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 Betreff des Beitrags: Dissertation in englischer Sprache
BeitragVerfasst: Mittwoch 19. April 2017, 18:50 
Noch selten hier
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Registriert: Donnerstag 1. Oktober 2009, 18:05
Beiträge: 10
Hallo,

mich beschäftigt folgendes "Problem", vielleicht könnt ihr helfen:

Ich habe mich für ein rechtsvergleichendes Dissertationsthema entschieden, die relevante Literatur ist zu ca. 80% in englischer Sprache verfasst. Seit Wochen plagt mich nun die Frage, ob ich meine Diss in deutscher oder englischer Sprache verfassen sollte - ich kann mich nicht zu einer Entscheidung durchringen und trete auf der Stelle.
Meine Englischkenntnisse sind recht ordentlich (C1) aber bei weitem nicht auf muttersprachlichem Niveau, ein 12-monatiger Forschungsaufenthalt im englischsprachigen Ausland ist geplant.

Der Gedanke, die Diss in Englisch zu schreiben schien mir zunächst aus folgenden Gründen reizvoll:
- die "Übersetzung" der fremden Rechtsordnung in deutsche Begrifflichkeiten bliebe mir erspart
- mein Nischenthema ist sicherlich auch (wenn nicht sogar insbesondere) für die englischsprachige Welt interessant
- Sicherheit im Verfassen englischsprachiger Texte in der Zukunft
- evtl. Pluspunkte bei zukünftigen Bewerbungen in der freien Wirtschaft (Ausgleich des fehlenden LL.M. und der mäßigen Noten)?

Für eine Diss in deutscher Sprache spricht:
- vermutlich eine deutliche Zeitersparnis (bin für das Promotionsvorhaben aus dem Berufsleben ausgestiegen, aber mit 29 auch nicht mehr die Jüngste; Unikarriere ist ausgeschlossen)
- sprachlich und stilistisch "schöneres" Ergebnis
- kein professionelles Lektorat notwendig, zumal ich (nach dem Studium der Promotionsordnung) meine Zweifel hinsichtlich der Zulässigkeit eines Korrektorats/Lektorats habe

In meinem Bekanntenkreis haben nahezu alle (mit ähnlichen Englischkenntnissen) die Diss. in englischer Sprache verfasst, allerdings in nicht-juristischen Fächern, in denen eine deutschsprachige Dissertation ohnehin nicht wirklich in Betracht kam. Im Gegensatz dazu ist Deutsch als Wissenschaftssprache in unserem Fach ja noch die absolute Regel.

Vielleicht kann der ein oder andere von euch noch einen Denkanstoß liefern? Ich wäre wirklich dankbar!


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BeitragVerfasst: Freitag 21. April 2017, 22:39 
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Registriert: Donnerstag 10. Januar 2013, 00:09
Beiträge: 9227
Bitte doch den DV / die DM um eine objektive Einschätzung, ob diese Diss wirklich im Ausland entsprechenden Anklang finden kann. Wenn das Ergebnis nicht lautet "In jedem Fall, auf das Werk wartet die Welt!", würde ich es nicht machen. Ggf bietet sich neben der deutschsprachigen Diss dann auch ein umfassender Lawjournal Beitrag an? Gerade wenn die wissenschaftliche Karriere ausgeschlossen scheint, würde ich keine unnötigen und ungewollten Arbeiten auf mich nehmen. Wozu? Die Relevanz von Sprachkenntnissen wird auch überschätzt, wenn man im Inland als Anwalt tätig wird; ausländische Mandate wissen ja auch, dass man einen (für sie) Ausländer beauftragt. Letztlich zeigt allein die Durchdringung der anderen Rechtsordnung entsprechende sprachliche Fähigkeiten.

_________________
"Just blame it on the guy who doesn't speak English. Ahh, Tibor, how many times you've saved my butt."


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BeitragVerfasst: Dienstag 25. April 2017, 21:43 
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Registriert: Samstag 28. Mai 2016, 16:12
Beiträge: 422
Ich habe zwar selbst (noch?) nicht promoviert, aber während eines Auslandsaufenthalts auf passablem Niveau bereits einige englische rechtliche (Uni-)Essays verfasst und würde auf dieser Grundlage auf jeden Fall davon abraten, die Diss. auf Englisch zu schreiben.

Gerade juristische Arbeiten sind in besonderem Maße von ihrer sprachlichen Qualität abhängig. In einer fremden Sprache kann aber (fast) niemals ein vergleichbares Niveau erreicht werden, wie in der eigenen. Das gilt vor allem bei einer wissenschaftlichen "Fachsprache".
Ganz zu schweigen davon, dass eine juristische Diss. ohnehin mit vielen Formulierungsschwierigkeiten und sprachlichen Zweifeln einhergeht; dieses Problem sollte man nicht durch die Verwendung einer fremden Sprache potenzieren.

Mit anderen Fächern kann man das nur bedingt vergleichen: Dort ist z.T. die sprachliche Sicherheit von geringerer Bedeutung (z.B. in den MINT-Fächern) oder das allgemein erwartete Sprachniveau (vonseiten der Dozenten) ist geringer, da ohnehin alle Arbeiten, d.h. auch von anderen Nicht-Muttersprachlern, auf Englisch verfasst werden.
Ganz anders verhält es sich hingegen, wenn der eigene DV fast ausschließlich englische "Originalliteratur" zum Vergleich hat.


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BeitragVerfasst: Mittwoch 26. April 2017, 07:45 
Häufiger hier
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Registriert: Dienstag 28. März 2017, 09:12
Beiträge: 66
Ich finde, es kommt aufs Thema an. Im Völkerrecht zB würde ich mir das durchaus überlegen. Ich habe eine englischsprachige Diss Korrektur gelesen, die stilistisch ehrlich gesagt nicht so der Burner war. Aber sie war fachlich gut und hat auch im nicht-deutschsprachigen Raum großen Anklang gefunden und Preise gewonnen.

Gerade, wenn du einen einjährigen Aufenthalt im englischsprachigen Ausland planst, ist es eine Überlegung wert, da dein Englisch dort unter normalen Umständen mündlich wie schriftlich große Fortschritte machen sollte.
Ich würde auch mit DV/DM mal Rücksprache halten.

P.s.: Was steht denn in der Promotionsordnung, dass nicht einmal eine Korrektur in sprachlicher Hinsicht erlaubt ist?


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