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 Betreff des Beitrags: Re: Examen in den Sand gesetzt
BeitragVerfasst: Dienstag 27. Juni 2017, 18:36 
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Registriert: Sonntag 28. August 2016, 17:43
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1Schlaufuchs hat geschrieben:
Naja, irgendwas habe ich falsch gemacht. Betrachtet man jetzt den Kalender habe ich exklusiv Sonntage noch rund 60 Tage Zeit. Ich bin nun auf der Suche nach einer möglichst idealen Strategie, diese 60 Tage so intensiv wie möglich zu nutzen.


Vielleicht täuscht mein Eindruck, aber könnte es sein, dass Du gut gelernt hast, aber Dir zu wenig konkrete Gedanken machst und das Deine Oberflächlichkeit im Stil begünstigt? Ich empfehle Dir, mit anderen Prüflingen möglichst viel über den Stoff zu reden, eigene Gedanken und Ansichten zu entwickeln, darüber zu grübeln, den Spaß daran zu stärken, damit Du Lust hast, Dich eingehender mit Fragestellungen auseinanderzusetzen. DAS würde ich Tiefe nennen. Es geht wohl eher nicht mehr darum, das, was Du bereits zusammengefasst hast, erneut oberflächlich (auswendig) zu lernen. Du könntest höchstens versuchen, das Zusammengefasste nochmal zu durchdenken und konkrete Fallbeispiele dazu zu entwickeln, um eine vertiefte Auseinandersetzung zu üben und zu lernen, die Schwerpunkte richtig herauszukristallisieren.

_________________
LG Candor


Zuletzt geändert von Candor am Dienstag 27. Juni 2017, 18:39, insgesamt 2-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Examen in den Sand gesetzt
BeitragVerfasst: Dienstag 27. Juni 2017, 18:37 
Noch selten hier
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Beiträge: 13
in einem studiengang, in dem die note alles entscheidet, in einer branche, in der scheinbar nur die note zählt, bleibt einem nach erfolgreichem studium nichts anderes übrig als sich zu schämen.. man studiert ja nicht vier, fünf oder mehr jahre, um dann ein zweitklassiger anwalt zu werden.


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 Betreff des Beitrags: Re: Examen in den Sand gesetzt
BeitragVerfasst: Dienstag 27. Juni 2017, 18:39 
Noch selten hier
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Registriert: Dienstag 27. Juni 2017, 13:08
Beiträge: 13
Candor hat geschrieben:
1Schlaufuchs hat geschrieben:
Naja, irgendwas habe ich falsch gemacht. Betrachtet man jetzt den Kalender habe ich exklusiv Sonntage noch rund 60 Tage Zeit. Ich bin nun auf der Suche nach einer möglichst idealen Strategie, diese 60 Tage so intensiv wie möglich zu nutzen.


Vielleicht täuscht mein Eindruck, aber könnte es sein, dass Du gut gelernt hast, aber Dir zu wenig konkrete Gedanken machst und das Deine Oberflächlichkeit im Stil begünstigt? Ich empfehle Dir, mit anderen Prüflungen möglichst viel über den Stoff zu reden, eigene Gedanken und Ansichten zu entwickeln, darüber zu grübeln, den Spaß daran stärken, damit Du Lust hast, Dich eingehender mit Fragestellungen auseinanderzusetzen. DAS würde ich Tiefe nennen. Es geht wohl eher nicht mehr darum, das, was Du bereits zusammengefasst hast, erneut oberflächlich zu lernen. Du könntest höchstens versuchen, das Zusammengefasste nochmal zu durchdenken und konkrete Fallbeispiele dazu zu entwickeln, um eine vertiefte Auseinandersetzung zu üben.


Ja das könnte sein. An sich macht es sicher Spaß und ist ja gerade Kern der Rechtswissenschaft, aber in 5 Stunden mit begrenzter Schreibzeit hier noch ewig auszuführen, das finde ich doch immer bedenklich. Gerade wenn es heißt man soll keine Meinungsstreits auswendig lernen und zig Theorien aufbeten. Daher habe ich versucht, bei erkannten Problemen zwei Ansichten herauszubilden, habe mir hier eine weiterführende Ansicht und eine ablehnende Ansicht aufgeschrieben (bzw. mir eine von der richtigen Ansicht abweichende ausgedacht), argumentiert und das Problem so lösen wollen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Examen in den Sand gesetzt
BeitragVerfasst: Dienstag 27. Juni 2017, 18:52 
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1Schlaufuchs hat geschrieben:
Daher habe ich versucht, bei erkannten Problemen zwei Ansichten herauszubilden, habe mir hier eine weiterführende Ansicht und eine ablehnende Ansicht aufgeschrieben (bzw. mir eine von der richtigen Ansicht abweichende ausgedacht), argumentiert und das Problem so lösen wollen.


Es geht nicht um Quantität, sondern qualitativ um Deine ganz persönliche Auseinandersetzung mit der Fragestellung und Ansichtsbildung dazu. Der Prüfer möchte sehen, ob Du so weit bist, Dir eine eigene Ansicht dazu zu bilden und überzeugend darzulegen und nicht nur zu zitieren und Gelerntes abzurufen.

Was das Schämen angeht: Es ist ein unnützes Gefühl (was bringt es Dir?) und wird Dich nur stören in der Prüfung, leg es ab und konzentriere Dich, logisch. Es gibt zwei Denkweisen (wissenschaftlich gesehen), das analytisch-exakte Denken, das Du hier so dringend brauchst, und das intuitiv-holistische Denken, das im Alltag sehr nützlich sein kann, aber in einer Prüfung zu oberflächlich ist.

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LG Candor


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 Betreff des Beitrags: Re: Examen in den Sand gesetzt
BeitragVerfasst: Mittwoch 28. Juni 2017, 19:35 
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Registriert: Dienstag 29. Januar 2008, 22:53
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Hallo,
zunächst einmal glaube ich auch nicht, dass man Dich jetzt noch kurz vor dem Ziel in der Mündlichen "verhungern" lässt, allerdings schließe ich mich den Auffassungen an, dass ein Probeklausurschnitt von 6-7 Punkten jetzt nicht zwingend die Erwartung eines B bis VB schüren sollte. In Anbetracht der zeitlich umfangreichen Vorbereitung und der zahlreichen Probeklausuren halte ich die Leistungssteigerung auch eher für moderat, sorry...

Ich korrigiere viel an der Uni und was mir auffällt: Viele Studierende meinen, die Probleme erkannt zu haben, aber die Aufbereitung ist schlecht. Das ist wie im Mathe-Unterreicht: Wenn das Ergebnis richtig ist, aber der Weg falsch, dann gibt es keine gute Note. Ich lese ganz oft z.B. folgendes: "Die ABC GMBH müsste antragsberechtigt sein. Da die ABC GmbH eine juristische Person ist, ist sie antragsberechtigt, Art. 19 Abs. 3 GG." Das stimmt im Ergebnis natürlich ganz oft, aber gerade bei Studierenden erwarte ich einfach, dass da ordentlich durchsubsumiert wird. Gerade wenn Du alle Probleme wirklich erkennen solltest, muss es fast am "Handwerklichen" liegen, wenn Du nicht in die höheren Notenränge kommst. Meine Erfahrung ist, dass es ganz viele richtige Lösungen gibt, die aber inhaltlich zu knapp sind. In diesen Fällen stehen die Leute da und sagen dann "ja, aber das habe ich doch alles auch" - Die Frage ist halt, wie... . Das andere Extrem ist derjenige, der mir auf 2 vollen Seiten erklärt, dass sich die ABC GmbH auf Art. 14 GG berufen kann, mir dann aber in einem knappen Satz unterschiebt, dass das BauGB eine Inhalts- und Schrankenbestimmung ist. Gerade wenn Du Dich so sehr darauf fokussierst, weniger oberflächlich zu sein, kann es tatsächlich ganz schnell sein, dass auch die Schwerpunktsetzung leidet.

To make a long story short: Ohne Einsichtnahme können wir hier viel orakeln. Wenn die Einzelnoten alle nicht berauschend waren, würde ich aber grundsätzlich nicht schon im September ins Examen gehen, sondern mich fragen, warum ich es nach 70 Klausuren (soviel habe ich für beide Examina nicht geschrieben) im Durchschnitt nur für ein solides "Ausreichend" genügt.

Viele Grüße
lucyyy

_________________
Mitleid bekommt man geschenkt, Neid muss man sich verdienen. ;-)


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 Betreff des Beitrags: Re: Examen in den Sand gesetzt
BeitragVerfasst: Mittwoch 28. Juni 2017, 20:41 
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Registriert: Freitag 24. Januar 2014, 22:54
Beiträge: 2896
Wieviel Klausuren, die auch tatsächlich mal im Examen dran kamen, hast du vorher Probe geschrieben? Diese hemmer-Klausuren halte ich für nicht die Examensrealität abbildend.

Ansonsten unbedingt zur Einsicht gehen. An irgend etwas muss es gelegen haben.


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 Betreff des Beitrags: Re: Examen in den Sand gesetzt
BeitragVerfasst: Mittwoch 28. Juni 2017, 23:46 
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Beiträge: 15
Nur eine Mutmaßung, aber vllt. hast du die von dir bekannten "Standardprobleme" auch zum Teil verkannt? Du scheinst ja bei Hemmer gewesen zu sein und hast dich dementsprechend vermutlich auch intensiv mit den Fällen aus dem Hauptkurs vorbereitet? Ich denke, dass gerade wenn man die ganzen Standardprobleme besonders gut beherrscht, besteht immer die große Gefahr, dass man es im Examen vorschnell annimmt, obwohl es vllt. leicht abgeändert wurde. Dann schreibt man sein bekanntes Wissen locker runter aber letztlich am gegebenen Fall total vorbei. Ist mir zumindest einige male passiert, bis es mir eine Lehre wurde noch genauer zu lesen etc.


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 Betreff des Beitrags: Re: Examen in den Sand gesetzt
BeitragVerfasst: Donnerstag 29. Juni 2017, 10:46 
Noch selten hier
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Registriert: Dienstag 27. Juni 2017, 13:08
Beiträge: 13
lucyyy hat geschrieben:
Hallo,
zunächst einmal glaube ich auch nicht, dass man Dich jetzt noch kurz vor dem Ziel in der Mündlichen "verhungern" lässt, allerdings schließe ich mich den Auffassungen an, dass ein Probeklausurschnitt von 6-7 Punkten jetzt nicht zwingend die Erwartung eines B bis VB schüren sollte. In Anbetracht der zeitlich umfangreichen Vorbereitung und der zahlreichen Probeklausuren halte ich die Leistungssteigerung auch eher für moderat, sorry...

To make a long story short: Ohne Einsichtnahme können wir hier viel orakeln. Wenn die Einzelnoten alle nicht berauschend waren, würde ich aber grundsätzlich nicht schon im September ins Examen gehen, sondern mich fragen, warum ich es nach 70 Klausuren (soviel habe ich für beide Examina nicht geschrieben) im Durchschnitt nur für ein solides "Ausreichend" genügt.

Viele Grüße
lucyyy


Mir war es wichtig, die Klausuren zu bestehen. Zu den Korrekturen kann ich nicht viel sagen, oftmals fand ich sie auch sehr schlampig. Ich habe versucht meine Fehler zu analysieren und sie besser zu machen. Die Schwankungsbreite lag bei 3-15 Punkten. Da ich in den Probeklausuren nie 100% gegeben habe, hatte ich eine ordentliche Note schon für machbar eingeschätzt, insbesondere, da ich das Examen als sehr fair und machbar empfand, völlig anders als die Hemmer Klausuren. Aber das ist wie gesagt ja alles subjektiv. Was ich auf keinen Fall wollte und womit ich gar nicht gerechnet habe war eine deutliche Verschlechterung im Gegensatz zu den Probeklausuren. Betrachtet man die Klausuren des letzten halben Jahres vor dem Examen wäre hier ein B natürlich locker drin gewesen. Mit Schwerpunkt und Mündlicher wäre VB machbar gewesen. Aber hätte hätte Fahrradkette.

Zitat:
Wieviel Klausuren, die auch tatsächlich mal im Examen dran kamen, hast du vorher Probe geschrieben?


18. Der Rest waren Hemmer-Klausuren.

Ich denke, ich melde mich hier am besten zurück, wenn ich nach der Mündlichen Klausureinsicht genommen habe. Bis dahin konzentriere ich mich auf den letzten Teil des Examens und kann wahrscheinlich sowieso nicht nach Mithilfe für eine Strategie hinsichtlich der verbleibenden Wochen bis zum Septemberexamen fragen, da mir selbst das ja nicht möglich ist ohne zu wissen, was wirklich schief gelaufen ist. Offensichtlich ja so einiges.

Ich danke euch für eure Hilfe und hoffe darauf auch in zwei Wochen wieder. Hoffentlich werde ich hier nicht als uneinsichtig empfunden.


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 Betreff des Beitrags: Re: Examen in den Sand gesetzt
BeitragVerfasst: Donnerstag 29. Juni 2017, 10:50 
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Würde ich auch so machen. Viel Glück und Erfolg! :)

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LG Candor


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 Betreff des Beitrags: Re: Examen in den Sand gesetzt
BeitragVerfasst: Donnerstag 29. Juni 2017, 12:20 
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Registriert: Montag 10. März 2014, 09:03
Beiträge: 527
1Schlaufuchs hat geschrieben:
Ich habe (leider vergeblich) versucht, alles richtig zu machen. Schöne Schrift, wichtige Überschriften unterstrichen, um insgesamt für eine angenehme Optik zu sorgen, den Gutachtenstil versucht penibel einzuhalten, Obersätze zu bilden und zu subsumieren, bei Problemen "eine Ansicht/ andere Ansicht" zu diskutieren und Schwerpunkte zu setzen. Es ist zum verzweifeln.

Kenne deine Klausuren nicht, das Folgende soll aber auch keine Ferndiagnose sein, sondern ein allgemeiner Hinweis:

Unterstreichungen haben in Klausuren nichts zu suchen. Die macht allenfalls der Gutachter. Überschriften sind Geschmacksfrage; mir waren sie zu aufwendig und doppelnd: Obersätze ersetzen sie schließlich gerade nicht. Der Gutachtenstil ist bei essentiellen Punkten der Prüfung gut und sinnvoll (und wird nebenbei bemerkt nie mit "Fraglich ist" eingeleitet), bei völlig Unproblematischem aber auch im 1. Examen schlichtweg fehl am Platze. Bekannte Probleme kann man gut ansichtsbezogen lösen und dann, wenn - wie fast immer - möglich, die Ansichten inhaltsbezogen und nicht als "eine" und "andere" bezeichnen. Einfacher eine saubere Methodik anzubringen ist es aber, wenn man argumentationsbezogen in der hergebrachten Reihenfolge des Auslegungskanons diskutiert: Wortlaut - Genese/Historie - Systematik - Telos. Zwingend ist ein methodisch-argumentatives Vorgehen statt einer ansichtsbezogenen Darstellung mE bei Analogien.

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"Die Rezeptur für's Examen ist ganz einfach: 30% Vorbereitung, 20% Glück und 50% geiler Typ."


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 Betreff des Beitrags: Re: Examen in den Sand gesetzt
BeitragVerfasst: Donnerstag 29. Juni 2017, 12:23 
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Beiträge: 527
I.Ü. wünsche ich natürlich viel Glück und Erfolg für die Mündliche! Insofern kann ich mich den Vorrednern hier anschließen: Praktisch keiner, der die Hürde zur MP gerissen hat, fällt dort noch durch.

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"Die Rezeptur für's Examen ist ganz einfach: 30% Vorbereitung, 20% Glück und 50% geiler Typ."


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 Betreff des Beitrags: Re: Examen in den Sand gesetzt
BeitragVerfasst: Donnerstag 29. Juni 2017, 12:24 
Noch selten hier
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Registriert: Dienstag 27. Juni 2017, 13:08
Beiträge: 13
Brainiac hat geschrieben:
1Schlaufuchs hat geschrieben:
Ich habe (leider vergeblich) versucht, alles richtig zu machen. Schöne Schrift, wichtige Überschriften unterstrichen, um insgesamt für eine angenehme Optik zu sorgen, den Gutachtenstil versucht penibel einzuhalten, Obersätze zu bilden und zu subsumieren, bei Problemen "eine Ansicht/ andere Ansicht" zu diskutieren und Schwerpunkte zu setzen. Es ist zum verzweifeln.

Kenne deine Klausuren nicht, das Folgende soll aber auch keine Ferndiagnose sein, sondern ein allgemeiner Hinweis:

Unterstreichungen haben in Klausuren nichts zu suchen. Die macht allenfalls der Gutachter. Überschriften sind Geschmacksfrage; mir waren sie zu aufwendig und doppelnd: Obersätze ersetzen sie schließlich gerade nicht. Der Gutachtenstil ist bei essentiellen Punkten der Prüfung gut und sinnvoll (und wird nebenbei bemerkt nie mit "Fraglich ist" eingeleitet), bei völlig Unproblematischem aber auch im 1. Examen schlichtweg fehl am Platze. Bekannte Probleme kann man gut ansichtsbezogen lösen und dann, wenn - wie fast immer - möglich, die Ansichten inhaltsbezogen und nicht als "eine" und "andere" bezeichnen. Einfacher eine saubere Methodik anzubringen ist es aber, wenn man argumentationsbezogen in der hergebrachten Reihenfolge des Auslegungskanons diskutiert: Wortlaut - Genese/Historie - Systematik - Telos. Zwingend ist ein methodisch-argumentatives Vorgehen statt einer ansichtsbezogenen Darstellung mE bei Analogien.


Wird nicht immer überall angepriesen, wie wertvoll übersichtliche Klausuren hinsichtlich Aufmachung und Stil für das Wohlwollen des Prüfers sind?
Dazu gehört eine saubere Schrift, fehlerfreie Grammatik, Übersicht durch Abstände und in meinen Augen auch Überschriften. Die habe ich der Übersichtlichkeit dienend immer unterstrichen und bislang nie Kritik eingefahren. Auch in der Schwerpunktklausur nicht.

Aber danke für deine Tipps. Grad das "fraglich ist.." lese ich doch vielerorts und übernehme es dann auch.
Das ich den Gutachtenstil bei unproblematischem weglasse ist mir klar, könnte mir aber vorstellen, zu vorsichtig im Examen gewesen zu sein, ergo doch zu oft gutachterlich geprüft zu haben, weil es in den Probeklausuren oft angemerkt wurde (obwohl in meinen Augen die Stelle auch unproblematisch war)


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 Betreff des Beitrags: Re: Examen in den Sand gesetzt
BeitragVerfasst: Donnerstag 29. Juni 2017, 12:33 
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Beiträge: 3878
Widerspruch zu einigen Teilen der Ausführungen von Brainiac:

Unterstreichungen sind in der Tat überflüssig und möglicherweise sogar störend. Überschriften sind hingegen sinnvoll, wenn man es nicht übertreibt, und daher auch üblich. "Fraglich ist" ist vollkommen in Ordnung, wenn es nicht im Übermaß verwendet wird. In manchen Konstellationen ist es sogar recht schwierig und wirkt zusätzlich ungelenk, einen Obersatz ohne diese Wendung zu formulieren.

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"Honey, I forgot to duck."


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 Betreff des Beitrags: Re: Examen in den Sand gesetzt
BeitragVerfasst: Donnerstag 29. Juni 2017, 12:41 
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Beiträge: 527
Wenn vor dem Obersatz ein neuer Gliederungspunkt steht und dahinter eine freie Zeile kommt, gibt es doch praktisch kaum einen Unterschied zur Überschrift. So lang sind die meisten Obersätze ja dann doch nicht zu formulieren. Kann aber vielleicht auch an mir liegen, ich hatte immer Zeitprobleme und wollte so etwas einsparen.

Beim "Fraglich ist" bleibe ich bei meiner Aussage. Obersatz im eigentlichen Sinne kann ein Satz, der so beginnt, nie sein.

Dass die Geschmäcker gerade bei solchen Dingen unterschiedlich sind, sollte klar sein. Wollte auch nur etwas anregen.

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"Die Rezeptur für's Examen ist ganz einfach: 30% Vorbereitung, 20% Glück und 50% geiler Typ."


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 Betreff des Beitrags: Re: Examen in den Sand gesetzt
BeitragVerfasst: Montag 17. Juli 2017, 13:12 
Noch selten hier
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Registriert: Dienstag 27. Juni 2017, 13:08
Beiträge: 13
Hallo ihr Lieben,

wie versprochen melde ich mich jetzt zurück, nachdem ich die Klausuren betrachten konnte und mich im Mündlichen auch nochmal etwas verbessert habe (im Rahmen des Machbaren).

Zu den Kritiken:

Klausur 1: Frage 1 zunächst zutreffend, Prüfung der Anspruchskürzung ist nicht gelungen, deliktische Ansprüche zu oberflächlich geprüft.
Frage 2 gut argumentiert, allerdings ein Problem nicht erkannt. Normative Korrektur der erkannten Differenzhypothese nicht erwogen.
Frage 3 hier gut geprüft aber ein Problem nicht erkannt.
Vom Zweitkorrektur herunterkorrigiert.

Klausur 2: Keine Diskussion ob Briefmarken Inhaberpapier, Bearb. geht von Vermischung statt Vermengung aus, Bearb. sieht Marken des X als Hauptsache. Weitere fehlende Prüfungen in der Folge konsequent. Ein Anspruch sehr pauschal geprüft, im Ergebnis aber richtig. Zwei Probleme nicht gesehen (Zweitkorrektor: Doch!). Bearb. sieht einige weniger zentrale Probleme nicht (laut Zweitkorrektor ja eigentlich schon), Teil 2 leidet unter oberflächlicher Herangehensweise. Zweitkorrektur hat wieder herunterkorrigiert.

Klausur 3: Bearb. argumentiert sehr niveauvoll und zeigt gutes Grundlagenwissen. Leider wurden aber entscheidente AGLs nicht erkannt. (Klausur 3 habe ich verbockt das wusste ich, Problem war bekannt).

Klausur 4: Strafrecht, dazu sag ich nix, die lief einfach nicht gut

Klausur 5: Korrektur leider nicht lesbar.

Klausur 6: Verf. erörtert niveauvoll wesentliche, jedoch keineswegs alle Probleme der Klausur. Darüber hinaus ist die Argumentation nicht immer normgeleitet und schöpft in der Subsumtion den SV nicht immer vollständig aus.

Ja, insgesamt kann man wohl das Resumee ziehen, dass nicht alle Probleme erkannt wurden und ich oft Probleme für weniger wichtig erachtet habe als sie tatsächlich waren, dann oberflächlich geprüft habe. Nun bleiben mir noch ein paar Wochen, mich wiederholend mit dem Stoff auseinanderzusetzen und für den Verbesserungsversuch zu lernen.


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