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BeitragVerfasst: Donnerstag 29. Dezember 2016, 11:41 
Fleissige(r) Schreiber(in)
Fleissige(r) Schreiber(in)

Registriert: Mittwoch 1. Juli 2015, 17:05
Beiträge: 158
Hey,

Wie geht ihr vor, wenn ihr euch den Sachverhalt einer Klausur erarbeitet? Ich mache es bisher so, dass ich mir sofort beim durchlesen der Akte einen Aktenspiegel anlege. Gegebenenfalls zusätzlich noch ein Blatt mit in den ganzen Daten und stichpunktartig, was wann passiert ist. Anschließend fertige ich eine Skizze zur Lösung (Relation).
Dies ist allerdings je nach Sachverhalt mit enormem Zeitaufwand verbunden.

Da demnächst die ersten Probeklausuren anstehen, frage ich mich, wie ihr das macht. Am ehesten könnte man wohl noch auf den Aktenspiegel verzichten und die streitigen Tatschen alleine in der Akte markieren. Die Frage ist, wie übersichtlich das dann ist :-k

Bin für gute Ratschläge dankbar.


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BeitragVerfasst: Donnerstag 29. Dezember 2016, 12:21 
Mega Power User
Mega Power User
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Registriert: Freitag 24. Januar 2014, 22:54
Beiträge: 2687
Dass du dir einen Aktenspiegel (ich nehme an damit ist gemeint: Behauptungen Kläger/Beklagter) anlegst, ist mE nicht notwendig. In Examensklausuren geht es oft nicht um 50 verschiedene streitige Punkte, sondern um 1 oder 2, der Rest besteht aus unterschiedlichen Rechtsansichten. Ich bin immer gut damit gefahren, die Lösungsskizze an die Fallfrage zu orientieren, also bei Zivilurteil zB "I. Zulässigkeit", "II. Begründetheit" usw.


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BeitragVerfasst: Donnerstag 29. Dezember 2016, 14:58 
Moderator
Moderator
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Registriert: Donnerstag 10. Januar 2013, 00:09
Beiträge: 7706
Erster Schritt: überfliegen der Klausur in 5min um festzustellen, wer will was von wem. Also dem Grunde nach die relevanten Personen und die streitigen Sachverhalte verinnerlichen (Bsp A hat von B Auto gekauft, C war aber Eigentümer und D ist Erbe des C und B ist nun insolvent, oder so ganz knapp). Dass nur im Hinterkopf um beim richtigen Lesen des SV die relevanten von den irrelevanten Details zu unterscheiden. Dabei die relevanten Probleme (Sachverhalt, Rechtsansicht) markieren. Dann direkt die Lösungsskizze erstellen. Nur wenn ganz viele Daten erheblich sind (€ Beträge, Datumsangaben), würde ich diese tabellarisch extra aufzeichnen. Im Zweifel ist es wie OJ schrieb nicht notwendig. Das ganze sollte mE bis zur fertigen Skizze nicht länger als 90min dauern.

_________________
"Just blame it on the guy who doesn't speak English. Ahh, Tibor, how many times you've saved my butt."


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BeitragVerfasst: Donnerstag 29. Dezember 2016, 15:52 
Fossil
Fossil

Registriert: Freitag 2. April 2004, 18:13
Beiträge: 12350
Zumindest ein zentrales Blatt für "was will der Klausurersteller offensichtlich von mir" (Besonderheiten in der Aufgabenstellung, Probleme, Merkwürdigkeiten usw.) und ggf. eine knappe zeitliche Übersicht (Datum, was, auf Bl. x zu finden) halte ich für empfehlenswert. Die Klausurroutine sollte auch für den Fall passend sein, dass es ein unübersichtliches Aktenstück à 25 Seiten mit 5-6 "Problemen" gibt. Jede Minute, die man später nicht mit Blättern verbringt, ist gut in so ein Übersichtskarte investiert - zumal es hilft, die Gedanken gleich zu Beginn zu ordnen.

_________________
"Auch eine stehengebliebene Uhr kann noch zweimal am Tag die richtige Zeit anzeigen; es kommt nur darauf an, daß man im richtigen Augenblick hinschaut." (Alfred Polgar)


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BeitragVerfasst: Freitag 30. Dezember 2016, 11:11 
Power User
Power User

Registriert: Dienstag 27. Juni 2006, 20:27
Beiträge: 468
Aktenspiegel, Relation und der ganze Kram, der einem am Anfang der Zivilstation als Arbeitsweise nahegebracht wird, wird - soweit ich das sehe - schon in der Praxis nur äußerst selten (in dieser Ausführlichkeit) genutzt und in der Klausurbearbeitung ist es schlicht Quatsch so vorzugehen.

Klausurbearbeitung scheint - auch wenn man sich die Antworten in diesem Thread so anschaut - ein individuelles Ding zu sein. Ich bin gut gefahren mit:

- Herausschreiben aller Daten und Zahlen - letztlich eine Zeitleiste/-liste wie im Ersten. Ich würde sie auch immer herausschreiben und halte es für fahrlässig, das nicht zu tun bzw. dies zu empfehlen. Die Daten rauszuschreiben kostet quasi keine Zeit, es erhöht die Übersichtlichkeit enorm und erspart lästiges - und zeitraubendes - Nachschlagen im Aktenstück. Klausuren mit so wenig Daten, die man sich im Eifer des Gefechts alle behält ohne nachschlagen zu müssen (!) gibt es fast nie.

- Im Übrigen reicht die Markierung der wesentlichen Inhalte in der Akte, neben Textmarker (einfarbig reicht - unterschiedliche Farben für Rechtsansicht - Tatsachenbehauptung sind überflüssig) am besten zusätzlich mit Bleistiftstrichen am Rand an den Stellen, die auch in der Klausurlösung wiederkehren sollen (und abgehakt werden können, wenn sie in der Lösungsskizze stehen). Ggf. Klebezettel benutzen, um wichtige Teile des Aktenstücks schnell griffbereit zu haben (v.a. Teile mit erheblichem Argumentationsmaterial und natürlich die Anträge zum abschreiben; gilt i.Ü. auch für die Kommentare: die Teile, die man für die Reinschrift benötigt sind dann schnell griffbereit).

- Dann eine Lösungsskizze, die dem Aufbau der Reinschrift entspricht (vgl. OJ1988).

- Ein Sonderblatt für Ideen/sonstiges (vgl. julée) ist oft sinnvoll.

_________________
Die Beurteilung, ein Antrag im Sinne des § 24 Satz 1 BVerfGG sei offensichtlich unbegründet, setzt nicht voraus, daß seine Unbegründetheit auf der Hand liegt; sie kann auch das Ergebnis vorgängiger gründlicher Prüfung sein. (BVerfGE 82, 316)


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BeitragVerfasst: Freitag 30. Dezember 2016, 11:18 
Fleissige(r) Schreiber(in)
Fleissige(r) Schreiber(in)

Registriert: Mittwoch 1. Juli 2015, 17:05
Beiträge: 158
Vielen Dank für eure ausführlichen und sehr hilfreichen Antworten!


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