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BeitragVerfasst: Donnerstag 31. August 2017, 19:42 
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Registriert: Dienstag 29. März 2011, 15:44
Beiträge: 107
Hallo,

ich wende mich mal mit einer eher unangenehmen Frage an die eher Selbstständigen unter euch:

Wie geht ihr damit um, wenn ihr euch nicht dazu motivieren könnt, ein Mandat weiter zu bearbeiten?

Wie kommt man da am besten raus? Vor allem dann, wenn man es schon eine Weile hat liegen lassen.

Mir ist klar, dass ich ein Mandat jederzeit, nur nicht zur Unzeit, niederlegen kann und es in der Regel auch nicht begründen muss. Aber ganz ohne Begründung mag ich es nicht tun. Wie begründet man das also in solch einem Fall? Arbeitsüberlastung?

Wer sich nicht outen möchte, kann mir auch gern eine PN schreiben.

Vielen Dank schon mal u lG
Calipso


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BeitragVerfasst: Donnerstag 31. August 2017, 20:53 
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Registriert: Montag 10. Juli 2017, 14:08
Beiträge: 73
Schwierige Frage. Ich weiß, dass du hier nichts ausbreiten kannst, aber dann wird es auch bei der Lösung kompliziert.
Zunächst einmal kann ich dir sagen, dass ich dieses Gedanken etwa einmal alle 2 Monate habe. Bei etwa jedem 20 Mandanten greifst du echt ins Klo und jeder 50. ist wirklich so unerträglich, dass du ihn nicht haben willst.
Das ist so. Menschen sind manchmal nicht kompatibel miteinander.

Das Problem ist, dass man die Dinge dann zulange liegen lässt, bevor man reagiert.
Also entweder Augen zu und durch und dein bestes geben oder frühzeitig sagen: "Ok, das übersteigt meine Kompetenz, Kapazität" Etc.

Ich würde ihm anrufen und sagen, dass momentan soviel zu tun ist, dass du das Mandat nicht in ausreichender Zeit bearbeiten kannst. Dann darfst du ihm aber natürlich keine Rechnung stellen. Das wäre eine Sauerei. Oder du sagst, dass du festgestellt hast, dass dir da die Kompetenz in dem Bereich fehlt. Ist ne krasse Aussage, aber es wird seinen Grund haben, wieso du an das Ding nicht mehr dran gehst.

_________________
Rechtsanwalt
Youtuber :blah5:


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BeitragVerfasst: Freitag 1. September 2017, 10:54 
Mega Power User
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Registriert: Montag 15. März 2010, 11:35
Beiträge: 2550
Ja, das Phänomen kennt vermutlich jeder von uns. Eine Akte ist aus irgendeinem Grund unangenehm und man lässt sie deshalb liegen. Dadurch wird sie mit jedem Tag noch unangenehmer, das schlechte Gewissen immer grösser und der Widerwillen, die Akte auch nur anzufassen, immer stärker.

Ich meine aber, dass Du die Reissleine durch Mandatskündigung nur ziehen kannst, wenn der Mandant einen Anlass dafür bietet (fehlende Vorschusszahlung, keine Beibringung von Unterlagen, Ausfälligkeiten, usw). Wenn das nicht der Fall ist, solltest Du in den sauren Apfel beissen und diese unangenehme Akte bearbeiten. Du lebst von Deinem Ruf und durch solche Aktionen wie die Mandatskündigung aus Unlust - gleichgültig, welchen Vorwand Du Dir ausdenkst - zerstörst Du Deinen Ruf schneller und nachhaltiger als Du zum Aufbau brauchst oder gebraucht hast.


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BeitragVerfasst: Freitag 1. September 2017, 13:44 
Fossil
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Registriert: Mittwoch 28. November 2007, 19:06
Beiträge: 9687
Wohnort: Berlin
Calipso hat geschrieben:
Mir ist klar, dass ich ein Mandat jederzeit, nur nicht zur Unzeit, niederlegen kann und es in der Regel auch nicht begründen muss. Aber ganz ohne Begründung mag ich es nicht tun. Wie begründet man das also in solch einem Fall? Arbeitsüberlastung?

1. Du verlierst dann in der Regel Deinen Gebührenanspruch, ggf. auch den für bereits erbrachte Leistungen.
2. Wenn Du das Mandat tatsächlich niederlegst, dann begründe das doch einfach wahrheitsgemäß. Ich lege Mandate nur nieder, wenn der Mandant nicht richtig mitarbeitet (sprich: auf mehfache Nachfrage nicht antwortet, keine Unterlagen einreicht etc.), eklatant gegen meinen Rat handelt oder meine Rechnung nicht bezahlt. Alles drei sind Gründe, die ich dem Mandanten ohne Probleme auch klar sagen kann.

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BeitragVerfasst: Freitag 1. September 2017, 13:52 
Super Mega Power User
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Registriert: Freitag 9. August 2013, 12:32
Beiträge: 3659
Nun ja, man kann schon Mandanten haben, bei denen es geboten sein mag, das Mandat aus anderen Gründen niederzulegen, und bei denen es überdies ratsam ist, die wahren Beweggründe allenfalls anzudeuten.

Wie immer gilt: Die Anwaltswelt ist sehr verschieden.

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BeitragVerfasst: Dienstag 12. September 2017, 13:31 
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Registriert: Dienstag 29. März 2011, 15:44
Beiträge: 107
Vielen Dank für eure Antworten, die mir echt weiter geholfen haben!

Ich hab mich jetzt entschieden, es durchzuziehen. Das sind zum Teil noch Sachen von relativ am Anfang meiner Selbstständigkeit, Sachen, die ich heute nicht mehr annehmen würde.

Immerhin passiert es mir nicht mehr, solche Sachen noch anzunehmen.

Btw, ich hatte ja auch mal nen Thread zum Thema Mandatskündigung u.a. wegen Angst vor der Mandantschaft eröffnet. Hatte insgesamt zwei solcher Mandate, in denen aus diversen Gründen, keine Vertretung mehr möglich war. Lustigerweise haben mich später beide noch mal angerufen, weil sie keinen anderen Anwalt gefunden haben u mich angefleht, ihre Sachen zu übernehmen. Habe in beiden Fällen "Nein" gesagt, auch wenn es mir schwer fiel, weil ich recht sozial eingestellt bin.

Ist zwar traurig, aber solche Leute brauchen dringend einen Betreuer und zwar einen, der sich auch wirklich kümmert u die Korrespondenz mit dem Anwalt führt.

LG!
Calipso


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BeitragVerfasst: Mittwoch 13. September 2017, 13:06 
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Registriert: Montag 8. März 2004, 15:07
Beiträge: 3501
Solche Akten kennt wahrscheinlich jeder Anwalt.

Wenn die Akte schon monatelang oder länger liegt und auch keine Rückmeldung vom Mandanten kommt, einfach mal nachfragen, ob Mandant noch Interesse an dem Fall hat. Wenn nein, umso besser.

Ansonsten: Es ist nie so schlimm, wie man meint. ;) Wenn man die Akte erst mal wieder geöffnet vor sich liegen hat.

Übersteigt der Fall die eigenen Fähigkeiten, gibt es 2 Möglichkeiten: Niederlegen und dem Mandanten offen sagen, warum. Ggf. Kollegen empfehlen. Oder selbst einen Kollegen zu Rate ziehen. Oftmals löst sich schon der Knoten im Kopf, wenn man mit anderen über die Sache spricht.

Die wirklich hoffnungslose Fälle muss man natürlich irgendwann beenden. Mandanten, die selbst Betreuung brauchen etc. werden früher oder später einen Grund für die Mandatskündigung liefern.

_________________
"Eine Verschiebung eines Termins setzt jedoch denklogisch voraus, dass vorher ein fester Termin vereinbart worden ist."


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BeitragVerfasst: Mittwoch 13. September 2017, 22:56 
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Registriert: Dienstag 29. März 2011, 15:44
Beiträge: 107
Vielen Dank auch für deine Antwort, Syd!

Ja, die eine Akte habe ich mal wieder aufgeschlagen u fand die nun voll easy u habe in die Wege geleitet, was in die Wege geleitet werden musste. War auch schon alles vorbereitet....

Es gibt einfach Zeiten, in denen sich alles überschlägt, habe seit Beginn meiner Selbstständigkeit auch wirklich außergewöhnlich viele Eilverfahren gehabt, hinzu kommt noch manchmal Krankheit, Urlaub..... Tja, u dann bleiben halt die unwichtigsten Dinge lange liegen.

Hab neulich auch versucht, ein anderes Mandat niederzulegen, da es rein vom Umfang her meine Kompetenzen übersteigt, aber Mandant will trotzdem noch mal eine Beratung. So was passiert mir in Zukunft auch nicht noch mal. Zieh es nur noch bei ihm durch....


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