitragVerfasst: Sonntag 24. Dezember 2017, 07:59 
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Wenn Dir Dein Rechtsgefühl nicht reicht, gibt es noch mehr Haue. Warum erklärt Euch gerne ein Anwalt.

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BeitragVerfasst: Sonntag 24. Dezember 2017, 10:16 
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Außerdem seid ihr 10 Jahre zu spät. Das war die Hochzeit wo man „Verpackungen“ von Sachen auf eBay verkauft hat. Auch als Betrüger sollte man mit der Zeit gehen!

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Die von der Klägerin vertretene Auffassung, die Beeinträchtigung des Wohngebrauchs sei durch das Zumauern der Fenster nur unwesentlich beeinträchtigt, ist so unverständlich, dass es nicht weiter kommentiert werden soll. - AG Tiergarten 606 C 598/11


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BeitragVerfasst: Sonntag 24. Dezember 2017, 11:43 
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Ginseng hat geschrieben:
Nun haben wir uns allerdings die viel entscheidendere Frage gestellt, nämlich, was passiert, wenn der Gegenstand, in diesem Falle ein Bild einer Spielkonsole, welches auch so im Titel und der Beschreibung der Auktion als solches deklariert und angegeben wird, über eine Auktion, mit dem Startgebot von einem Euro, verkauft wird. Hier, so denken wir [Laien], steht doch kein fester Preis, welcher mit dem Gegenstand selbst verglichen werden kann, im Raum. So gesehen dürfte also auch kein Inhaltsirrtum vorliegen, da der Mindestpreis von einem Euro schließlich im Verhältnis zu dem angebotenen Gegenstand liegt, nämlich dem Ausdruck eines Bildes einer Spielkonsole.


Man sollte doch meinen, dass die Eigenschaft einer Sache, eine Spielekonsole und nicht bloß ein Bild einer Spielekonsole zu sein, zumindest ein wertbildender Faktor und damit eine Eigenschaft ist, die zur Anfechtung über den Eigenschaftsirrtum (statt Inhaltsirrtum) berechtigt. Und ja, selbst wenn das Ding als "Bild einer Xbox One 500GB inkl. FIFA18 Bundle" beschrieben wird, kann man über § 123 BGB (und übrigens auch § 263 StGB, also gut aufpassen!) diskutieren. Stichwort Täuschung durch Behauptung wahrer Tatsachen; gibt's Literatur zu. Wer Rechtsprechung nachlesen möchte, dem sei BGH NJW 2001, 2187 ans Herz gelegt.

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"Der Angekl. berichtete auch hierüber Prof. Dr. H. und außerdem dem Bundeskanzler Dr. A., der damals zugleich Außenminister war."

--- BGH NJW 1960, 1678


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BeitragVerfasst: Sonntag 24. Dezember 2017, 14:55 
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Ehrlich gesagt finde ich es ein wenig schade, dass man mir, mit Ausnahme von dem Beitrag von Schnitte, keine wirklich Antwort liefert und obendrein noch impliziert, dass ich versuche, meine "betrügerische Strategie rechtlich abzusichern". Dies ist garantiert nicht meine Absicht, also kann von sarkastischen und zynischen Kommentaren abgesehen werden.

Dennoch, eine schöne und besinnliche Zeit euch allen!

Schnitte hat geschrieben:
Ginseng hat geschrieben:
Nun haben wir uns allerdings die viel entscheidendere Frage gestellt, nämlich, was passiert, wenn der Gegenstand, in diesem Falle ein Bild einer Spielkonsole, welches auch so im Titel und der Beschreibung der Auktion als solches deklariert und angegeben wird, über eine Auktion, mit dem Startgebot von einem Euro, verkauft wird. Hier, so denken wir [Laien], steht doch kein fester Preis, welcher mit dem Gegenstand selbst verglichen werden kann, im Raum. So gesehen dürfte also auch kein Inhaltsirrtum vorliegen, da der Mindestpreis von einem Euro schließlich im Verhältnis zu dem angebotenen Gegenstand liegt, nämlich dem Ausdruck eines Bildes einer Spielkonsole.


Man sollte doch meinen, dass die Eigenschaft einer Sache, eine Spielekonsole und nicht bloß ein Bild einer Spielekonsole zu sein, zumindest ein wertbildender Faktor und damit eine Eigenschaft ist, die zur Anfechtung über den Eigenschaftsirrtum (statt Inhaltsirrtum) berechtigt. Und ja, selbst wenn das Ding als "Bild einer Xbox One 500GB inkl. FIFA18 Bundle" beschrieben wird, kann man über § 123 BGB (und übrigens auch § 263 StGB, also gut aufpassen!) diskutieren. Stichwort Täuschung durch Behauptung wahrer Tatsachen; gibt's Literatur zu. Wer Rechtsprechung nachlesen möchte, dem sei BGH NJW 2001, 2187 ans Herz gelegt.


Vielen Dank für die ernstgemeinte Antwort! Vielleicht als Hintergrundinformation, die Frage kam auf, weil mein Freund derzeit Medienwissenschaft an der Universität zu Köln studiert. Dort wird z.T. auch Jura gelehrt, jedoch stark begrenzt auf die relevanten Bereiche (fast ausschließlich Zivilrecht). Selbstverständlich habe ich, der totale Laie, ihn mit Fragen gelöchert.

Auf den oben geschilderten Fall wussten wir allerdings beide keine Antwort und fragten uns, inwiefern der Preis in Verbindung zu dem Ganzen steht. Nochmals, vielen Dank für das Aufklären der Fragestellung! Auch dir wünschen wir schöne Festtage und eine besinnliche Zeit. :-({|=


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BeitragVerfasst: Montag 25. Dezember 2017, 02:11 
Fossil
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Ginseng hat geschrieben:
Auf den oben geschilderten Fall wussten wir allerdings beide keine Antwort ...

Es hilft wissenschaftlich vielleicht nicht weiter, aber der juristische Laie fährt - wenn er einigermaßen sozialisiert aufgewachsen ist - meist ganz gut, wenn er seinem Bauchgefühl vertraut.

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BeitragVerfasst: Montag 25. Dezember 2017, 11:28 
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immer locker bleiben hat geschrieben:
Es hilft wissenschaftlich vielleicht nicht weiter, aber der juristische Laie fährt - wenn er einigermaßen sozialisiert aufgewachsen ist - meist ganz gut, wenn er seinem Bauchgefühl vertraut.


Das stimmt. Es hilft auch dem angehenden Juristen weiter. Deshalb ist der Plausibilitätscheck am Ende einer juristischen Klausur ja auch so hilfreich: Wenn ein Ergebnis rauskommt, das mit dem intuitiven Gerechtigkeitsgefühl her wirklich nicht vereinbar ist, dann ist meistens irgendwo der Wurm drin.

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BeitragVerfasst: Montag 25. Dezember 2017, 14:07 
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geil ich liebe dieses forum :lmao: :lmao:
ich will aber auch noch einen raushauen:

menschen müssen vor betrügern geschützt werden mit haue


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