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BeitragVerfasst: Samstag 21. Januar 2017, 11:03 
Noch selten hier
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Registriert: Samstag 22. November 2014, 23:34
Beiträge: 39
Hallo,

ich überlege, ob es noch sinnvoll ist, nach dem Referendariat bei vorhandenem Dr. einen LL.M. im englischsprachigen Ausland zu machen, wenn man sich zunächst in einer GK sieht, mittel- und langfristig womöglich aber auch in einer kleineren Kanzlei/Boutique oder einem Unternehmen.

1.
Wie sind da eure Einschätzungen aus karrieretechnischer Sicht, abgesehen von der Auslandserfahrung und den Sprachkenntnissen. Der finanzielle Aufwand ist ja wegen des späteren Berufseinstiegs, der Unterkunft und den Studiengebühren nicht zu verachten. Liege ich mit meiner Vermutung richtig, dass ein englischer LL.M. in englischen/amerikanischen Kanzleien gerne gesehen wird, aber bei einem Dr.-Titel auch keinen enormen Vorteil aus karrieretechnischer Sicht (und Gehalt) bringt und bei deutschen GK eigentliche der Dr. ausreichend ist? Wenn dies zuträfe, fände ich wohl eher eine Auslandsstation und/oder Secondment interessant.

2.
Was mich am meisten bei dem Gedanken an einen LL.M. nach dem Referendariat schon abschreckt, ist der ganze Aufwand im Vorfeld und das Warten auf die Entscheidung. Gibt es nicht im englischsprachigen Raum auch Unis an denen man lediglich seine Zeugnisse und einen Nachweis über die Sprachkenntnisse versendet und dann unmittelbar anfangen kann? Allein für das erforderliche Prof. Gutachten muss man wohl bei einigen deutschen Profs schon lange warten.

Vielen Dank für eure Antworten


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BeitragVerfasst: Samstag 21. Januar 2017, 13:19 
Fleissige(r) Schreiber(in)
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Registriert: Freitag 13. Mai 2011, 22:48
Beiträge: 275
Wohnort: Bochum
So wie sich Dein Posting liest, hast Du selbst eigentlich gar keine Lust darauf, diesem LL.M. zu absolvieren. Insbesondere angesichts dessen würde ich davon absehen, da der Karriere-Kick wohl überschaubar sein dürfte bei vorhandenem Doktortitel. Aus meiner Erfahrung wird Dich niemand ablehnen, weil bei Deiner Kombination der LL.M. fehlt.

_________________
Die Unkenntnis der Steuergesetze befreit nicht von der Pflicht zum Steuerzahlen.
Die Kenntnis aber häufig.


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BeitragVerfasst: Samstag 21. Januar 2017, 14:18 
Fossil
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Registriert: Freitag 2. April 2004, 18:13
Beiträge: 12350
Die Frage lautet m. E.: Möchtest Du in einer Kanzlei arbeiten, die von Dir einen LL. M. erwartet, obwohl Du eigentlich keinen Bock hast, sowas mit viel Aufwand und für teures Geld zu machen?

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"Auch eine stehengebliebene Uhr kann noch zweimal am Tag die richtige Zeit anzeigen; es kommt nur darauf an, daß man im richtigen Augenblick hinschaut." (Alfred Polgar)


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BeitragVerfasst: Samstag 21. Januar 2017, 14:19 
Mega Power User
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Registriert: Sonntag 10. Dezember 2006, 12:18
Beiträge: 2655
juraklasse hat geschrieben:
Liege ich mit meiner Vermutung richtig, dass ein englischer LL.M. in englischen/amerikanischen Kanzleien gerne gesehen wird, aber bei einem Dr.-Titel auch keinen enormen Vorteil aus karrieretechnischer Sicht (und Gehalt) bringt und bei deutschen GK eigentliche der Dr. ausreichend ist? Wenn dies zuträfe, fände ich wohl eher eine Auslandsstation und/oder Secondment interessant.


Nein, du liegst falsch mit deiner Vermutung. Der LL.M. ist mit dem Dr.-Titel nicht zu vergleichen. Ein LL.M. bringt dir Auslandserfahrung (Sprachkenntnisse, kulturelle Kenntnisse, "Horizont erweitern"). Ein Dr.-Titel zeigt, dass du dich vertieft mit einem wissenschaftlichen Thema auseinandersetzten kannst. Es sind also zwei völlig verschiedene Dinge. GKen (auch die sogenannten "deutschen" GK) empfehlen heute alle, lieber einen LL.M. als eine Promotion. Dies ist meines Erachtens auch verständlich. Vernünftiges Englisch und Kompetenz im Umgang mit anderen Kulturen ist sehr wichtig.

Ich selbst habe übrigens nur eine Dr.-Titel und keinen LL.M. - bin in dieser Hinsicht also nicht befangen. Ich habe die Diss aus rein wissenschaftlichem Interesse gemacht und würde es immer wieder so machen. Ex ante würde ich noch einen LL.M. an einem coolen Ort an einer traditionsreichen Uni machen. Alleine um das Jahr Auslandserfahrung mitnehmen zu können und eine gute Zeit zu haben. Ich war im Referendariat im Ausland und habe später ein einjähriges Secondment gemacht. Ex post ist daher alles gut gelaufen. Du musst aber Bedenken, dass ein Secondment erst nach etwa 4-6 Jahren drin ist. So lange halten die wenigsten in der GK durch.

Wenn es um die Kosten geht: Dann mach lieber einen LL.M. in Südafrika/Australien/Neuseeland oder irgendwo, wo die Studiengebühren nicht so hoch sind, wie in den USA. England ist natürlich auch OK, aber ist halt Europa. Mach lieber etwas, wo du mal ein ganzes Jahr rauskommst und eine ganz andere Kultur kennenlernst.

_________________
Eichhörnchen, Eichhörnchen wo sind deine Nüsse?


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BeitragVerfasst: Mittwoch 22. Februar 2017, 13:58 
Noch selten hier
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Registriert: Donnerstag 10. März 2016, 11:14
Beiträge: 19
Ich habe einen LL.M. aus den USA, aber (noch) keinen Dr.
Der LL.M. kommt durchweg gut an, denke aber nicht, dass der LL.M. bei guten Examina und Dr. noch so viel ausmacht. Man munkelt doch, dass verschiedene GK den LL.M. sogar finanzieren, vielleicht informierst du dich mal in diese Richtung?

Kann dir nur meine Erfahrungen zu US-Unis weitergeben:

Ich weiß nicht, ob es Unis gibt, bei denen man keinen hohen Bewerbungsaufwand betreiben muss. Das wären dann die Unis, die ich an deiner Stelle ohnehin nur in Erwägung ziehen würde, weil sie dir vielleicht eher ein Stipendium geben und dann musst du dich eben dafür aufwändiger bewerben. Außerdem sind selbst die schlechtesten Unis sagenhaft teuer und bei den Unmegen an Kohle, die man dafür rauswirft (außer eben man hat ein Stipendium), kann man sich auch eine der besseren Unis raussuchen - muss ja nicht gleich Harvard sein, aber sollte halt auch nicht die letzte Uni im Ranking sein, die gerade so ihre ABA-Accreditation bekommen hat.

Der Organisationsaufwand bei einem Auslandsjahr, gerade in den USA, ist aber immer hoch: Visum, Wohnungssuche, hier alles regeln.. da kommt man nicht umhin. Im Nachhinein war das aber alles überhaupt nicht schlimm und definitiv die Mühe wert - aber ich wollte eben auch gerne ins Ausland und hab das nicht nur aus Karrieregründen gemacht. Zudem hatte ich das Glück, mit sehr wenig Aufwand an ein Stipendium für die Studiengebühren und einen Teil der Lebenshaltungskosten zu kommen.

Das Empfehlungsschreiben von einem Prof sollte kein Problem darstellen und auch nicht mehrere Monate in Anspruch nehmen; höflicherweise sollte man nicht zu einem völlig unbekannten Prof gehen und auch nicht verlangen, dass der Schrieb nächste Woche fertig ist. Wenn man das beachtet, kenne ich keinen Prof, der sich zu so etwas nicht bereit erklären würde und das dauert max. mehrere Wochen (nicht Monate), der/die schreibt das ja in 99% der Fälle schließlich nicht selbst (sondern entweder du oder der/diejeniger seiner WissMits, der/die dummerweise am Lehrstuhl zum Gutachtenverfasser auserkoren wurde, nach deinen Angaben).
Viel mehr Gedanken würde ich mir um die Finanzierung machen. Selbst an unbekannteren Unis kosten zwei Semester um die 40.000 USD - exklusive Wohnung, Lebenshaltungskosten usw. Da würde ich doch empfehlen, etwas mehr Aufwand für eine bessere Uni zu betreiben und mir zusätzlich ein Stipendium von einer GK oder dem DAAD o.ä. zu holen (was wiederrum mit jeder Menge Aufwand verbunden ist).

Kurzum: Einen LL.M. zu machen, muss man schon mögen, die Bewerbung ist eigentlich das geringste organisatorische "Problem", das da auf einen zukommt.


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BeitragVerfasst: Mittwoch 22. Februar 2017, 14:42 
Fossil
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Registriert: Mittwoch 28. Juni 2006, 19:16
Beiträge: 14215
pinacolada1234567 hat geschrieben:
Wenn man das beachtet, kenne ich keinen Prof, der sich zu so etwas nicht bereit erklären würde und das dauert max. mehrere Wochen (nicht Monate), der/die schreibt das ja in 99% der Fälle schließlich nicht selbst (sondern entweder du oder der/diejeniger seiner WissMits, der/die dummerweise am Lehrstuhl zum Gutachtenverfasser auserkoren wurde, nach deinen Angaben).

Prima, wenn Du hier über etwas berichtest, dass zu "99 % der Fälle" zutrifft. Deine Nischenwahrnehmung ist leider überhaupt nicht verallgemeinerungsfähig.

_________________
Hier gibt's nichts zu lachen, erst recht nichts zu feiern.


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BeitragVerfasst: Mittwoch 22. Februar 2017, 14:55 
Noch selten hier
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Registriert: Donnerstag 10. März 2016, 11:14
Beiträge: 19
Puh. Tatsächlich war ich davon ausgegangen, dass dem durchschnittlichen Leser bewusst sein wird, dass ich hierfür keine Datensätze erhoben und anschließend ausgewertet habe und demnach mich des Stilmittels der gelinden Übertreibung bediene und diese Aussage freilich auf meinen persönlichen Erkenntnissen beruht, die sich nicht nur auf einen Prof, sondern auf zahlreiche Profs unterschiedlicher juristischen Fakultäten an deutschen Universitäten erstrecken.

Dann eben verallgemeinerungsfähig ausgedrückt: Wenn ein Prof ankündigt, dass es mehrere Monate dauern wird, bis er ein Empfehlungsschreiben erstellt hat, dann muss man sich eben an einen anderen Prof wenden, wenn man diese Zeit nicht hat. Üblicherweise werden sich Profs finden, die das schneller gebacken bekommen und es wäre recht überraschend, wenn eine Bewerbung für ein LL.M.-Studium genau an diesem Punkt scheitert.


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