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 Betreff des Beitrags: Enscheidungsfindung, Krise
BeitragVerfasst: Dienstag 7. Juni 2016, 09:08 
Noch selten hier
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Registriert: Montag 10. Dezember 2012, 13:40
Beiträge: 37
Hallo Leute,

man kennnt mich ja jetzt schon aus dem Remonstrationsthread. Noch mal ein herzliches Hallo an die anderen User!
Da mir die Art und Weise, wie auf meine Frage eingegangen worden ist, gefallen hat, wollte ich das Forum mal nutzen,
um mir etwas von der Seele zu reden. Vllt kann mich jemand ja ermutigen, da man wahrscheinlich im Subtext mitlesen wird,
was ich eigentlich möchte.

Zu mir:
Ich bin Vollzeit Kriminalbeamter und 26 Jahre alt.
Habe im SoSe 2014 mit dem Studium angefangen, aus Interesse an der Materie und Unzufriedenheit im Beruf.
Ich schließe dieses Semester nun das Grundstudium ab und stehe vor der Entscheidung, jetzt entweder in die
Examensvorbereitung zu gehen oder das Studium zu beenden. Muss dieses Semester nur noch 2 Grundlagenscheine ablegen,
sodass ich recht optimistisch sein darf, dieses Semester fertig zu werden. War nur zu den Klausuren in der Uni und habe sonst allein im Kämmerlein gelernt.

Zu meinen bisherigen Studienleistungen (ich möchte damit eine Beratungsgrundlage schaffen)
kann ich folgendes sagen: 15, 14, 12, 12, 10, 9, 9, 8, 7, 7, 5 (darunter sind 3 Hausarbeiten sowie Klausuren aus den Pflichtfachfächern, bisher kein
Grundlagenfach). Die 5 Punkte kann man m.E. nach tatsächlich auch als Ausrutscher werten, da ich diese Klausur eine Woche nach einer Chemotherapie geschrieben habe
und mich aufgrund dieser nur bedingt vorbereiten konnte. Gesundheitstechnisch ist gegenwärtig alles super bei mir.

Ich würde im WiSe 2018 Examen im Freischuss schreiben wollen (aufgrund meiner Krankheit wird mir ein Freisemester angerechnet). Würde mich ab Oktober diesen Jahres
aus dem Dienst entlassen, mich ein Jahr selbst vorbereiten und ein Jahr ins Rep gehen. Finanziell wäre diese Zeit aufgrund von Ersparnissen und gutem Nebenjob bei moderatem
Zeitaufwand gesichert. Meine Familie würde mich auch unterstüzen. Eine Teilzeitstelle oder eine Beurlaubung sind nicht möglich. Diesbezüglich habe ich schon alles
versucht.

Im Falle des Scheiterns könnte ich evtl. zurück zur Polizei, was aber nicht mit Gewissheit gesagt werden kann.


Warum ich das alles mache? Ich möchte mich beruflich weiter aufstellen. Auch möchte ich es mir beweisen. Weiter habe ich Angst, dass wenn ich es jetzt nicht
durchziehe, ich mir auf ewig "was wäre wenn" denke.

Vielleicht kann/will der ein oder andere sich ja dazu äußern..


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 Betreff des Beitrags: Re: Enscheidungsfindung, Krise
BeitragVerfasst: Dienstag 7. Juni 2016, 10:16 
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Registriert: Freitag 24. Januar 2014, 22:54
Beiträge: 2820
Ist es nach den Erfahrungen des Grundstudiums (die ja zu gewissen Hoffnungen berechtigen) wirklich eine Option, die nächsten 35 Jahre mit (letztlich) begrenzten Aufstiegsmöglichkeiten im Polizeidienst zu verbringen?


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 Betreff des Beitrags: Re: Enscheidungsfindung, Krise
BeitragVerfasst: Dienstag 7. Juni 2016, 10:48 
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Registriert: Donnerstag 11. Juni 2009, 17:48
Beiträge: 4778
Da fehlt in deiner Planung aber doch der Schwerpunkt? Oder zählt das zu deiner "ein Jahr sich selbst vorbereiten"?

Ich seh aber ansonsten keinen Grund warum man das Studium abbrechen sollte? Du hast jetzt schon viel Zeit investiert und die Ergebnisse sind ja ganz ordentlich. Finanziell scheint es ja auch gesichert zu sein.

_________________
Die von der Klägerin vertretene Auffassung, die Beeinträchtigung des Wohngebrauchs sei durch das Zumauern der Fenster nur unwesentlich beeinträchtigt, ist so unverständlich, dass es nicht weiter kommentiert werden soll. - AG Tiergarten 606 C 598/11


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 Betreff des Beitrags: Re: Enscheidungsfindung, Krise
BeitragVerfasst: Dienstag 7. Juni 2016, 12:41 
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@ OJ1988

Es gäbe zwar die Möglichkeit des Aufstiegs in den höheren Dienst, doch ist dies wohl statistisch gesehen sogar unwahrscheinlicher als ein Prädikatsexamen (1,5% aller Polizisten sind hD). Ich glaube grundsätzlich auch, dass Jura mir mehr Türen öffnen kann, auch zu interessanteren Tätigkeitsfeldern.

@Ara
Der Schwerpunkt wurde von mir in der Tat nicht erwähnt. Liegt daran, dass man ihn bei uns nach dem Examen machen kann. Würde in der eigenen Vorbereitungszeit die Klausurenkurse für Fortgeschrittene machen, die Voraussetzung für das Schwerpunktstudium sind. Der Schwerpunkt besteht dann aus Ca. 2 Klausuren und einer Seminararbeit, was in einem Semester zu schaffen sei.

Muss durch mein Erststudium auch keine Praktika mehr machen und könnte das Ref um 6 Monate verkürzen.

Meint ihr, dass mein bisheriger Werdegang in einem späteren Lebenslauf von Vorteil sein kann?
Im öD wahrscheinlich egal, da die formellen Anforderungen ja recht eindeutig sind


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 Betreff des Beitrags: Re: Enscheidungsfindung, Krise
BeitragVerfasst: Dienstag 7. Juni 2016, 13:00 
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Registriert: Donnerstag 11. Juni 2009, 17:48
Beiträge: 4778
dlutsche hat geschrieben:
. Der Schwerpunkt besteht dann aus Ca. 2 Klausuren und einer Seminararbeit, was in einem Semester zu schaffen sei.


Hier gebe ich jedoch zu bedenken, dass der Schwerpunkt (je nach Themenbereich mehr oder weniger) sehr spezifisch sein kann. Hier endet dann meist die Möglichkeit "zu Hause aus Büchern zu lernen" oder die Zeit selbstbestimmt einzuteilen.

Zumindest bei mir im Schwerpunkt haben die Professoren gerne eigene Forschungen und Lieblingsthemen eingebracht, die man in dieser Tiefe sich kaum vernünftig selbst beibringen kann. Da war Vorlesungsbesuch tatsächlich einmal Pflicht.

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Die von der Klägerin vertretene Auffassung, die Beeinträchtigung des Wohngebrauchs sei durch das Zumauern der Fenster nur unwesentlich beeinträchtigt, ist so unverständlich, dass es nicht weiter kommentiert werden soll. - AG Tiergarten 606 C 598/11


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 Betreff des Beitrags: Re: Enscheidungsfindung, Krise
BeitragVerfasst: Dienstag 7. Juni 2016, 13:34 
Noch selten hier
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Registriert: Montag 10. Dezember 2012, 13:40
Beiträge: 37
Ja, damit habe ich ja gar kein Problem! Es war mir aufgrund der Berufstätigkeit bisher einfach nicht möglich, Vorlesungen regelmäßig zu besuchen ...

Es geht in diesem Thread im Kern darum, ob ich mein "Standing" aufs Spiel setzen kann, um das Studium zu beenden zu versuchen. Ich bin lernwillig und motiviert, aber kenne das Jurastudium nur von Erzählungen. Ich weiß nicht, ob das Examen wirklich so eine Lotterie ist etc. Ich suche quasi nach Legitimation, den Dienst bei der Polizei zu quittieren, ohne mir Vorwürfe zu machen, den sicheren Hafen zu verlassen


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 Betreff des Beitrags: Re: Enscheidungsfindung, Krise
BeitragVerfasst: Dienstag 7. Juni 2016, 14:15 
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Beiträge: 2820
Nein, das Examen ist keine Lotterie.


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 Betreff des Beitrags: Re: Enscheidungsfindung, Krise
BeitragVerfasst: Dienstag 7. Juni 2016, 14:24 
Fleissige(r) Schreiber(in)
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Registriert: Dienstag 29. Januar 2008, 22:53
Beiträge: 313
Hallo,

Im Hinblick auf die Wertigkeit der eigenen Leistungen kann ich Dir sagen, dass ich das gros der Leute sich wohl mit der Hälfte Deiner Punkte zum Examen durchschlagen dürfte, also kein Grund sich schlechter zu machen als man ist ;) .

Im Hinblick auf das Staatsexamen: Meiner persönlichen Erfahrung entspricht es, dass fleißige Leute - und dazu scheinst Du zu gehören - die Examina im Regelfall bestehen werden. Etwas anderes ist die Frage, ob der Fleiß sich in der Endnote spiegelt, aber das Bestehen wird drin sein. Die beruflichen Perspektiven werden an der Uni traditionell schwarz gemalt, sodass einem der Eindruck vermittelt wurd, ohne 9 Punkte sei man nichts wert. das stimmt jedoch nicht und wird auch nicht im Arbeitsmarkt so transportiert.

Die Frage, die Du dir beantworten musst lautet, warum Du deinen jetzigen Arbeitsplatz gewählt hast. Wenn Du ein extremes Sicherheitsbedürfnis hast, dann bleib Beamter auf Lebenszeit und nimmt die Benefits hieraus mit (und ich meine das nicht negativ, denn ich bin auch verbeamtet). Wenn Du jedoch merkst, dass Du in Deinem jetzigen Job bereits mit 26 innerlich kündigst, dann sollte die Entscheidung leichter fallen. Garantien gibt es natürlich nie und Du hast auch nicht mehr ganz das Privileg der Jugend, die nach dem Abi anfängt zu studieren und so gesehen nichts zu verlieren hat, ich habe jedoch vom Leben gelernt, dass es extrem wichtig für das persönliche Wohlbefinden ist, den Job auch gerne zu machen den man hat und anders als viele Leute, die nicht zum Status des "mögens" kommen, weil "starre" Hindernisse dazwischen liegen, hängt es bei dir letztlich nur von ein wenig Mut ab...

Alles Liebe

lucyyy

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Mitleid bekommt man geschenkt, Neid muss man sich verdienen. ;-)


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 Betreff des Beitrags: Re: Enscheidungsfindung, Krise
BeitragVerfasst: Dienstag 7. Juni 2016, 17:02 
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Beiträge: 2365
Wohnort: Südwestdeutschland
dlutsche hat geschrieben:
Es gäbe zwar die Möglichkeit des Aufstiegs in den höheren Dienst, doch ist dies wohl statistisch gesehen sogar unwahrscheinlicher als ein Prädikatsexamen (1,5% aller Polizisten sind hD).


Und nicht unbedingt als Aufsteiger, ist mein Eindruck, zumal bis dahin ja sicherlich noch einige Zeit ins Land gehen würde.

dlutsche hat geschrieben:
Ich glaube grundsätzlich auch, dass Jura mir mehr Türen öffnen kann, auch zu interessanteren Tätigkeitsfeldern.


Auch das ist natürlich eine nicht unwichtige Frage: hast Du eine Vorstellung, was Du später mit einem abgeschlossenen Jurastudium machen willst?

dlutsche hat geschrieben:
Meint ihr, dass mein bisheriger Werdegang in einem späteren Lebenslauf von Vorteil sein kann?
Im öD wahrscheinlich egal, da die formellen Anforderungen ja recht eindeutig sind


Das hängt m.E. sehr von der späteren Tätigkeit ab. Bei einer Tätigkeit im Strafrecht schaden Ausbildung und praktische Erfahrungen sicherlich keineswegs, ganz gleich, ob als Richter oder Staatsanwalt oder als Strafverteidiger. Auch der Bereich der Compliance ist ja recht sachnah. Bei einer rein rechtsgestaltenden Tätigkeit wird man damit hingegen nicht so viel anfangen können; überall dort, wo streitig verhandelt wird, können wiederum Vernehmungserfahrung und Menschenkenntnis nicht schaden. Das betrifft vor allem die Verwertung Deiner bisher tatsächlich erworbenen Qualifikationen.

Soweit die "Papierlage" betroffen ist, wird Dir Dein Werdegang vermutlich unmittelbar nur in wenigen Bereich helfen; ich könnte mir aber durchaus vorstellen, dass das auch im öD - unter der Voraussetzung, dass die Notenhörde genommen wird - ein Faktor sein kann. Warum auch nicht? Erfahrung in der öffentlichen Verwaltung wie auch Lebenserfahrung sind durchaus wünschenswert.

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Deutsches Bundesrecht? https://www.buzer.de/ - tagesaktuell, samt Änderungsgesetzen und Synopsen
Gesetze mit Rechtsprechungsnachweisen und Querverweisen? https://dejure.org/ - pers. Merkliste u. Suchverlauf


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 Betreff des Beitrags: Re: Enscheidungsfindung, Krise
BeitragVerfasst: Dienstag 7. Juni 2016, 17:47 
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Beiträge: 2820
Vor allem Lebenserfahrung. "Nur-Juristen" sind mitunter - schließe mich da selbst ein - lebensfremd.


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 Betreff des Beitrags: Re: Enscheidungsfindung, Krise
BeitragVerfasst: Dienstag 7. Juni 2016, 18:00 
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Registriert: Donnerstag 10. Januar 2013, 00:09
Beiträge: 8556
thh hat geschrieben:
... ich könnte mir aber durchaus vorstellen, dass das auch im öD - unter der Voraussetzung, dass die Notenhörde genommen wird - ein Faktor sein kann. Warum auch nicht? Erfahrung in der öffentlichen Verwaltung wie auch Lebenserfahrung sind durchaus wünschenswert.
a.A. bspw die hiesige Verwaltung, die auch langjährige Tätigkeit im mittleren Dienst völlig unberücksichtigt lässt, wenn es um eine Einstellung als Regierungsrat in den höheren Dienst geht und das 2. Examen eher mau a.k.a. ausreichend war.

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 Betreff des Beitrags: Re: AW: Enscheidungsfindung, Krise
BeitragVerfasst: Dienstag 7. Juni 2016, 20:26 
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Tibor hat geschrieben:
thh hat geschrieben:
... ich könnte mir aber durchaus vorstellen, dass das auch im öD - unter der Voraussetzung, dass die Notenhörde genommen wird - ein Faktor sein kann. Warum auch nicht? Erfahrung in der öffentlichen Verwaltung wie auch Lebenserfahrung sind durchaus wünschenswert.
a.A. bspw die hiesige Verwaltung, die auch langjährige Tätigkeit im mittleren Dienst völlig unberücksichtigt lässt, wenn es um eine Einstellung als Regierungsrat in den höheren Dienst geht und das 2. Examen eher mau a.k.a. ausreichend war.


Ja, wie gesagt, die Notenhürde (sic! "Hörde" war ein Fipptehler) muss erst einmal genommen werden ...

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 Betreff des Beitrags: Re: Enscheidungsfindung, Krise
BeitragVerfasst: Dienstag 7. Juni 2016, 21:13 
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 Betreff des Beitrags: Re: Enscheidungsfindung, Krise
BeitragVerfasst: Dienstag 7. Juni 2016, 21:29 
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Registriert: Sonntag 10. Dezember 2006, 12:18
Beiträge: 2739
Wenn es dein Traum ist, Jura zu studieren und als Jurist zu arbeiten, solltest du unbedingt weitermachen. Mit 26 bist du keinesfalls "zu alt" und die Lebenserfahrung sowie die Disziplin aus dem bisherigen Studium wird dir sicher weiterhelfen. Ich glaube, dass man spaeter eher bereut, etwas nicht versucht zu haben, als etwas versucht zu haben.

Zwei Dinge moechte ich dir dennoch raten:
- Ueberlege dir, was du nach einem Studium gerne machen moechtest. Deine Noten sind ordentlich, aber man muss fuer mehrere Szenarien planen. D.h. wenn du kein Praedikatsexamen schaffst und der Staatsdienst deshalb fuer dich ausscheidet: Koenntest du dir vorstellen als selbstaendiger Rechtsanwalt oder in einem Unternehmen (z.B. im Bereich Compliance) taetig zu sein. Du solltest nicht den Fehler von vielen Jurastudenten machen, die vor sich hinstudieren und dann feststellen, dass einem mit einer durchschnittlichen Examensnote eben nicht alle Tueren offen stehen.

- Was deine Krankheit betrifft: Ich kann es persoenlich nicht einschaetzen, ob dir der sichere Beamtenjob mit der PKF besonders wichtig ist. Du musst jedenfalls damit rechnen, dass du z.B. als (selbstaendiger) Rechtsanwalt wirtschaftlichen Risiken ausgesetzt bist, z.B. bei einem krankheitsbedingten Rueckfall (was natuerlich hoffentlich nicht Eintritt).

_________________
Eichhörnchen, Eichhörnchen wo sind deine Nüsse?


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 Betreff des Beitrags: Re: Enscheidungsfindung, Krise
BeitragVerfasst: Mittwoch 8. Juni 2016, 11:28 
Noch selten hier
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Registriert: Montag 10. Dezember 2012, 13:40
Beiträge: 37
@ lucyyy

Danke! Ich will die Leistungen nicht kleiner machen. Ich weiß um die Klausurschnitte und um die Eigenheit der juristischen
Notengebung. Ich habe natürlich auch viel Arbeit reingesteckt, aber dennoch sind es nun mal lediglich Grundstudiumklausuren
und mit diesen Ergebnissen daher noch nichts gewonnen.

Das bloße Bestehen bereitet mir eigentlich keine Sorgen. Das soll jetzt nicht vermessen klingen, ich weiß um sehr wohl um die Schwierigkeit.
Ich versuche mir nur immer vor Augen zu halten, dass es so viele bereits vor mir geschafft haben und daher nichts dagegen spricht, dass ich es nicht auch schaffe! Das nimmt mir die
Ängste und trichtert mir Rationalität ein.

Wieso ich Polizist geworden bin? Nun, ich muss sagen, dass ich hier eher reingerutscht bin. Ich war nie der Überzeugungstäter, sondern wusste mit meinen
naiven 19 Jahren nicht wohin mit mir. Das Interesse fürs Recht kam dann aber erst bei der Polizei im Rahmen von Staats-, Straf- und Polizeirecht.
Es war schon im Polizeistudium das, was mir am meisten zugesagt hat. Gleichwohl muss ich sagen, dass ich das kollegiale Arbeitsklima sehr schätze. Es wird
oft und viel gelacht und keiner reißt sich ein Bein raus. Aber da ich bisher noch nie irgendwo anders gearbeitet habe, kann ich auch keinen Vergleich ziehen.
Ich bin nicht gänzlich unzufrieden, würde mich aber gerne weiterentwickeln. Ich will "mehr".


@ thh

In meinem Bundesland ist es tatsächlich eher so, dass mehr Aufsteiger als Direkteinsteiger in den hD kommen. Aber dennoch ist die Wahrscheinlichkeit nicht
allzu hoch. Sie ist zwar so hoch wie noch nie zuvor (demografischer Wandel), aber dennoch ziemlich niedrig.

Ja, ich würde sehr gerne in die Justiz gehen. Das ist mein Wunsch/Ziel, auch wenn ich um die Unplanbarkeit weiß. Ich weiß auch ziemlich
konkret, wie so der Arbeitsalltag von den werten Herrschaften aussieht, da ich desöfteren auch dienstlich mit ihnen in Kontakt trete. Grundsätzlich
würde ich also den öD schon vorziehen (Ministerien, Behörden, Bundeswehr), schließe eine Tätigkeit als RA oder Unternehmensjurist aber nicht gänzlich aus.

In den erst genannten Wünschen könnte ich halt eher meine bisherigen Berufserfahrungen einbringen. Im OLG Hamm ist die Mindestvoraussetzung gegenwärtig 7,76Punkte
im 2. Examen, um zum Auswahlgespräch eingladen zu werden.


@ trente Steele 82

Diese Stimmen höre ich leider auch...Begleitet von einem "Du hast doch nicht alle Latten am Zaun".

@ Kasimir

Danke! Ich bin ja auch nicht bei Studienbeginn 26, habe ja wie gesagt schon 2 Jahre nebenher studiert. Ich weiß, dass vieles an der Note hängt. Man muss Ziele haben,
aber ich werde nicht kapitulieren, wenn sich diese wegen der Note nicht realisieren werden lassen. Dann werde ich mich halt anderweitig orientieren MÜSSEN.
Wegen meiner Krankheit ist zu sagen, dass es eine Krebserkrankung war, die in diesem Stadium eine Heilungswahrscheinlichkeit von weit über 90% aufweist.
Bin zwar aktuell in der Heilungsbewährung. Nach dieser Zeit (glaube 3 Jahre) ist die Wahrscheinlichkeit, erneut zu erkranken, nicht mehr erhöht!


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