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BeitragVerfasst: Dienstag 20. September 2016, 15:41 
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Registriert: Dienstag 20. September 2016, 15:31
Beiträge: 3
Hallo,


Ich habe dieses Jahr mein Abitur erfolgreich bestanden und möchte nächstes Jahr Jura studieren.
Da ich jedoch im Grenzgebiet zur Schweiz wohne, bietet es sich eigentlich an, an einer Schweizer Universität zu studieren, um dort nach dem Studium als Jurist arbeiten zu können.

Der Vorteil wäre hierbei ganz klar die besseren Lohnverhältnisse.
Um mich nicht zu stark an die Schweiz binden zu müssen, würde ich zudem in Betracht ziehen, mich auf internationales Recht zu spezialisieren und dies nach Möglichkeit bilingual auf Deutsch und Englisch zu studieren.

Trotzdem würde ich gerne wissen, ob jemand von euch als Deutscher in der Schweiz Jura studiert hat (und am besten dort auch arbeitet) und was die Erfahrungen hierbei waren.


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BeitragVerfasst: Mittwoch 21. September 2016, 05:19 
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Hallo Vollgold

Wenn Du eh in die Schweiz ziehen willst, wäre es sicher besser, auch in der Schweiz zu studieren, um dort überhaupt eine Anstellung beim Staat und in einer Anwaltskanzlei zu bekommen. Da würde ich an Deiner Stelle schon im Studium in die Schweiz ziehen, auch wegen der Anpassung an die Sprachverhältnisse etc. Die kantonalen Unterschiede machen übrigens zusätzlich Probleme, wäre also gut, gleich in den Kanton zu ziehen, wo Du später leben und arbeiten willst.

LG Candor

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LG Candor


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BeitragVerfasst: Sonntag 25. September 2016, 06:35 
Mega Power User
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Registriert: Sonntag 28. August 2016, 17:43
Beiträge: 2262
Wohnort: Schweiz
Noch ein Nachtrag:

Ich würde Dir die Uni Bern empfehlen. Der Standort Bern ist günstig und der Dialekt ist schweizweit angenehm zu hören. Deutsche, die in Bern studieren, haben kaum soziale Probleme in der Schweiz, wie ich feststellte. Basel wäre näher an der Grenze, aber der Basler Dialekt eckt in anderen Kantonen eher an (hat andere sprachliche Wurzeln). So beklagte sich auch schon ein Basler Anwalt darüber, wie wenig er sich akklimatisieren konnte in anderen Kantonen.

Zürich wäre auch gut, allerdings sollen die Prüfungsverhältnisse dort härter sein.

Warum ich das mit dem Dialekt erwähne? Den musst Du lernen, sonst kannst Du in der Schweiz nicht Fuß fassen, höchstens beim Staat. Da kenne ich Deutsche ohne Dialekt. Aber wenn Du in einem Anwaltsbüro arbeiten willst, musst Du den Dialekt lernen, und zwar so gut, dass Du wie ein Schweizer durchkommst. Sonst wirst Du immer wieder Nachteile erleben, sofern Du nicht ein reicher Bonze an der Spitze eines internationalen Unternehmens bist. Oder Du spezialisierst Dich auf etwas, was auch in der Schweiz wenig abgedeckt ist und wo Bedarf besteht. Das wäre sowieso von Vorteil.

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LG Candor


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BeitragVerfasst: Dienstag 27. September 2016, 09:46 
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Beiträge: 3
Hallo,



In die Schweiz zu ziehen kommt für mich während des Studiums aus finanzieller Sicht nicht in Frage (Selbst ein normales Zimmer im Studentenwohnheim kostet gerne mal an die 900 Franken Miete im Monat).
Der Trick für das spätere Arbeitsleben wäre zudem weiterhin in Deutschland zu wohnen, um die Schweizer Lohnverhältnisse auszunutzen und gleichzeitig nach Deutschen Lebenshaltungskosten zu leben.

Richtig ist aber, dass ich das Schweizer Rechtssystem an einer Schweizer Universität studieren müsste. Da ich jedoch in Grenznähe wohne, wäre das Pendeln zur Uni kein großes Problem.
In Frage kommen würden dann aber wohl nur Basel und Zürich.


Nun, du sprichst zwei wichtige Punkte für mich schon mal an: Die sozialen Verhältnisse Deutscher Studenten in der Schweiz und die Akzeptanz als Deutscher im späteren Arbeitsleben.

Hast du vielleicht irgendwelche konkreten Erfahrungsberichte von Deutschen Studenten, die die sozialen Verhältnisse von Deutschen zu ihren Schweizer Mitstudenten konkretisieren?

Beim Dialekt muss ich dir jedoch teilweise widersprechen. Ich weiß nicht wie tiefer in der Schweiz damit umgegangen wird aber in den grenznahen Kantonen gehören Deutsche meiner eigenen Erfahrung nach schon zum Arbeitsalltag. Mein Vater arbeitet zum Beispiel in einer recht hohen Position in der Schweiz und spricht absolut keinen Dialekt.
Auch ich selbst war schon im Rahmen von Aushilfstätigkeiten in derselben Firma tätig und konnte feststellen, dass Deutsche in nahezu jedem Tätigkeitsfeld vertreten sind (von denen sich keiner künstlich einen Dialekt antrainiert).
Und falls du dir den Dialekt schon mal in Natura anhören konntest, sollte dir eigentlich auffallen, dass ein Antrainieren davon nahezu unmöglich ist. Wenn, dann müsste ich also zu meiner Herkunft stehen.
Stammen deine Erfahrungen bezüglich des Dialekts direkt aus dem juristischen Bereich?


Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich mir noch absolut unsicher bin, ob ich Jura in der Schweiz oder in Deutschland studieren möchte.
Für eine Deutsche Universität würde sprechen, dass ich mir über soziale Verhältnisse keine Gedanken machen müsste und dass ich zudem auch in meiner Studienstadt leben (und somit das Studentenleben abseits der Uni richtig erleben) könnte.
Jedoch reizen einen in direkter Grenznähe die Schweizer Lohnverhältnisse nicht unerheblich.


Ich hoffe, man erkennt das Dilemma. Gibt es hier im Forum nicht jemanden, der als Deutscher in der Schweiz als Jurist tätig ist und den ich mit ein paar Fragen löchern könnte?



Gruß


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BeitragVerfasst: Dienstag 27. September 2016, 10:11 
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Es dürfte auch eine Frage der zukünftigen Wohn- und Lebenssituation sein. Wenn du in der Schweiz studierst, bist du zunächst auf deren Rechtsraum fixiert. Deutsches Recht bietet dagegen die Möglichkeit in ganz Deutschland arbeiten zu können. Zudem dürfte die Mobilität in der EU mit einem EU Abschluss auch in Zukunft höher sein, als mit einem Drittstaatenabschluss. Über die Anerkennung von CH Abschlüssen solltest du dich deshalb auch informieren. Ggf wäre auch ein Start in Konstanz/Freiburg sinnvoll? Oder - so Zeit und Geld vorhanden - auch ein Doppelstudium? Auch hier könnte man prüfen, ob bspw. die CH deutsche Unileistungen anrechnet; denn auf ein inländisches Jurastudium gibt es nichts anzurechnen (Staatsexamen).

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BeitragVerfasst: Dienstag 27. September 2016, 10:45 
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@Vollgold
Nur aus finanziellen Gründen würde ich nicht Schweizer Recht studieren, gerade weil Du mit Deutschem Recht einen viel größeren Rechtsraum abdeckst, wie Tibor es richtig sagt. Wenn Du in Deutschland bleibst, würde ich an Deiner Stelle erstmal Deutsches Recht studieren und danach Schweizer Recht dazunehmen.

In Basel hat es viele Deutsche, auch in der Justiz (allerdings eher Ärzte und Sozialpädagogen in Justizeinrichtungen), aber in den anderen Kantonen ist es schon noch anders. Es kommt auch sehr auf die Berufsgruppe an. Die Klienten werden sich fragen, ob ein deutscher Anwalt im Schweizer Recht sattelfest sein kann, da er ja offensichtlich Ausländer ist und davon ausgegangen wird, dass er dann logischerweise Deutsches Recht studiert hat. Schweizer Recht ist nun mal nicht Deutsches Recht. Anders liegt es z. B. bei IT-Berufen, da können deutsche ITler ohne Probleme in Schweizer Firmen arbeiten.

Für 900 Fr. bekommst Du in der Schweiz mindestens eine eigene 1-Zimmer-Wohnung, bei Altbauwohnungen sogar bis zu 3 Zimmern. Natürlich schon nicht im Zentrum von Zürich, da sind Wohnungen bekanntlich überteuert.

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LG Candor


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BeitragVerfasst: Dienstag 27. September 2016, 11:11 
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Beiträge: 2847
Tibor hat geschrieben:
Es dürfte auch eine Frage der zukünftigen Wohn- und Lebenssituation sein. Wenn du in der Schweiz studierst, bist du zunächst auf deren Rechtsraum fixiert. Deutsches Recht bietet dagegen die Möglichkeit in ganz Deutschland arbeiten zu können. Zudem dürfte die Mobilität in der EU mit einem EU Abschluss auch in Zukunft höher sein, als mit einem Drittstaatenabschluss. Über die Anerkennung von CH Abschlüssen solltest du dich deshalb auch informieren. Ggf wäre auch ein Start in Konstanz/Freiburg sinnvoll? Oder - so Zeit und Geld vorhanden - auch ein Doppelstudium? Auch hier könnte man prüfen, ob bspw. die CH deutsche Unileistungen anrechnet; denn auf ein inländisches Jurastudium gibt es nichts anzurechnen (Staatsexamen).


Dem stimme ich zu. Der Rechtsraum Schweiz ist denkbar klein und zudem von bilateralen Beziehungen mit der EU abhängig. Die Migrations- und Arbeitserlaubnispolitik der Schweiz ist zudem sehr rigide. Bist du dir sicher, nach dem Studium in der Schweiz überhaupt arbeiten zu können. Mit deinem "Pendelgedanken" schränkst du dich zudem auf die beiden Städte Basel und Zürich ein.

Ich würde auch eher für eine Doppelqualifikation oder ggf. einen LL.M. in der Schweiz plädieren. Sonst schränkst du dich viel zu sehr ein.

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BeitragVerfasst: Dienstag 27. September 2016, 11:17 
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Darüber hinaus solltest du dir bewusst sein, dass einige Unternehmen dieser Pendelei entgegentreten, indem sie denjenigen, die in Deutschland leben und in der Schweiz arbeiten, regelmäßig auch einen geringen Lohn zahlen. Habe ich kürzlich erst bei meiner Schwester erlebt ;)

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BeitragVerfasst: Dienstag 27. September 2016, 12:48 
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@Vollgold
Unter dem Begriff "Die Freizügigkeit europäischer Anwälte in der Schweiz" findest Du auch einiges über Google.

z. B. BGFA: https://www.admin.ch/opc/de/classified- ... index.html

Für die Anerkennung deutscher Rechtsausbildungen sind die Kantone zuständig.

https://www.sbfi.admin.ch/sbfi/de/home/ ... ellen.html

siehe auch: https://www.admin.ch/opc/de/classified- ... 935.61.pdf

In der Schweiz müsstest Du auch zuerst von einer Uni anerkannt und zugelassen werden fürs Studium:
https://www.sbfi.admin.ch/sbfi/de/home/ ... atura.html

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LG Candor


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BeitragVerfasst: Dienstag 27. September 2016, 13:14 
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Registriert: Dienstag 20. September 2016, 15:31
Beiträge: 3
Danke für die zahlreichen Antworten.


@Tibor:

Mit der Mobilität innerhalb der EU hast du definitiv Recht. Gerade wenn ich meine recht guten Englischkenntnisse ausnutzen möchte, um auf Deutsch und Englisch auf internationaler Ebene arbeiten zu können, wäre ein EU-Abschluss mit Sicherheit förderlich.
Es würde mich jedoch auch wundern, wenn die Schweiz deutsche Unileistungen anrechnen würde, da es sich eben um verschiedene Rechtssysteme handelt.


@Candor

Auch innerhalb Deutschland wäre ich um einiges mobiler, das ist richtig. Wenn ich darüber nachdenke, möchte ich nicht auf ewig an meine Region rund ums Grenzgebiet gebunden sein.
Deine Bedenken kann ich gut nachvollziehen. Gerade weil einige Schweizer allem Fremden gegenüber recht "konservativ" eingestellt sind.

Danke für die Links, ich werde mich zum Thema einlesen.

@Kasimir

Auch dein Einwand ist nicht unbegründet. Bis jetzt ist die Erteilung einer Arbeitserlaubnis für Deutsche noch recht unkompliziert. Wenn ich mir allerdings gewisse politische Entwicklungen in der Schweiz ansehe, bin ich mir auch nicht sicher, ob dies nach Abschluss meines Studiums immer noch gegeben ist.
Laut den Ergebnissen meiner Internetrecherche wird für den LL.M. in der Schweiz aber der Master-Abschluss (MLaw) vorausgesetzt.


@JulezLaw

Ist mir persönlich noch nicht zu Ohren gekommen, kann ich mir aber je nach Arbeitgeber schon vorstellen, danke für den Hinweis.


Wenn ich mir die Entwicklung des Threads und meines persönlichen Gefühls so anschaue, tendiere ich mittlerweile auch eher zu einem Studium in Deutschland.

Habt ihr Erfahrung mit dem bilingualen Studieren von Jura? Und falls ja, könnt ihr es weiterempfehlen (sowohl vom Anspruch als auch vom Nutzen).
Und welche deutsche Universität würdet ihr für so ein Studium empfehlen? Ich weiß, dass Köln z.B. ein Partnerprogramm mit der Londoner Universität hat.


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BeitragVerfasst: Dienstag 27. September 2016, 13:25 
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Registriert: Sonntag 28. August 2016, 17:43
Beiträge: 2262
Wohnort: Schweiz
@Vollgold
Mit einem deutschen Studium kannst Du ja dann gegebenenfalls immer noch die Zusatzprüfungen in der Schweiz machen, um dort zugelassen zu werden, hättest aber gleichzeitig den ganzen deutschen Rechtsraum als Arbeitsfeld. Und ja, die Schweiz macht die Grenzen doch ziemlich zu. Wie sich das noch weiterentwickelt, ist unsicher.

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LG Candor


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BeitragVerfasst: Montag 13. November 2017, 17:28 
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Registriert: Sonntag 12. November 2017, 21:31
Beiträge: 1
Ich selber habe in Deutschland Jura studiert und dann noch in der Schweiz eine Eignungsprüfung nach 31 BGFA gemacht. Nun bin ich sowohl deutsche als auch schweizerische Anwältin vgl. www.anwalt-schweiz.attorney
Zu den Voraussetzungen, unter welchen ein ausländischer Anwalt in der Schweiz arbeiten kann, kannst Du auch unter https://www.sav-fsa.ch/de/documents/dyn ... e_0207.pdf nachlesen.
Gruß


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