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 Betreff des Beitrags: Re: Als Volljurist neu orientieren
BeitragVerfasst: Mittwoch 15. November 2017, 23:54 
Mega Power User
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Registriert: Sonntag 5. September 2010, 11:31
Beiträge: 2266
Du solltest schon mal ein wenig den Verstand einschalten, anstatt einem Coach für so einen Unsinn Geld zu überweisen.

Die Aussage, unter Juristen fehl am Platz zu sein, ist doch ziemlich einfach. Warum ist das so? Weil sich diejenigen in irgendeiner Art mit Recht beschäftigen? Mehr Gemeinsamkeiten aller Juristen sehe ich nicht.

Auch die Interessen Sport, Reisen und unter Leuten sein sind so flach wie ein Pfannkuchen. Welcher Sport? Golf, Schach oder Rugby? Mannschaft oder Einzelsport? Aktiv oder auf der Couch? Reisen das gleiche - allein, organisiert, Afrika, Europa oder lieber nur eine Arte Reportage? Unter Leute sein: besoffen im Pub, im Fußballstadion oder bei einem gemeinnützigen Projekt Sonntagmorgen?

Kannst du nach sieben Jahren Ausbildung tatsächlich nicht benennen, was du gern machen würdest? Das ist schwer nachvollziehbar.

Hinsetzen, überlegen was du kannst, was dir Freude bereitet und womit du das Gefühl hast, deine Welt ein wenig zu verbessern.

Danach kann man überlegen, welche Arbeit in Frage kommt. Umgekehrt wird es eher schwierig.


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 Betreff des Beitrags: Re: Als Volljurist neu orientieren
BeitragVerfasst: Samstag 18. November 2017, 20:11 
Fleissige(r) Schreiber(in)
Fleissige(r) Schreiber(in)

Registriert: Freitag 24. Oktober 2014, 17:45
Beiträge: 154
Levi hat geschrieben:
Es gibt doch genügend Tätigkeiten in der öffentlichen Verwaltung (im weiteren Sinne) wo man mit Jura im klassischen Sinne eher weniger zu tun hat, sondern in erster Linie Führungskraft ist und Management-Aufgaben wahrnimmt. Für viele Juristen, die berufnah arbeiten wollen, ist das eher abschreckend und daher dürfte ein Einstieg dort mit deinen Noten zurzeit relativ problemlos sein.

Wenn deine Allgemeinbildung und deine Wirtschaftskenntnisse gut sind, könnte - aufgrund deiner genannten Interessen - z. B. auch der Auswärtige Dienst etwas für dich sein.
Wollte ich auch schreiben. Als echte Führungskraft ist man oft nur noch weniger in juristischer Arbeit drin.

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 Betreff des Beitrags: Re: Als Volljurist neu orientieren
BeitragVerfasst: Sonntag 19. November 2017, 20:16 
Newbie
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Registriert: Dienstag 14. November 2017, 15:07
Beiträge: 3
Vielen Dank für eure Antworten.

Unternehmensberater ist eher weniger was für mich wegen der ganzen Reiserei. Wie Tibor zutreffend gesagt hat, ist eine Dienstreise nicht wie eine Privatreise.

In der Öffentlichkeitsarbeit oder der öffentliche Verwaltung werde ich mich mal umschauen.

EinHeinz hat geschrieben:
Kannst du nach sieben Jahren Ausbildung tatsächlich nicht benennen, was du gern machen würdest? Das ist schwer nachvollziehbar.

Hinsetzen, überlegen was du kannst, was dir Freude bereitet und womit du das Gefühl hast, deine Welt ein wenig zu verbessern.

Danach kann man überlegen, welche Arbeit in Frage kommt. Umgekehrt wird es eher schwierig.


Ganz ehrlich: Ich überlege das schon seit dem Abi, bin aber noch zu keinem Ergebnis gekommen. In der Schule war ich überall gut, aber kaum an etwas besonders interessiert (so kommt man doch zu Jura :crazy:). Könntest du mir sagen, wie ich herausfinden soll, was ich will?


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 Betreff des Beitrags: Re: Als Volljurist neu orientieren
BeitragVerfasst: Sonntag 19. November 2017, 23:02 
Fossil
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Registriert: Freitag 2. April 2004, 18:13
Beiträge: 13055
MacNCheese hat geschrieben:
Ganz ehrlich: Ich überlege das schon seit dem Abi, bin aber noch zu keinem Ergebnis gekommen. In der Schule war ich überall gut, aber kaum an etwas besonders interessiert (so kommt man doch zu Jura :crazy:). Könntest du mir sagen, wie ich herausfinden soll, was ich will?



Die Denkarbeit und Selbstreflektion wird Dir niemand abnehmen können: Was sind Deine Stärken und Schwächen? Welche Aspekte in den einzelnen Ref-Stationen fandest Du positiv, welche negativ? Was machst Du in Deiner Freizeit gerne?

_________________
"Auch eine stehengebliebene Uhr kann noch zweimal am Tag die richtige Zeit anzeigen; es kommt nur darauf an, daß man im richtigen Augenblick hinschaut." (Alfred Polgar)


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 Betreff des Beitrags: Re: Als Volljurist neu orientieren
BeitragVerfasst: Montag 20. November 2017, 10:20 
Fossil
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Registriert: Mittwoch 28. Juni 2006, 19:16
Beiträge: 14646
EinHeinz hat geschrieben:
Kannst du nach sieben Jahren Ausbildung tatsächlich nicht benennen, was du gern machen würdest? Das ist schwer nachvollziehbar.

Das ist nicht selten. Ich kenne ganz viele solcher Beispiele, im Regelfall diejenigen mit hervorragenden Noten. Warum ist das so? Weil es Menschen gibt, die sich stark selbst mit sich selbst und ihren Werten befassen. Wer es einmal erlebt hat, blendet das nicht aus: wenn die eigenen Werte den eigenen fachlich-beruflichen Interessen widersprechen oder jedenfalls zu unschönen Kollisionen führen. Da kann ein Coaching durchaus helfen und Strukturen aufdecken, die man selbst nicht kennt. Ein "setz Dich mal hin und denke nach" klingt für mich da wenig zielführend. Es unterstellt dem Adressaten nämlich, dass er sich nicht um sich selbst kümmere. Vielleicht macht er das nun sehr intensiv, findet aber keine weiteren Optionen?

Julée: Nein, Abnehmen kann man ihm sie nicht. Aber kann in einer Selbstreflexion hervorragend angeleitet werden.

TE: Nur ein kleiner Rat, der vielleicht blöd klingen mag - nimm' Dir einen großen Papierbogen. Mache mehrere Abteilungen - z. B. 1. Fachlich-juristische Interessen/Fähigkeiten, 2. Persönliche Fähigkeiten (berufsbezogen, also nicht "kann einen Wasserball auf meiner Nase balancieren" , es sei denn Du präferierst die Einstellung in einem Meerespark), 3. Die eigene Werteordnung, vielleicht auch schon vorreflektiert (welche Werte hast Du aus Deiner Ursprungsfamilie bekommen? Welche hast Du übernommen, welche verworfen, welche gab es vorher nicht? Und Werte sind auch ganz klar: Reisen, Sport. Und dann nimm ein neues Blatt drei Tage später und nehme Dir unzâhlige Berufsbilder und stimme für Dich ab, was funktioniert und was nicht. Das ist der erste Schritt. Ich habe das intensiv begleitet durch einen außenstehenden Dritter als sehr gewinnbringend empfunden. Und das kann auch einmal die beste Freundin aus Kindertagen sein.

Vergesse nicht: ein Beruf muss nicht alles vereinen, nicht die eierlegende Wollmichsau sein. Auch für andere Berufe sehr förderlichen Interessen kann man manchesmal als Jurist nicht verfolgen.

_________________
Hier gibt's nichts zu lachen, erst recht nichts zu feiern.


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 Betreff des Beitrags: Re: Als Volljurist neu orientieren
BeitragVerfasst: Montag 20. November 2017, 10:56 
Mega Power User
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Registriert: Sonntag 10. Dezember 2006, 12:18
Beiträge: 2871
Natürlich sollte man Interesse an seiner Tätigkeit haben, aber Arbeit dient primär dem Lebensunterhalt und nicht der Selbsterfüllung. Als Akademiker ist man doch ohnehin schon recht privilegiert, da man sich Studium und Berufstätigkeit recht frei aussuchen kann. Wie viele Leute sind froh überhaupt einen Job zu haben?

Es soll kein typisches Generation Y-Bashing sein, aber mir scheint trotzdem, dass es der Generation teilweise auch einfach zu gut geht. Ich habe zu Beginn meines ersten Jobs in meine, Ref-Einzimmarapartement gelebt und es war mein Antrieb Geld zu verdienen, damit ich nach einiger Zeit Möbel und Miete für eine richtige Wohnung finanzieren konnte und später dann für einen Urlaub. Reicht so etwas als Antrieb nicht aus?

_________________
Eichhörnchen, Eichhörnchen wo sind deine Nüsse?


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 Betreff des Beitrags: Re: Als Volljurist neu orientieren
BeitragVerfasst: Montag 20. November 2017, 11:06 
Fossil
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Registriert: Mittwoch 28. Juni 2006, 19:16
Beiträge: 14646
Ich glaube nicht, dass es dem TE an einem Antrieb fehlt. Er möchte nur einigermaßen richtig starten. Hilft Dir ein junger Kollege nicht auch besser, wenn er das Gefühl in seinen Beruf zu passen. Eine Passion mitbringt? Für einen Brot-und-Butter-Beruf würde ich jedenfalls nicht die Motivation mitbringen, mich zeitlich extrem stark einzubringen.

Also entweder: der Beruf reißt mich mit oder ich mache Brot und Butter und lebe meine Werte anderswo aus.

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Hier gibt's nichts zu lachen, erst recht nichts zu feiern.


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 Betreff des Beitrags: Re: Als Volljurist neu orientieren
BeitragVerfasst: Montag 27. November 2017, 23:33 
Newbie
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Registriert: Dienstag 14. November 2017, 15:07
Beiträge: 3
julée hat geschrieben:
Die Denkarbeit und Selbstreflektion wird Dir niemand abnehmen können: Was sind Deine Stärken und Schwächen? Welche Aspekte in den einzelnen Ref-Stationen fandest Du positiv, welche negativ? Was machst Du in Deiner Freizeit gerne?


Ich bin analytisch, diszipliniert, verantwortungsbewusst, kommunikationsfähig und aufgeschlossen und ehrlich gesagt arbeite ich lieber selbstständig als ständig im Team. Meine Schwächen sind, dass ich null künstlerisch oder handwerklich begabt bin. Naturwissenschaften sind auch nicht so meins. Hilft das was zur Selbstreflexion? Ich selbst würde mich als der Macher-Typ bezeichnen. Mein Traum wäre es, ein Unternehmen zu gründen und dann Tag und Nacht was Großes oder wenigstens was wirtschaftlich Rentables draus zu machen. Unternehmer bewundere ich sehr, finde es einfach interessant und wäre auch gerne mein eigener Chef. Überlege auch schon ewig, was man so gründen könnte, aber mir fällt nichts ein. Früher war das wohl einfacher.

Im Ref hat mir nichts so wirklich gefallen. In der Verwaltungsstation waren AG-Leiter und Ausbilder sehr nett, aber die Materie nicht so mein Fall. Aktenbearbeiten in der StA und bei Gericht hat mir auch nicht gefallen. Anwaltsstation auch nicht. An der Wahlstation hat mir halt gefallen, dass ich im Ausland war.

Hobbies hatte ich ja schon genannt.

Einwendungsduschgriff hat geschrieben:
EinHeinz hat geschrieben:
Kannst du nach sieben Jahren Ausbildung tatsächlich nicht benennen, was du gern machen würdest? Das ist schwer nachvollziehbar.

Das ist nicht selten. Ich kenne ganz viele solcher Beispiele, im Regelfall diejenigen mit hervorragenden Noten. Warum ist das so? Weil es Menschen gibt, die sich stark selbst mit sich selbst und ihren Werten befassen. Wer es einmal erlebt hat, blendet das nicht aus: wenn die eigenen Werte den eigenen fachlich-beruflichen Interessen widersprechen oder jedenfalls zu unschönen Kollisionen führen. Da kann ein Coaching durchaus helfen und Strukturen aufdecken, die man selbst nicht kennt. Ein "setz Dich mal hin und denke nach" klingt für mich da wenig zielführend. Es unterstellt dem Adressaten nämlich, dass er sich nicht um sich selbst kümmere. Vielleicht macht er das nun sehr intensiv, findet aber keine weiteren Optionen?

Julée: Nein, Abnehmen kann man ihm sie nicht. Aber kann in einer Selbstreflexion hervorragend angeleitet werden.

TE: Nur ein kleiner Rat, der vielleicht blöd klingen mag - nimm' Dir einen großen Papierbogen. Mache mehrere Abteilungen - z. B. 1. Fachlich-juristische Interessen/Fähigkeiten, 2. Persönliche Fähigkeiten (berufsbezogen, also nicht "kann einen Wasserball auf meiner Nase balancieren" , es sei denn Du präferierst die Einstellung in einem Meerespark), 3. Die eigene Werteordnung, vielleicht auch schon vorreflektiert (welche Werte hast Du aus Deiner Ursprungsfamilie bekommen? Welche hast Du übernommen, welche verworfen, welche gab es vorher nicht? Und Werte sind auch ganz klar: Reisen, Sport. Und dann nimm ein neues Blatt drei Tage später und nehme Dir unzâhlige Berufsbilder und stimme für Dich ab, was funktioniert und was nicht. Das ist der erste Schritt. Ich habe das intensiv begleitet durch einen außenstehenden Dritter als sehr gewinnbringend empfunden. Und das kann auch einmal die beste Freundin aus Kindertagen sein.

Vergesse nicht: ein Beruf muss nicht alles vereinen, nicht die eierlegende Wollmichsau sein. Auch für andere Berufe sehr förderlichen Interessen kann man manchesmal als Jurist nicht verfolgen.
.

Soll ich mich dabei dann nur auf juristische Berufe beziehen oder einfach alles, was mir einfällt? Ich muss ehrlich sagen, dass ich mir nicht vorstellen kann, irgendwas mit Jura zu machen.

Kasimir hat geschrieben:
Natürlich sollte man Interesse an seiner Tätigkeit haben, aber Arbeit dient primär dem Lebensunterhalt und nicht der Selbsterfüllung. Als Akademiker ist man doch ohnehin schon recht privilegiert, da man sich Studium und Berufstätigkeit recht frei aussuchen kann. Wie viele Leute sind froh überhaupt einen Job zu haben?

Es soll kein typisches Generation Y-Bashing sein, aber mir scheint trotzdem, dass es der Generation teilweise auch einfach zu gut geht. Ich habe zu Beginn meines ersten Jobs in meine, Ref-Einzimmarapartement gelebt und es war mein Antrieb Geld zu verdienen, damit ich nach einiger Zeit Möbel und Miete für eine richtige Wohnung finanzieren konnte und später dann für einen Urlaub. Reicht so etwas als Antrieb nicht aus?


Ich muss halt auch ehrlich sagen, dass es mir finanziell gut geht und ich halt nicht unbedingt viel Geld verdienen muss. Es fehlt mich nicht an Motivation, ich will halt einfach etwas machen, wo ich das Gefühl habe, mich jedenfalls teilweise entfalten zu können und etwas Zufriedenheit zu verspüren. Es ist leider so, dass alle meine bisherigen Ausbilder ganze Arbeit geleistet haben, mich von den juristischen Tätigkeiten abzuschrecken.


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