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 Betreff des Beitrags: Examen in den Sand gesetzt
BeitragVerfasst: Dienstag 27. Juni 2017, 13:20 
Noch selten hier
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Registriert: Dienstag 27. Juni 2017, 13:08
Beiträge: 13
Hallo liebe Leute,

ich lese hier schon sehr lange mit und danke gleichzeitig für die vielen anregenden Themen und Kommentare hier.
Notgedrungen muss auch ich mich nun anmelden. Nach einem kurzen und erfolgreichen Studium habe ich nun mein Examen in den Sand gesetzt.

Ja, es ist der Freischuss. Das hat für mich aber keine Rolle gespielt. Ich habe mich nun 18 Monate vorbereitet (inkl. Schwerpunkt, gut bestanden), habe über 70 Klausuren bei Hemmer und der Uni geschrieben, ohne Hilfsmittel und innert 5 Stunden, die Noten waren anfangs natürlich nix, sind mit der Zeit besser geworden und waren 6 Monate vor dem Examen auch in Ordnung (Schnitt 6-7 Punkte, wobei man nie 100% gibt wenn es um nichts geht und über die Korrekturen im Vergleich zum Examen überall viel zu lesen ist). Naja das war so der Zwischenschnitt. Meine Studienleistungen waren gut, die Zwischenprüfung weit überdurchschnittlich, aber das tut hier natürlich nichts zur Sache.

Ich habe dann im März in Bayern Examen geschrieben. Zwar konnte ich mich bislang auf mein Gefühl verlassen, bis auf ZR 3 ging es mir in allen Klausuren ganz gut, ÖR fand ich hervorragend. Ich habe versucht, die Anmerkungen in den Probeklausuren (oft: zu oberflächlich geprüft) anzuwenden und gerade diese Fehler zu vermeiden. Ich bin aus allen Klausuren mit einem guten bis sehr guten Gefühl raus (Ausnahme ZR 3 so lala, Kernprobleme aber erkannt). Insgesamt war ich ob der Leichtigkeit des Examens überrascht, weil größtenteils Standardprobleme drankamen und das unbekannte gut durch Auslegung etc. gelöst werden konnte.

So und nun, gerade so ganz ganz knapp bestanden. Und das nicht weil eine oder zwei Klausuren schlecht liefen, nein, durch die Bank durch eine konstant beschämende, traurige, schlechte, miserable Leistung. Ich bin so entsetzt, in ÖR war ich nicht besser als in ZR 3, in Strafrecht hab ich sogar nur zwei Punkte (einzige Klausur unter 4) ... es ist unvorstellbar und unerklärlich.

Also was tun? Ich versuche gerade einiges über die mündliche Prüfung herauszufinden, habe hier mega mega Schiss unter die 4 Punkte zu fallen und möchte gerne im September den Verbesserungsversuch schreiben. Davor natürlich in die Klausureinsicht, prüfen ob das überhaupt meine Klausuren sind und meine Fehler analysieren. März 2018 ist mir einfach zu weit weg, man kann nicht noch ein Jahr rumsitzen und nur Probeklausuren schreiben. Jetzt ist alles im Kopf, gerne opfere ich den Sommer um zu zeigen was ich kann.

Was meint ihr? Ich bin ratlos, entsetzt, schäme mich und kann mir dieses Ergebnis in keinster Weise erklären. Meine Lösungen entsprechen dem Hemmer Examensreport (ja, heisst sicher nicht viel, gibt aber auch eine Richtung ob man im völlig falschen Zug sitzt) und wen ich mir hier meine Klausuren und meine Mitschriften anschaue, dann war ich eigentlich sehr positiv gestimmt.

Danke für konstruktive Beiträge und eure Mithilfe.


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 Betreff des Beitrags: Re: Examen in den Sand gesetzt
BeitragVerfasst: Dienstag 27. Juni 2017, 14:37 
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 Betreff des Beitrags: Re: Examen in den Sand gesetzt
BeitragVerfasst: Dienstag 27. Juni 2017, 15:03 
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1Schlaufuchs hat geschrieben:
Ich habe dann im März in Bayern Examen geschrieben. Zwar konnte ich mich bislang auf mein Gefühl verlassen,


Vielleicht ist das der Fehler. Gefühle haben nichts mit Sachverstand zu tun. Es geht nicht darum, Dich gut zu fühlen und dies als Gradmesser für richtig oder falsch zu nehmen, sondern um eine rein sachliche, höchstens intuitive Betrachtung der Sachlage. Gefühle stören eher, dazu gibt es sogar psychologische Fachartikel. Gefühle führen eher zu einer Notfallreaktion des kognitiven Systems. Der kühle Verstand ist immer noch der beste Weg, wie wissenschaftlich festgestellt wurde.

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LG Candor


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 Betreff des Beitrags: Re: Examen in den Sand gesetzt
BeitragVerfasst: Dienstag 27. Juni 2017, 15:10 
Fleissige(r) Schreiber(in)
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Registriert: Mittwoch 9. Juli 2014, 18:09
Beiträge: 180
1Schlaufuchs hat geschrieben:
Ich bin aus allen Klausuren mit einem guten bis sehr guten Gefühl raus (Ausnahme ZR 3 so lala, Kernprobleme aber erkannt). Insgesamt war ich ob der Leichtigkeit des Examens überrascht, weil größtenteils Standardprobleme drankamen und das unbekannte gut durch Auslegung etc. gelöst werden konnte.

Diese beiden Sätze würden in mir nach dem schriftlichen Teil eines Examens die nackte Panik wecken. Es gibt mE nichts schlimmeres als "einfache" Klausuren mit langweiligen Standartproblemen, bei denen man noch dazu keine stressigen Probleme findet.
In diesen Klausuren werden Fehler weit überproportional bestraft, Korrektoren setzen fast alles als bekannt voraus und schöpfen (entgegen ihrer eigentlichen Aufgabe) die Punkteskala nicht aus. Es geht dann frei nach dem Motto "Er hat alles im Grunde perfekt, aber war ja einfach, also 11 Punkte" oder "Naja grob stimmt eigentlich alles, aber war ja einfach, also 4 Punkte".

1Schlaufuchs hat geschrieben:
[...] habe hier mega mega Schiss unter die 4 Punkte zu fallen und möchte gerne im September den Verbesserungsversuch schreiben.

Ich wage mal zu sagen, dass so etwas nicht passiert. Natürlich gibt es den wirklich seltenen Einzelfall, dass ein Kandidat zur mündlichen Prüfung zugelassen wird und dann nicht besteht. In der weit überwiegenden Zahl dieser Fälle handelt es sich dann aber um 3,8 - 3,9er Kandidaten, die dort noch etwas zu leisten haben um sich das Bestehen zu verdienen.

Um in mündlichen Prüfungen (nachdem man im schriftlichen Teil oberhalb der 4,0 lag) weniger als 4 Punkte zu bekommen, muss man im Grunde komplett schweigen, die Prüfer beleidigen oder wirklich auch nach mehrmaligen Nachfragen zu 100% unverwertbare Antworten liefern. Selbst die beiden Kandidaten unter 4 aus den schriftlichen mit welchen ich mündliche Prüfungen hatte haben in keinem Prüfungsteil weniger als 4, im Schnitt eher 5-6 Punkte, bekommen.


Zuletzt geändert von Theopa am Dienstag 27. Juni 2017, 15:11, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Examen in den Sand gesetzt
BeitragVerfasst: Dienstag 27. Juni 2017, 15:10 
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Registriert: Dienstag 27. Juni 2017, 13:08
Beiträge: 13
Candor hat geschrieben:
1Schlaufuchs hat geschrieben:
Ich habe dann im März in Bayern Examen geschrieben. Zwar konnte ich mich bislang auf mein Gefühl verlassen,


Vielleicht ist das der Fehler. Gefühle haben nichts mit Sachverstand zu tun. Es geht nicht darum, Dich gut zu fühlen und dies als Gradmesser für richtig oder falsch zu nehmen, sondern um eine rein sachliche, höchstens intuitive Betrachtung der Sachlage. Gefühle stören eher, dazu gibt es sogar psychologische Fachartikel. Gefühle führen eher zu einer Notfallreaktion des kognitiven Systems. Der kühle Verstand ist immer noch der beste Weg, wie wissenschaftlich festgestellt wurde.


Ja das Gefühl bezüglich meiner Einschätzung im Nachhinein.
Ich habe das Examen nach einer langen Vorbereitungszeit geschrieben, nicht weil ich mich gefühlt bereit dafür gehalten habe (das natürlich auch). Trotzdem habe ich 18 Monate lang einen Lernplan verfolgt, wöchentlich Klausuren geschrieben und die dort gemachten Fehler im Examen beachtet.

Soll nicht heißen, ich wäre unbelehrbar oder uneinsichtig. Bei den mir vorliegenden Noten muss ich erhebliche Fehler trotz meiner guten Gefühlslage begangen haben, die ich aber erst nach Einsicht der Klausuren beurteilen kann. Solang bleibt es natürlich subjektiv unvorstellbar.


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 Betreff des Beitrags: Re: Examen in den Sand gesetzt
BeitragVerfasst: Dienstag 27. Juni 2017, 15:14 
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Registriert: Dienstag 27. Juni 2017, 13:08
Beiträge: 13
Theopa hat geschrieben:
1Schlaufuchs hat geschrieben:
Ich bin aus allen Klausuren mit einem guten bis sehr guten Gefühl raus (Ausnahme ZR 3 so lala, Kernprobleme aber erkannt). Insgesamt war ich ob der Leichtigkeit des Examens überrascht, weil größtenteils Standardprobleme drankamen und das unbekannte gut durch Auslegung etc. gelöst werden konnte.

Diese beiden Sätze würden in mir nach dem schriftlichen Teil eines Examens die nackte Panik wecken. Es gibt mE nichts schlimmeres als "einfache" Klausuren mit langweiligen Standartproblemen, bei denen man noch dazu keine stressigen Probleme findet.
In diesen Klausuren werden Fehler weit überproportional bestraft, Korrektoren setzen fast alles als bekannt voraus und schöpfen (entgegen ihrer eigentlichen Aufgabe) die Punkteskala nicht aus. Es geht dann frei nach dem Motto "Er hat alles im Grunde perfekt, aber war ja einfach, also 11 Punkte" oder "Naja grob stimmt eigentlich alles, aber war ja einfach, also 4 Punkte".

1Schlaufuchs hat geschrieben:
[...] habe hier mega mega Schiss unter die 4 Punkte zu fallen und möchte gerne im September den Verbesserungsversuch schreiben.

Ich wage mal zu sagen, dass so etwas nicht passiert. Natürlich gibt es den wirklich seltenen Einzelfall, dass ein Kandidat zur mündlichen Prüfung zugelassen wird und dann nicht besteht. In der weit überwiegenden Zahl dieser Fälle handelt es sich dann aber um 3,8 - 3,9er Kandidaten, die dort noch etwas zu leisten haben um sich das Bestehen zu verdienen.

Um in mündlichen Prüfungen (nachdem man im schriftlichen Teil oberhalb der 4,0 lag) weniger als 4 Punkte zu bekommen, muss man im Grunde komplett schweigen, die Prüfer beleidigen oder wirklich auch nach mehrmaligen Nachfragen zu 100% unverwertbare Antworten liefern. Selbst die beiden Kandidaten unter 4 aus den schriftlichen mit welchen ich mündliche Prüfungen hatte haben in keinem Prüfungsteil weniger als 4, im Schnitt eher 5-6 Punkte, bekommen.


Für den zweiten Teil bedanke ich mich schonmal, ich hoffe einfach durchzukommen und denke mal, nicht blöd zu sein. Natürlich gehe ich die Protokolle ab dem Wochenende durch und wiederhole meine Stoffzusammenfassungen. Da setzt ja im Anschluss sowieso gleich die Vorbereitungsphase zum Verbesserungsversuch an.

Bezgl Absatz 1 gebe ich Dir auch recht. Schwierig damit umzugehen. Ich habe (leider vergeblich) versucht, alles richtig zu machen. Schöne Schrift, wichtige Überschriften unterstrichen, um insgesamt für eine angenehme Optik zu sorgen, den Gutachtenstil versucht penibel einzuhalten, Obersätze zu bilden und zu subsumieren, bei Problemen "eine Ansicht/ andere Ansicht" zu diskutieren und Schwerpunkte zu setzen. Es ist zum verzweifeln.


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 Betreff des Beitrags: Re: Examen in den Sand gesetzt
BeitragVerfasst: Dienstag 27. Juni 2017, 15:16 
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Dir einen Ratschlag zu geben dürfte sehr schwer sein, solange du nicht Einsicht in die Klausuren genommen hast und weißt, woran es lag, dass es nicht besser gelaufen ist.

Auch wenn du subjektiv ein gutes Gefühl hattest und es auch tatsächlich zutreffen sollte, dass du die wesentlichen Probleme gesehen hast und zu den (nach Hemmer-Examensreport) "richtigen" Lösungen gekommen bist, sagt das noch lange nichts darüber aus, ob die Klausur auch wirklich gut war.

Punkte holt man in der Regel mit einer richtigen Schwerpunktsetzung, d.h. indem man Unproblematisches kurz hält und Problematischem ausreichend Raum gibt, und mit einer guten, sauberen Argumentation. Ein Problem erkannt und die vermeintlich "richtige" Lösung zu haben, bringt nicht viele Punkte, wenn die argumentative Auseinandersetzung mit dem Problem nichts taugt oder gar ganz fehlt.

Darüber hinaus gibt es viele weitere Dinge, an denen eine Klausur scheitern kann bzw. die Punktabzüge bringen können (wie unsauberer Gutachtenstil, schlechte sprachliche Darstellung, Unvollständigkeit oder inhaltliche Fehler) - ob es an irgendetwas davon gelegen hat, lässt sich kaum beurteilen, ohne deine Klausuren gesehen zu haben.

Von daher: Erstmal die Mündliche so gut wie möglich über die Bühne bringen und dann schnellstmöglich Einsicht in die Klausuren nehmen. Vielleicht bei der Fehleranalyse auch mal jemanden mit guten Klausuren um Hilfe bitten - manchmal ist es schwer, die eigenen Fehler zu erkennen, und verbessern kann man sich nur, wenn man sich wirklich klar darüber ist, woran es überhaupt lag.

Im Übrigen ist ein Klausurschnitt von 6-7 Punkten in den Übungsklausuren auch nicht so wahnsinnig viel, dass man von einer riesigen Abweichung sprechen könnte, wenn du jetzt im Examen einen Schnitt im Bereich von 4-5 Punkten hast (in den Übungsklausuren lagst du eben bei einem guten "ausreichend", jetzt im Examen bei einem knappen). Es wird also auch schon vorher das ein oder andere nicht wirklich gestimmt haben.


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 Betreff des Beitrags: Re: Examen in den Sand gesetzt
BeitragVerfasst: Dienstag 27. Juni 2017, 15:22 
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1Schlaufuchs hat geschrieben:
Trotzdem habe ich 18 Monate lang einen Lernplan verfolgt, wöchentlich Klausuren geschrieben und die dort gemachten Fehler im Examen beachtet.


Warst Du auch da öfter überrascht über Fehler, die Du in keinster Weise vorher abschätzen konntest? Und gab es grundlegende Fehler, die sich evtl. nicht im Detail, aber von der Denkweise her wiederholt haben könnten?

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LG Candor


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 Betreff des Beitrags: Re: Examen in den Sand gesetzt
BeitragVerfasst: Dienstag 27. Juni 2017, 15:34 
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Zitat:
Im Übrigen ist ein Klausurschnitt von 6-7 Punkten in den Übungsklausuren auch nicht so wahnsinnig viel, dass man von einer riesigen Abweichung sprechen könnte, wenn du jetzt im Examen einen Schnitt im Bereich von 4-5 Punkten hast (in den Übungsklausuren lagst du eben bei einem guten "ausreichend", jetzt im Examen bei einem knappen). Es wird also auch schon vorher das ein oder andere nicht wirklich gestimmt haben.


Das mag stimmen, wie gesagt ging der Schnitt eben nach oben. Ich empfand es als wichtig, die Klausuren überhaupt zu bestehen, nachdem was man hier und in anderen Foren über die Korrekturen lesen kann (sowie Hemmers Aussage des "hemmer plus drei" - da wäre ich dann im Examen bei 9-10 Punkten.. und selbst wenns im Examen 7 oder 8 wären, ich wäre mit mündlich und Schwerpunkt an die 9 herangekommen, jetzt bin ich ganz ganz ganz weit davon entfernt).

Candor hat geschrieben:
1Schlaufuchs hat geschrieben:
Trotzdem habe ich 18 Monate lang einen Lernplan verfolgt, wöchentlich Klausuren geschrieben und die dort gemachten Fehler im Examen beachtet.


Warst Du auch da öfter überrascht über Fehler, die Du in keinster Weise vorher abschätzen konntest? Und gab es grundlegende Fehler, die sich evtl. nicht im Detail, aber von der Denkweise her wiederholt haben könnten?


Grundlegender Fehler, der sich durch die Zeit gezogen habe waren hier besonders die Oberflächlichkeit. Ich habe mit sehr guten Absolventen einige Monate vor dem Examen ein paar Klausuren angeschaut, hier wurde mir das nochmal deutlich ans Herz gelegt. Das habe ich eben im Examen versucht zu bekämpfen, beachten und anzugehen. Ausführlicher schreiben, insbesondere in den gesetzten Schwerpunkten. Frühere Fehlerquellen in anfänglichen Klausuren habe ich freilich im Vorfeld bereits versucht abzustellen. Mehr Definitionen, mehr ausführliche bzw ordentliche Subsumtion.. deswegen wurden die Probeklausuren besser (zwischen 5 und 15 Punkten). Das tatsächliche Ergebnis ist trotz des nicht so prickelnden Übungsschnittes ja nochmal ein ganz anderes.

Möglich wäre es aus momentaner Sicht, das mit dem Gutachten zu übertrieben zu haben, zu ausführlich gewesen zu sein, wodurch die eigene Schwerpunktsetzung verschwimmt. Aber das ist natürlich nur eine Mutmaßung.


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 Betreff des Beitrags: Re: Examen in den Sand gesetzt
BeitragVerfasst: Dienstag 27. Juni 2017, 15:45 
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1Schlaufuchs hat geschrieben:
Das mag stimmen, wie gesagt ging der Schnitt eben nach oben. Ich empfand es als wichtig, die Klausuren überhaupt zu bestehen, nachdem was man hier und in anderen Foren über die Korrekturen lesen kann (sowie Hemmers Aussage des "hemmer plus drei" - da wäre ich dann im Examen bei 9-10 Punkten. und selbst wenns im Examen 7 oder 8 wären, ich wäre mit mündlich und Schwerpunkt an die 9 herangekommen, jetzt bin ich ganz ganz ganz weit davon entfernt).
...

Grundlegender Fehler, der sich durch die Zeit gezogen habe waren hier besonders die Oberflächlichkeit.


Nimmst Du diese hemmer-plus-drei-Hochrechnung für bare Münze und rechnest Deine Klausuren auf diese Weise hoch in Hinblick auf das Examen? Das kommt mir sehr naiv vor. Es scheint Dir aber Halt zu geben, sich an solchen Hochrechnungen zu orientieren. Vielleicht deshalb das böse Aufwachen in der Realität. Ich würde künftig in den Vorbereitungen knallhart mit Dir selbst sein, Dich selbst aus Prüfersicht ansehen. Keine Hochrechnungen, sondern die nackten Tatsachen.

Könnte es sein, dass mit Oberflächlichkeit evtl. auch Verständnisschwierigkeiten gemeint sind, dass Du die Fragestellungen womöglich nicht vollständig verstanden hast?

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 Betreff des Beitrags: Re: Examen in den Sand gesetzt
BeitragVerfasst: Dienstag 27. Juni 2017, 17:10 
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Candor hat geschrieben:
1Schlaufuchs hat geschrieben:
Das mag stimmen, wie gesagt ging der Schnitt eben nach oben. Ich empfand es als wichtig, die Klausuren überhaupt zu bestehen, nachdem was man hier und in anderen Foren über die Korrekturen lesen kann (sowie Hemmers Aussage des "hemmer plus drei" - da wäre ich dann im Examen bei 9-10 Punkten. und selbst wenns im Examen 7 oder 8 wären, ich wäre mit mündlich und Schwerpunkt an die 9 herangekommen, jetzt bin ich ganz ganz ganz weit davon entfernt).
...

Grundlegender Fehler, der sich durch die Zeit gezogen habe waren hier besonders die Oberflächlichkeit.


Nimmst Du diese hemmer-plus-drei-Hochrechnung für bare Münze und rechnest Deine Klausuren auf diese Weise hoch in Hinblick auf das Examen? Das kommt mir sehr naiv vor. Es scheint Dir aber Halt zu geben, sich an solchen Hochrechnungen zu orientieren. Vielleicht deshalb das böse Aufwachen in der Realität. Ich würde künftig in den Vorbereitungen knallhart mit Dir selbst sein, Dich selbst aus Prüfersicht ansehen. Keine Hochrechnungen, sondern die nackten Tatsachen.

Könnte es sein, dass mit Oberflächlichkeit evtl. auch Verständnisschwierigkeiten gemeint sind, dass Du die Fragestellungen womöglich nicht vollständig verstanden hast?


Nein. Zugegeben, natürlich schocken die ersten schlechten Noten bei Hemmer. Ich habe daher eine Exceltabelle mit allen Klausuren angelegt, darin die Noten vermerkt und - aus Motivationsgründen ein paar Zeilen daneben die Note +3 hingeschrieben, aber nur sofern sie bestanden und besser als 4 war. Dh. eine 4 war mit 4 markiert, eine 3 mit 3, eine 5 aber mit 8. Kann man bewerten wie man möchte, es stand nur neben der tatsächlichen Note. Für die Uni-Klausurenkursklausuren gab es dies nicht. Dort habe ich in beiden Tabellen die jeweils tatsächliche Note hingeschrieben.

Und Verständnisschwierigkeiten habe ich beileibe wirklich nicht. Danke für deine wirklich kritische aber auch konstruktive Art, diese Ferndiagnose ist natürlich schwierig, noch besonders da ich noch keine Einsicht hatte.

Ich habe gerade die letzten 4 Klausuren vor dem Examen herausgezogen, allesamt von der Uni.

Nr.1 (ÖR): "Leider setzen Sie die Schwerpunkte nicht richtig. Insgesamt 8 Punkte"
Nr.2 (ZR): "Probleme nicht erkannt. 6 Punkte"
Nr.3 (ZR): "Materiell-rechtlicher Teil gerät zu knapp. Ansicht überzeugt nicht. 8 Punkte"
Nr.4 (SR): "Eine tiefergreifende Auseinandersetzung findet noch zu selten statt. 7 Punkte"

Wie gesagt, ich habe versucht, die Oberflächlichkeit im Examen gerade nicht weiter zu verfolgen sondern tiefer zu gehen. Das scheint mir nicht gelungen zu sein. Klausureinsicht habe ich erst in zwei Wochen, bis dahin muss ich zwar 1. für die mündliche Prüfung lernen, 2. würde ich aber sehr gerne eine richtige Strategie finden, mich für September nochmal fit zu machen. Was hilft gegen Oberflächlichkeit? Ich werde gleich am Samstag wieder eine Klausur schreiben und stark darauf achten. Letztlich kommts im Examen halt doch wieder anders. Ich stehe mir irgendwie selbst im Weg.


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 Betreff des Beitrags: Re: Examen in den Sand gesetzt
BeitragVerfasst: Dienstag 27. Juni 2017, 17:17 
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Beiträge: 58
Wie wäre es damit, nach über 70 geschriebenen Klausuren das Klausurenschreiben erstmal sein zu lassen und sich auf's Lernen des Stoffes zu konzentrieren? Das hilft auch am Besten gegen Oberflächlichkeit. Viel Glück für die Mündliche!

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A noble spirit embiggens the smallest man.


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 Betreff des Beitrags: Re: Examen in den Sand gesetzt
BeitragVerfasst: Dienstag 27. Juni 2017, 17:25 
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Wohnort: Schweiz
1Schlaufuchs hat geschrieben:
Und Verständnisschwierigkeiten habe ich beileibe wirklich nicht. Danke für deine wirklich kritische aber auch konstruktive Art, diese Ferndiagnose ist natürlich schwierig, noch besonders da ich noch keine Einsicht hatte.

Ich habe gerade die letzten 4 Klausuren vor dem Examen herausgezogen, allesamt von der Uni.

Nr.1 (ÖR): "Leider setzen Sie die Schwerpunkte nicht richtig. Insgesamt 8 Punkte"
Nr.2 (ZR): "Probleme nicht erkannt. 6 Punkte"
Nr.3 (ZR): "Materiell-rechtlicher Teil gerät zu knapp. Ansicht überzeugt nicht. 8 Punkte"
Nr.4 (SR): "Eine tiefergreifende Auseinandersetzung findet noch zu selten statt. 7 Punkte"

Wie gesagt, ich habe versucht, die Oberflächlichkeit im Examen gerade nicht weiter zu verfolgen sondern tiefer zu gehen. Das scheint mir nicht gelungen zu sein. Klausureinsicht habe ich erst in zwei Wochen, bis dahin muss ich zwar 1. für die mündliche Prüfung lernen, 2. würde ich aber sehr gerne eine richtige Strategie finden, mich für September nochmal fit zu machen. Was hilft gegen Oberflächlichkeit? Ich werde gleich am Samstag wieder eine Klausur schreiben und stark darauf achten. Letztlich kommts im Examen halt doch wieder anders. Ich stehe mir irgendwie selbst im Weg.


Nr.2 (ZR): "Probleme nicht erkannt. 6 Punkte" weist aber schon auch auf mögliche Verständnisprobleme hin oder aber Du verstehst es, bist aber zu wenig exakt in der Wiedergabe Deiner an sich bestehenden Kenntnisse. Und ja, höchstwahrscheinlich wird es Dir nicht gelungen sein, denn wenn jemand dazu tendiert, sich kurz und unpräzise auszudrücken, braucht es sehr viel Arbeit an seinem Stil, um das zu ändern. An sich finde ich es aber gut, wie Du konkret nach den Fehlerquellen suchst. Das wird Dir sicher helfen, wenn Du nichts beschönigst (durch Hochrechnungen und "gute Gefühle") und nicht zu schnell mit Dir zufrieden bist. Ich wünsche Dir viel Glück für die mündliche Prüfung! :)

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 Betreff des Beitrags: Re: Examen in den Sand gesetzt
BeitragVerfasst: Dienstag 27. Juni 2017, 18:21 
Noch selten hier
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Beiträge: 13
Danke euch. @Candor, ja die Einsicht kommt vielleicht etwas zu spät. Ich bin vor meinem Examen die Altklausuren auch schon durch, habe da eben zu den Gesprächen mit meinen Mentoren die Problematik der Oberflächlichkeit bestätigt gesehen (zu ungenau, ich gehe nicht genug in die Tiefe etc) und wollte genau das im Examen eben vermeiden, was scheinbar nicht gelungen ist.
Ich bin auf die Klausuren gespannt aber auch extremst verunsichert, weil eben gerade (bis zur Einsicht) der Ansicht, doch genau das gemacht zu haben. Mit den Themen bin ich prima zurecht gekommen, hatte keine Lücke etc.

Naja, irgendwas habe ich falsch gemacht. Betrachtet man jetzt den Kalender habe ich exklusiv Sonntage noch rund 60 Tage Zeit. Ich bin nun auf der Suche nach einer möglichst idealen Strategie, diese 60 Tage so intensiv wie möglich zu nutzen.

a. Klausuren (wenn kein stilistisches Problem dann eher (-))

b. Rep-Unterlagen wiederholen und intensiv durcharbeiten (2-3 Tage pro Gebiet)

c. Eigene Unterlagen wiederholen (ein Ordner selbstgeschriebener Skripte mit ca. 70 Seiten pro Rechtsgebiet)

d. Crashkurs besuchen

Das sind so die Möglichkeiten die ich gerade sehe, aber es ist schon schwierig, ohne Klausuren hier eine Aussage zu treffen oder sich einen Plan zu machen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Examen in den Sand gesetzt
BeitragVerfasst: Dienstag 27. Juni 2017, 18:26 
Super Mega Power User
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Registriert: Freitag 9. August 2013, 12:32
Beiträge: 3479
Ich würde schon darüber nachdenken, erst im März zu schreiben. So lange ist das nicht mehr, insbesondere kein volles Jahr. Sich, ohne Klausureinsicht genommen zu haben, in diesem Punkt festzulegen finde ich nicht so klug.

Schämen musst du dich im Übrigen ganz sicher nicht.


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