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BeitragVerfasst: Mittwoch 1. März 2017, 11:17 
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Bei einem inhouse-Seminar wurden mir jüngst die Grundsätze zur Kaufpreisbestimmung im Bereich M&A dargelegt. Ausgangspunkt der Bestimmung des "enterprise value" sollte danach der EBITDA sein, der mit einem ominösen "Multiplikator" mal genommen wird. Danach folgen gewisse, hier nicht weiter interessierende Additionen und Subtraktionen.

Was mich nun erstaunte: Dieser "Multiplikator" scheint - so jedenfalls die Aussage des Dozenten - nicht näher ausdifferenziert zu sein. Jedenfalls konnten auch auf Nachfrage keine weiteren Kriterien genannt werden. Es scheint sich eher um eine über den Daumen gepeilte Hausnummer zu handeln, in die alles Mögliche einfließt, von der aktuellen Marktlage bis hin zur "sexyness" der jeweiligen Branche. Ich kann nun kaum glauben, dass in diesen Bereichen mit Zahlenmagie gearbeitet wird. Kann dazu hier jemand was sagen?


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BeitragVerfasst: Mittwoch 1. März 2017, 22:48 
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https://de.wikipedia.org/wiki/Multiplikatormethode

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BeitragVerfasst: Mittwoch 1. März 2017, 22:52 
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Also ich kenne das vorrangig von Immobilien als Investmentobjekten. Wobei dort nicht zwingend das EBIT(DA) genutzt wird, sondern ein Ertrag in Cash. Ganz simpel wird es, wenn man den Multiplikator auf die Nettokaltmieten anwendet.

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BeitragVerfasst: Donnerstag 2. März 2017, 01:01 
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"In der Praxis werden für die Berechnung der Multiples hauptsächlich Vergleichsunternehmen aus der gleichen Branche ausgewählt, allerdings ist es möglich/ bzw. wird in der Literatur vorgeschlagen mehr auf die Übereinstimmung der wertbestimmenden Faktoren (Profitabilität, Wachstum, Risiko) zu achten, als auf die Branchenzugehörigkeit.[2] Dabei werden aus der ausgewählten Anzahl an Vergleichsunternehmen (comparables, comps, peer group) die Multiples gebildet. Hat man für jedes vergleichbare Unternehmen den Multiplikator (z. B. EV/EBITDA) berechnet, so wird für diesen Multiplikator ein Durchschnitt (oder der Median) gebildet, nachdem alle Ausreißer eliminiert wurden. Dieser Durchschnitt wird mit der operationalen Maßzahl des zu bewertenden Unternehmens (hier also EBITDA des Unternehmens) multipliziert. Das Ergebnis sollte der implizierte Unternehmenswert sein. Natürlich ist es sinnvoll, für jede Bewertung eine gewisse Anzahl von Multiplikatoren anzuwenden."

Diese "Erklärung" lässt einen auch nicht schlauer zurück. Wie wird denn nun für die Vergleichsunternehmen der jeweilige multiple berechnet, der dann in den Durchschnittswert einfließt?


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BeitragVerfasst: Donnerstag 2. März 2017, 11:31 
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Beiträge: 2847
Es handelt sich ja um eine relative Bewertungsmethode. Ganz vereinfacht: Du suchst nach vergleichbaren Unternehmen aus der gleichen Branche, deren Wert du irgendwie ermitteln kannst (z.B. börsennotierte Gesellschaften, bekannte Transaktionen). Dann eliminierst du Ausreißer und bildest einen Median. Dann passt du den Wert an die Größe bzw. Kennzahlen des Unternehmens an, dessen Wert du bestimmen willst. Multiple ist dann das Verhältnis in der Vergleichsgruppe von Kennzahlen zu Kaufpreis.

In einer Zukunftsbranche kann z.B. trotz schlechten Kennzahlen aufgrund der Erwartungshaltung ein deutlich höherer Kaufpreis gezahlt werden, als in einer Branche, die auf dem absteigenden Ast sitzt. Deshalb die Multiples.

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BeitragVerfasst: Donnerstag 2. März 2017, 13:17 
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Registriert: Freitag 24. Januar 2014, 22:54
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"den du irgendwie ermitteln kannst" --> an der Stelle gerätst du doch in einen infiniten Regress, weil dafür (nach der gängigen Formel) eigentlich ja auch wieder ein multiple notwendig ist.

Auch ist mir nicht klar, was du mit "Verhältnis in der Vergleichsgruppe von Kennzahlen zu Kaufpreis" meinst. Kannst du ein Beispiel bilden?


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BeitragVerfasst: Donnerstag 2. März 2017, 13:41 
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Also nehmen wir bspw. folgenden ganz fiktiven Fall:

Autohersteller P will den O von G kaufen.

P überlegt nun, was O so wert ist. Aus den Handelsbilanzen ist nicht viel abzulesen, aber man findet viele "verallgemeinerungsfähige" Parameter, also bspw. Anzahl verkaufte Autos, Rohgewinn je Auto, Gesamtproduktionsmenge p.a. und eben auch die finalen Paramter: Jahresüberschuss vor Steuern, aus dem man sowas wie EBITDA ableiten kann.

Nun weiß P ja aus seinen eigenen Zahlen, wie diese Werte so zu würdigen sind, insbesondere weiß er von seinen eigenen Produktions- und Ertragswerten. Zugleich kennt er seinen eigenen Wert, weil er bspw. gerade selbst 7% an sich von G zurückgekauft hat oder zugunsten von X sein Kapital um 14% erhöht hat und hierfür jeweils einen Betrag in € erhalten hat. Er kann also rückrechnen, dass das Nominalkapital (bspw. eine Aktie über nominal 1 € am Markt 80 € wert hat). Dieser Faktor (80) kann nun auf die eigenen Parameter rückgerechnet werden und sodann auf die Werte der zu erwerbenden O umgerechnet werden.

Bsp.
- P hat ein EBITDA von 1.000, ein Gesamtkapital von 10.000 und das ist 80fach zu bewerten --> EBITDA Faktor = 800; O hat ein EBITDA von 200, ein Kapital von 5.000. Und wenn ich mich nun nicht verrechne, sollte O rein rechnerisch 160.000 kosten bzw. je Nennwertaktie 32 €.

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BeitragVerfasst: Montag 6. März 2017, 09:37 
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... ist das nicht Verhandlungssache?

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BeitragVerfasst: Montag 6. März 2017, 10:50 
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Das sowieso, aber irgendwie muss man ja mal einen Aufschlag machen. Rein schmematisch rechnen sowieso nur Darlehens- und Sicherungsgeber, aber nicht der Käufer.

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