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 Betreff des Beitrags: Meinungsstreits in Hausarbeit
BeitragVerfasst: Freitag 19. Oktober 2007, 12:49 
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Registriert: Montag 17. September 2007, 10:16
Beiträge: 8
Hallo,
ich habe mal eine Frage, weil ich mir nicht sicher bin, wie man einen Meinungsstreit in einer Hausarbeit richtig darstellt.

Schreibt man da zuerst die beiden Meinungen nur kurz im Sinne von "die Meinung ist dafür und eine andere dagegen" und wägt dann die Argumente gegeneinander ab? Oder kann man es auch so machen, dass man zuerst die Argumente und Gründe der einen Meinung schreibt und dann die der anderen und dann kurz in einem Satz schreibt für welche Meinung man sich entscheidet und warum? Schreibt man eigentlich die Meinungen im Konjunktiv oder im Indikativ?

Danke für eure Hilfe!

Gruß
Laurana


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BeitragVerfasst: Freitag 19. Oktober 2007, 13:15 
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Registriert: Mittwoch 15. August 2007, 08:04
Beiträge: 313
Wenn Du eine Meinung wiedergibst, solltest Du den Konjunktiv verwenden.
Hinsichtlich des Aufbaus kann man eigentlich beide Varianten nehmen, die Du erwähnt hast. Welche im konkreten Fall die geeignetere ist, kommt darauf an, ob der Streit mit Argument - Gegenargument - dazu Gegenargument etc. geführt wird, oder ob sich die Argumente beider Seiten eher zusammenhanglos gegenüber stehen. Ich würde auch darauf achten, dass es für den Leser übersichtlich bleibt.


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BeitragVerfasst: Freitag 19. Oktober 2007, 13:37 
Fossil
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Registriert: Freitag 2. April 2004, 17:13
Beiträge: 13079
Indikativ lässt sich m.E. verwenden, um deutlich zu machen, dass man dieser Meinung folgen wird und dass man sich mit diesen Argumenten identifiziert - die Fn belegen dann ja schon hinreichend, dass es leider schon andere gab, die diegleichen Ideen hatten ;) Sonst aber zwingend Konjunktiv, wenn man fremdes Gedankengut wiedergibt.

_________________
"Auch eine stehengebliebene Uhr kann noch zweimal am Tag die richtige Zeit anzeigen; es kommt nur darauf an, daß man im richtigen Augenblick hinschaut." (Alfred Polgar)


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 Betreff des Beitrags: Re: Meinungsstreits in Hausarbeit
BeitragVerfasst: Freitag 19. Oktober 2007, 13:40 
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Registriert: Dienstag 11. Mai 2004, 15:19
Beiträge: 1426
Wohnort: Schwaben
Laurana hat geschrieben:
Hallo,
ich habe mal eine Frage, weil ich mir nicht sicher bin, wie man einen Meinungsstreit in einer Hausarbeit richtig darstellt.

Als erstes die Norm und dort das Tatbestandsmerkmal herausarbeiten, um das es geht (wird oft vergessen, deshalb sage ich es; es gibt nichts schlimmeres, als ansatzlos in einen Meinungsstreit zu springen).

Dann die Meinungen darstellen, indem erklärt wird, wie diese Ansicht dieses Tatbestandsmerkmal auslegt. Dabei kann es zum Verständnis schon einmal hilfreich sein, das zentrale Argument der jeweiligen Ansicht anzuführen - aber an dieser Stelle bloß nicht mehr. Das muß dann im Konjunktiv geschehen, da keine eigene Stellungnahme erfolgt.

In jedem Fall dann aber für jede Ansicht Subsumtion unter das dementsprechend ausgelegte Tatbestandsmerkmal.

Jetzt die Relevanzprüfung: Man muß sagen, ob nach den so gefundenen Ergebnissen diese Ansichten für den zu prüfenden Fall(!!) zu unterschiedlichen Ergebnissen führen. Das ist wichtig, weil sonst überflüssiger Weise Streitentscheidungen vorkommen.

Wenn nein, ist man mit dem Streit schon durch.

Wenn doch, muß man die Argumente der verschiedenen Ansichten einander gegenüberstellen und sie bewerten. Beim Modus muß man etwas aufpassen: Wenn man nur Argumente wiedergibt (meist sind das die der Ansicht(en), die nachher abgelehnt wird/werden), Konjunktiv. Macht man sich dagegen Argumente zueigen (die der Ansicht, der man folgt), dann gehört der Indikativ hin, da diese Argumente zu einer (nämlich: Deiner) Stellungnahme führen.

Bei diesem Teil ist es für die Bewertung der Arbeit wichtig, dem Prüfer klar zu machen, daß man den Streit nicht nur reproduziert, sondern auch wirklich verstanden hat. Deshalb darauf achten, daß nicht nur Textbausteine aus Urteilen und Aufsätzen aneinandergereiht werden, sondern daß ein gedanklicher "roter Faden" aus den Ausführungen erkennbar ist.

Zur Erleichterung: Wenn man mehrere Ansichten hat, von denen nur eine zu einem abweichenden Ergebnis führt, braucht man nur die ablehnen.


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BeitragVerfasst: Freitag 19. Oktober 2007, 22:28 
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Beiträge: 86
Da alles, was sachlich wichtig ist, schon oben gesagt wurde, kann ich leider nur noch eins dazu sagen: Benutze NIEMALS in deiner Hausarbeit das Wort "Meinungsstreits" im Nominativ Plural. Und ich denke so war es tatsächlich gemeint, wenn nicht mittlerweile Überschriften im Genitiv formuliert werden.
Streit -> Plural "Streite".
Tut mir echt leid, ich weiß, es ist tierisch unhöflich, aber "Meinungsstreits" klingt so furchtbar, dass ich nicht mehr anders konnte. Sorry 8-[ !
http://de.wiktionary.org/wiki/Streit

edit:
Ich hab doch noch was zur Sache. Und zwar den Aufbau den ich wählen würde.
Bei unterschiedlichen Ergebnissen:
- Meinung 1
- Argument pro M1
- Subsumtion


-Meinung 2 (vorzugsweise die, der du folgst)
-Argument pro M2
-Subsumtion


Stellungnahme (ausschlaggebendes Argument pro M2 und gegen M1)

Bei gleichem Ergebnis:
-M1
-(uU Argument)
-M2
-(uU Argument, muss aber eigentlich nicht sein)

- jetzt erst Subsumtion: Nach beiden Ansichten (hat A sich strafbar gemacht, hat B einen Anspruch gg C oder ist für D der Verwaltungsrechtsweg eröffnet... was auch immer halt.) Somit braucht der Streit nicht den entschieden werden.

Bei völlig irrelevantem Streit:
"Jedenfalls besteht ein Anspruch nach M1 (engere Meinung) (aA Medicus -FN-).

Nur Beispiele, Formulierungen sind austauschbar.


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BeitragVerfasst: Montag 22. Oktober 2007, 08:20 
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Beiträge: 524
Wohnort: Fürth
Das würde ich anders machen: Am besten die jeweilige Theorie nennen , dann sofort im Anschluss unter die jeweilige Theorie subsumieren und nur im Bedarfsfall Argumente für und gegen die Theorien - soweit nötig - aufführen.
Dann läuft man auch nie Gefahr, lang und breit über die jeweiligen Theorien zu sinnieren, wenn ohnehin das gleiche Ergebnis rauskommt.

Gruß,
Chefrocker


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BeitragVerfasst: Montag 22. Oktober 2007, 21:31 
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Beiträge: 14709
martin2 hat geschrieben:
Benutze NIEMALS in deiner Hausarbeit das Wort "Meinungsstreits" im Nominativ Plural.

Und wer drauf rumreitet, muß sich selber Kritik gefallen lassen: Du wolltest sicher sagen, daß man dieses Wort in einem Text nicht als*die Pluralform des Nominativ benutzen sollte.

* Denn Deine Aussage läßt die Deutungsmöglichkeit zu, daß es die Form wirklich so gibt und es sich nur nicht ziemt, sie zu verwenden.

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Hier gibt's nichts zu lachen, erst recht nichts zu feiern.


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BeitragVerfasst: Mittwoch 24. Oktober 2007, 13:11 
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Einwendungsduschgriff hat geschrieben:
martin2 hat geschrieben:
Benutze NIEMALS in deiner Hausarbeit das Wort "Meinungsstreits" im Nominativ Plural.

Und wer drauf rumreitet, muß sich selber Kritik gefallen lassen: Du wolltest sicher sagen, daß man dieses Wort in einem Text nicht als*die Pluralform des Nominativ benutzen sollte.

* Denn Deine Aussage läßt die Deutungsmöglichkeit zu, daß es die Form wirklich so gibt und es sich nur nicht ziemt, sie zu verwenden.


Sachliche Kritik lasse ich mir selbstverständlich immer gefallen. Allerdings halte ich die von dir erwähnte Deutungsmöglichkeit nun wirklich für mehr als fernliegend. Im Übrigen meintest du wohl sicher "die Pluralform des Nominatives".

P.S.: Auch wenn ich könnte, ich habe nicht vor, dieses Spiel bis ins Unendliche weiterzutreiben . =P~


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BeitragVerfasst: Mittwoch 24. Oktober 2007, 20:10 
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Die Kritik war durchaus sachlich, ich habe Deinen Satz nun wirklich erst nach mehrmaligem Lesen verstehen dürfen.

Zum anderen - ich hab heute abend ehrlich gesagt keine Lust mehr, ein Wörterbuch in meinen Umzugskartons zu suchen: Ich habe bewußt noch nie etwas anderes als 'des Nominativ' gelesen. Aber ich lasse mich da wirklich gerne substantiiert belehren. ;)

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BeitragVerfasst: Mittwoch 24. Oktober 2007, 21:50 
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Beiträge: 3004
chefrocker hat geschrieben:
Das würde ich anders machen: Am besten die jeweilige Theorie nennen , dann sofort im Anschluss unter die jeweilige Theorie subsumieren und nur im Bedarfsfall Argumente für und gegen die Theorien - soweit nötig - aufführen.
Dann läuft man auch nie Gefahr, lang und breit über die jeweiligen Theorien zu sinnieren, wenn ohnehin das gleiche Ergebnis rauskommt.

Gruß,
Chefrocker


Und allein so ist es auch richtig.

Und off topic: Im Seminar saß bei uns immer eine Studentin, die auf ihrem Karteikartenkasten mit einem Edding dick das Wort "Streits" draufgepinselt hatte. Fremdschämen at its best war angesagt :-w

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Eichhörnchen, Eichhörnchen wo sind deine Nüsse?


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BeitragVerfasst: Donnerstag 25. Oktober 2007, 23:08 
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Stimmt schon, dass das die saubere Art ist, einen Streit darzustellen.
Meine letzte Variante mit dem Argument trotz gleichem Ergebnis würde ich auch nur in der Klausur anwenden, um ein bißchen "Wissensprostitution" zu betreiben. Normalerweise ist es halt schon für das Ergebnis überflüssig, aber ich denk mir dann, wenn ich es schon weiß, vielleicht beeindruckt es irgendwen. In der Hausarbeit würde ich das nicht machen, sondern wirklich sauber den Streit darstellen.


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BeitragVerfasst: Freitag 26. Oktober 2007, 10:39 
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Also mich beeindruckt diese Art von "Wissensprostitution" (schönes Wort :D ) nicht im geringsten und zwar weder in Klausuren noch in Hausarbeiten.
Wissensanbringung im Sinne von "Hallo, ich weiß was" wird von mir nur honoriert, wenn es wirklich nötig und an der entsprechenden Stelle sinnvoll ist.
Ich freu mich lieber, wenn ich bei der Korrektur sehe, dass jemand weiß, wo die Schwerpunkte zu setzen sind und sich mit diesen dann argumentativ in der gebotenen Tiefe auseinandersetzt und gerade nicht versucht, sein bzw. ihr Wissen an Stellen anzubringen, die für die Lösung des Falles keine Bedeutung haben.
Mit dieser Meinung stehe ich auch nicht alleine da ;)

Gruß,
Chefrocker


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BeitragVerfasst: Freitag 26. Oktober 2007, 10:52 
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Schon klar :-)
Aber ein kleiner Halbsatz, warum diese Meinung das so sieht wird wohl sicherlich nicht - auch nicht von dir (oder?) - negativ bewertet.
Außerdem wirds in meinen Alpmann-Lösungen auch so gemacht (gut, vll auch zu Lehrzwecken...). So, ich geh denn mal Klausur schreiben und versuch es mal richtig zu machen :-)

edit: Alpmann macht es übrigens - insbesondere bei streitentscheindenden Meinungen - bei uns tatsächlich so, dass zuerst direkt nach der Meinung ein Argument dargestellt wird, um den Hintergrund der Meinung zu präsentieren, um dann danach noch zu einer ausführlichen Stellungnahme zu kommen.

Fand ich auch merkwürdig, andererseits macht es uU Sinn, nicht einfach nur eine Lösungsmöglichkeit zu nennen, sondern auch zu zeigen, dass diese Lösungsmöglichkeit nicht aus dem "luftleeren Raum" kommt, sondern auch einen Hintergrund hat.


Zuletzt geändert von martin2 am Freitag 26. Oktober 2007, 11:01, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Freitag 26. Oktober 2007, 10:55 
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Negativ sehe ich das nicht, zumindest dann nicht, wenn es sich in Grenzen hält.
Pluspunkte gibt´s dafür aber auch nicht :D
Viel Glück für Deine Klausur ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: Meinungsstreits in Hausarbeit
BeitragVerfasst: Montag 12. März 2018, 09:23 
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Beiträge: 1
Kurze Frage:

Ist es i.O. eine Hausarbeit mit einem Meinungsstreit zu beginnen (erscheint mir in meinem Fall vom Aufbau, Argumentation logischer) oder ist das ein grober Formfehler?


Vielen Dank


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