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 Betreff des Beitrags: Vergleich von Versorgungswerken
BeitragVerfasst: Mittwoch 19. Januar 2011, 23:51 
Newbie
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Registriert: Mittwoch 19. Januar 2011, 23:23
Beiträge: 6
Hallo,

ich werde im nächsten Monat meine Kanzlei von Frankfurt nach Stuttgart verlegen und überlege mir aus diesem Anlass, das Versorgungswerk zu wechseln. Jetzt frage ich mich, welches (finanziell) besser ist bzw. wie sich Versorgungswerke vergleichen lassen.

Der Ausgangspunkt ist dabei der Rentensteigerungsbetrag, weil er unmittelbar die Rentenhöhe im Verhältnis zu den eingezahlten Beiträgen bestimmt. Der ist in BaWü 85,08 Euro und in Hessen 89,56 Euro (44,78 Euro x 2) im Jahr 2009 - für die Jahre danach fehlen mir die Zahlen für BaWü.

So weit, so gut. Was mich irritiert, ist aber, dass das baden-württembergische Versorgungswerk wesentlich mehr Vermögen pro Mitglied (2.093 Mio Euro/15.054=139.000 Euro) hat als das hessische (1.366 Mio Euro/17.337=78.000 Euro). Das lässt sich meiner Meinung auch nicht durch die in BaWü im Schnitt um 10% höheren Beiträge erklären.

Also frage ich mich: Was sagen mir diese Zahlen? Kann ich mich auf den Rentensteigerungsbetrag verlassen, oder können diese unterschiedlich berechnet werden? Spiegelt sich in dem höheren hessischen Betrag eine günstigere Mitgliederstruktur wieder? Oder sind die Annahmen einfach optimistischer?

Vielleicht habt Ihr dazu ein paar Gedanken. Muss sich auch nicht unbedingt auf diese beiden Versorgungswerke beziehen, aber so ganz steige ich noch nicht durch.

Daniel


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 Betreff des Beitrags: Re: Vergleich von Versorgungswerken
BeitragVerfasst: Donnerstag 20. Januar 2011, 00:41 
Mega Power User
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Registriert: Dienstag 22. Februar 2005, 18:20
Beiträge: 2143
Interessante Frage, die man vermutlich nur schwer beantworten kann. Genauso wie bei Versicherungen.

dantown hat geschrieben:
Der Ausgangspunkt ist dabei der Rentensteigerungsbetrag, weil er unmittelbar die Rentenhöhe im Verhältnis zu den eingezahlten Beiträgen bestimmt.

Dabei aber die verschiedenen Berechnungsmethoden beachten - entscheidend ist, was hinten rauskommt. Bsp.: Manche VW haben Rentensteigerungsbeträge von um die EUR40, in der Formel werden die dann aber irgendwo mit Faktor 2 multipliziert

-> Wie ist die Kostenquote?
-> Welcher Rechnungszins gilt? Wie wird dynamisiert? Welche Gesamt-/Durchschnittsverzinsung wird erzielt?
-> Welche Flexibilität gibt es - Möglichkeiten, beitragsfrei zu stellen, zuzuzahlen, die Gelder ggfs in andere VW mitzunehmen?

dantown hat geschrieben:
Was mich irritiert, ist aber, dass das baden-württembergische Versorgungswerk wesentlich mehr Vermögen pro Mitglied (2.093 Mio Euro/15.054=139.000 Euro) hat als das hessische (1.366 Mio Euro/17.337=78.000 Euro). Das lässt sich meiner Meinung auch nicht durch die in BaWü im Schnitt um 10% höheren Beiträge erklären.

Mögliche Erklärungen:
- BW wurde früher gegründet, dh. die Mitglieder haben durchschnittlich länger und damit mehr pro Mitglied eingezahlt.
- die BW-Mitglieder sind durchschnittlich länger Mitglied im jeweiligen VW als in Hessen (zB nach Frankfurt strömen ja immer massig Junganwälte)
- wie wird das Vermögen ausgewiesen - Buchwert, Marktwert, ...?
- viele Mitglieder sind in Hessen nur noch freiwilliges Mitglied
...

Ich würde daher im Zweifel erwägen, einfach auf beide VW zu setzen: bisherige Anwartschaft in Hessen beibehalten und freiwillige Mitgliedschaft zu ca. 50 EUR Monatsbeitrag vereinbaren sowie Wechsel mit den künftigen Beiträgen nach BW.

_________________
Chefreferendar 9.5.2012 09:39: "Ich erkläre hier fast alles."
Never argue with an idiot, they drag you down to their level and beat you with experience!
Der Horizont mancher Leute ist ein Kreis mit Radius 0; das nennen sie dann ihren Standpunkt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Vergleich von Versorgungswerken
BeitragVerfasst: Freitag 21. Januar 2011, 01:37 
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Registriert: Mittwoch 19. Januar 2011, 23:23
Beiträge: 6
Hallo Asche,

danke für Deine hilfreichen Überlegungen und Fragen!

Asche hat geschrieben:
-> Wie ist die Kostenquote?

Hessen: 1,69%
BW: 1,05%

Asche hat geschrieben:
-> Welcher Rechnungszins gilt? Wie wird dynamisiert? Welche Gesamt-/Durchschnittsverzinsung wird erzielt?

Und da verließen sie ihn... In Hessen ist der Rechnungszins 4%, für BW habe ich ihn nicht herausfinden können. Zur Dynamisierung ist mir nichts bekannt. Ergibt sich das nicht automatisch aus der Generationentafel? Da benutzen beide dieselbe (Heubeck von 2005). Zur Gesamtverzinsung:
Hessen: von 2006 bis 2009 zwischen 1,6% und 4,7%, im Mittel 3,375%
BW: zwischen 2,7% und 5,1%, im Mittel 3,9%
Bei den Zahlen kann man sich schon fragen, ob ein Rechnungszins von 4% seriös ist.

Asche hat geschrieben:
-> Welche Flexibilität gibt es - Möglichkeiten, beitragsfrei zu stellen, zuzuzahlen, die Gelder ggfs in andere VW mitzunehmen?

In Hessen besteht ab dem ersten Beitragsmonat der Rentenanspruch, in BW erst ab fünf Jahren. Ich muss mir also überlegen, ob ich die Beiträge zwischen Hessen und BW aufteile oder in einem Versorgungswerk bündele, um möglichst schnell zu einer unverfallbaren Anwartschaft zu kommen.

Asche hat geschrieben:
dantown hat geschrieben:
Was mich irritiert, ist aber, dass das baden-württembergische Versorgungswerk wesentlich mehr Vermögen pro Mitglied (2.093 Mio Euro/15.054=139.000 Euro) hat als das hessische (1.366 Mio Euro/17.337=78.000 Euro). Das lässt sich meiner Meinung auch nicht durch die in BaWü im Schnitt um 10% höheren Beiträge erklären.

Mögliche Erklärungen:
- BW wurde früher gegründet, dh. die Mitglieder haben durchschnittlich länger und damit mehr pro Mitglied eingezahlt.
- die BW-Mitglieder sind durchschnittlich länger Mitglied im jeweiligen VW als in Hessen (zB nach Frankfurt strömen ja immer massig Junganwälte)
- viele Mitglieder sind in Hessen nur noch freiwilliges Mitglied

Vermutest Du das? Hessen besteht ja nicht nur aus Frankfurt. Aber Du hast recht, Hessen hat 3.000 Mitglieder, die nur einen 0,5/10-Beitrag zahlen.

Asche hat geschrieben:
- wie wird das Vermögen ausgewiesen - Buchwert, Marktwert, ...?

Bei beiden Versorgungswerken wird praktisch alles zum Zeitwert angesetzt.

Wenn ich das alles zusammenfasse, kenne ich jetzt ganz gut die Ertragsseite (Vorteil BW) und einen Teil der Kostenseite, nämlich die Verwaltungskosten (auch Vorteil BW). Was mir jetzt noch fehlt, ist die Mitglieder- und Risikostruktur, aus der man die zukünftig zu erbringenden Leistungen ableiten könnte. Leider weiß ich da nur, dass dass das Durchschnittsalter der Mitglieder des hessischen Versorgungswerks bei 41,4 Jahren liegt. Hast Du da weitere Infos/Ideen?

Daniel


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 Betreff des Beitrags: Re: Vergleich von Versorgungswerken
BeitragVerfasst: Dienstag 28. April 2015, 12:30 
Fleissige(r) Schreiber(in)
Fleissige(r) Schreiber(in)

Registriert: Sonntag 30. August 2009, 12:16
Beiträge: 135
ich grabe mal kräftig aus ;)

Ich stehe nun vor einer vergleichbaren Frage wegen Umzug NRW --> Ba-Wü. Ich wäre an einer Diskussion interessiert!

Option 1: Überleitung NRW -> BaWü

Option 2: Überleitung NRW -> BaWü / weiter freiwillig 1/10 Pflichtbeitrag in NRW zahlen (ob dies die NRW Satzung hergibt?) / in BaWü "normale" Beiträge

Option 3: keine Überleitung NRW -> BaWü / freiwillig 1/10 Pflichtbeitrag in NRW zahlen / in BaWü "normale" Beiträge

Option 4: Überleitung NRW -> BaWü / in BaWü "normale" Beiträge



Gibt es dazu Anmerkungen und/oder hat da jemand ergänzende aktuelle Zahlen zur Verfügung?

http://www.vw-ra.de/aktuelle_daten.html

Versorgungswerk NRW überarbeitet gerade die Zahlen...

Danke im Voraus.


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 Betreff des Beitrags: Re: Vergleich von Versorgungswerken
BeitragVerfasst: Mittwoch 29. April 2015, 21:08 
Häufiger hier
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Registriert: Sonntag 1. April 2012, 15:32
Beiträge: 102
Der unterschieldiche Vermögensbestand dürfte darauf beruhen, dass das Hessische Versorgungswerk wesentliche jünger ist...


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 Betreff des Beitrags: Re: Vergleich von Versorgungswerken
BeitragVerfasst: Freitag 8. Mai 2015, 21:07 
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Registriert: Mittwoch 19. Januar 2011, 23:23
Beiträge: 6
Hallo krause,

wichtig ist erst mal, dass Du die fünf Jahre in NRW voll kriegst. Falls Du die noch nicht hast, würde ich auf jeden Fall auf Ba-Wü überleiten.

Dann muss man sich auch überlegen, wie das mit der Berufsunfähigkeit läuft. Ba-Wü rechnet da den Durchschnitt der Beiträge über alle Beitragsjahre. Wenn man die Beiträge aus dem Referendariat ins Versorgungswerk rübergeholt hat, zieht das den Schnitt und damit die BU-Rente ganz schön nach unten. Die Hessen waren da gnädiger und haben das Referendariat nicht mitgerechnet (wenn ich mich recht entsinne).

Grundsätzlich hänge ich ja immer noch der Theorie an, nicht alle Eier in einen Korb zu legen. Aber manchmal machen einem die Regularien der Versorgungswerke einen Strich durch die Rechnung.

Gruß
Daniel


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 Betreff des Beitrags: Re: Vergleich von Versorgungswerken
BeitragVerfasst: Samstag 9. Mai 2015, 12:02 
Fleissige(r) Schreiber(in)
Fleissige(r) Schreiber(in)

Registriert: Sonntag 30. August 2009, 12:16
Beiträge: 135
Super, vielen Dank. Die 5 jahre in nrw könnte ich ja auch durch freiwillige beiträge erreichen, oder?

Ref. Beiträge habe ich nachversichert zum VersW NRW. ..


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 Betreff des Beitrags: Re: Vergleich von Versorgungswerken
BeitragVerfasst: Dienstag 12. Mai 2015, 10:19 
Newbie
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Registriert: Mittwoch 19. Januar 2011, 23:23
Beiträge: 6
Zitat:
Die 5 jahre in nrw könnte ich ja auch durch freiwillige beiträge erreichen, oder?

Keine Ahnung, Du bist Mitglied dort, nicht ich. Aber lass mal hören, würde mich auch interessieren.


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 Betreff des Beitrags: Re: Vergleich von Versorgungswerken
BeitragVerfasst: Mittwoch 14. Dezember 2016, 22:06 
Mega Power User
Mega Power User

Registriert: Sonntag 10. Dezember 2006, 12:18
Beiträge: 2820
Ich grabe das mal aus. Hat jemand den Wechsel

NRW --> Berlin schon mal gemacht bzw. die beiden Versorgungswerke verglichen.

Intuitiv tendiere ich dazu in NRW zu bleiben, wenn man sich das hier ansieht:
http://www.anwaltsvorsorge.de/avzuz.html

_________________
Eichhörnchen, Eichhörnchen wo sind deine Nüsse?


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 Betreff des Beitrags: Re: Vergleich von Versorgungswerken
BeitragVerfasst: Mittwoch 14. Dezember 2016, 22:09 
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Registriert: Donnerstag 10. Januar 2013, 00:09
Beiträge: 9032
Ich würde spontan auch wegen der Größe von NRW folgendes schließen: mehr Anwälte --> mehr Beiträge --> höhere Diversifizierung der Anlagen --> sichere und ggf bessere Anlage.

Man könnte natürlich die harten Zahlen vergleichen: Altersstruktur der Anwaltschaft, Vermögenbestand und aktuelle Beitragseinnahmen

_________________
"Just blame it on the guy who doesn't speak English. Ahh, Tibor, how many times you've saved my butt."


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