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 Betreff des Beitrags: Das Jurastudium und ich...?
BeitragVerfasst: Dienstag 12. September 2017, 19:31 
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Beiträge: 3
Servus,

Ich habe irgendwie das Bedürfnis meine "Probleme" alle mal niederzuschreiben. Weiß jetzt auch nicht was genau ich mir erhoffe, freue mich über jede Erfahrung/Ratschlag/was auch immer (auch wenn es das sicherlich schon öfters gab)!

Zu meinem Anliegen:

Ich werde nun ins dritte Semester meines Jurastudiums kommen. Ab etwa der 10. Klasse stand für mich fest, Jura zu studieren - In meiner Familie gibt es keinen einzigen Juristen, die meisten hätten mich in einem anderen Bereich gesehen. Nunja, das erste Semester ging recht schnell vorbei. Die Thematik fand ich interessant (wer ist am Anfang nicht begeistert...), ich habe jedoch leider nur wenig in den AGs mitgearbeitet. Die Klausuren am Semesterende waren ganz ok, leicht über dem Durchschnitt. Es wäre auch noch mehr drin gewesen, nur fehlte mir die Übung im Klausurenschreiben.

Erstes Semester:

Dann ging es an die Hausarbeit - Und hier fingen dann irgendwie die Zweifel an. Ich hatte durch meine schlampige Mitarbeit schon einige Defizite. Die Hausarbeit habe ich letztendlich wiederum zufriedenstellend bestanden, aber mir ist aufgefallen, dass mir das rein theoretische Arbeiten eher nicht liegt. Ich bekomme zwar einen Streitentscheid ordentlich geführt, aber ich kann nicht behaupten dass mir das Spaß macht.
Mir kommt das ganze leider sehr realitätsfern vor. Ich verstehe die Relevanz, aber es fällt mir schwer einen Sinn darin zu sehen. Es fällt mir anscheinend schwer ohne Praxisbezug - Ich habe bereits ein Praktikum in einer kleinen Kanzlei gemacht und da gefiel es mir eigentlich ganz gut. Es waren aber vor allem der Mandantenkontakt und Termine vor Ort die mich interessiert haben. Der Anwalt war auf Architektenrecht spezialisiert und oft auf Baustellen unterwegs.

Das führt mich zu der nächsten Sache: Ich habe mir nicht zu viele Gedanken um eine berufliche Zukunft gemacht. Wie gesagt, das Praktikum gefiel mir ganz gut. Aber wie ist es in anderen Fachrichtungen? Ist man da auch mal unterwegs beim Mandanten oder eher nur in der Kanzlei und vor Gericht? Ich muss auf jeden Fall noch mal ein Praktikum in einem anderen Bereich machen und schauen ob mir das auch gefällt.

Weiter im Text: Ich habe dann die Hausarbeit zu Ende geschrieben, gleichzeitig habe ich ernsthaft überlegt zu wechseln. Mein anderer Berufswunsch bis zur 10. Klasse war nämlich stets Ingenieur, da mich technische Dinge sehr interessieren und ich da ein ganz gutes Verständnis für habe. Also habe ich mir einige Ingenieurswissenschaftliche Studiengänge etwas angeschaut. Sosehr mich zwar die Technik in der Praxis interessiert - Mathematik war nie meins. Somit habe ich dann meine Gedanken dahingehend wieder begraben und entschlossen erst mal Jura weiter zu machen.

Zweites Semester:
Jetzt sitze ich am Ende des zweiten Semesters wieder an der Hausarbeit und die Zweifel kommen wieder auf. Zudem komme ich mit meinen Kommilitonen leider nicht so gut klar, der Großteil ist mir unsymphatisch. Überhaupt habe ich so ein subjektives Gefühl fehl am Platze zu sein. Ich weiß nicht ob das zu viel verlangt ist, aber wenn ich die Mediziner sehe die sich in ihre Unterlagen stürzen...sosehr begeistert es mich nicht. Auch wenn ich es weiterhin interessant finde, vor allem wenn ich merke mein Wissen tatsächlich auf die "echte Welt" anwenden zu können (zB Schuldrecht). Ich sehe mich langfristig irgendwie nicht erfüllt so.
Außerdem meine ich, dass ich im Einordnen einer rechtlichen Begebenheit in das große Ganze nicht all zu gut bin. Also das systematische Denken. Das kann aber daran liegen, dass ich auch noch etwas Nachholbedarf habe in manchen Rechtsgebieten (ZivilR..)

Die Frage ist jetzt: Was mache ich daraus? Ich sehe zwei Möglichkeiten:

a) Ich mache Jura weiter. (Noch) mache ich mir keine Sorgen das Studium nicht zu schaffen, bei den Besten sehe ich mich aber auch nicht. Durch die ganze Panikmache habe ich mittlerweile das Gefühl ich sollte Jura direkt schmeißen wenn ich nicht zu den besten 15% gehöre. Wie war das bei euch? War direkt der Gedanke da: "Das ist es?". Wenn ich den Anwaltsberuf anstrebe - ist es da schädlich wenn ich mich nicht wirklich für die reine Theorie begeistern kann? Wer weiß, wenn es dann tatsächlich um echte Fälle geht kann ich mit der Sache viel mehr anfangen? Andererseits will ich den Fakt, dass ich nun doch schon zwei mal gezweifelt habe nicht außer Acht lassen.

b) Ich wechsle in einen anderen Studiengang. Wenn ich gut in Mathematik wäre, würde mir der Ingenieursberuf glaube ich sehr gut gefallen. Aber sich in so ein Studium zu stürzen ohne Spaß an Mathe zu haben macht wahrscheinlich so viel Sinn wie Jura wenn man nicht gerne liest. Im Endeffekt will ich nicht ausschließen, dass ich nicht auch das schaffen würde. Aber ich befürchte letztendlich genau wie jetzt auch dazustehen, wenn mir nämlich die Sache da auch zu theoretisch ist. Im Gegensatz zu Jura könnte man da aber sogar dual was machen. Problematisch ist, dass ich außerdem für ein solches Studium zwingend umziehen müsste...also mal eben versuchen ist nicht.

Vielen Dank fürs Lesen. Freue mich über Anregungen aller Art!


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Jurastudium und ich...?
BeitragVerfasst: Dienstag 12. September 2017, 20:54 
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Registriert: Freitag 9. August 2013, 12:32
Beiträge: 3878
Du solltest dich vor allem fragen, ob du die Examensvorbereitung, bei der du in der Tat eine lange Zeit intensiv die Theorie pauken musst, meistern wirst.

Du dürftest selbst schon mehrfach gehört haben, dass die Examensvorbereitung meist zwischen einem und anderthalb Jahren in Anspruch nimmt. Wenn dir das Lernen der Theorie wirklich so unangenehm ist, sehe ich hier ein großes Problem.

Erst im Referendariat erhält man wirklich einen gewissen Einblick in die Praxis, aber auch dort musst du dir wieder in großem Umfang theoretisches Wissen aneignen. Das wird dich also noch viele Jahre begleiten, falls du das Studium fortsetzt.

Viele Leute entwickeln allerdings auch erst spät eine Leidenschaft für Jura, das muss also nichts heißen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Das Jurastudium und ich...?
BeitragVerfasst: Dienstag 12. September 2017, 21:11 
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Registriert: Mittwoch 18. Januar 2017, 23:02
Beiträge: 108
Honigkuchenpferd hat geschrieben:
Du solltest dich vor allem fragen, ob du die Examensvorbereitung, bei der du in der Tat eine lange Zeit intensiv die Theorie pauken musst, meistern wirst.

Du dürftest selbst schon mehrfach gehört haben, dass die Examensvorbereitung meist zwischen einem und anderthalb Jahren in Anspruch nimmt. Wenn dir das Lernen der Theorie wirklich so unangenehm ist, sehe ich hier ein großes Problem.

Erst im Referendariat erhält man wirklich einen gewissen Einblick in die Praxis, aber auch dort musst du dir wieder in großem Umfang theoretisches Wissen aneignen. Das wird dich also noch viele Jahre begleiten, falls du das Studium fortsetzt.

Viele Leute entwickeln allerdings auch erst spät eine Leidenschaft für Jura, das muss also nichts heißen.


Dem kann ich mich anschließen und in einer Sache dich beruhigen. Ich habe Jura bis zum 1. Examen nicht gemocht. Ich fand die Themen scheiße. Alle Fälle waren so realitätsfern. jeder Meinungsstreit hat mE Null Relevanz im Anwaltsleben. Diese dogmatischen Streitereien werden von den ganzen (Idioten-)Professoren betrieben, um sich zu profilieren. Ich bin übrigens auch der Ansicht, dass die Professoren, die nicht zufällig als Anwalt noch tätig sind, null Ahnung haben vom echten Jura und nur hinter ihren Lehrbüchern stecken, die völlig nutzlos sind.

Der Anwaltsberuf wiederum - es kommt natürlich auch immer auf die Kanzlei, den Ort, das Rechtsgebiet und vieles mehr an - ist wohl genau das, was dir Spaß macht (machen wird). Aber es führt eben kein anderer (Leidens-)Weg daran vorbei, diese Sklaverei bis zum 2. Examen durchzumachen. Das Ref macht tatsächlich etwas Spaß, weil du erstmal praktisch arbeitest. Aber wie zuvor erwähnt, auch da wird der unnütze und fade Jura-Beigeschmack mit diesem ?(!="§/!()§/!§& theoretischen Mist dabei sein.

Du musst dich fragen: Kannst du dich noch knapp 6-7 Jahre (je nach deiner Examensvorbereitung + Ref) selbst zwingend, versklaven und peitschen, bis du beide Examina hast?
Wenn du jetzt im dritten Semester so starke Zweifel hast, wirst du mE große Probleme haben (wie zutreffend das ist, ist natürlich eine andere Geschichte. Aber was solls, ich mach ja eh nur eine Ferndiagnose).


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Jurastudium und ich...?
BeitragVerfasst: Mittwoch 13. September 2017, 08:14 
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Beiträge: 2597
Wohnort: Südwestdeutschland
Schaasch hat geschrieben:
Die Hausarbeit habe ich letztendlich wiederum zufriedenstellend bestanden, aber mir ist aufgefallen, dass mir das rein theoretische Arbeiten eher nicht liegt. Ich bekomme zwar einen Streitentscheid ordentlich geführt, aber ich kann nicht behaupten dass mir das Spaß macht.


Naja, die pure Theorie interessiert die wenigsten - die Mehrzahl wird vermutlich die Anwendung der Theorie auf die Praxis interessieren, also die Antwort auf die Frage, warum etwas so ist oder entschieden wird, wie es ist, oder wie ein realer Fall richtig zu entscheiden wäre.

Insofern: Wenn Du Dich nicht gerade wissenschaftlich mit juristischen Fragen beschäftigst, wird Deine Arbeit eher praktisch orientiert sein. Vieles in dem Bereich, in dem Du arbeitest, wird zur Routine werden, und ein so tiefer Einstieg wie in einer Klausur oder Hausarbeit wird selten erforderlich werden - wenn es aber erforderlich wird, dann mit einem praktischen Zweck. (Und in der Praxis wird niemand wochenlang denselben Fall juristisch prüfen können; dafür mangelt es schon an der Zeit.)

Andererseits wird es aber natürlich im Rahmen der Ausbildung und Prüfung erforderlich werden, dass Du auch "theoretisch" arbeiten kannst.

Es ist also kein Problem, wenn Du nicht Dein ganzes Berufsleben Hausarbeiten schreiben willst. ;) Es könnte aber durchaus eines werden, wenn Dir das so zuwider ist, dass Du nicht in der Lage bist, für Deine Prüfungen zu lernen und sie ordentlich zu absolvieren.

Schaasch hat geschrieben:
Mir kommt das ganze leider sehr realitätsfern vor.


Das ist es ja auch - aber das ist es mehr oder weniger in jedem Studiengang. Wenn Du direkt anwendungsorientiert arbeiten willst, wird eher eine Ausbildung - oder ein sehr praxisorientierter Studiengang, bspw. auch an einer Berufsakademie/Dualen Hochschule, in Betracht kommen.

Wie Du ja selbst schreibst: als Ingenieur machst Du am Anfang sehr viel Mathematik, als Informatiker auch, und als Mediziner bspw. sehr viel Biologie, Chemie und Physik, ohne jeden unmittelbar erkennbaren Bezug zur späteren Tätigkeit.

Schaasch hat geschrieben:
Das führt mich zu der nächsten Sache: Ich habe mir nicht zu viele Gedanken um eine berufliche Zukunft gemacht. Wie gesagt, das Praktikum gefiel mir ganz gut. Aber wie ist es in anderen Fachrichtungen? Ist man da auch mal unterwegs beim Mandanten oder eher nur in der Kanzlei und vor Gericht? Ich muss auf jeden Fall noch mal ein Praktikum in einem anderen Bereich machen und schauen ob mir das auch gefällt.


Der Großteil der juristischen Arbeit wird in den meisten Bereichen am Schreibtisch geleistet werden - aber zu einer anwaltlichen Tätigkeit gehört (außerhalb von sehr großen, diversifizierten Strukturen) immer auch der persönliche Mandantenkontakt. Vielleicht seltener Auswärtstermine und mehr Besprechungen in der eigenen Kanzlei, aber ohne Besprechungen mit den Mandanten wird es nicht gehen.

Schaasch hat geschrieben:
Weiter im Text: Ich habe dann die Hausarbeit zu Ende geschrieben, gleichzeitig habe ich ernsthaft überlegt zu wechseln. Mein anderer Berufswunsch bis zur 10. Klasse war nämlich stets Ingenieur, da mich technische Dinge sehr interessieren und ich da ein ganz gutes Verständnis für habe. Also habe ich mir einige Ingenieurswissenschaftliche Studiengänge etwas angeschaut. Sosehr mich zwar die Technik in der Praxis interessiert - Mathematik war nie meins. Somit habe ich dann meine Gedanken dahingehend wieder begraben und entschlossen erst mal Jura weiter zu machen.


Ich glaube, es ist weitverbreitet, dass das Gras auf der anderen Seite des Zaunes immer grüner erscheint.

Ich habe zum Ende des Studiums - und zum Beginn der Examensvorbereitung - hin auch überlegt, den Studiengang zu wechseln; letztlich weniger, weil mir mein anderer Studienwunsch mehr zusagte, als vielmehr, weil ich nicht wusste, wo ich bei Jura anfangen soll, den Eindruck hatte, bisher nichts richtig gelernt zu haben und mir nicht vorstellen konnte, wie ich in diesem Bereich jemals eine interessante Tätigkeit finden sollte. Rückblickend wäre das ein Desaster geworden.

Schaasch hat geschrieben:
Jetzt sitze ich am Ende des zweiten Semesters wieder an der Hausarbeit und die Zweifel kommen wieder auf.


Und wie ist es während des Semesters?

Interessieren Dich die juristischen "Gedankengebäude" gar nicht, oder nur meistens nicht, und es gibt Themen, bei denen es Dich fasziniert, wie das alles zusammenspielt?

Schaasch hat geschrieben:
Zudem komme ich mit meinen Kommilitonen leider nicht so gut klar, der Großteil ist mir unsymphatisch.


Das kann Dir immer passieren.

Gibt es denn andere Studiengänge, bei denen Du Dich weniger "fehl am Platze" fühlst?

Schaasch hat geschrieben:
Wie war das bei euch? War direkt der Gedanke da: "Das ist es?".


Nein. Ich fand das Thema interessant, wirklich spannend aber eigentlich nur kleine Bereiche, namentlich das Strafrecht. Hätte man mich vor dem Examen gefragt, was ich später machen will, ob ich mir eine erfüllende juristische Tätigkeit vorstellen könnte - ich hätte keine Antwort gewusst. (Das mag auch daran liegen, dass ich mich nicht intensiv genug damit beschäftigt und während des Studiums in erheblichem Umfang anderweitige Interessen verfolgt habe. *hüstel*)

Schaasch hat geschrieben:
Wenn ich den Anwaltsberuf anstrebe - ist es da schädlich wenn ich mich nicht wirklich für die reine Theorie begeistern kann?


Kaum. Anwaltliche Tätigkeit ist praktisch - und oft gar nicht in erster Linie juristisch. Freilich muss man etwas davon verstehen, um die Rechtslage einschätzen zu können, aber den Mandanten interessieren regelmäßig in keiner Weise juristische Höhenflüge, sondern Erfolgsaussichten und der beste Weg, seine Interessen durchzusetzen.

Schaasch hat geschrieben:
Andererseits will ich den Fakt, dass ich nun doch schon zwei mal gezweifelt habe nicht außer Acht lassen.


Würdest Du als angehender Ingenieur nach Matheprüfungen wirklich weniger an DIr zweifeln?

Schaasch hat geschrieben:
Aber sich in so ein Studium zu stürzen ohne Spaß an Mathe zu haben macht wahrscheinlich so viel Sinn wie Jura wenn man nicht gerne liest.


Das denke ich auch.

Grüße,
-thh

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 Betreff des Beitrags: Re: Das Jurastudium und ich...?
BeitragVerfasst: Mittwoch 13. September 2017, 09:17 
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Schaasch hat geschrieben:
Dann ging es an die Hausarbeit - Und hier fingen dann irgendwie die Zweifel an. Ich hatte durch meine schlampige Mitarbeit schon einige Defizite. Die Hausarbeit habe ich letztendlich wiederum zufriedenstellend bestanden, aber mir ist aufgefallen, dass mir das rein theoretische Arbeiten eher nicht liegt. Ich bekomme zwar einen Streitentscheid ordentlich geführt, aber ich kann nicht behaupten dass mir das Spaß macht.
Mir kommt das ganze leider sehr realitätsfern vor. Ich verstehe die Relevanz, aber es fällt mir schwer einen Sinn darin zu sehen. Es fällt mir anscheinend schwer ohne Praxisbezug - Ich habe bereits ein Praktikum in einer kleinen Kanzlei gemacht und da gefiel es mir eigentlich ganz gut. Es waren aber vor allem der Mandantenkontakt und Termine vor Ort die mich interessiert haben. Der Anwalt war auf Architektenrecht spezialisiert und oft auf Baustellen unterwegs.
Hausarbeiten haben mir auch nie wirklich Spaß gemacht und ich finde sie auch (in ihrer heutigen Ausgestaltung) sinnlos. In der Tat fehlt ihnen jede Praxisrelevanz. Natürlich bieten sie einen Einstieg ins wissenschaftliche Arbeiten aber dass dir das keinen Spaß macht, muss dir keine Sorgen bereiten, denn wissenschaftlich arbeiten im Beruf nur wenige.

Schaasch hat geschrieben:
Das führt mich zu der nächsten Sache: Ich habe mir nicht zu viele Gedanken um eine berufliche Zukunft gemacht. Wie gesagt, das Praktikum gefiel mir ganz gut. Aber wie ist es in anderen Fachrichtungen? Ist man da auch mal unterwegs beim Mandanten oder eher nur in der Kanzlei und vor Gericht? Ich muss auf jeden Fall noch mal ein Praktikum in einem anderen Bereich machen und schauen ob mir das auch gefällt.
Das kommt sehr auf den Kanzlei-Zuschnitt an. Grundsätzlich hast du es abgesehen von einer Uni-Laufbahn in der Praxis nie mit "Theorie" zu tun, sondern jeder Fall ist gelebtes Jura. Aber natürlich turnst du als Anwalt nicht nur auf Baustellen und bei Ortsterminen herum, sondern schreibst zu einem ganz wesentlichen Teil deiner Arbeitszeit Schriftsätze und verhandelst. Das gilt auch für Architektenrecht. "Theoretisch" ist das nicht aber eben viel Kopfarbeit im Büro. Wie häufig man "raus" kommt, hängt stark vom Zuschnitt der Kanzlei ab: Bei Feld/Wald/Wiese häufig, bei Wirtschaftskanzleien oder im Strafrecht eher selten. Neben dem Anwaltsberuf gibt es ja übrigens auch noch andere Optionen: Syndikus bei einem Unternehmen, Richter, Staatsanwalt, Behörden... Der größte Vorteil an Jura ist die Vielseitigkeit der möglichen Berufe.

Schaasch hat geschrieben:
Mein anderer Berufswunsch bis zur 10. Klasse war nämlich stets Ingenieur, da mich technische Dinge sehr interessieren und ich da ein ganz gutes Verständnis für habe. Also habe ich mir einige Ingenieurswissenschaftliche Studiengänge etwas angeschaut. Sosehr mich zwar die Technik in der Praxis interessiert - Mathematik war nie meins. Somit habe ich dann meine Gedanken dahingehend wieder begraben und entschlossen erst mal Jura weiter zu machen.
Ich habe vor dem Jurastudium selbst ein Ingenieurs-wissenschaftliches Studium belegt. Mir ging es motivatorisch ähnlich wie dir: Immer großes Interesse an Technik und Naturwissenschaften. Zudem war ich in Mathe immer recht gut. Allerdings sind Ingeneurswissenschaften noch einmal eine ganz andere Liga als Jura. Das Jura-Studium ist dagegen m.E. ein Spaziergang. Wenn dir schon Mathe in der Schule nicht lag, solltest du die Finger von Höherer Mathematik I, II oder III lassen. Natürlich kann man das schaffen aber man muss auch hier viel Motivation aufbringen. In Ingenieurswissenschaften macht es dafür irgendwann Klick und das Studium wird zum Selbstläufer. In Jura kommt dieser Punkt zwar auch bei einigen Studenten irgendwann aber das Pauken hört danach dennoch nicht auf. Was ich damit sagen will: Wer erfolgreich Ingenieurswissenschaften studieren will, muss von diesem Beruf begeistert sein. Jura ist da flexibler. Motivation und Talent brauchst du für beide. Du wirst aber nicht morgen in Höhere Mathematik II sitzen und denken: Geil! Voll praktisch!

Schaasch hat geschrieben:
Zudem komme ich mit meinen Kommilitonen leider nicht so gut klar, der Großteil ist mir unsymphatisch.
Ging mir auch so, das ist ganz normal und sollte dich nicht abschrecken.

Schaasch hat geschrieben:
Überhaupt habe ich so ein subjektives Gefühl fehl am Platze zu sein. Ich weiß nicht ob das zu viel verlangt ist, aber wenn ich die Mediziner sehe die sich in ihre Unterlagen stürzen...sosehr begeistert es mich nicht.
Ich kenne einige Mediziner aber keinen, der sich jemals begeistert auf das auswendig zu lernende Buch gestürzt hat. Das Studium ist abgesehen von den praktischen Komponenten deutlich dröger als Jura und besteht zu weiten Teilen aus Auswendiglernen.

Schaasch hat geschrieben:
Außerdem meine ich, dass ich im Einordnen einer rechtlichen Begebenheit in das große Ganze nicht all zu gut bin. Also das systematische Denken. Das kann aber daran liegen, dass ich auch noch etwas Nachholbedarf habe in manchen Rechtsgebieten (ZivilR..)
Das ist im dritten Semester nicht ungewöhnlich. Das große Ganze erkennt man wenn dann erst kurz vor dem Examen. Ich kann dir leider nicht prophezeien, dass du ein gutes Examen schreiben wirst - das wirst du auch selbst frühestens nach den schriftlichen Terminen erkennen (oder beim Öffnen des Noten-Briefs). Allerdings sind Zweifel wie du sie hast nicht ungewöhnlich und bedeuten mitnichten, dass es dir nicht gelingen wird unter den besten 15% zu landen. Aber selbst wenn: Der Arbeitsmarkt ist mittelfristig so gut, dass du dir auch im "Mittelfeld" (mittleres Befriedigend) keine Sorgen um Job-Aussichten machen musst. Einige Türen werden dann zwar verschlossen sein aber die allermeisten Berufe wirst du damit locker ausüben können.

Schaasch hat geschrieben:
Die Frage ist jetzt: Was mache ich daraus? Ich sehe zwei Möglichkeiten:
a) Ich mache Jura weiter. (Noch) mache ich mir keine Sorgen das Studium nicht zu schaffen, bei den Besten sehe ich mich aber auch nicht. Durch die ganze Panikmache habe ich mittlerweile das Gefühl ich sollte Jura direkt schmeißen wenn ich nicht zu den besten 15% gehöre. Wie war das bei euch? War direkt der Gedanke da: "Das ist es?".
Nein.

Schaasch hat geschrieben:
Wenn ich den Anwaltsberuf anstrebe - ist es da schädlich wenn ich mich nicht wirklich für die reine Theorie begeistern kann?
Nein.

Schaasch hat geschrieben:
b) Ich wechsle in einen anderen Studiengang. Wenn ich gut in Mathematik wäre, würde mir der Ingenieursberuf glaube ich sehr gut gefallen. Aber sich in so ein Studium zu stürzen ohne Spaß an Mathe zu haben macht wahrscheinlich so viel Sinn wie Jura wenn man nicht gerne liest. Im Endeffekt will ich nicht ausschließen, dass ich nicht auch das schaffen würde. Aber ich befürchte letztendlich genau wie jetzt auch dazustehen, wenn mir nämlich die Sache da auch zu theoretisch ist. Im Gegensatz zu Jura könnte man da aber sogar dual was machen. Problematisch ist, dass ich außerdem für ein solches Studium zwingend umziehen müsste...also mal eben versuchen ist nicht.
Wie bereits oben gesagt, würde ich dir aus eigener Erfahrung davon abraten. Die Zweifel wirst du dort ebenso haben (und die Studiengänge sind viel theorielastiger als Jura). Als ich zu Jura gewechselt habe, war ich regelrecht begeistert von der Praxisnähe des Studiums, da die Fälle alle so greifbar am wirklichen Leben orientiert waren.

Im Moment würde ich dir per unzuverlässiger Ferndiagnose empfehlen, zunächst weiter zu machen und dir eine Lerngruppe zu suchen. Glaub mir: es gibt auch sehr nette Jura-Studenten, die nicht ins Klischee passen - an jeder Uni. Der Austausch mit diesen über den alltäglichen Frust (den es in jedem Studiengang gibt) hilft sehr, etwas Perspektive zu gewinnen. Niemand hat an reiner Theorie Spaß und kein juristischer Beruf außerhalb der Wissenschaft ist tatsächlich so theoretisch. Aber richtig ist, dass bis zum Examen viel Wissen aufgebaut werden muss. Das ist hart aber kein Vorgeschmack auf den Beruf. Gleichwohl bedarf es hierfür einer ordentlichen Portion Motivation.


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Jurastudium und ich...?
BeitragVerfasst: Mittwoch 13. September 2017, 13:18 
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Registriert: Donnerstag 20. März 2014, 05:28
Beiträge: 339
Schaasch hat geschrieben:
Dann ging es an die Hausarbeit - Und hier fingen dann irgendwie die Zweifel an. Ich hatte durch meine schlampige Mitarbeit schon einige Defizite. Die Hausarbeit habe ich letztendlich wiederum zufriedenstellend bestanden, aber mir ist aufgefallen, dass mir das rein theoretische Arbeiten eher nicht liegt. Ich bekomme zwar einen Streitentscheid ordentlich geführt, aber ich kann nicht behaupten dass mir das Spaß macht.


Da muss man meines Erachtens differenzieren: Ist es die Lösung der Rechtsfragen an sich, die dich nervt oder ist es die konkrete Verschriftlichung im Gutachten?

Hausarbeiten und Klausuren sind in erster Linie Plackerei. Das macht naturgemäß nicht besonders viel Spaß.

Ich fand fast alle Hausarbeiten, die ich im Studium bearbeitet habe, inhaltlich sehr interessant. Trotzdem war die gutachterliche Lösung in erster Linie harte geistige Arbeit, zu der ich mich zwingen musste.

Geht mir noch heute so. Ich gucke mir sehr gern irgendwelche Sachverhalte an und diskutiere die Lösung mit Kollegen. Aber die über 4 Wochen auf 25 Seiten gutachterlich lösen und einem Korrekturassistenten mit Rotstift vorlegen? Da müsste man mir schon viel Geld zahlen. ;)

Das ist ähnlich wie im Arbeitsleben. Man muss schon sehr viel Glück und ein sehr gutes Händchen bei der Berufswahl haben, damit einen harte, anstrengende Arbeit an sich mit Freude erfüllt. Die Freude stellt sich am Ende ein, wenn das Ergebnis stimmt. Wenn man allgemein das Gefühl hat, etwas sinnvolles zu tun und man dafür anständig entlohnt wird.

Die Frage ist, ob man generell ein Händchen für die Arbeit hat und sie einem grundsätzlich Spaß macht.

Zitat:
Mir kommt das ganze leider sehr realitätsfern vor. Ich verstehe die Relevanz, aber es fällt mir schwer einen Sinn darin zu sehen. Es fällt mir anscheinend schwer ohne Praxisbezug


Der Sinn ist die Ausbildung. Die Praxis wird anhand der Theorie vermittelt. Das ist fast überall so.

Der Praxisbezug dahinter ist, dass das fast alles mal echte Fälle vor echten Gerichten waren. Error in persona und Akzessorität der Anstiftung - klingt trocken und sehr theoretisch. Für einen der beiden Angeklagten im Rose-Rosahl-Fall entschied die Rechtsfrage darüber, ob er seinen Kopf verliert oder nicht.

Zitat:
Ich habe mir nicht zu viele Gedanken um eine berufliche Zukunft gemacht. Wie gesagt, das Praktikum gefiel mir ganz gut. Aber wie ist es in anderen Fachrichtungen? Ist man da auch mal unterwegs beim Mandanten oder eher nur in der Kanzlei und vor Gericht? Ich muss auf jeden Fall noch mal ein Praktikum in einem anderen Bereich machen und schauen ob mir das auch gefällt.


Als Baurechtler gibt's öfter mal eine Ortsbegehung. Aber auch dort findet die meiste Arbeit am Schreibtisch statt. Wer damit ein grundsätzliches Problem hat, sollte besser von der Juristerei die Finger lassen.

Allgemein waren alle Rechtsgebiete, in denen ich mal Praxisluft geschnuppert habe, sehr stark bürolastig. Als Strafverteidiger besucht man öfter mal die Kundschaft in der JVA. Das gehört aber nun nicht unbedingt zu den größten Vergnügen. ;)

Zitat:
Ich wechsle in einen anderen Studiengang. Wenn ich gut in Mathematik wäre, würde mir der Ingenieursberuf glaube ich sehr gut gefallen. Aber sich in so ein Studium zu stürzen ohne Spaß an Mathe zu haben macht wahrscheinlich so viel Sinn wie Jura wenn man nicht gerne liest. Im Endeffekt will ich nicht ausschließen, dass ich nicht auch das schaffen würde. Aber ich befürchte letztendlich genau wie jetzt auch dazustehen, wenn mir nämlich die Sache da auch zu theoretisch ist.


Was heißt denn "zu theoretisch"? Ich habe noch von keinem Universitätsstudium gehört, in dem die theoretische Ausbildung nicht einen sehr großen Stellenwert eingenommen hätte.


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Jurastudium und ich...?
BeitragVerfasst: Mittwoch 13. September 2017, 14:55 
Noch selten hier
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Beiträge: 17
Du musst einige Sachen trennen.

Dein Interesse an Jura, dein Interesse am Studium Jura und deine Zweifel.

Mache dir klar ob dich Jura interessiert, als Grundthematik.
Die Rechtswissenschaft, die Frage nach Recht und Unrecht.
Was gehört alles dazu? Philosophie, Soziologie, Geschichte, etc.

Zweitens das Studium. Bist du bereit fleißig zu sein und auch mal durch Durststrecken zu gehen. Das gehört zu jeder Wissenschaft dazu, es kann nicht alles immer interessant sein. Oft ist es das große Ganze das es spannend macht.

Drittens deine Zweifel.
Jura ist ein Studiengang bei dem einen viel Angst und Zweifel begleiten werden. Von Tag 1.
Die Angst wird geschürt von Professoren, der Gellschaft, Kommilitonen, Eltern...

Viele profitieren von dieser Angst, Repetitorien, Buchverlage...viele, aber nur DU nicht.

Wenn dich Jura interessiert und du an dich selber glaubst und fleissig bist, brauchst du keine Zweifel und Ängste haben.
Diese werden dich im Zweifel auch in andere Studiengänge begleiten.
Denke jetzt nicht an den Anwaltberuf oder daran wieviele Punkte du schaffst, oder zu welchen % du gehörst.

Keiner von deinen Kommilitonen kann Jura, keiner von uns hier kann Jura, kein Mensch kann Jura.

Wenn es dir gefällt, bleib am Ball.
Wenn es dir nicht gefällt, zieh weiter.
Entscheiden, ja. Zweifeln, nein!


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Jurastudium und ich...?
BeitragVerfasst: Mittwoch 13. September 2017, 15:25 
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Beiträge: 2695
i live in tokyo hat geschrieben:
Diese dogmatischen Streitereien werden von den ganzen (Idioten-)Professoren betrieben, um sich zu profilieren. Ich bin übrigens auch der Ansicht, dass die Professoren, die nicht zufällig als Anwalt noch tätig sind, null Ahnung haben vom echten Jura und nur hinter ihren Lehrbüchern stecken, die völlig nutzlos sind.


Nicht ganz. Unser Rechtssystem wäre ohne die ganzen Idiotenprofessoren bei weitem nicht so gut wie es ist.
Mir fehlt im Ref häufig die etwas weniger oberflächliche Auseinandersetzung mit den relevanten Fragen.


Je nachdem welcher Typ man ist, wird einem das eine oder andere wohl etwas besser gefallen. Nun darauf zu hoffen, dass im Ref alles besser wird, finde ich aber auch gewagt. Bis zum 3. Semester kann man sich mMn schon Zeit geben, am Besten aber dann auch ohne Ausreden zu haben wie "wenn ich mehr gemacht hätte, hätte ich es verstanden und dann hätte es vllt Spaß gemacht" und dann sollte man eine Entscheidung treffen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Das Jurastudium und ich...?
BeitragVerfasst: Mittwoch 13. September 2017, 16:03 
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Muirne hat geschrieben:
i live in tokyo hat geschrieben:
Diese dogmatischen Streitereien werden von den ganzen (Idioten-)Professoren betrieben, um sich zu profilieren. Ich bin übrigens auch der Ansicht, dass die Professoren, die nicht zufällig als Anwalt noch tätig sind, null Ahnung haben vom echten Jura und nur hinter ihren Lehrbüchern stecken, die völlig nutzlos sind.
Nicht ganz. Unser Rechtssystem wäre ohne die ganzen Idiotenprofessoren bei weitem nicht so gut wie es ist.
Gib's auf: Die Diskussion haben wir mit ihm bereits in einem anderen Parallel-Thread geführt, konnten ihn aber letztlich nicht davon überzeugen, seine diesbezüglichen Plattitüden zu unterlassen bzw. ihn eines besseren zu belehren... ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Jurastudium und ich...?
BeitragVerfasst: Mittwoch 13. September 2017, 16:13 
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Gut zu wissen!

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 Betreff des Beitrags: Re: Das Jurastudium und ich...?
BeitragVerfasst: Mittwoch 13. September 2017, 17:30 
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Registriert: Montag 11. September 2017, 17:11
Beiträge: 3
Ich hätte nicht mit so vielen, ausführlichen Antworten gerechnet. Vielen Dank! Dementsprechend will ich darauf nun auch etwas genauer eingehen.

Honigkuchenpferd hat geschrieben:
Du solltest dich vor allem fragen, ob du die Examensvorbereitung, bei der du in der Tat eine lange Zeit intensiv die Theorie pauken musst, meistern wirst.

i live in tokyo hat geschrieben:
Du musst dich fragen: Kannst du dich noch knapp 6-7 Jahre (je nach deiner Examensvorbereitung + Ref) selbst zwingend, versklaven und peitschen, bis du beide Examina hast?

Wenn ich das ganze als Mittel zum Zweck sehe (also um im Beruf später mal praktisch zu arbeiten), fällt es mir sicherlich leichter. Um bei dem Vergleich zu bleiben - Die Mediziner müssen ja auch Physik und andere Theorie pauken, obwohl das im Beruf vermutlich wenig relevant ist. Im Fazit denke ich schon, dass ich das durchziehen kann. Ich möchte nun aber auch nicht sagen, dass die Theorie unwichtig wäre o.ä, nur sehe ich mich schlicht nicht in dem Bereich. Dauerhaft so arbeiten, das wäre nichts für mich. Mein Problem ist eher, dass ich mit Zweifeln aufhalte, wohl um der zumindest nicht spaßigen Arbeit des Hausarbeitenschreibens zu entgehen....

Im Übrigen finde ich es sehr beruhigend zu hören, dass hier auch andere Probleme mit der Theorielast hatten. Natürlich hat man das alles schon vor Studienbeginn gehört, aber da wusste ich noch nicht wieso das ein Problem sein sollte...hinterher ist man dann immer schlauer.

thh hat geschrieben:
Das ist es ja auch - aber das ist es mehr oder weniger in jedem Studiengang. Wenn Du direkt anwendungsorientiert arbeiten willst, wird eher eine Ausbildung [...]

Das ist auch mein Gedankengang. Ich denke in den meisten akademischen Berufen arbeitet man mit dem Kopf - die logische Konsequenz wäre dann sich etwas Abseits der Universität zu suchen (wie du ja sagst). Aber ich bin mir sicher, eine Ausbildung würde mir nicht genügen. Das soll nicht falsch klingen falls sich jemand angegriffen fühlt (ein großer Teil meiner Freunde ist in handwerklichen Berufen tätig), ihr wisst was ich meine.

thh hat geschrieben:
Ich glaube, es ist weitverbreitet, dass das Gras auf der anderen Seite des Zaunes immer grüner erscheint.

Ich habe zum Ende des Studiums - und zum Beginn der Examensvorbereitung - hin auch überlegt, den Studiengang zu wechseln; letztlich weniger, weil mir mein anderer Studienwunsch mehr zusagte, als vielmehr, weil ich nicht wusste, wo ich bei Jura anfangen soll, den Eindruck hatte, bisher nichts richtig gelernt zu haben und mir nicht vorstellen konnte, wie ich in diesem Bereich jemals eine interessante Tätigkeit finden sollte. Rückblickend wäre das ein Desaster geworden.

Auch hier triffst du den Nagel auf den Kopf. Ich kann mir gut vorstellen, dass ich bei einem anderen Studiengang genau die selben Gedanken hätte. Darf ich fragen was du nun beruflich machst und wann und wie es dazu kam?

thh hat geschrieben:
Und wie ist es während des Semesters?

Interessieren Dich die juristischen "Gedankengebäude" gar nicht, oder nur meistens nicht, und es gibt Themen, bei denen es Dich fasziniert, wie das alles zusammenspielt?
Doch doch, Interesse ist eigentlich fast immer da. Zivilrecht finde ich sehr komplex (da habe ich wohl auch die größten Defizite), gleichzeitig auch sehr interessant da ja auch gewissermaßen alltäglich und lebensnah. Ansonsten finde ich auch ÖffR interessant, bis jetzt vor allem Grundrechte (Die Frage "Was darf der Staat?")
Abgesehen davon macht mir das Argumentieren und juristische Schreiben eigentlich schon Spaß. Ich habe nur das Gefühl, dass ich da nicht so begabt bin...andererseits bin ich, wie euch vielleicht schon aufgefallen ist, ist ein notorischer Zweifler und weiß eigentlich auch, dass es noch viele "unter mir" gibt.


thh hat geschrieben:
Gibt es denn andere Studiengänge, bei denen Du Dich weniger "fehl am Platze" fühlst?

Die Ingenieure kamen mir schon symapthischer vor. Allerdings waren da auch viele "Nerds" dabei, zwar nett aber doch irgendwie anders als ich. Da habe ich mir auch gedacht, dass ich zwar Technik interessant finde - aber Recht, Geschichte, Politik, gesellschaftswissentschaftliche Sachen aber auch. Das würde in einem Ingenieursstudium wohl wegfallen. Ich muss zur Verteidigung meiner Kommilitonen aber sagen, dass ich nur wenige wirklich kenne. Das ist auch ein Umstand der mir zu schaffen macht: Würde ich mit mehr Mit-Studenten reden und diskutieren würde mir das sicherlich mehr Spaß machen als immer für mich alleine zu arbeiten. Habe leider etwas den Anschluss verpasst, aber werde da im nächsten Semester versuchen zu retten, was zu retten ist.
Insofern auch danke für dein Fazit, Solar! Interessant, normalerweise konnte ich so eine gewisse Abneigung beiderseits zwischen Juristen und Ingenieuren beobachten. Dir würde ich später noch mal eine PN schicken, wenn du nichts dagegen hast. (Nicht das du es verhindern könntest :) )

Blaumann hat geschrieben:
Die Frage ist, ob man generell ein Händchen für die Arbeit hat und sie einem grundsätzlich Spaß macht.

In der Sache bin ich mir eben nicht sicher. Eigentlich kann ich mir etwas in Richtung Anwalt schon vorstellen. Außerdem habe ich sicherlich nicht alle möglichen Berufsbilder für Juristen vor Augen, aber grundsätzlich bin ich nun nicht total abgeneigt. Andererseits wurde mir seitens meines Umfelds viel Überraschung entgegengebracht, die meisten hätten mich halt in etwas praktischerem gesehen (Ingenieur). Wobei ich jetzt nicht pauschal sagen würde, dass ein Ingenieur automatisch mehr Praxis hat. Ok, als TÜV-Prüfer vielleicht, aber die meisten werden wohl auch am Schreibtisch sitzen. Naja, das tut nun nichts zur Sache.
Ich denke mir fehlt es an Vorstellung, was es so für juristische Berufe gibt. Da sollte ich schnellstmöglich (d.h. nächstes Jahr..) meine Praktika absolvieren. Aber irgendwie weiß ich nicht, ob ich mich jetzt z.B. in einer GK oder so sehe (Noten vorausgesetzt :D ). Rein subjektiv, schließlich weiß ich gar nicht wie das so ist. Da wird wohl erst die Zeit mehr Sicherheit bringen.

mrmojo hat geschrieben:
Wenn es dir gefällt, bleib am Ball.
Wenn es dir nicht gefällt, zieh weiter.
Entscheiden, ja. Zweifeln, nein!

Danke, werde ich mir zu Herzen nehmen. Das einizige was das Zweifeln bewirkt ist eine Lähmung. Und das macht es auch nicht besser.

Ich verabschiede mich mal wieder an meine Hausarbeit. Freue mich weiterhin über Antworten!


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Jurastudium und ich...?
BeitragVerfasst: Mittwoch 13. September 2017, 19:09 
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Wohnort: Südwestdeutschland
Schaasch hat geschrieben:
thh hat geschrieben:
Das ist es ja auch - aber das ist es mehr oder weniger in jedem Studiengang. Wenn Du direkt anwendungsorientiert arbeiten willst, wird eher eine Ausbildung [...]

Das ist auch mein Gedankengang. Ich denke in den meisten akademischen Berufen arbeitet man mit dem Kopf - die logische Konsequenz wäre dann sich etwas Abseits der Universität zu suchen (wie du ja sagst). Aber ich bin mir sicher, eine Ausbildung würde mir nicht genügen. Das soll nicht falsch klingen falls sich jemand angegriffen fühlt (ein großer Teil meiner Freunde ist in handwerklichen Berufen tätig), ihr wisst was ich meine.


Allerdings. - Studiengänge sind eben allgemein dadurch geprägt, dass man (sich) zunächst primär theoretisch (die komplexen Hintergründe er-)arbeitet und die Praxis sich vornehmlich in Praktika abgespielt. Später im Beruf sieht das logischerweise anders aus.

Schaasch hat geschrieben:
thh hat geschrieben:
Ich habe zum Ende des Studiums - und zum Beginn der Examensvorbereitung - hin auch überlegt, den Studiengang zu wechseln; letztlich weniger, weil mir mein anderer Studienwunsch mehr zusagte, als vielmehr, weil ich nicht wusste, wo ich bei Jura anfangen soll, den Eindruck hatte, bisher nichts richtig gelernt zu haben und mir nicht vorstellen konnte, wie ich in diesem Bereich jemals eine interessante Tätigkeit finden sollte. Rückblickend wäre das ein Desaster geworden.

Auch hier triffst du den Nagel auf den Kopf. Ich kann mir gut vorstellen, dass ich bei einem anderen Studiengang genau die selben Gedanken hätte. Darf ich fragen was du nun beruflich machst und wann und wie es dazu kam?


Falls das nicht klar rüberkam: ich habe nicht gewechselt, sondern "zunächst" einmal Jura abgeschlossen und dann im Referendariat auch durchaus Tätigkeiten gefunden, die mir gefallen haben. Meine damalige "Wunschtätigkeit" über ich jetzt aus.

Schaasch hat geschrieben:
thh hat geschrieben:
Und wie ist es während des Semesters?

Interessieren Dich die juristischen "Gedankengebäude" gar nicht, oder nur meistens nicht, und es gibt Themen, bei denen es Dich fasziniert, wie das alles zusammenspielt?
Doch doch, Interesse ist eigentlich fast immer da.


Dann kann Jura für Dich eigentlich nicht gar so falsch sein.

Schaasch hat geschrieben:
andererseits bin ich, wie euch vielleicht schon aufgefallen ist, ist ein notorischer Zweifler und weiß eigentlich auch, dass es noch viele "unter mir" gibt.


https://de.wikipedia.org/wiki/Hochstapler-Syndrom ;)

Schaasch hat geschrieben:
thh hat geschrieben:
Gibt es denn andere Studiengänge, bei denen Du Dich weniger "fehl am Platze" fühlst?

Die Ingenieure kamen mir schon symapthischer vor. Allerdings waren da auch viele "Nerds" dabei, zwar nett aber doch irgendwie anders als ich. Da habe ich mir auch gedacht, dass ich zwar Technik interessant finde - aber Recht, Geschichte, Politik, gesellschaftswissentschaftliche Sachen aber auch. Das würde in einem Ingenieursstudium wohl wegfallen. Ich muss zur Verteidigung meiner Kommilitonen aber sagen, dass ich nur wenige wirklich kenne. Das ist auch ein Umstand der mir zu schaffen macht: Würde ich mit mehr Mit-Studenten reden und diskutieren würde mir das sicherlich mehr Spaß machen als immer für mich alleine zu arbeiten. Habe leider etwas den Anschluss verpasst, aber werde da im nächsten Semester versuchen zu retten, was zu retten ist.


Ich würde das keineswegs empfehlen wollen, aber ich habe auch anfangs - und dann immer wieder ;) - den Anschluss verpasst und mich während meines Studiums und danach eher im medizinischen und im informationstechnischen Bereich "aufgehalten" und dort Kontakte geknüpft, obschon ich schon damals meinte und mir nun sicher bin, dass ich das zwar alles furchtbar interessant finde, aber nicht hauptberuflich machen möchte. (Und es schadet auch als Jurist nicht, ein wenig von Medizin zu verstehen, und es ist generell im Beruf nicht schädlich, wenn man mit Computern nicht nur Texte und E-Mails schreiben kann.)

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 Betreff des Beitrags: Re: Das Jurastudium und ich...?
BeitragVerfasst: Mittwoch 13. September 2017, 20:21 
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Mach Dir nicht so viele Gedanken, die 2 Semester holst Du locker auf. Du könntest auch das ganze Grundstudium verfeiern, wäre auch kein Problem. Empfehlen will ich Dir das aber nicht! Fang jetzt an :D

Ich hatte auch sehr wenig - gar keinen Kontakt zu Kommilitonen. Das lag zum einen daran, dass ich die Universität gewechselt habe und schon einen Freundeskreis hatte, zum anderen daran, dass ich auch sehr wenig mit meinen Mitstudenten anfangen konnte. Ich habe aber auch sehr nette Mitstreiter kennengelernt, sind also nicht alle so :). Geschadet hat mir das nicht, ich war aber auch nie der Typ für Lerngruppen. Ich habe das einmal ausprobiert, war aber einfach nicht so wirklich was für mich. Ich würde mir da keine Gedanken machen. Du wirst abseits der Hörsäle und in der Examensvorbereitung noch genug Juristen kennenlernen, mit denen Du auch etwas anfangen kannst und bestimmt wird da auch die ein oder andere Freundschaft entstehen. Sozialen Umgang und Freundschaften solltest Du natürlich trotzdem pflegen, aber das müssen ja nicht zwingend Jurastudenten sein. Durchs Examen muss man auch allein durch :)

Dieses Hochstapler Syndrom muss ich wohl auch haben :) Ich kenne das Gefühl. Solange das nicht zu extrem wird, finde ich das aber eher sympathisch und es lässt einen auch wachsam bleiben. Achte aber darauf, dass das nicht schlimmer wird und Du nur noch grübelst und Dich hinterfragst!

Ich wünsche Dir jedenfalls alles Gute! Denk nicht zu viel nach und versuch es etwas lockerer anzugehen. Dir stehen noch alle Türen offen. Selbst wenn es Jura nicht sein sollte (was ich nicht glaube), hast Du eben ein paar Semester verschenkt, das juckt keinen.

PS: Ich drück mich jetzt schon seit geraumer Zeit um Erb- und Familienrecht. Muss mich auch zwingen :D Irgendwas ist es eben immer, was einem nicht reinläuft oder wofür man sich einfach aufrappeln muss. Aber das ist im Leben und auch anderen Studiengängen immer so, nicht nur bei Jura :)

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 Betreff des Beitrags: Re: Das Jurastudium und ich...?
BeitragVerfasst: Donnerstag 14. September 2017, 08:31 
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Das Hochstapler-Syndrom ist vermutlich in kaum einem Studiengang derart verbreitet wie in Jura. Ich hatte ihn auch. Gerade im Jurastudium, wo es kaum echte Leistungsmesser bis zum eigentlichen Examen gibt, kann man sich selbst eben überhaupt nicht einordnen. In verminderter Form habe ich ihn sogar bis heute und warte immer nur darauf, dass mich mal jemand dabei ertappt, dass ich eigentlich gar keine Ahnung habe... ;)

Ungeachtet dessen gilt hier: Ein wenig Demut und Selbstzweifel sind für Juristen gesund, denn so ist man stets gezwungen, sich zu hinterfragen. Das macht Entscheidungen besser und ist Teil eines guten Judizes. Zu viel davon ist allerdings äußerst schädlich, denn wenn man sich zu sehr hinterfragt, kann man irgendwann gar keine Entscheidungen mehr treffen und unterwandert das evtl. vorhandene Judiz zwangsläufig, da man der eigenen Intuition und den eigenen Argumenten nicht vertraut.

Je mehr du erläuterst, desto stärker wird mein Verdacht, dass dein Problem/Unwohlsein/Fehl-am-Platz Gefühl vor allem aus einer gewissen Isolation heraus entsteht. Wenn du sähest, dass es den meisten deiner Kommilitonen auch nicht anders geht, wären deine Zweifel am Studium vermutlich deutlich geringer. Daher bleibt mein Rat: Such dir mehr Kontakt zu anderen Juristen - egal ob in einer Lerngruppe oder nur privat. Eine Handvoll befreundeter Mitleidender bewirkt häufig Wunder hinsichtlich der Selbstzweifel. Denn von außen betrachtet sehen alle anderen immer schlauer aus. Wenn man sie aber näher kennen lernt und sieht, dass es ihnen nicht anders geht, nivelliert sich das meist ganz schnell. Daher ist es m.E. anders als es bei meinen Vorrednern teilweise anklingt, durchaus wichtig, dass du auch Jurastudenten im Freundeskreis hast - wenn du ausschließlich mit Medizinern und Informatikern abhängst, verstärkt sich nur das "grüne Wiese nebenan"-Gefühl. Es müssen ja nicht nur Juristen sein (um Himmels Willen!).


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Jurastudium und ich...?
BeitragVerfasst: Donnerstag 14. September 2017, 13:08 
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Schaasch hat geschrieben:
und juristische Schreiben eigentlich schon Spaß. Ich habe nur das Gefühl, dass ich da nicht so begabt bin...andererseits bin ich, wie euch vielleicht schon aufgefallen ist, ist ein notorischer Zweifler und weiß eigentlich auch, dass es noch viele "unter mir" gibt.


Wenn Du ein notorischer Zweifler bist, hast Du ja sicher schon viel Erfahrung gesammelt, wie solche Grübeleien bei Dir ausgehen. Ich gewinne aus Deinen Beiträgen den Eindruck, dass Du Dir selbst misstraust, den Saboteur in Dir durchaus wahrnimmst (der will eben keine Hausarbeiten machen). Wenn diese (vielleicht auch etwas zwanghaften) Grübeleien schon in der Vergangenheit wie Hamsterräder zu keinem brauchbaren Ergebnis führten, dann lass es sein. Wenn es Dir jedoch schon in der Vergangenheit half, Dich umzuorientieren und etwas Passenderes zu finden, dann gehe Deinen Zweifeln nach, weil sie dann evtl. doch Indikatoren für ein grundlegendes Problem darstellen, das gelöst sein will.

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LG Candor


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