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 Betreff des Beitrags: Wie geht es nun weiter?
BeitragVerfasst: Dienstag 23. Januar 2018, 20:40 
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Beiträge: 2
Liebe Mitglieder,

ich wende mich an euch, weil ich mir einen Rat erhoffe. Ich habe heute meine mündliche Prüfunh hinter mich gebracht, die leider weniger gut lief. ich konnte mich lediglich um einen halben Punkt verbessern und habe somit leider nur ein ausreichendes Examen.
Im Mai soll es nun ins Refrendariat gehen und momentan zweifel ich sehr an mir.
Ich finde Jura toll und beschäftige mich gerne damit, leider hatte ich nie das Gefühl Wissen dann abrufen zu können, wenn es gebraucht wird. Im Probeexamen und in den ganzen Klausuren vorher lief alles super, nur dann im Examen leider nicht.
Ich weiß momentan nicht weiter. Mir hängt auch noch die nicht so toll gelaufene mündliche Prüfung im Nacken, habe das Gefühl mich vor den Prüfern lächerlich gemacht zu haben und das alles zieht mich sehr runter.

Nun ist es so, dass ich grundsätzlich gerne mein Refrendariat machen möchte, habe aber angst, dass ich es auch dieses Mal nicht schaffe eine gute Note zu erzielen und dann später Schwierigkeiten haben werde in der Arbeitswelt meinen Platz zu finden.

Ich habe nun gerade etwas Zeit, bis ich mich für den entgültigen Weg entscheide, aber würde vielleicht gerne jetzt schon Tipps sammeln, wie ich mich auf das Refrendariat vorbereiten kann. Was kann ich schon durchgehen? Wie plane ich alles? Ich scheue keine Arbeit und bin bereit alles dranzusetzen es zu schaffen, aber dann muss die herangehensweise von Anfang an stimmen.

Auch würde ich gerne wissen, wie sich vielleicht auch andere in einer ähnlichen Situation aus diesem Loch gezogen habe.
Mein ganzer Selbstwert hängt bei mir stark an meinen Leistugen, daher komme ich vieleicht auch mit dem Ergebnis noch schlechter zurecht.

Ich danke euch fürs lesen und für jeden Rat, den ihr für mich habt.

Liebste Grüße

Bambusbaum12


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie geht es nun weiter?
BeitragVerfasst: Dienstag 23. Januar 2018, 21:35 
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Beiträge: 539
Was ist mit einem Verbesserungsversuch? Wenn die Übungsklausuren zuvor deutlich (?) besser liefen, spricht viel dafür, es nochmal zu probieren.

_________________
Ich bin auch nur ein Mensch. Genauso wie ein Weißer Hai auch nur ein Fisch ist. (Zlatan Ibrahimović)


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie geht es nun weiter?
BeitragVerfasst: Dienstag 23. Januar 2018, 21:38 
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Beiträge: 5452
Stationen wählen, wo man möglicherweise übernommen werden kann. Gute praktische Arbeit leisten und am besten schon alles vorm 2. Examen klar machen.

Ist natürlich nicht ganz so einfach, weil man nie weiß wie der Bedarf in einer Station ist und wie gut man wirklich dann dort im Umfeld klar kommt. Aber ein bisschen kann man das natürlich begünstigen, in dem man halt möglichst viel bei kleineren/mittleren Kanzleien (vielleicht schon aus dem Praktikum bekannt?) ist und dort richtig Gas gibt.

Kenne auch welche mit nem ausreichend Examen, die so Angebote von Kanzleien bekommen haben. Insbesondere das 1. Examen interessiert viele Praktiker nicht mehr, wenn sie wissen, dass du gute Arbeit in der Praxis leistest.

_________________
Die von der Klägerin vertretene Auffassung, die Beeinträchtigung des Wohngebrauchs sei durch das Zumauern der Fenster nur unwesentlich beeinträchtigt, ist so unverständlich, dass es nicht weiter kommentiert werden soll. - AG Tiergarten 606 C 598/11


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie geht es nun weiter?
BeitragVerfasst: Mittwoch 24. Januar 2018, 11:18 
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Registriert: Dienstag 23. Januar 2018, 20:21
Beiträge: 2
Ich bedanke mich für eure Antworten.

Verbesserung ist leider nicht möglich, da ich das finanziell nicht stemmen kann. War bereits während der Vorbereitung aufs Examen auf zwei Jobs angewiesen und habe, um weniger Arbeiten zu müssen, meine Ersparnisse aufgebraucht.

Wenn ich teilweise hier lese was die Leute für tolle Examen machen, dann fühlt man sich richtig schlecht bzw. als hätte man versagt (was man vltl auch hat)

Ich habe das Gefühl, dass ich, sollte ich mich dafür entscheiden das Ref anzutreten, mich frühzeitig darum kümmern muss, dass das Ergebnis des 1. übertroffen wird. Um die Wahrscheinlichkeit dahingehend weiß ich, aber würde es denoch veruschen.

Ich zweifel nur daran, weil mein Ergebnis nicht stimmt, nicht, weil ich grundsätzlich keine Freude daran habe.
Andererseits wüsste ich hingegen auch nicht, was ich sonst machen sollte. Wollte nie was anders machen.

Mich stört auch nicht die hohe Arbeitsbelastung. Aber ohne mich vorher aus diesem Loch voller Zweifel zu ziehen, werde ich das nicht ernsthaft in Angriff nehmen können.

Ich habe während des Studiums mal für zwei Monate bei einem Automobilhersteller in der Rechtsabteilung gearbeitet und empfand das, trotz der sehr langen Arbeitstage und der anfänglichen Hürde alles auf englisch zu erledigen, als sehr angenehm und eigentlich wollte ich mich fürs Ref dort auch mal umhören, dass war allerdings vor diesem schlechten Ergebnis im Examen. Ich bin damals in einem sehr guten Verhältnis gegangen und könnte mit diesem Examen dort neimanden unter dei Augen treten, das wäre mir zu peinlich, da ich meinen Eindruck von damals damit wohl zerstören würde.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie geht es nun weiter?
BeitragVerfasst: Mittwoch 24. Januar 2018, 11:31 
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Bambusbaum12 hat geschrieben:
Verbesserung ist leider nicht möglich, da ich das finanziell nicht stemmen kann. War bereits während der Vorbereitung aufs Examen auf zwei Jobs angewiesen und habe, um weniger Arbeiten zu müssen, meine Ersparnisse aufgebraucht.


Wenn Du der Auffassung bist, Dich unter wert verkauft zu haben (und alle anderen Möglichkeiten ausscheiden wie Unterstützung durch Eltern etc.), wäre ein Kredit meine Empfehlung. Zumindest um sich noch mal drei Monate aufs Examen konzentrieren zu können. Sich zu verschulden ist nicht optimal, aber manchmal geht es eben nicht anders und wir reden ja über einen begrenzten Zeitraum, d.h. der Kredit dürfte Dich nicht für immer und ewig ruinieren.

M.E. wäre es sogar besser, unvorbereitet den Verbesserungsversuch anzugehen, als diese Chance komplett liegen zu lassen.

Gesendet von meinem SM-G930F mit Tapatalk


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie geht es nun weiter?
BeitragVerfasst: Mittwoch 24. Januar 2018, 11:47 
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Bambusbaum12 hat geschrieben:
Ich bedanke mich für eure Antworten.

Verbesserung ist leider nicht möglich, da ich das finanziell nicht stemmen kann. War bereits während der Vorbereitung aufs Examen auf zwei Jobs angewiesen und habe, um weniger Arbeiten zu müssen, meine Ersparnisse aufgebraucht.

Wenn ich teilweise hier lese was die Leute für tolle Examen machen, dann fühlt man sich richtig schlecht bzw. als hätte man versagt (was man vltl auch hat)

Ich habe das Gefühl, dass ich, sollte ich mich dafür entscheiden das Ref anzutreten, mich frühzeitig darum kümmern muss, dass das Ergebnis des 1. übertroffen wird. Um die Wahrscheinlichkeit dahingehend weiß ich, aber würde es denoch veruschen.

Ich zweifel nur daran, weil mein Ergebnis nicht stimmt, nicht, weil ich grundsätzlich keine Freude daran habe.
Andererseits wüsste ich hingegen auch nicht, was ich sonst machen sollte. Wollte nie was anders machen.

Mich stört auch nicht die hohe Arbeitsbelastung. Aber ohne mich vorher aus diesem Loch voller Zweifel zu ziehen, werde ich das nicht ernsthaft in Angriff nehmen können.

Ich habe während des Studiums mal für zwei Monate bei einem Automobilhersteller in der Rechtsabteilung gearbeitet und empfand das, trotz der sehr langen Arbeitstage und der anfänglichen Hürde alles auf englisch zu erledigen, als sehr angenehm und eigentlich wollte ich mich fürs Ref dort auch mal umhören, dass war allerdings vor diesem schlechten Ergebnis im Examen. Ich bin damals in einem sehr guten Verhältnis gegangen und könnte mit diesem Examen dort neimanden unter dei Augen treten, das wäre mir zu peinlich, da ich meinen Eindruck von damals damit wohl zerstören würde.


I.
Erstmal: Glückwunsch, du hast trotz deiner Nebenjobs eine hohe intellektuelle Leistung erbracht, die 80 % der Menschen in Deutschland nicht schaffen würden.

II.
Du sagst, du kannst dir den Verbesserungsversuch nicht finanzieren. Das ist mies. Aber genau deshalb bist du nicht schlechter als ein Großteil der anderen.
Ich kenne sehr viele die aus einem Ausreichend noch ein Befriedigend oder besser gemacht haben im Verbesserungsversuch. Der Unterschied zwischen dir und denen sind nicht unbedingt deine juristischen Fähigkeiten, sondern zT auch ein finanzieller Background. Wenn du den Versuch irgendwie stemmen kannst, mach es.

III.
Wen gestern deine Mündliche war, machst du jetzt erst einmal 1 Woche lang gar nichts und chillst mal ne Runde.

IV.
Nach einer Woche kannst du nochmal schauen und deine Situation neu bewerten. Deine Sichtweise ist gestern und heute noch sehr geprägt, von deiner Enttäuschung.
Das ist nicht deine normale Sichtweise.

V.
Du bewirbst dich für die Refstationen und auch nach dem 2. Examen dort wo du dich bewerben willst.
Mehr als eine Absage gibt es nicht. Hör mal auf mit der "Ich bin so ein Opfer" Nummer.
Bist du nicht. Dich und andere trennen ggf. ein finanzieller Background, oder ne entspannte Kommission in der Mündlichen.
Wenn du aber selbst schon nicht dran glaubst, dann kann das auch nix werden. Bringt also nix sich zu bemitleiden.

VI.
Alle meine Refkollegen haben einen Job gefunden. Unabhängig von der Note.

VII. Fazit:
Mach ne Woche Pause und heul dich von mir aus aus, aber danach ordnest du dich, entscheidest dich für einen 2. Versuch oder guckst wo du Bock hast dein Ref zu machen. Und setzt neu an.
Hinweis: Ein Bekannter von mir hatte im ersten Stex ein Ausreichend und ist nun Staatsanwalt. True Story.
Wenn du dich vorbereiten willst: Guck dir schonmal Prozessrecht an. Vwgo, StpO, ZPO. Da ein paar kleine Fallbücher durcharbeiten.
Ansonsten hab ich zwecks Bewerbung und Überblick über das Ref ein Video bei YouTube gemacht. Da kannste mal reinsehen ;)

Viel Erfolg.

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 Betreff des Beitrags: Re: Wie geht es nun weiter?
BeitragVerfasst: Mittwoch 24. Januar 2018, 12:00 
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Zunächst tut es mir leid, dass Du das erleben musstest und ich kann verstehen, dass Du Dich jetzt sehr schlecht fühlst. Alles weinen und bemitleiden hilft Dir jedoch nicht, aber das weißt Du selbst am besten.

Was Dir konkret hilft, und da möchte ich Ara und Kroate voll und ganz zustimmen, ist, einen Verbesserungsversuch zu schreiben und Dich im Referendariat schon frühzeitig um Stationen zu kümmern, bei denen Du durch praktische Arbeiten und persönliches Auftreten so überzeugen kannst, dass die Assessorexamensnote keine oder nur mehr eine untergeordnete Rolle spielt und man Dich in jedem Fall einstellen will.

Falsch wäre es m.E., sich allein auf eine Verbesserung im 2. Examen zu verlassen und sich allein auf das Lernen zu konzentrieren, etwa 3 Monate zu tauchen o.ä. Die Wahrscheinlichkeit, sich aufgrund dessen exorbitant zu verbessern erachte ich für eher gering, und damit will ich Dir nicht zu nahe treten. Die Statistik spricht hier einfach dagegen.

Mach jetzt erst mal Pause und komme wieder zu Dir. Dann überlege, ob Du wirklich mit Jura weiter machen willst. Es gibt vielleicht auch andere Berufsfelder, in denen Du glücklich werden kannst. Entscheidest Du Dich für das Ref., dann setze nicht alles auf die eine Karte (=Notenverbesserung), sondern versuche unabhängig von der späteren Note frühzeitig Deine Chancen zu verbessern und Deine Risiken zu minimieren. Mach einen echten, ausgearbeiteten, konkreten Plan B für den Fall der Fälle.

Alles Gute!

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I've developed a new open source P2P e-cash system called Bitcoin. It's completely decentralized, with no central server or trusted parties, because everything is based on crypto proof instead of trust. (Satoshi Nakamoto on February 11, 2009 at 22:27)


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie geht es nun weiter?
BeitragVerfasst: Donnerstag 25. Januar 2018, 13:06 
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Beiträge: 17
Herr Anwalt hat geschrieben:
Bambusbaum12 hat geschrieben:
Ich bedanke mich für eure Antworten.

Verbesserung ist leider nicht möglich, da ich das finanziell nicht stemmen kann. War bereits während der Vorbereitung aufs Examen auf zwei Jobs angewiesen und habe, um weniger Arbeiten zu müssen, meine Ersparnisse aufgebraucht.

Wenn ich teilweise hier lese was die Leute für tolle Examen machen, dann fühlt man sich richtig schlecht bzw. als hätte man versagt (was man vltl auch hat)

Ich habe das Gefühl, dass ich, sollte ich mich dafür entscheiden das Ref anzutreten, mich frühzeitig darum kümmern muss, dass das Ergebnis des 1. übertroffen wird. Um die Wahrscheinlichkeit dahingehend weiß ich, aber würde es denoch veruschen.

Ich zweifel nur daran, weil mein Ergebnis nicht stimmt, nicht, weil ich grundsätzlich keine Freude daran habe.
Andererseits wüsste ich hingegen auch nicht, was ich sonst machen sollte. Wollte nie was anders machen.

Mich stört auch nicht die hohe Arbeitsbelastung. Aber ohne mich vorher aus diesem Loch voller Zweifel zu ziehen, werde ich das nicht ernsthaft in Angriff nehmen können.

Ich habe während des Studiums mal für zwei Monate bei einem Automobilhersteller in der Rechtsabteilung gearbeitet und empfand das, trotz der sehr langen Arbeitstage und der anfänglichen Hürde alles auf englisch zu erledigen, als sehr angenehm und eigentlich wollte ich mich fürs Ref dort auch mal umhören, dass war allerdings vor diesem schlechten Ergebnis im Examen. Ich bin damals in einem sehr guten Verhältnis gegangen und könnte mit diesem Examen dort neimanden unter dei Augen treten, das wäre mir zu peinlich, da ich meinen Eindruck von damals damit wohl zerstören würde.


I.
Erstmal: Glückwunsch, du hast trotz deiner Nebenjobs eine hohe intellektuelle Leistung erbracht, die 80 % der Menschen in Deutschland nicht schaffen würden.



Das gilt möglicherweise für Elektrotechnik, aber bei Jura dürfte es sich dabei um eine nicht vertretbare Mindermeinung handeln ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie geht es nun weiter?
BeitragVerfasst: Donnerstag 25. Januar 2018, 15:20 
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Beiträge: 255
Tatsächlich?
Und woher rührt diese Einschätzung?

2006 lag die Allgemeine Hochschulreife bei 29,9 %.
70 % erfüllten somit nicht die Voraussetzungen um Jura zu studieren. Möglicherweise kommen noch einige mit fachgebundenem Abitur dazu. Die Fachholschulreife genügt jedoch nicht.

Das ist der Jahrgang, aus denen sich heute junge Juristen zusammensetzen und die es überhaupt schaffen konnten.

Das heisst 65% waren schon vorher außen vor.
Von den 35% sind mindestens 15%(Im Sinne von 35- 15) völlig ungeeignet für das Jurastudium und irgendwie durch Zufall durch's Abitur gewackelt.

Also haben gerade mal 20 % überhaupt die annähernd Chancen.
Von denen schafft es vielleicht die Hälfte bis zum Volljuristen.

Meine Einschätzung ist wahrscheinlich also sogar noch untertrieben.

_________________
Rechtsanwalt, YouTube


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie geht es nun weiter?
BeitragVerfasst: Donnerstag 25. Januar 2018, 15:38 
Noch selten hier
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Dir ist aber schon bewusst, dass sich viele bewusst gegen das Abitur entscheiden?

Rückblickend kann ich sagen, dass dieser Weg auch nicht generell zu verteufeln ist. Habe einige Freund die mit mittlerer Reife und Ausbildung mittlerweile schon recht gut verdienen. Die verdienen aber schon 10 Jahre länger Geld als ich.

Meiner Meinung nach könnte das Abitur nahezu jeder schaffen, der mit etwas Fleiß dahinter ist.


Das Jurastudium ist häufig ein Verlegenheitsstudium, dennoch existieren ca. 150 000 zugelassene Anwälte.

Um das erste Examen in einem von drei! Versuchen zu bestehen muss man nun wahrlich auch kein Genie sein.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie geht es nun weiter?
BeitragVerfasst: Donnerstag 25. Januar 2018, 15:51 
Fleissige(r) Schreiber(in)
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Registriert: Montag 10. Juli 2017, 13:08
Beiträge: 255
Zwischen Genie (0,1%) und 20 % liegt noch ein erheblicher Unterschied.
Und das erste Examen direkt im ersten Versuch trotz zwei Nebenjobs zu meistern, ist eine sehr respektable und überdurchschnittliche Leistung.
Lauf mal durch die Innenstadt und sag mir, wer von den 19-Jährigen das Zeug zum Volljuristen hat. Da wirst du froh sein, wenn du nur eine Person aus fünf Personen findest, die intellektuell und einstellungstechnisch geeignet ist.

2/10 sind verrückt.
4/10 sind stinkfaul.
2/10 sind dumm.

Die restlichen 2/10 könnten es vielleicht schaffen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Wie geht es nun weiter?
BeitragVerfasst: Donnerstag 25. Januar 2018, 16:08 
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Registriert: Sonntag 10. Dezember 2006, 11:18
Beiträge: 2921
Herr Anwalt hat geschrieben:
Tatsächlich?
Und woher rührt diese Einschätzung?

2006 lag die Allgemeine Hochschulreife bei 29,9 %.
70 % erfüllten somit nicht die Voraussetzungen um Jura zu studieren. Möglicherweise kommen noch einige mit fachgebundenem Abitur dazu. Die Fachholschulreife genügt jedoch nicht.

Das ist der Jahrgang, aus denen sich heute junge Juristen zusammensetzen und die es überhaupt schaffen konnten.

Das heisst 65% waren schon vorher außen vor.
Von den 35% sind mindestens 15%(Im Sinne von 35- 15) völlig ungeeignet für das Jurastudium und irgendwie durch Zufall durch's Abitur gewackelt.

Also haben gerade mal 20 % überhaupt die annähernd Chancen.
Von denen schafft es vielleicht die Hälfte bis zum Volljuristen.

Meine Einschätzung ist wahrscheinlich also sogar noch untertrieben.


Deine Berechnungen sind das klassische Ergebnis einer Scheingenauigkeit - im Volksmund: Milchmädchenrechnung.

Nur weil die objektiven Voraussetzungen nicht vorliegen, kannst du nicht davon ausgehen, dass diejenigen, welche die Voraussetzungen objektiv nicht erfüllen, das Studium auch nicht schaffen würden. Das ist die Differenz zwischen Indikativ und Konjunktiv.

_________________
Eichhörnchen, Eichhörnchen wo sind deine Nüsse?


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie geht es nun weiter?
BeitragVerfasst: Donnerstag 25. Januar 2018, 16:20 
Noch selten hier
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Beiträge: 17
Die Leistung der TE will ich auch überhaupt nicht schmälern.

Ich selbst stehe derzeit selbst auf einem knappen befriedigend, meiner Meinung nach ist ein bestandenes Examen eine tolle Leistung, die aber so von wesentlich mehr als 20 Prozent der Bevölkerung erbracht werden könnte.

Ganz anders sieht die Sache natürlich bei einem Prädikatsexamen aus.

Die Innenstadt scheint mir auch kein geeigneter Ort für einen Querschnitt der Bevölkerung zu sein.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie geht es nun weiter?
BeitragVerfasst: Donnerstag 25. Januar 2018, 16:44 
Fleissige(r) Schreiber(in)
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Registriert: Montag 10. Juli 2017, 13:08
Beiträge: 255
Klar ist es eine Milchmädchenrechnung.
Ganz einfach, weil es eine solche Studie nicht geben kann.
Es ist eine Schätzung.
Diese Schätzung beruht aber auf tatsächlichen Gegebenheiten.
Unerheblich ist dafür, ob die tatsächlichen Gegegebenheiten an der Einstellung, dem IQ, oder dem Durchhaltevermögen scheitern.
Wenn XY Personen nicht einmal den Zugang in der Realität erlangen, und XY Personen effektiv scheitern, dann ergibt sich schätzungsweise ein Wert xy von Personen die es nicht schaffen würden.

Würde ich sagen: 99,9% der Menschen würden es nicht schaffen, wie Felix Baumgärtner aus der Stratospäre zu springen, könnte man auch sagen: "Ach mit dem entsprechenden Training und wenn sie es wollten.."
Ist aber nicht.

Oder anders: Vor mir liegen 100 Neugeborene.
Und ich sage: Nur 2 von denen werden Millionäre.
Dann sagt jemand anders: Kannst du gar nicht sagen, vielleicht werden es alle 100.
Mag sein, aber wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit?

Und genauso sage ich, dass es 80% nicht schaffen würden. Ist meine Schätzung. Ich sehe mir den Querschnitt an und gucke, wer wohl das Zeug dazu hätte und greife dafür ein wenig auf Abistatistiken und Erfolgsquoten zurück.
Was sagt ihr beiden denn? Wieviel % der Bevölkerung (Vom Wendler bis zu Thomas Fischer) schafft wohl das Examen im ersten Versuch mit zwei Nebenjobs im Rücken?

Ein Befriedigend im Examen ist mE übrigens eine Leistung die 90% der Bevölkerung nicht schaffen würde ;)
Ein Prädikatsjurist dürfte zu den 3% fähigsten Menschen in Deutschland gehören.
Das ist eine herausragende intellektuelle Leistung.

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 Betreff des Beitrags: Re: Wie geht es nun weiter?
BeitragVerfasst: Donnerstag 25. Januar 2018, 17:08 
Mega Power User
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Registriert: Montag 22. August 2005, 10:37
Beiträge: 3059
Das Problem ist, dass es auf unsere Betrachtungsweise nicht ankommt: Selbst wenn es so ist, dass das Bestehen des Examens eine gute intellektuelle Leistung darstellt, heißt das noch nicht, dass dies auch von einem zukünftigen Arbeitgeber so gesehen wird. Denn der vergleicht eben nur die Bewerber für seine Stelle anhand seiner Kriterien. Und der will für sein Geld wahrscheinlich den besten Bewerber bekommen.

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