Anzeige

 

Jurawelt-Forum

Das große Jura-Forum zur juristischen Diskussion

 

Es gibt hier keine Rechtsberatung und keine Hausarbeiten-Besprechungen!!

 

Anzeige
Aktuelle Zeit: Samstag 16. Dezember 2017, 09:12

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 27 Beiträge ]  Gehe zu Seite 1, 2  Nächste
Autor Nachricht
BeitragVerfasst: Donnerstag 12. Januar 2017, 13:43 
Newbie
Newbie

Registriert: Donnerstag 12. Januar 2017, 13:29
Beiträge: 6
Hallo zusammen,

ich muss mir gerade mal meinen Ballast von der Seele schreiben und schildere euch daher meine momentane Situation... :crazy: :

Also, ich habe im August 2015 das erste mal Examen geschrieben und bin - man kann es nicht anders sagen - mit Pauken und Trompeten grandios gescheitert. Im Nachhinein stellte sich allerdings heraus, dass besagter Durchgang doch wohl auch sehr schlecht ausgefallen war. Das durchfallen war für mich kein Schock, denn ich hatte schon unmittelbar nach den Klausuren das sichere Gefühl "das war wohl nixx...!".

Sei‘s drum: Mund abgeputzt und wieder angefangen zu pauken und August 2016 erneut angetreten. Diesmal war zwar mein Gefühl nach den Klausuren schon besser, dennoch glaubte ich erneut durchgefallen zu sein und machte mich alsbald nach der letzten Klausur auf die Suche nach einem Ausbildungsplatz (kaufmännischer Bereich und Kommunen) und arbeitete außerdem Vollzeit als Lagerarbeiter um mich über Wasser zu halten.

Jetzt bin ich heute morgen zum Briefkasten und tadaaaaa: Post vom Prüfungsamt... Ich war mir sicher wieder recht deutlich durchgefallen zu sein (Zustellungsurkunde) und öffnete sodann die Post...
Ergebnis: insgesamt 24,0 Punkte aus den 6 Klausuren und damit ein Schnitt von zumindest 4,0 Punkte. ABER: dennoch durchgefallen weil man in meinem Bundesland zudem mindestens 4.0 Punkte in mindestens 3 Klausuren haben muss und daran scheitert es bei mir. Um genau zu sein: meine drittbeste Klausur bringt es auf 3,5 Punkte...

Meine Klausuren:
Zivilrecht 1: 2,5 Punkte (an sich eine wirklich dankbare Klausur und die mit Abstand einfachste des gesamten Durchgangs. Hab leider einen totalen Blackout, nach der Abgabe bemerke ich sofort was eigentlich Sache war... Habe mich extrem über mich selbst geärgert. Hier wäre 7+x möglich gewesen)
Zivilrecht 2: 6 Punkte (relativ Anspruchsvolle Sachen- und Kreditsicherungsrechts-Klausur)
Wahlklausur des Prüfungsamtes/Zivilrecht 3: 3,5 Punkte Schadensersatz (Vertrag, Delikt) gepaart mit Eherecht (Strafrecht als Wahlklausur des Prüfungsamtes wäre besser für mich gewesen)
Öffrecht: 2,5 Punkte - allgemeines Verwaltungsrecht (öffrecht war schon immer mein schwächtes Rechtsgebiet)
Öffrecht: 3 Punkte , ebenfalls allgemeines Verwaltungsrecht, ein wenig Grundrechte
Strafrecht: 6,5 Punkte (leider keine Bringerklausur für mich -Strafrecht lag mir immer am meisten)


Ich habe also insgesamt die nötige Punktzahl (24 ggü. mindestens erforderlichen 22,5) und es scheitert an 0,5 Punkten für die "mindestens 3 Klausuren á 4 Punkte-Hürde". Knapper kann man wohl das erste Examen nicht nicht bestehen.

Diese Situation hab ich so nicht erwartet. Ich habe mich ja bereits ernsthaft auf Ausbildungsplatz-Suche begeben und arbeite seit ein paar Monaten Vollzeit im Lager. Dennoch wäre es aus meiner Sicht fahrlässig eine Prüfungsanfechtung jetzt nicht noch zumindest zu versuchen, auch wenn ich dann (rein vorsorglich) neben Ausbildungsplatzsuche & Vollzeitarbeit auch noch für eine etwaige mündliche Prüfung pauken müsste.

Vielleicht könnt ihr mir ja ein wenig gut zureden und mir Mut machen?!

Werde mich natürlich jetzt selbst schlau machen wegen der Prüfungsanfechtung dennoch: habt ihr Hinweise zum eigentlichen Ablauf einer solchen Prüfungsanfechtung?

Ich weiß z.B. derzeit noch gar nicht ob ich die Sache direkt einem Anwalt übergeben soll/muss oder selbst erst einmal Einsicht beantrage und Widerspruch einlegen. Muss ja auch auf die Fristen schauen.

Danke fürs lesen und ggf. Mut machen \:D/


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
Anzeige
BeitragVerfasst: Donnerstag 12. Januar 2017, 13:50 
Moderator
Moderator
Benutzeravatar

Registriert: Donnerstag 10. Januar 2013, 00:09
Beiträge: 9362
Heftklammer hat geschrieben:
Werde mich natürlich jetzt selbst schlau machen wegen der Prüfungsanfechtung dennoch: habt ihr Hinweise zum eigentlichen Ablauf einer solchen Prüfungsanfechtung?

Ich weiß z.B. derzeit noch gar nicht ob ich die Sache direkt einem Anwalt übergeben soll/muss oder selbst erst einmal Einsicht beantrage und Widerspruch einlegen. Muss ja auch auf die Fristen schauen.


Genau aus diesem Grund sollte der Weg zum Anwalt eingeschlagen werden.

_________________
"Just blame it on the guy who doesn't speak English. Ahh, Tibor, how many times you've saved my butt."


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: Donnerstag 12. Januar 2017, 15:25 
Super Mega Power User
Super Mega Power User
Benutzeravatar

Registriert: Sonntag 18. Juni 2006, 19:12
Beiträge: 5172
Welches Bundesland?

_________________
I want to believe.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: Donnerstag 12. Januar 2017, 15:44 
Fossil
Fossil
Benutzeravatar

Registriert: Mittwoch 28. Juni 2006, 19:16
Beiträge: 14647
Klingt irgendwie nach Berlin.

_________________
Hier gibt's nichts zu lachen, erst recht nichts zu feiern.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: Donnerstag 12. Januar 2017, 16:03 
Super Mega Power User
Super Mega Power User
Benutzeravatar

Registriert: Sonntag 18. Juni 2006, 19:12
Beiträge: 5172
Kann nur eins dazu sagen: Beim Anwalt muss man sich auf ein nettes Sümmchen gefasst machen. Im Bekanntenkreis so geschehen. Knapp 6000 Tacken. War erfolgreich.

_________________
I want to believe.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: Donnerstag 12. Januar 2017, 16:34 
Super Mega Power User
Super Mega Power User

Registriert: Donnerstag 28. Dezember 2006, 10:04
Beiträge: 5935
Einwendungsduschgriff hat geschrieben:
Klingt irgendwie nach Berlin.


Nein, in Berlin ist die Verteilung der Fächer im ersten Examen 2+2+3. Späße wie Wahlklausur des Prüfungsamts gibt es nicht (das fänd ich auch ziemlich bescheuert).

_________________
Mein Führer, I can walk!


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: Donnerstag 12. Januar 2017, 17:01 
Newbie
Newbie

Registriert: Donnerstag 12. Januar 2017, 13:29
Beiträge: 6
Will euch ja nicht neugierig sterben lassen :lmao:


Thüringen!


Das Prüfungsamt ist leider auch extrem unkooperativ und lässt bei der Einsichtnahme keine Kopien oder Fotos der Gutachten zu.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: Donnerstag 12. Januar 2017, 18:17 
Fossil
Fossil

Registriert: Freitag 2. April 2004, 18:13
Beiträge: 13055
Das spricht dafür sich sofort einen Anwalt zu suchen, der die Akteneinsicht nimmt; der darf in diesem Rahmen dann auch Kopien fertigen.

Im Ernst: Bei einem derart knappen Ergebnis macht es Sinn, sich jemanden zu suchen, der einen vernünftig beraten kann. Eine Bekannte hat es zwar bei einer ähnlichen Konstellation (nur deshalb nicht bestanden, weil durch alle 3 Zivilrechtsklausuren gefallen) im Erstversuch allein erfolgreich durchgezogen - die eine Bewertung war wohl handgreiflich falsch. Aber wenn es wirklich um alles oder nichts geht, würde ich lieber das Geld in die Hand nehmen.

_________________
"Auch eine stehengebliebene Uhr kann noch zweimal am Tag die richtige Zeit anzeigen; es kommt nur darauf an, daß man im richtigen Augenblick hinschaut." (Alfred Polgar)


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: Donnerstag 12. Januar 2017, 18:46 
Super Power User
Super Power User

Registriert: Donnerstag 13. September 2012, 11:13
Beiträge: 863
Heftklammer hat geschrieben:
Das Prüfungsamt ist leider auch extrem unkooperativ und lässt bei der Einsichtnahme keine Kopien oder Fotos der Gutachten zu.


Das dürfte nicht so ohne weiteres gangbare Praxis sein - ganz egal, ob anwaltlich vertreten oder nicht.

Aber zum eigentlichen Anliegen: Meine Vorredner haben vollkommen Recht. Du bist knapp durch eine Prüfung gefallen, in die du viel Zeit und Mühe investiert hast. An deiner Stelle würde ich die nächsten zehn Jahre meines Kaufmanns- oder Kommunalbeamtenlebens keine Nacht ruhig schlafen, wenn ich nicht hätte überprüfen lassen, nicht doch bestanden zu haben. Also unbedingt zum Anwalt!


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: Donnerstag 12. Januar 2017, 23:33 
Fossil
Fossil

Registriert: Freitag 2. April 2004, 18:13
Beiträge: 13055
falsus hat geschrieben:
Heftklammer hat geschrieben:
Das Prüfungsamt ist leider auch extrem unkooperativ und lässt bei der Einsichtnahme keine Kopien oder Fotos der Gutachten zu.


Das dürfte nicht so ohne weiteres gangbare Praxis sein - ganz egal, ob anwaltlich vertreten oder nicht.


Diese unterschiedlichen Handhabungen der Prüfungsämter sind schon bemerkenswert. Beim GJPA darf man nach der Prüfung drei Monate lang jede Woche aufschlagen und (mehr oder minder unbeaufsichtigt) Einsicht nehmen - Motto offensichtlich "Wer sich das antun möchte, bitte."

_________________
"Auch eine stehengebliebene Uhr kann noch zweimal am Tag die richtige Zeit anzeigen; es kommt nur darauf an, daß man im richtigen Augenblick hinschaut." (Alfred Polgar)


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: Freitag 13. Januar 2017, 10:11 
Super Mega Power User
Super Mega Power User

Registriert: Montag 8. März 2004, 15:07
Beiträge: 3528
julée hat geschrieben:
Das spricht dafür sich sofort einen Anwalt zu suchen, der die Akteneinsicht nimmt; der darf in diesem Rahmen dann auch Kopien fertigen.

Im Ernst: Bei einem derart knappen Ergebnis macht es Sinn, sich jemanden zu suchen, der einen vernünftig beraten kann. Eine Bekannte hat es zwar bei einer ähnlichen Konstellation (nur deshalb nicht bestanden, weil durch alle 3 Zivilrechtsklausuren gefallen) im Erstversuch allein erfolgreich durchgezogen - die eine Bewertung war wohl handgreiflich falsch. Aber wenn es wirklich um alles oder nichts geht, würde ich lieber das Geld in die Hand nehmen.


Sehe ich auch so. Du müsstest doch im Zweifel Prozesskostenhilfe bekommen, sollte es zu einer Klage kommen.

_________________
"Eine Verschiebung eines Termins setzt jedoch denklogisch voraus, dass vorher ein fester Termin vereinbart worden ist."


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: Freitag 13. Januar 2017, 13:21 
Super Power User
Super Power User

Registriert: Donnerstag 13. September 2012, 11:13
Beiträge: 863
julée hat geschrieben:
Diese unterschiedlichen Handhabungen der Prüfungsämter sind schon bemerkenswert. Beim GJPA darf man nach der Prüfung drei Monate lang jede Woche aufschlagen und (mehr oder minder unbeaufsichtigt) Einsicht nehmen - Motto offensichtlich "Wer sich das antun möchte, bitte


Ich wollte auf 29 VwVfG hinweisen, ohne die Thüringer Variante im Detail zu kennen. Demnach dürfte die pauschale Ablehnung des Anliegens, mittels selbst mitgebrachter technischer Ausrüstung und damit ohne weiteren Aufwand für das Prüfungsamt Kopien machen zu dürfen in der Regel keine korrekte Ermessensausübung sein. Das einzelne Behörden das in der Praxis anders handhaben glaube ich gern.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: Freitag 13. Januar 2017, 13:28 
Power User
Power User

Registriert: Dienstag 15. Dezember 2009, 22:14
Beiträge: 345
falsus hat geschrieben:
julée hat geschrieben:
Diese unterschiedlichen Handhabungen der Prüfungsämter sind schon bemerkenswert. Beim GJPA darf man nach der Prüfung drei Monate lang jede Woche aufschlagen und (mehr oder minder unbeaufsichtigt) Einsicht nehmen - Motto offensichtlich "Wer sich das antun möchte, bitte


Ich wollte auf 29 VwVfG hinweisen, ohne die Thüringer Variante im Detail zu kennen. Demnach dürfte die pauschale Ablehnung des Anliegens, mittels selbst mitgebrachter technischer Ausrüstung und damit ohne weiteren Aufwand für das Prüfungsamt Kopien machen zu dürfen in der Regel keine korrekte Ermessensausübung sein. Das einzelne Behörden das in der Praxis anders handhaben glaube ich gern.


Die Argumentation geht meines Wissens eher dahingehend, dass der Mehraufwand in der Beaufsichtigung des Einsichtnehmenden liegt.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: Freitag 13. Januar 2017, 16:25 
Moderator
Moderator
Benutzeravatar

Registriert: Donnerstag 10. Januar 2013, 00:09
Beiträge: 9362
Ist § 29 VwVfG überhaupt anwendbar? Wenn es kein WSV gibt, gibt es auch kein Verfahren mehr nach der Entscheidung und wir haben schon keinen Beteiligten iSd Vorschrift, oder?

_________________
"Just blame it on the guy who doesn't speak English. Ahh, Tibor, how many times you've saved my butt."


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: Freitag 13. Januar 2017, 16:42 
Super Power User
Super Power User

Registriert: Donnerstag 13. September 2012, 11:13
Beiträge: 863
Aus der Hüfte geschossen hätte ich getippt, dass das Verwaltungsverfahren in diesem Sinne erst mit Bestandskraft des Bescheids endet. Ganz egal, welcher Rechtsbehelf statthaft ist. Aber wieder ein Grund mehr, sich einen kompetenten Anwalt zu suchen.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 27 Beiträge ]  Gehe zu Seite 1, 2  Nächste

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]


Wer ist online?

Mitglieder: 0 Mitglieder


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Gehe zu:  
Anzeige


Probleme mit dem Registrieren oder Einloggen? Schick einfach eine Email.

Powered by phpBB® Forum Software © phpBB Group
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de
Nutzungsbedingungen - Datenschutzrichtlinie - Impressum - Hauptseite