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 Betreff des Beitrags: Eigene Wohnung oder eigenes Büro?
BeitragVerfasst: Montag 13. März 2017, 13:00 
Newbie
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Registriert: Montag 17. Oktober 2016, 16:28
Beiträge: 4
Hallo zusammen,

ich wende mich heute mit einer etwas unkonventionellen Fragestellung an die Forenteilnehmer. Ich leiste noch ca. 10 Monate Referendariatsdienst ab, bis ich 2018 meine schriftlichen Prüfungen habe. Ich habe recht ordentlich mitgearbeitet, meinen Kenntnisstand würde ich zum jetzigen Zeitpunkt dennoch als "durchwachsen" betrachten. Es sind sowohl hohe 2-stellige AG Klausuren, sowie untere Befriedigend dabei.

Daher würde ich gerne die Zügel in der Anwaltsstation anziehen, um mir nicht vorzuwerfen, nicht mein bestes gegeben zu habe.

Ich wohne derzeit in einer eigenen Wohnung im Haus meiner Familienangehörigen. Dort sind sowohl meine Großeltern, als auch die anderen Angehörigen ansässig und wohnen unmittelbar Tür an Tür mit mir.

Nun ist meine Familie herzallerliebst, aber leider besteht sie nicht aus Akademikern, die den Aufwand und den Lernschmerz vor dem Examen nachempfinden können. Ich komme mir oft gestört vor, es wird viel geklopft, ich muss nach der Arbeit auf dem Flur fast täglich aufgesetzt höfliche Konversation halten und kann nicht vor die Tür gehen, ohne meiner lieben Omi erzählen zu müssen, wie alles so läuft. Unverständnis und Fragen ala "wann bist du endlich fertig mit dem lernen" sind daher an der Tagesordnung.
Mittlerweile probiere ich das so gut es geht zu ignorieren und mich rar zu machen. Ein schönes Gefühl vor seiner Familie "flüchten" zu müssen, ist es auch nicht. Ich habe natürlich versucht, das Gespräch zu suchen, es dreht sich aber leider alles im Kreis und ist nach kurzer Zeit so wie vorher.


Daher habe ich mich entschlossen etwas zu ändern.

Ich lerne nicht gut in der Bibliothek, sondern viel lieber alleine, im Stillen. Am besten lernte ich bis jetzt im eigenen Büro, welches ich während der ÖR Station bezog. Ich hatte relativ viel Leerlauf in dieser Station und konnte super in diesem Büro lernen.

Da Geld als Referendar natürlich knapp ist, stellt sich mir die Frage, ob ich mir eine eigene Wohnung oder ein eigene Büro anmieten sollte.

Mit viel Glück, bekomme ich vielleicht sogar eine ruhige Dachgeschosswohnung in der Stadt. Riskant ist dann allerdings, dass man seine Nachbarn nie einschätzen kann und dass man Tag und Nacht in der selben Wohnung sitzt, zum lernen und zur Freizeit.


Die Alternative wäre, zuhause wohnen zu bleiben und tagsüber in mein eigenes Büro zum lernen zu fahren. Dann wäre meine Familie zwar immer noch da, ich hätte allerdings einen Raum, der weit weg von allem ist, und in dem ich mich ganz konzentrieren kann. Wenn ich dann nur nachmittags zuhause wäre und wüsste, egal ob mein Onkel gerade seine Küche renoviert, morgen früh fahre ich einfach ins Büro und habe Ruhe, belastet mich die Situation vielleicht weniger.


Monetär wären die beiden Optionen - eigenes Wohnung oder zuhause wohnen und eigenes Büro - sehr identisch, das tut sich also nichts.

Ich wollte nun einfach ein paar Gedanken dazu hören von Kollegen, da man selbst oft vor einer Wand steht, bis man seine Entscheidung wirklich treffen kann. Vielleicht habt ihr sogar ähnliche Erfahrungen (oder andere) bezüglich eurer Lernumgebung für das Ref. gemacht. Ich würde diese sehr gerne einmal hören.

Ich bedanke mich für eure Zeit

T


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BeitragVerfasst: Montag 13. März 2017, 13:20 
Mega Power User
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Beiträge: 2655
Eigenes Büro fände ich ziemlich creepy.

Warum nicht eine kleiner Bibliothek, ind er es still ist? Es muss ja nicht der Jura-Fachbereich sein. In manchen Bibliotheken kann man doch sogar solche Lernboxen mieten.

Kompletten Auszug würde ich mir zumindest in deiner Situation überlegen. Den Orga-Aufwand sollte man nicht überschätzen. Vielleicht ein möbliertes WG-Zimmer zur Zwischenmiete? Dann vereinsamt man auch nicht.

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BeitragVerfasst: Montag 13. März 2017, 13:46 
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Registriert: Freitag 9. August 2013, 12:32
Beiträge: 2532
Ich würde dir auch empfehlen, erst einmal zu schauen, ob du nicht vielleicht eine ruhige Bibliothek findest. Gerade bei den Rechtsgeschichtlern oder Historikern findet man erfahrungsgemäß in vielen Städten das ein oder andere ruhige Plätzchen. :-w


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BeitragVerfasst: Montag 13. März 2017, 14:02 
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Coworking wäre auch eine Möglichkeit, einen ruhigen Arbeitsplatz mit PC- und Drucker-Anschluss zu finden, ist sehr beliebt bei Selbständigen und auch Studenten. Mittlerweile gibt es ein breites Coworking-Netz im deutschsprachigen Raum, in vielen größeren Städten. Das ist teilweise sehr günstig. Man vereinsamt nicht, hat aber seine Ruhe beim Arbeiten.

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LG Candor


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BeitragVerfasst: Montag 13. März 2017, 14:07 
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Beiträge: 2655
Candor hat geschrieben:
Coworking wäre auch eine Möglichkeit, einen ruhigen Arbeitsplatz mit PC- und Drucker-Anschluss zu finden, ist sehr beliebt bei Selbständigen und auch Studenten. Mittlerweile gibt es ein breites Coworking-Netz im deutschsprachigen Raum, in vielen größeren Städten. Das ist teilweise sehr günstig. Man vereinsamt nicht, hat aber seine Ruhe beim Arbeiten.


Co-Working und Ruhe?

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BeitragVerfasst: Montag 13. März 2017, 14:15 
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Kasimir hat geschrieben:
Candor hat geschrieben:
Coworking wäre auch eine Möglichkeit, einen ruhigen Arbeitsplatz mit PC- und Drucker-Anschluss zu finden, ist sehr beliebt bei Selbständigen und auch Studenten. Mittlerweile gibt es ein breites Coworking-Netz im deutschsprachigen Raum, in vielen größeren Städten. Das ist teilweise sehr günstig. Man vereinsamt nicht, hat aber seine Ruhe beim Arbeiten.


Co-Working und Ruhe?


Es gibt auch solche mit separaten Zimmern und sogar eigenen Briefkästen und Schränken. Man müsste es eben austesten, wo die Bedingungen günstig sind. Die anderen wollen ja auch möglichst ruhig arbeiten. So viele wie in einer Bibliothek sind es nicht, es sind eher viele kleinere Coworking-Einheiten mit 10 Tischen oder so. Ich persönlich arbeite übrigens auch gut im Zug, 1. Klasse-Abteil mit Stromanschluss, Ruhewagen. Dort ist es so ruhig, dass ich schon 2-mal eingeschlafen zu weit fuhr. :D

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LG Candor


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BeitragVerfasst: Montag 13. März 2017, 14:21 
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Beiträge: 2687
Honigkuchenpferd hat geschrieben:
Ich würde dir auch empfehlen, erst einmal zu schauen, ob du nicht vielleicht eine ruhige Bibliothek findest. Gerade bei den Rechtsgeschichtlern oder Historikern findet man erfahrungsgemäß in vielen Städten das ein oder andere ruhige Plätzchen. :-w


Die Referendarsbibliothek am LG ist keine Option?


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BeitragVerfasst: Montag 13. März 2017, 15:24 
Noch selten hier
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Beiträge: 19
Sofern du nicht schon einmal alleine gewohnt hast, möchte ich noch zusätzlich in den Raum werfen, dass die eigene Haushaltsführung (inkl. aller verbundenen Kosten) am Anfang auch zusätzlichen Stress bedeuten könnte, insbesondere, wenn du dir schon im Voraus Gedanken machst hinsichtlich "Vereinsamung" und störender Nachbarn. Von der Wohnungssuche mal ganz abgesehen. Je nach Wohnort kann das zum full-time Job werden. ;)

Persönlich würde ich auch dazu raten, eine ruhige Bib zu suchen. Ansonsten würde ich am Ehesten noch zum eigenen Büro raten, sofern du da etwas passables im Blick hast - das müsste ja zumindest hinsichtlich der Einrichtung und laufenden Kosten doch deutlich günstiger kommen als eine eigene Wohnung und du hast nicht die emotionale Komponente, mitten im Ref von zu Hause auszuziehen.
Oder du redest einfach mit deiner Familie. Den gezwungenen Small-Talk hast du in einer WG im Zweifel auch, möglicherweise sogar in einer Wohnung, wenn nebenan eine gesprächige Omi wohnt. Da ist es vielleicht sinnvoller, einen Weg zu finden, mit den gut gemeinten, aber offensichtlich störenden, Nachfragen umzugehen..


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BeitragVerfasst: Montag 13. März 2017, 15:34 
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Beiträge: 3404
In welche Richtung soll es denn beruflich gehen? Vielleicht findest Du eine Anwaltskanzlei, in der Du gleichzeitig die Anwaltsstation absolvieren und evtl. mehrmals pro Woche dort lernen könntest. Natürlich sollte man das mit dem Kanzleiinhaber absprechen, ich wüsste aber nicht, was dagegen spricht, sofern dort ein Arbeitsplatz zur Verfügung steht.

"Solange mich der Referendar in Ruhe lässt, kann er ruhig jeden Tag kommen" :D, wären meine Gedanken.

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"Eine Verschiebung eines Termins setzt jedoch denklogisch voraus, dass vorher ein fester Termin vereinbart worden ist."


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BeitragVerfasst: Montag 13. März 2017, 15:49 
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Beiträge: 1219
Oder sich in der Familie einen Hausdrachen suchen, der die Tür zum Arbeitszimmer eisern verteidigt und alles wegtreibt, was sich in die Nähe wagt. :D

Vorher dem dafür geeigneten Hausdrachen einheizen, dass man sonst durchfällt. Das wirkt wahre Wunder. ;)

Die Mutter ist oft dazu geeignet, da sie ihr Kind wie eine Löwenmutter bis aufs Blut verteidigen darf, da werden alte Erinnerungen lebendig. :upsetangry :upsetangry :upsetangry

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LG Candor


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BeitragVerfasst: Montag 13. März 2017, 23:04 
Häufiger hier
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Registriert: Dienstag 22. Oktober 2013, 20:09
Beiträge: 58
Die günstigste Alternative ist sicherlich, eine ruhige Bibliothek (Mit passenden Öffnungszeiten) zu finden.

Umziehen in eine Wohnung ist sicherlich eine gewisse Umstellung und den Zeit / Stressfaktor der damit verbunden ist (Umzug, Vermieter, Mietvertrag, Nachbarn usw.) ist sicher auch nicht ohne. Wenn man dann nach kurzer Zeit feststellt, dass der Nachbar doch jeden Tag 4 Stunden Trompete spielt und man hat nen langfristigen Mietvertrag inklusive Verlagerung des Lebensmittelpunktes ist das sicher ärgerlich. Müsstest du halt versuchen so gut es geht rauszukriegen, wer die Nachbarn sind.

Ich persönlich sehe absolut nichts verwerfliches daran, sich ein Büro zu suchen, wenn man sich das preislich leisten kann/will. Wobei es auch hier natürlich wieder maßgeblich darauf ankommt, wie die Bausubstanz ist / Wie laut die Nachbarn sind. Wenn die Wände aus Papier sind und die Nachbarn irgendnen Job machen wo man den ganzen Tag telefoniert hast du auch nichts davon. Musste dich halt gut informieren. Aber so fernliegend finde ich die Idee nicht. Nur weil das sonst keiner macht muss es ja nicht schlecht sein. Think out of the Box!


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BeitragVerfasst: Montag 13. März 2017, 23:13 
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Die preiswerte Alternative: Noise Cancelling Kopfhörer.

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"Just blame it on the guy who doesn't speak English. Ahh, Tibor, how many times you've saved my butt."


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BeitragVerfasst: Dienstag 14. März 2017, 10:11 
Fossil
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Beiträge: 12350
Das Anmieten eines eigenen Büros als Referendar erscheint mir doch etwas extrem zu sein. Kann man natürlich machen, aber eine ruhige Bibliothek tut es genauso, wenn Du zu Hause keine störungsfreien Lernzeiten durchgesetzt bekommst. Vielleicht ist es insoweit auch ein Kommunikationsproblem, weil niemand so recht weiß, wann Du gerade ansprechbar bist und wann Du einfach nur den Hausflur passieren möchtest, ohne angesprochen zu werden?

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"Auch eine stehengebliebene Uhr kann noch zweimal am Tag die richtige Zeit anzeigen; es kommt nur darauf an, daß man im richtigen Augenblick hinschaut." (Alfred Polgar)


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BeitragVerfasst: Dienstag 14. März 2017, 15:56 
Mega Power User
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Registriert: Sonntag 2. Januar 2011, 23:46
Beiträge: 2077
Ich habe dank meiner Nebenbeschäftigung ein eigenes Büro, in das ich jeden Tag könnte. Dass ich dafür bezahlt werde, ein Büro zu haben, finde ich auch irgendwie überzeugender als dafür was auszugeben.
Sonst Lernboxen an der Uni ggfs. mieten, das ist noch verträglich für den Geldbeutel.

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