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BeitragVerfasst: Sonntag 8. Oktober 2017, 17:45 
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Registriert: Sonntag 8. Oktober 2017, 17:30
Beiträge: 5
Hallo. Vllt kann mit jemand einen Rat geben.

Ich schreibe in einer Woche Examen und weiß nicht was ich machen soll. Meine Cousine ist gestern Abend verstorben und ich bin völlig durch den Wind. Wir hatten zwar keinen regen, aber immer wieder Kontakt. Sie war auch etwa in meinem Alter, was mich nochmal härter trifft.
Nun wird vermutlich das kommende Wochenende die Beerdigung sein vermute ich mal. Da würde ich auch eigentlich gerne hin (was auch wieder 1-2 Tage sind die ich eigentlich nicht habe). Nur hab ich echt keine Ahnung ob ich in meinem jetzigen Zustand/Gefühl das Examen schreiben kann/sollte.
Rücktrittsgründe sind zwar Todesfälle, aber wohl nur in der direkten Familie und nicht wie bei mir.

Also was mache ich? Wie sehen das die Prüfungsämter? Meines wäre in Berlin. Und wie sieht das in solchen Fällen mit dem Amtsarzt?

Sorry. Bin aktuell echt nicht ganz bei der Sache.


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BeitragVerfasst: Sonntag 8. Oktober 2017, 19:37 
Power User
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Registriert: Samstag 30. Juli 2011, 23:50
Beiträge: 369
Grds. ist ein Prüfungsrücktritt beim Tod "naher Angehöriger" möglich. Das ist bei dir - wie schon festgestellt - nicht der Fall. Möglich wäre er nur bei Vorliegen "sonstiger nicht vorhersehbaren Belastungen im privaten Bereich", vgl. Zimmerling/Brehm, Prüfungsrecht, 3. A. Rn. 498. Ob die vorliegen, ist Ermessenssache.

Du kannst also nur deinen Fall so konkret wie möglich schildern - insbesondere die Nähebeziehung zu deiner Cousine - und einen Antrag beim JPA stellen.

Ein Gang zum Amtsarzt würde nur in dem Fall etwas bringen, wenn deine Niedergeschlagenheit einen diagnostizierbaren Krankheitswert (z.B. Depression) erreicht.

In jedem Fall alles Gute!

_________________
Sind Sie ein Mensch? Sowas Ähnliches, ich bin Anwalt.

Blade II


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BeitragVerfasst: Sonntag 8. Oktober 2017, 19:50 
Super Mega Power User
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Registriert: Freitag 9. August 2013, 12:32
Beiträge: 3683
Mein Beileid. Falls du dich nicht in der Lage siehst, die Prüfung sinnvoll abzulegen (hier würde ich auf mein Bauchgefühl hören), solltest du dich unverzüglich mit dem JPA in Verbindung setzen und deinen Fall schildern. Ob das JPA den Todesfall in dieser Konstellation als entschuldigte Verhinderung anerkennt (siehe § 7 JAO), wird dir hier niemand sinnvoll beantworten können. Erforderlich ist allgemein eine Erkrankung oder ein anderer wichtiger Grund, der selbstredend auch in einem Todesfall bestehen kann. Gewöhnlich wird aber tatsächlich von den Prüfungsämtern vorausgesetzt, dass es sich um "nahe Angehörige" oder sonstige Personen handelt, zu denen eine besonders intensive Nähebeziehung bestand, so dass die Hürden relativ hoch liegen (da man Missbrauch ausschließen möchte).

_________________
"Honey, I forgot to duck."


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BeitragVerfasst: Sonntag 8. Oktober 2017, 20:12 
Super Mega Power User
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Registriert: Freitag 6. August 2010, 23:30
Beiträge: 4636
Klingt hart aber ich würde es verdrängen, nicht zur Beerdigung gehen und mich komplett aufs Examen konzentrieren. Kein Kontakt zur Familie bis nach dem Examen. Kondoliert haben wirst du schon.

Gesendet von meinem SM-G950F mit Tapatalk


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BeitragVerfasst: Sonntag 8. Oktober 2017, 21:51 
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Registriert: Sonntag 8. Oktober 2017, 17:30
Beiträge: 5
Danke für die Antworten.

Ich werde morgen mal beim Prüfungsamt nachfragen was die mir empfehlen. Wenn es so sein soll, dass ich dennoch mitschreiben muss, dann ist das eben so. Muss man dann die Sterbeurkunde einreichen oder wie geht das? Und dazu eine Anhörung?
Ich rechne aber eher mit Ablehnung. Dann muss ich im Zweifel nur gucken dass ich zur Beerdigung komme. Denn das könnte ich mir nicht verzeihen, dort nicht hinzugehen. Und sollte das erst während der Prüfung sein hab ich ein echtes Problem. Vorher wäre zwar Scheiße, aber man könnte die Klausuren iwie mitschreiben.


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BeitragVerfasst: Sonntag 8. Oktober 2017, 21:53 
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Registriert: Donnerstag 10. Januar 2013, 00:09
Beiträge: 9032
Ja, und im Zweifel gibt es sicherlich den Verbesserungsversuch. Den kannst du ja im Hinterkopf behalten.

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"Just blame it on the guy who doesn't speak English. Ahh, Tibor, how many times you've saved my butt."


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BeitragVerfasst: Sonntag 8. Oktober 2017, 21:55 
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Registriert: Sonntag 8. Oktober 2017, 17:30
Beiträge: 5
Ja.. war auch mein Gedanke. Dann muss ich mich halt nochmal ein halbes oder eventuell ein ganzes Jahr reinhängen.


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BeitragVerfasst: Sonntag 8. Oktober 2017, 23:03 
Häufiger hier
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Registriert: Mittwoch 18. Januar 2017, 23:02
Beiträge: 104
jchris90 hat geschrieben:
Ja.. war auch mein Gedanke. Dann muss ich mich halt nochmal ein halbes oder eventuell ein ganzes Jahr reinhängen.


Das willst du ganz sicher nicht.
Auch muss es nicht immer zwingend schlecht sein, vor dem Examen nicht direkt bis zur letzten Sekunde zu lernen. Schreib auf jeden Fall mit.


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BeitragVerfasst: Sonntag 8. Oktober 2017, 23:32 
Fossil
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Registriert: Freitag 2. April 2004, 18:13
Beiträge: 13007
Mein Beileid. Es ist sicherlich eine höchst belastende Situation, einerseits das Examen vor der Tür stehen zu haben und andererseits von einem solch dramatischen Todesfall in der Familie betroffen zu sein. Allerdings hast Du noch eine ganze Woche Zeit, Dich wieder soweit zu fangen, dass Du das Examen mitschreiben kannst - und vielleicht tut es Dir sogar gut, etwas zu haben, auf das Du Dich konzentrieren kannst und was Dich ablenkt. Den Anruf beim GJPA würde ich auf jeden Fall wagen, um herauszufinden, ob Du möglicherweise doch zurücktreten dürftest, wenn es nicht anders geht.
Falls Du mitschreiben (müssen) solltest, mag der Ansatz von markus87 etwas sehr radikal sein, aber m. E. hat er in einem Punkt recht: Wenn Du die Klausuren einigermaßen vernünftig schreiben können möchtest, tue vor allem Dinge, die Dir helfen mit der Situation fertig zu werden und blocke ansonsten möglichst alles, was von der Familie an Dich herangetragen wird, ab, wenn Du merkst, dass es Dich vor oder während den Klausuren zu stark belastet.

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"Auch eine stehengebliebene Uhr kann noch zweimal am Tag die richtige Zeit anzeigen; es kommt nur darauf an, daß man im richtigen Augenblick hinschaut." (Alfred Polgar)


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BeitragVerfasst: Montag 9. Oktober 2017, 09:33 
Mega Power User
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Registriert: Sonntag 10. Dezember 2006, 12:18
Beiträge: 2820
Das tut mir sehr leid für dich.

Ich würde dir auch dazu raten, mitzuschreiben. Hintergrund ist, dass die stressigste Zeit für die Angehörigen bei einem Todesfall oft nicht die unmittelbare Zeit nach dem Tod ist, sondern erst einige Wochen später beginnt, wenn man viele organisatorische Dinge bewältigen muss und dann auch einiges wieder hochkommt. Soweit du darin mittelbar oder unmittelbar eingebunden wärst, wäre das ggf. sogar noch belastender und hindernder, wenn du nun schieben würdest. Bei mir ist ein Elternteil einige Monate vor dem 2. Examen überraschend gestorben und ich habe dann letztlich mitgeschrieben und es auch nicht bereut. Zum einen hat es mich abgelenkt, mich auf Jura zu konzentrieren und mich mit Freunden zum lernen zu treffen. Zum anderen habe ich mir vor Augen geführt, dass im wahren Leben niemand darauf Rücksicht nimmt, ob und warum man ggf. das Examen nur mit einer schlechten Note geschafft hat. Entscheidend ist hier nunmal das Ergebnis. Das mag man hart finden und bedauern; ist aber letztlich so.

_________________
Eichhörnchen, Eichhörnchen wo sind deine Nüsse?


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BeitragVerfasst: Montag 9. Oktober 2017, 22:02 
Fleissige(r) Schreiber(in)
Fleissige(r) Schreiber(in)

Registriert: Dienstag 29. Januar 2008, 22:53
Beiträge: 318
Hallo,

auch mir tut es sehr leid für dich.

Ich sehe die Sachlage ein wenig differenzierter als die anderen, auch wenn ich keine vertiefte Faktenkenntnis zur Haltung der Prüfungsämter habe. Wenn Du dich ob des m.E. sehr verständlichen Ausnahmezustandes, der nun auch zeitlich in absolutem Zusammenhang zum Schreibtermin liegt, nicht in der Lage sehen solltest, das Examen zu schreiben, dann solltest Du es auch nicht tun. Man wird wohl davon ausgehen können, dass eine derartige plötzliche Belastungssituation auch einen medizinisch kategorisierbaren Wert darstellt. Du solltest halt nur nicht erst am Schreibtag selbst den Amtsarzt aufsuchen, sondern unmittelbar. Nicht jedem gelingt die Ablenkung durch andere Sachen, sodass es eben auch keine Garantie gibt, dass Du dann schon so abschneiden würdest, wie ohne den Trauerfall.

Wenn Du dagegen das Gefühl hast, dass Du Dich dennoch konzentrieren kannst, dann geh rein und gib Dein Bestes. Auch ich glaube, dass Du so kurz vor Termin nicht mehr viel existenzielle Vorbereitung vor Dir haben wirst. Ich würde aber nicht empfehlen, Dich selbst zu zwingen, oder gar von Gelegenheiten (Beerdigung) auszuschließen, die so nicht wiederkommen, denn das kann - bei allem Respekt für die Bedeutung des Examens - auch sehr lange belasten.

VG
lucyyy

_________________
Mitleid bekommt man geschenkt, Neid muss man sich verdienen. ;-)


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BeitragVerfasst: Dienstag 10. Oktober 2017, 12:21 
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Registriert: Sonntag 8. Oktober 2017, 17:30
Beiträge: 5
Ich habe jetzt hin und her überlegt und mich dafür entschieden den Antrag zu Stellen. Der Amtsarzt hat mir die Untauglichkeit bestätigt.
Ich bin auch wirklich echt unkonzentriert, leider. Nur noch Matsch im Kopf, geträumt habe ich auch schon davon.
Und ich bekomme wirklich Kopfschmerzen wenn ich daran denken muss wie Sie vor einiger Zeit für mich da war und ich mich nicht mal angemessen in Rahmen der Familie verabschieden kann.
Ist alles sehr persönlich, aber etwas konnte ich auch im Formular ans Prüfungsamt unterbringen.
Klar würde sie nicht wollen, dass ich deswegen die Prüfung verschiebe... aber ich muss das eben auch mit meinem Gewissen ausmachen.
Was mich nochmal besonders belastet ist, dass im Sommer schon meine Großmutter starb und mich das richtig mitgenommen hat, auch wenn sie mit über 80 zumindest ein einigermaßen passendes Alter hatte. Aber damals tat es sehr gut auf der Beerdigung der Rede zuzuhören und einfach alles raus zu weinen. Dann konnte ich das Ganze auch nach ein paar Tagen gut wegstecken.

Ich weiß noch wie wir nach der Beerdigung da standen und guten Mutes darüber gesprochen haben, dass wir uns beim nächsten Mal zu einem erfreulicherem Anlass treffen..... sollte wohl nicht so kommen :'(

Jetzt kann ich nur noch hoffen dass das Prüfungsamt in diesem Fall dem Arzt glaubt und mich freistellt.
Weiter will ich jetzt erstmal nicht denken.

Danke nochmal allen Antworten bisher.


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BeitragVerfasst: Dienstag 10. Oktober 2017, 12:32 
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Registriert: Sonntag 23. Juli 2017, 11:49
Beiträge: 5
Hallo jchris90,

erstmal möchte Ich dir mein herzliches Beileid aussprechen.
Ich kann dir jedoch auch etwas Mut machen! Ich habe im September meinen Freischuss geschrieben, zwei Tage vor der ersten Prüfung bekam meine Mutter die Schockdiagnose Krebs. Im ersten Moment war ich mir auch sicher nicht anzutreten. Da es mein Freischuss war hätte ein Rücktritt, sofern möglich, keinen Sinn gemacht. Auf Drängen meiner Mutter habe ich schlussendlich doch mitgeschriebenen bereue es nicht. Insgesamt bin ich mit dem Examen zufrieden, Ich konnte mich während allen Prüfungen auf den Sachverhalt fokussieren. zwischen den Prüfungen war auch mal eine schlaflose Nacht dabei, Kaffee und Energydrinks haben aber auch hier eine nahezu mangelfreie Konzentration ermöglicht.
ich kann dir also nur raten mitzuschreiben. Ich war von der Nachricht meiner Mutter wirklich zutiefst erschrocken, konnte weder lernen noch sonst etwas machen, während den Prüfungen lies es aber.


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BeitragVerfasst: Dienstag 10. Oktober 2017, 12:58 
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Registriert: Sonntag 8. Oktober 2017, 17:30
Beiträge: 5
Danke dir.
Zuspruch kann ich gut gebrauchen. Ich warte jetzt erstmal die Antwort ab und werde mich solange nochmal - soweit es geht - mit ein paar wichtigen Meinungsstreitigkeiten befassen.

Wenn es für mich der Freischuss wäre, dann würde ich einfach kommentarlos nicht erscheinen. Aber so besteht für mich doch ein gewisses Interesse direkt beim ersten Versuch das Beste zu geben und nicht nur das was mein Kopf gerade zulässt.


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BeitragVerfasst: Dienstag 10. Oktober 2017, 13:52 
Super Mega Power User
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Registriert: Dienstag 4. November 2014, 08:51
Beiträge: 5750
Das Prüfungsamt wird sich nicht gegen den Amtsarzt stellen. Mach Dir da keine Sorgen. Wenn der sagt Du bist nicht prüfungsfähig, dann ist das so. Das hat er zu beurteilen (ist ja eine medizinische Frage) und nicht das JPA. Nimm Dir die Zeit zu trauern. Ich wünsche Dir alles gute!

_________________
Having cats in the house is like living with art that sometimes throws up on the carpet


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