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BeitragVerfasst: Sonntag 19. November 2017, 09:53 
Moderatorin
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Registriert: Sonntag 22. Oktober 2017, 16:03
Beiträge: 112
UltimaSpes hat geschrieben:
Aber klar, es ist auch kein Hexenwerk. Man kann es mit durchschnittlicher Intelligenz und einer großen Portion Durchhaltevermögen schaffen.


Du scheinst ein wenig zu übersehen, dass es Kandidaten gibt, die völlig zu Recht „Panik“ haben, weil sie ums Bestehen kämpfen - mit Blick auf die Examensstatistik dürfte für bald 40-50 % der Examenskandidaten (1. Examen) ex ante nicht zuverlässig vorhersehbar sein, ob sie es wirklich schaffen, die Mindestpunktzahl in den Klausuren zu erreichen. Und am anderen Ende mag das Bangen ums vb ein „Luxusproblem“ sein, aber ich kann durchaus verstehen, dass es den ein oder anderen umtreibt, ob es wohl reichen wird.

Davon abgesehen: Natürlich ist die Panik tlw übertrieben und wird in den kommerziellen Reps und durch die dortige Gruppendynamik besonders geschürt. Aber ich denke, man kann und sollte vor dem Examen doch etwas „Respekt“ haben.


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BeitragVerfasst: Sonntag 19. November 2017, 13:19 
Fleissige(r) Schreiber(in)
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Registriert: Donnerstag 7. August 2014, 19:32
Beiträge: 195
Liz hat geschrieben:
Du scheinst ein wenig zu übersehen, dass es Kandidaten gibt, die völlig zu Recht „Panik“ haben, weil sie ums Bestehen kämpfen.


Klar kann der Blick auf die Durchfallquote im 1.Examen für den ein oder anderen abschreckend wirken (Alternative: Zu den teilweise inflationär vergebenen guten Noten anderer Studiengänge übergehen?), aber das ist nichts, was man nicht spätestens nach zwei Semestern Jura weiß. Man weiß also, worauf man sich einlässt. Obendrein hat man mit Freischuss drei Versuche, das 1. Examen zu bestehen. Reicht, oder?

Also, Respekt vor dem Examen ja - wie du schreibst -, aber bitte keine übertriebene Erhöhung dieser zwar großen, aber insgesamt machbaren Prüfung. Wahrscheinlich Zehntausende von Juristen bestätigen das.


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BeitragVerfasst: Sonntag 19. November 2017, 13:35 
Newbie
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Registriert: Sonntag 6. August 2017, 09:57
Beiträge: 4
Die Panikmache ist komplett übertrieben. Niemand, dem Jura liegt, muss sich ein Jahr vorbereiten und Definitionen, Meinungsstreits etc. auswendig lernen um das 1. Examen solide zu bestehen. Es studieren aber Unmengen an Leuten Jura, die kein wirkliches Talent dafür haben, das aber mit Fleiß und Auswendiglernerei auszugleichen versuchen.

Durch das Grund- und Hauptstudium kommt man so an den meisten Fakultäten recht gut durch. Das Examen ist dann aber nochmal ein anderes Kaliber und da gehen diese Leute dann an ihre Grenzen und müssen um das Bestehen bangen. Das führt dann gerne zu einer Massenpanik, vor allem in Verbindung mit Repetitoren die gerne mal Aussagen bringen wie "Also wenn sie XY jetzt noch nicht im Schlaf können, dann sind maximal noch 2 Punkte drin".

Die Leute in meinem Umfeld mit zweistelligen Examina waren allesamt solche, die Talent mit Fleiß kombiniert haben. Keiner von denen hat ums Bestehen gebangt. Wenn man in der Zwischenprüfung deutlich härter aussieben würde (z.B. indem man die Prüflinge mit unbekannten Rechtsproblemen konfrontiert, auf die sie sich nicht vorbereiten können), würde man die Durchfallquote im Examen und die Juristenschwemme wahrscheinlich massiv reduzieren. Damit wäre jedem geholfen, insbesondere den Juristen die jetzt mit 2x4 Punkten dastehen und bei früherem Realitätscheck vielleicht stattdessen Top Ärzte, Chemiker oder BWLer geworden wären.


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BeitragVerfasst: Sonntag 19. November 2017, 16:32 
Mega Power User
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Registriert: Dienstag 18. August 2009, 14:04
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Dredd hat geschrieben:
Die Leute in meinem Umfeld mit zweistelligen Examina waren allesamt solche, die Talent mit Fleiß kombiniert haben. Keiner von denen hat ums Bestehen gebangt.


Je nun, das ist wenig überraschend - wer Talent hat und fleißig ist, wird in kaum einem Studiengang ums Bestehen bangen müssen.

Sorgen haben eben diejenigen, denen es an (ausreichendem) Talent und/oder (ausreichendem) Fleiß mangelt - oder die sich dessen unsicher sind.

Dredd hat geschrieben:
Wenn man in der Zwischenprüfung deutlich härter aussieben würde (z.B. indem man die Prüflinge mit unbekannten Rechtsproblemen konfrontiert, auf die sie sich nicht vorbereiten können), würde man die Durchfallquote im Examen und die Juristenschwemme wahrscheinlich massiv reduzieren. Damit wäre jedem geholfen, insbesondere den Juristen die jetzt mit 2x4 Punkten dastehen und bei früherem Realitätscheck vielleicht stattdessen Top Ärzte, Chemiker oder BWLer geworden wären.


Tja, wie immer: je früher man diejenigen "aussiebt", die voraussichtlich die Abschlussprüfung nicht bestehen würden, desto besser für die Schule/Universität, die Schüler/Stundenten und die Allgemeinheit. Andererseits: schlecht für diejenigen, die "Spätzünder" sind, die auch anderweitige Interessen haben oder sich anderweitig engagieren (und daher länger brauchen) oder diejenigen, die weniger für den Abschluss als für den eigenen Wissenserwerb studieren.

Insgesamt scheint man mir derzeit eher dazu zu neigen, Prüfungen zu entschärfen (sei es das Abitur, sei es auch hier und dort den Studienabschluss) und so maximale Freiheit zu ermöglichen.


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BeitragVerfasst: Sonntag 19. November 2017, 17:33 
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"Das zweite juristische Staatsexamen gilt als eine der schwierigsten Prüfungen der Welt."

http://www.spiegel.de/lebenundlernen/un ... 04946.html

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BeitragVerfasst: Sonntag 19. November 2017, 17:38 
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Ich fand das 2. Examen deutlich einfacher als das 1. Examen.

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BeitragVerfasst: Sonntag 19. November 2017, 18:22 
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Dredd hat geschrieben:
Wenn man in der Zwischenprüfung deutlich härter aussieben würde (z.B. indem man die Prüflinge mit unbekannten Rechtsproblemen konfrontiert, auf die sie sich nicht vorbereiten können), würde man die Durchfallquote im Examen und die Juristenschwemme wahrscheinlich massiv reduzieren. Damit wäre jedem geholfen, insbesondere den Juristen die jetzt mit 2x4 Punkten dastehen und bei früherem Realitätscheck vielleicht stattdessen Top Ärzte, Chemiker oder BWLer geworden wären.


Ehrlich gesagt vermittelt der Eindruck aus der (Einstellung-)Praxis alles andere als "Schwemme" und da bei manchen halt er Knoten eher und bei manchen erst später aufgeht, sollte man aus der Zwischenprüfung kein "Staatsexamen light" machen. Wir dürfen nicht vergessen, dass es vor allzu langer Zeit nicht mal die gab. Da hat man sich im Zweifel bis zum StEx durchgemogelt und erst dann gemerkt, dass es nicht läuft.

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BeitragVerfasst: Sonntag 19. November 2017, 18:54 
Moderatorin
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Registriert: Sonntag 22. Oktober 2017, 16:03
Beiträge: 112
UltimaSpes hat geschrieben:
Liz hat geschrieben:
Du scheinst ein wenig zu übersehen, dass es Kandidaten gibt, die völlig zu Recht „Panik“ haben, weil sie ums Bestehen kämpfen.


Klar kann der Blick auf die Durchfallquote im 1.Examen für den ein oder anderen abschreckend wirken (Alternative: Zu den teilweise inflationär vergebenen guten Noten anderer Studiengänge übergehen?), aber das ist nichts, was man nicht spätestens nach zwei Semestern Jura weiß. Man weiß also, worauf man sich einlässt. Obendrein hat man mit Freischuss drei Versuche, das 1. Examen zu bestehen. Reicht, oder?


Ob man wirklich vorher weiß, worauf man sich einlässt? So ganz abstrakt ist ein Jahr lang lernen doch was anderes, als wenn man dann tatsächlich in der Examensvorbereitung ist und dann zum dritten Mal versucht ein Thema zu verstehen oder in einer Übungsklausur bescheinigt bekommt, keine Ahnung zu haben.

Ich habe mir durchaus gelegentlich die Frage gestellt, wie ich eigentlich auf die wahnsinnige Idee gekommen bin, mir das antun zu wollen...


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BeitragVerfasst: Sonntag 19. November 2017, 19:02 
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Richtig. Was das eigentlich bedeutet, kann man vorher gar nicht wirklich einschätzen, schon gar nicht, wenn die größte Hürde bisher das Lernen für das Abi oder ein paar Semesterabschlussklausur war. Und auch das unangenehme Gefühl, das eigentlich fast jeder während der Klausurenphase hat, kann man vorher nur erahnen.

Es gibt auch eine nicht unerhebliche Zahl an Leuten, bei denen das noch darüber hinausgeht und dann echten Krankheitswert gewinnt. Man soll ja auch nicht übertreiben und die bestehenden Ängste noch verschärfen, aber manches hier erstaunt doch schon.

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"Honey, I forgot to duck."


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BeitragVerfasst: Sonntag 19. November 2017, 23:15 
Fleissige(r) Schreiber(in)
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Das was Liz sagt.

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BeitragVerfasst: Montag 20. November 2017, 09:10 
Fossil
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Panik sollte man nicht haben oder jedenfalls vermeiden. Auch mit professioneller Hilfe. Was bleiben muss: eine gesunde Aufgeregtheit. Sie gibt starke Konzentrationsfähigkeiten. Sicherlich gibt es Menschen, die um das Bestehen bangen. Trotz aller Ablehnung einer Verschulung des universitären Studiums muss ich doch leider anmerken, dass wenn die eigenen Selbstreflexionsmöglichkeiten nicht ausreichen - zum Beispiel bei einem sehr geringen Erfolg einen Studiengangswechsel in Betracht zu ziehen -, dann sollte man in Betracht zu ziehen, stärker durch Prüfungen im Studium zu sieben.

Man sollte übrigens auch unterscheiden: hat jemand wirklich Panik - man vergegenwärtige sich den Begriff, notfalls auch durch Google - oder fühlt er eine fortlaufende Verunsicherung? Und: ich kenne einige, die nach Außen wesentlich mehr Wind gemacht haben als es ihrer inneren Haltung entsprach. Hintergrund: man wollte vorsorgen, wenn das Ergebnis schlecht ausfällt und andersherum Lob und Anerkennung bekommen.

Ich fande das Examen eine Bereicherung, weil es die eigene Leistungsfähigkeit katalysiert und wirklich fordernd ist. Psychologisch betrachtet habe ich das Examen zu meinem Freund gemacht. Ihm einen Eigenwert gegeben, der anregend ist.

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Hier gibt's nichts zu lachen, erst recht nichts zu feiern.


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BeitragVerfasst: Montag 20. November 2017, 09:43 
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Beiträge: 970
Einwendungsduschgriff hat geschrieben:
Psychologisch betrachtet habe ich das Examen zu meinem Freund gemacht.


Der Fachbegriff dafür ist glaub ich Stockholm-Syndrom ;)

Gesendet von meinem SM-G930F mit Tapatalk


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BeitragVerfasst: Montag 20. November 2017, 09:51 
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Registriert: Mittwoch 1. Juli 2015, 16:05
Beiträge: 186
Tobias__21 hat geschrieben:
Die Vorbereitung war bei mir aus diversen Gründen sehr kurz, eigentlich viel zu kurz, von daher kann ich dazu gar nicht so viel sagen. Aber die Prüfungsphase an sich war schon schlauchend. Das war wie ein schlechter Film, der einfach nur ablief. Und das zweite wird ja noch schlimmer :) Man macht schon einiges durch, bis man sich Volljurist schimpfen darf:

1. Erstes Examen schriftlich+mündlich + Schwerpunkt
2. 2 Jahre Ref
3. Zweites Examen schriftlich (mehr Klausuren) + mündliche (Zwei Tage im Justizministerium, BW)

Ein bisschen Jammern ist da durchaus angebracht, finde ich. Angenehm is anders.

Mich hat es übrigens in einer Klausur, in einem meiner Lieblingsgebiete, trotz ausreichender Vorbereitung und Kenntnis von Spezialproblemen, den Grundzügen, pi pa po, richtig zerlegt. Alleine das Lernen und Verstehen des Stoffes reicht eben manchmal nicht aus. Ich hätte da nicht mehr machen können und bin trotzdem baden gegangen. Wenn das JPA will, kriegt es einen immer :) Ich hab einfach keinen Zugang gefunden, stellenweise einen richtigen blackout gehabt und irgendwann lief die Zeit ab. Diesen Faktor hat man einfach nicht in der Hand. Es lag aber auch an mir, muss ich zugeben. Der SV war zwar etwas wirr und man einige Zeit gebraucht, das überhaupt tatsächlich zu erfassen. Der Schlüssel zu einem der Hauptprobleme lag aber bei 311a BGB und da bin ich einfach nicht drauf gekommen, weil ich mich derart von dem scheiss SV beeindrucken habe lassen. Rechtlich war die Klausur überhaupt nicht schwer.


Wo hast du das her mit zwei Tagen mündliche? Mach mir keine Angst :D Das ist doch nur ein Tag! :upsetangry


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BeitragVerfasst: Montag 20. November 2017, 09:54 
Fossil
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Registriert: Mittwoch 28. Juni 2006, 18:16
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Kroate hat geschrieben:
Einwendungsduschgriff hat geschrieben:
Psychologisch betrachtet habe ich das Examen zu meinem Freund gemacht.


Der Fachbegriff dafür ist glaub ich Stockholm-Syndrom ;)

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Das wäre nur richtig, wenn es mir vorher Leid zugefügt hätte oder traumatisiert hätte ;-)

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BeitragVerfasst: Montag 20. November 2017, 10:13 
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Tibor hat geschrieben:
Ich fand das 2. Examen deutlich einfacher als das 1. Examen.


dito

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Eichhörnchen, Eichhörnchen wo sind deine Nüsse?


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