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BeitragVerfasst: Mittwoch 20. Dezember 2017, 20:45 
Noch selten hier
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Registriert: Montag 11. Dezember 2017, 00:28
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Hallo liebe Leute,

letztens frage ich mich häufiger, ob vielleicht die Korrektoren der Rep-Klasurenkurse dazu angehalten werden, Klausuren extra etwas schlechter zu benoten, um bspw. aus den Studenten noch mehr rauszuholen. Wie seht ihr das?

Wenn dem so sei, sind Probeklausuren kein objektiver Indikator mehr für den eigenen Leistungsstand.

Mein Ziel ist es nämlich, so lange zu lernen, bis meine Probeklausuren in der Mehrheit die Note bekommen, die ich mir fürs Staatsexamen vorstelle.

Danke euch!


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BeitragVerfasst: Mittwoch 20. Dezember 2017, 21:35 
Fleissige(r) Schreiber(in)
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Meine persönlichen Erfahrungen waren, dass hemmer bei den Kursen zum ersten Examen meist überdurchschnittlich viele ausreichend und sehr wenige befriedigend verteilt hat. Gute Klausuren waren aber auch dort einmal zweistellig. Beim Kurs zum Zweiten fand ich die Korrektur deutlich ausgewogener.


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BeitragVerfasst: Mittwoch 20. Dezember 2017, 21:48 
Noch selten hier
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Registriert: Montag 11. Dezember 2017, 00:28
Beiträge: 15
Entsprach denn der Notenschnitt des schriftlichen Examens dem deiner Probeklausuren?


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BeitragVerfasst: Mittwoch 20. Dezember 2017, 22:04 
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Beiträge: 5791
Meine Erfahrung: Das ist keine Absicht, sondern zum größten Teil nur Unfähigkeit der Korrektoren. In diesen ganzen Klausurenkursen für das 1. Examen korrigieren halt zum größten Teil Leute, die gerade selbst erst ihr Examen geschrieben haben. Das heißt ihr, die jetzt benotet werden, könnt in paar Monaten selbst die sein, die benoten. Ihr könnt euch selbst vorstellen, ob ihr dann soviel besser seid als jetzt.

Im 2. Examen wird es dann etwas besser. Da korrigieren in den Klausurenkursen dann zum größten Teil Personen, die am Ende auch tatsächlich als Prüfer im 2. Examen agieren und daher zum größten Teil wissen was sie tun.

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Die von der Klägerin vertretene Auffassung, die Beeinträchtigung des Wohngebrauchs sei durch das Zumauern der Fenster nur unwesentlich beeinträchtigt, ist so unverständlich, dass es nicht weiter kommentiert werden soll. - AG Tiergarten 606 C 598/11


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BeitragVerfasst: Mittwoch 20. Dezember 2017, 22:16 
Noch selten hier
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Registriert: Montag 11. Dezember 2017, 00:28
Beiträge: 15
@Ara:

Gibt es dann irgendeinen Faktor, an dem man seine Examensreife messen kann?


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BeitragVerfasst: Mittwoch 20. Dezember 2017, 22:17 
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Ich hatte teilweise auch unterirdische Korrekturen, bei denen man genau gemerkt, dass der Korrektor selbst überfordert war. Ich bin dann nach meinem Examen auch Korrekturassistent geworden und habe mich bemüht es besser zu machen. Gerade in den Probeklausuren, wenn es nicht um Scheine geht, wird man aber meist von den Lehrstühlen alleine gelassen, so nach dem Motto: "Das entscheiden Sie, welche Noten sie vergeben". Klar, man bekommt eine Lösungsskizze und Richtlinien für die Punktevergabe, aber am Ende muss man die Entscheidung alleine treffen. Wenn man als Korrektor motiviert ist und es nicht nur wegen der Kohle macht, wird man auch schnell besser und bekommt ein Gespür dafür, aber richtige Examensklausuren wollte ich nicht korrigieren. Ich habe zwar immer positive Rückmeldungen von den LSen erhalten, wenn es um Scheinklausuren und Hausarbeiten ging (dort machen die Stichproben und schauen sich die Korrekturen an) und ich glaube auch, dass ich es ganz gut gemacht habe, aber man braucht einfach viel Erfahrung und vor allem auch viel Wissen um eine Examensklausur vernünftig bewerten zu können. Und daran wird es bei viele Korrekturassistenten mangeln.

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BeitragVerfasst: Mittwoch 20. Dezember 2017, 22:27 
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Registriert: Montag 10. Juli 2017, 13:08
Beiträge: 347
Die Antwort ist eigentlich ganz simpel.
Es wird nicht nach Zeit und Sorgfalt vergütet, sondern nach Masse.
Die lesen den Scheiss nicht Wort für Wort, sondern suchen Schlagwörter und geben dann aus dem Bauch heraus eine Note.
Nicht zuviel nachdenken.
Ich würde mir auch eher eine zeitliche als eine Punktedeadline setzen.
Du wirst nämlich immer mal wieder Ausreisser nach unten oder oben haben.

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BeitragVerfasst: Mittwoch 20. Dezember 2017, 23:08 
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Beiträge: 5791
duralexsedlex hat geschrieben:
@Ara:

Gibt es dann irgendeinen Faktor, an dem man seine Examensreife messen kann?


An den Klausurnoten mE nicht... Ich hatte auch kurz vor dem Examen noch vereinzelt Klausuren unterm Strich.

Examensreif ist man glaub ich dann, wenn man nur noch will, dass es zu Ende geht und zwar egal wie. Dann ist man vom Examen vollständig seelisch und körperlich gebrochen und man ist bereit für die Klausuren.

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BeitragVerfasst: Donnerstag 21. Dezember 2017, 06:25 
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Beiträge: 236
duralexsedlex hat geschrieben:
Entsprach denn der Notenschnitt des schriftlichen Examens dem deiner Probeklausuren?

Tatsächlich war es so, lag aber ziemlich sicher an der geringen Zahl an Klausuren. Ich habe bereits nach kurzer Zeit nur noch alte Originalklausuren aus dem Uni-Examinatorium geschrieben. Das würde ich auch empfehlen, sofern solche angeboten werden.

Die bereits erwähnte eher geringe Qualifikation (durch zu wenig Erfahrung) der Korrektoren spielt natürlich auch eine Rolle, ebenso die absolut katastrophale Bezahlung. hemmer hat mir angeboten Klausuren im Assessorkurs für 8€ pro Stück (!) zu korrigieren. Das wären dann mindestens vier Klausuren pro Stunde, wenn man sich nicht unter Wert verkaufen möchte. Das Ergebnis dürfte offensichtlich sein: In der Zeit kann man eben wie bereits erwähnt maximal Stichworte abhaken, jede Klausur die nicht grob der Lösungsskizze entspricht ist eigentlich nicht korrigierbar.


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BeitragVerfasst: Donnerstag 21. Dezember 2017, 08:08 
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Ich hab auch einiges an Klausuren korrigiert, wenngleich wie Tobias recht aufwändig. Das Feedback zu meinen Korrekturen war von den Lehrstühlen und auch den Studenten eigentlich immer positiv. Persönlich habe ich immer versucht, gerade im Examenskurs realistisch zu korrigieren, wenn nicht gerade vom Lehrstuhl eine ausdrücklich "sehr sehr wohlwollende" Korrektur erbeten wurde (kam vor allem bei Klausuren vor, die gleichzeitig im Examensklausurenkurs und in der großen Übung geschrieben wurden).
Bei einem kommerziellen Rep wurde mir aber tatsächlich gesagt, ich solle eher strenger als realistisch bewerten. So würden die Teilnehmer nicht in trügerischer Sicherheit gewogen und gleichzeitig zur Nacharbeit motiviert (eine 2-Punkte-Klausur sehe man sich eher nochmal an als eine mit 4 Punkten). Hab mich aber nie dran gehalten :)

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BeitragVerfasst: Donnerstag 21. Dezember 2017, 08:57 
Fossil
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Bei der Benotung bestehen ja immer gewisse Spielräume, dh man kann wohlwollend sein und den Punkt mehr geben, obwohl er nicht so ganz verdient ist, oder einen Punkt weniger geben, weil die Arbeit das bei etwas strengerer Bewertung hergibt. Und mit wohlwollenden 4 Punkten ist einem Studenten in der Examensvorbereitung möglicherweise weniger gedient als mit ehrlichen 2-3 Punkten. Aus Prinzip immer 2 Punkte weniger zu geben, um die Leute so richtig schön zu deprimieren und zum Lernen anhalten (man sollte nicht meinen, dass man es mit Erwachsenen zu tun hat...), mag in manchen Reps üblich sein, aus dem Uniklausurenkurs kenne ich dies nicht so. Dort liegt es eher ggf. an der bereits beschriebenen aufwandsarmen Arbeitsweise einiger Korrekturassistenten sowie ggf. fehlendem Wissen und Ausbildung auf Seiten der Korrekturassistenten, was sich insbesondere bei Gedanken, die von der Lösungsskizze abweichen, schnell auswirkt. Allerdings sollte man sich auch keine Illusionen machen: manche Klausurleistungen sind auch schlichtweg unglaublich schlecht.

Und: eine oberflächliche Korrektur mag nicht hilfreich sein, aber sie muss nicht unbedingt völlig unzutreffend sein. Ich bin z. B. irgendwann dazu übergegangen, die Klausuren nach dem Schema „sieht gut - mittel - schlecht aus“ (Richtige Anspruchsgrundlagen, Ausführungen zu Problemschwerpunkte auf den ersten Blick erkennbar, Vollständigkeit usw.) vorzusortieren, bevor ich die Klausuren dann richtig korrigiert habe. Die Fälle, in denen ich Klausuren anschließend völlig anders bewertet habe, waren doch eher selten.

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"Auch eine stehengebliebene Uhr kann noch zweimal am Tag die richtige Zeit anzeigen; es kommt nur darauf an, daß man im richtigen Augenblick hinschaut." (Alfred Polgar)


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BeitragVerfasst: Donnerstag 21. Dezember 2017, 09:01 
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Registriert: Dienstag 4. November 2014, 07:51
Beiträge: 7851
Ja, das ist alles eine Sache der Motivation und das kostet eben auch Zeit. Und ich lese "den Scheiß" tatsächlich Wort für Wort. Bisweilen schlage ich sogar in einem Kommentar nach, oder halte mit dem LS Rücksprache (auch in Examensklausuren). Ich hatte mal einen, der hat mir was beim erpresserischen Menschenraub geschrieben, das mich echt ins Grübeln gebracht hat. Ich dachte mir schon, dass das so nicht sein kann, was er da schreibt, aber die Argumentation hatte was. Im Kommentar nix gefunden und auch der Strafrechtsprofessor musste erstmal nachdenken. Im Endeffekt war es auch nicht vertretbar was er da gemacht hat, aber der Ansatz war sehr gut.

Wenn man es aber der Kohle wegen macht, sollte man es gleich lassen. Das rechnet sich nicht, außer bei den HAen. Die werden hier gut bezahlt und ich empfinde das als weniger aufwendig zu korrigieren, zumal die getippt sind und man nicht rätseln muss, was die schreiben :D

Es sind übrigens nicht nur die angehenden Referendare, die sich da übernehmen, oder denen die Erfahrung fehlt. Da korrigieren teilweise auch Anwälte, die es nur wegen der Kohle machen. Da muss man dann schon effizient sein und die wollen auch hinterher keinen Stress mit Remonstrationen, was sich natürlich auch auf den Bewertungsmaßstab auswirkt.

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BeitragVerfasst: Donnerstag 21. Dezember 2017, 12:37 
Fleissige(r) Schreiber(in)
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Registriert: Donnerstag 7. August 2014, 19:32
Beiträge: 207
julée hat geschrieben:
Und: eine oberflächliche Korrektur mag nicht hilfreich sein, aber sie muss nicht unbedingt völlig unzutreffend sein. Ich bin z. B. irgendwann dazu übergegangen, die Klausuren nach dem Schema „sieht gut - mittel - schlecht aus“ (Richtige Anspruchsgrundlagen, Ausführungen zu Problemschwerpunkte auf den ersten Blick erkennbar, Vollständigkeit usw.) vorzusortieren, bevor ich die Klausuren dann richtig korrigiert habe. Die Fälle, in denen ich Klausuren anschließend völlig anders bewertet habe, waren doch eher selten.



Vielleicht eine selbsterfüllende Prophezeihung. ;)


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BeitragVerfasst: Donnerstag 21. Dezember 2017, 15:21 
Fossil
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Registriert: Freitag 2. April 2004, 17:13
Beiträge: 13079
Weniger, wenn das abschließende Urteil nach gründlicher Lektüre erfolgt. ;) Aber wenn im Zivilrecht beim blätternden Überfliegen keine brauchbare Anspruchsgrundlage zu finden ist und zum Problemschwerpunkt allenfalls 2 Sätze zu sehen sind, dann wird man in aller Regel beim gründlichen Lesen auch wenig Erfreuliches finden, sondern eher noch mehr Fehler. Natürlich gab es mal Verschiebungen, aber sie waren in der Gesamtschau doch eher gering.

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BeitragVerfasst: Donnerstag 21. Dezember 2017, 22:15 
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Registriert: Montag 11. Dezember 2017, 00:28
Beiträge: 15
Danke für die vielen Antworten!


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