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BeitragVerfasst: Montag 4. September 2017, 18:24 
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Beiträge: 5
Hallo liebe Forumgemeinde,

ich bin neu hier und habe ein bisschen mitbekommen, dass hier durchaus kundige Leute aus der Praxis sind. Ich wollte daher mal ein paar qualifizierte Meinungen hören, da ich aktuell in meiner Lebensplanung einen kleinen Umbruch erlebe und durchaus andere Perspektiven für mich sehe, jedoch die Chancen aufgrund fehlender Erfahrung nicht gut genug einschätzen kann. Natürlich wird man sagen, dass ich mich bei Interesse einfach bewerben soll, jedoch ist psychologisch vielleicht auch ein Meinungsaustausch für mich im Entscheidungsprozess erwünscht. Da ich umziehen möchte und auch mal etwas anderes ausprobieren mag, wäre eine GK für 6 Monate mein favorisiertes Ziel zur Überbrückung der Zeit bis zum Referendariat.

Zu meiner Person allgemein: 1. Staatsprüfung 10,53 Pkt. (staatlich 8,36 Pkt. - Platz 9 von 71 & Schwerpunkt 15,6 Pkt. - Platz 4 von 125). Die Diskrepanz zwischen staatl. Teil und SP ist ungelogen groß, jedoch lag mir der Schwerpunkt sehr. Der Schwerpunkt hat absolut keinen wirtschaftlichen Bezug.
Aktuell seit 2,5 Jahren Doktorand und Promotionsstipendiat und nebenbei noch an der Uni tätig in kleinerem Rahmen. Sobald das Stipendium ausläuft, würde ich gerne den Job bei Gelegenheit annehmen. Spreche fließend Englisch und fließend Russisch, da ich einen Migrationshintergrund habe.
Wissenschaftliche Publikationen sind in geringem Umfang vorhanden. Während des Studiums habe ich einige Jahre beim Anwalt gearbeitet und noch in einem juristischen Verein (Arbeitszeugnisse vorhanden) und mich einige Monate lang im AStA hochschulpolitisch engagiert.
Ich wollte eigentlich immer in den Staatsdienst, jedoch muss man Dinge erst probieren um sie komplett auszuschließen und so wollte ich gerne mal die Zeit bis zum Ref mit Erfahrungssammlung im wirtschaftlichen Sektor verbringen in einer GK. Das ist aus finanzieller Sicht und insbesondere aus persönlicher Sicht für mich aktuell interessant! Meine Dissertation hoffe ich bis zur Mitte 2018 abschließen zu können.
Natürlich ist die Note im 2. Examen relevant für den späteren Werdegang, aber schon für die Wahl der Stationen ist diese Erfahrung für mich Gold wert.

Man weiß nie was kommt im Leben und die Chance ist aktuell noch da sich anders zu spezialisieren, auch wenn mein Lebenslauf komplett in eine andere Richtung als "Wirtschaft" geht. Was meint ihr? Soll ich mich einfach bei einer guten GK bewerben in Berlin mit einer Initiativbewerbung und könnte ich gute Chancen haben? Sorry, wenn es der X-te Thread ist mit ähnlichem Inhalt, aber ein Forum ist vielleicht eine Hilfe bei meinen Gedanken.


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BeitragVerfasst: Dienstag 5. September 2017, 08:40 
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Beiträge: 342
JuraBear hat geschrieben:
Natürlich wird man sagen, dass ich mich bei Interesse einfach bewerben soll
Was soll man auf dein Posting denn sonst antworten? Du nennst keinen einzigen Aspekt, der dagegen spricht, sich bei der GK zu bewerben. Natürlich lautet die Antwort also: Bewirb dich und schau es dir an. Du hast nichts zu verlieren.

Einige ergänzende Erwägungen:

Dass dein Lebenslauf sich nicht auf "Wirtschaft" ausrichtet, ist in deinem Karrierestadium mit Sicherheit kein Hindernis und auch nicht ungewöhnlich (wie soll man denn als Student eine "wirtschaftliche" Ausprägung aufbauen? Sicher nicht durch ein paar Tage Praktikum in der GK oder einen entsprechenden SPB...). Insofern besteht also kein Grund zur Sorge.

In Berlin ist die GK-Bewerbungssituation nach meiner Kenntnis im Gegensatz zum Rest der Republik eher von einem Überangebot an Bewerbern geprägt. Hintergrund ist, dass viele GKs dort gar kein Büro haben und wenn dann nur ein sehr kleines - häufig spezialisiert auf öffentliches Recht oder Start-Ups. Gleichzeitig ist Berlin ein Magnet für viele Absolventen. Auch wenn sich dein Examen also insgesamt durchaus sehen lassen kann und du m.E. in jeder anderen Stadt (außer vielleicht HH) gute Chancen hättest, damit als WissMit in einer GK angenommen zu werden, kann es sein, dass es für Berlin nicht ganz reicht. Das ist aber natürlich kein Grund, es nicht trotzdem zu versuchen (auch die Uni-Erfahrung hilft hier immer).

In diesem Zusammenhang: Es gab hier vor kurzem einen Thread, in dem darüber diskutiert wurde, wie derart große Unterschiede zwischen SPB und Staatsteil wie bei dir in der Praxis ankommen. Dort bestand weitgehend Konsens darüber, dass dies in der Regel kein Drama ist aber in engen Bewerbersituationen durchaus negativen Ausschlag geben kann - insbesondere, wenn der SPB über "VB or not VB" entscheidet. Da du im Saatsteil deutlich unter VB geblieben bist, musst du jdf. damit rechnen, dass hierzu Rückfragen kommen. In der Tendenz wird man dich in der GK daher eher als einen "knapp unter 9"-Kandidaten einordnen als als "zweistellig"-Kandidaten. Damit gehörst du insgesamt zwar immer noch zu den besten ca. 25% aber in Berlin kann es vor dem Hintergrund des geschilderten Bewerbermarktes knapp werden.

Schließlich: Ich finde es sinnvoll, sich möglichst viele Berufsperspektiven anzusehen, auch wenn man "eigentlich" plant zum Staat zu gehen - sofern man sich beides vorstellen kann. Erhoffe dir aber von einer 6-monatigen Tätigkeit als WissMit keinen "echten" Einblick. Meine Erfahrung mit unseren WissMits war immer, dass diese günstige Arbeitskräfte sind und häufig für Arbeiten verheizt werden, für die sich die Anwälte zu schade sind bzw. für die sie keine Zeit haben. Die wenigstens GK-Anwälte nehmen sich bei WissMits die Zeit für Ausbildung (ihr seid da ja anders als ein Referendar oder Praktikant auch nicht zur Ausbildung). Das hängt natürlich auch etwas vom Bereich ab, in dem du landest und ich kenne auch Ausnahmen. Generell erlebt man den GK-Alltag als WissMit aber deutlich anders als ein Associate.


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BeitragVerfasst: Mittwoch 6. September 2017, 13:58 
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Zunächst vielen Dank für die ausführliche Antwort! Das freut mich, dass sich jemand Zeit genommen hat. :)

Zitat:
Dass dein Lebenslauf sich nicht auf "Wirtschaft" ausrichtet, ist in deinem Karrierestadium mit Sicherheit kein Hindernis und auch nicht ungewöhnlich (wie soll man denn als Student eine "wirtschaftliche" Ausprägung aufbauen? Sicher nicht durch ein paar Tage Praktikum in der GK oder einen entsprechenden SPB...). Insofern besteht also kein Grund zur Sorge.


Meine Bedenken waren nur, dass ich schon 30 bin und der Schwerpunkt, alle universitären Tätigkeiten an entsprechenden Lehrstühlen oder drittmittelfinanzierten Projekten und Publikationen ganz speziell in eine Richtung tendieren und nun eine Mitarbeit in einer GK ein komplett anderer Aspekt wäre, aber durchaus ist es ja menschlich in einer Orientierungsphase (was für mich die gesamte Zeit bis zum Abschluss des Referendariats wäre) auch mal eine Wendung zu machen und andere Dinge auszutesten.

Zitat:
In diesem Zusammenhang: Es gab hier vor kurzem einen Thread, in dem darüber diskutiert wurde, wie derart große Unterschiede zwischen SPB und Staatsteil wie bei dir in der Praxis ankommen. Dort bestand weitgehend Konsens darüber, dass dies in der Regel kein Drama ist aber in engen Bewerbersituationen durchaus negativen Ausschlag geben kann - insbesondere, wenn der SPB über "VB or not VB" entscheidet. Da du im Saatsteil deutlich unter VB geblieben bist, musst du jdf. damit rechnen, dass hierzu Rückfragen kommen. In der Tendenz wird man dich in der GK daher eher als einen "knapp unter 9"-Kandidaten einordnen als als "zweistellig"-Kandidaten. Damit gehörst du insgesamt zwar immer noch zu den besten ca. 25% aber in Berlin kann es vor dem Hintergrund des geschilderten Bewerbermarktes knapp werden.


Ich hatte leider etwas Pech im Examen, was einerseits durch persönliche Doofheit begründet war in 2 Klausuren und andererseits war es ein wirklich schlecht bewerteter Durchgang, weshalb ich mir die Ranglistenbescheinigung geholt habe. Im Staatsteil war ich im Bundesland ja noch unter den Top 13 %, inklusive Schwerpunktbereich Top 5 %. Bundesländerübergreifend sicherlich ist das dann anders und niemanden interessiert wohl, wie schlecht der Durchgang bewertet wurde. Jedoch dachte ich, dass die Rangliste mit der Note dann doch anders interpretiert wird, auch wenn ich nur 8,36 Pkt. habe, was aber wie gesagt Top 13 % ist.

Ich plane ab April 2018 erst für ein halbes Jahr in die GK zu gehen oder für 8 Monate vielleicht, würde mich aber ab Oktober schon bewerben und durchaus auch Zeit invesiteren und mich in ein Rechtsgebiet einlesen, was ich bearbeiten würde. Ich möchte die GK halt nutzen, um wirklich zu sehen ob es was für mich wäre später und danach auch auszurichten, ob noch eine Station dort Sinn macht oder ich nicht lieber irgendwo anders beim Anwalt eine Station mache.


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BeitragVerfasst: Mittwoch 6. September 2017, 14:19 
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Was erwartetst du denn von unseren Antworten.

Wenn wir dir jetzt sagen, dass es keinen Sinn macht, unterlässt du deine Bewerbungen dann?

Also, mach es einfach.

Dein Alter oder die bisherige Ausrichtung deiner Ausbildung wird dir nicht im Weg stehen. Schwierig könnte es werden, wenn du im Berufsleben auch solche endlosen und sinnlosen Überlegungen anstellst. Gerade als Rechtsanwalt erwartet der Mandant eine klare Empfehlung von dir. Da kannst du auch nicht ein 60seitiges Gutachten schreiben und am Ende ohne klares Ergebnis sagen, dass drei Argumente dafür und zwei dagegen sprechen.

_________________
Eichhörnchen, Eichhörnchen wo sind deine Nüsse?


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BeitragVerfasst: Mittwoch 6. September 2017, 15:08 
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Zitat:
Was erwartetst du denn von unseren Antworten.

Wenn wir dir jetzt sagen, dass es keinen Sinn macht, unterlässt du deine Bewerbungen dann?

Also, mach es einfach.


Es ist NUR ein Forum und ich erhoffe mir hier keine wegweisenden Antworten, aber wie überall gibt es zwischen viel Müll auch sehr kompetente Menschen mit gutem Sozialverständnis und Erfahrung und genau die habe ich adressiert und wenn ich keine Antworten bekäme, wäre es okay und wenn ich welche bekomme, umso erfreulicher.

Ich habe gehofft, dass mir jemand wie Solar antwortet, der auch Erfahrung mit diesem Thema hat. Ich hatte seinen Thread gelesen mit seinen Gedanken vor einigen Jahren zu seinen Ersparnissen und seinem Plan beim Staat angestellt zu werden und vorher in einer GK zu arbeiten und dass er nach vielen Jahren noch ein Feedback gegeben hat. Dadurch weiß ich, dass solche Leute mir hilfreiches Feedback geben können. Da ich keine efellows-Messen besucht habe und nie irgendwelche Karrierebrunches irgendwelcher Bucerius-Events mitgemacht hatte, habe ich sonst keine Ansprechpartner in diesem Bereich. Was ist daran falsch einen Gedankenaustausch VOR MEINER BEWERBUNG vorzunehmen sonst? Dafür ist so ein Forum doch da. Vielleicht gibt es ja noch Hinweise zur Art der Bewerbung oder Hinweise welche Abteilungen für Berlin ein NoGo oder mustDo sind oder sonst irgendwelche Hinweise/Meinungen... Ich hätte auch nichts dagegen regelmäßig meinen Status zu posten bei irgendwelchen news und ich kann mir vorstellen, dass es anderen genauso geht und sie interessiert lesen irgendwann, wie aus ursprünglichen Gedanken vielleicht irgendwann Karrieren werden...


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BeitragVerfasst: Mittwoch 6. September 2017, 16:13 
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Beiträge: 2797
JuraBear hat geschrieben:
Zitat:
Was erwartetst du denn von unseren Antworten.

Wenn wir dir jetzt sagen, dass es keinen Sinn macht, unterlässt du deine Bewerbungen dann?

Also, mach es einfach.


Es ist NUR ein Forum und ich erhoffe mir hier keine wegweisenden Antworten, aber wie überall gibt es zwischen viel Müll auch sehr kompetente Menschen mit gutem Sozialverständnis und Erfahrung und genau die habe ich adressiert und wenn ich keine Antworten bekäme, wäre es okay und wenn ich welche bekomme, umso erfreulicher.

Ich habe gehofft, dass mir jemand wie Solar antwortet, der auch Erfahrung mit diesem Thema hat. Ich hatte seinen Thread gelesen mit seinen Gedanken vor einigen Jahren zu seinen Ersparnissen und seinem Plan beim Staat angestellt zu werden und vorher in einer GK zu arbeiten und dass er nach vielen Jahren noch ein Feedback gegeben hat. Dadurch weiß ich, dass solche Leute mir hilfreiches Feedback geben können. Da ich keine efellows-Messen besucht habe und nie irgendwelche Karrierebrunches irgendwelcher Bucerius-Events mitgemacht hatte, habe ich sonst keine Ansprechpartner in diesem Bereich. Was ist daran falsch einen Gedankenaustausch VOR MEINER BEWERBUNG vorzunehmen sonst? Dafür ist so ein Forum doch da. Vielleicht gibt es ja noch Hinweise zur Art der Bewerbung oder Hinweise welche Abteilungen für Berlin ein NoGo oder mustDo sind oder sonst irgendwelche Hinweise/Meinungen... Ich hätte auch nichts dagegen regelmäßig meinen Status zu posten bei irgendwelchen news und ich kann mir vorstellen, dass es anderen genauso geht und sie interessiert lesen irgendwann, wie aus ursprünglichen Gedanken vielleicht irgendwann Karrieren werden...


Sorry, ich wollte dich nicht angreifen, sondern nur etwas pointiert ermutigen, dass du dich einfach bewirbst und es versuchst.

Inhaltlich stimme ich den sonstigen Stimmen hier zu. Berlin ist ohne VB schwierig, aber nicht unmöglich. Deine Platzziffern sind ja auch gut.

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BeitragVerfasst: Donnerstag 7. September 2017, 13:29 
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Beiträge: 342
JuraBear hat geschrieben:
Meine Bedenken waren nur, dass ich schon 30 bin und der Schwerpunkt, alle universitären Tätigkeiten an entsprechenden Lehrstühlen oder drittmittelfinanzierten Projekten und Publikationen ganz speziell in eine Richtung tendieren und nun eine Mitarbeit in einer GK ein komplett anderer Aspekt wäre, aber durchaus ist es ja menschlich in einer Orientierungsphase (was für mich die gesamte Zeit bis zum Abschluss des Referendariats wäre) auch mal eine Wendung zu machen und andere Dinge auszutesten.
Mach dir keine Sorgen über zu viele Wendungen im Lebenslauf - ich sehe das völlig entspannt und es stand mir noch nie im Weg. Jeder potentielle Arbeitgeber hat die zusätzliche Farbe in meinem Lebenslauf bislang als positiv hervorgehoben. Ich vertrete auch weiterhin die Auffassung, dass man sich nicht zu früh spezialisieren sollte - es sei denn man ist sich wirklich GANZ sicher.

JuraBear hat geschrieben:
Ich hatte leider etwas Pech im Examen, was einerseits durch persönliche Doofheit begründet war in 2 Klausuren und andererseits war es ein wirklich schlecht bewerteter Durchgang, weshalb ich mir die Ranglistenbescheinigung geholt habe.
Die Platzziffer anzugeben macht absolut Sinn, insbesondere da du mit den 8,36 Pkt. relativ betrachtet deutlich weiter oben gelandet bist, als im Bundesdurchschnitt. Ich würde das als Einstellender durchaus positiv berücksichtigen (ehrlich gesagt mehr als deinen SPB).

In diesem Zusammenhang aber ein, wie ich meine, wichtiger Hinweis: "Ich hatte im Examen etwas Pech" hört man beim Einstellungsgespräch gar nicht gern. Das klingt für den Arbeitgeber wie eine Ausrede mit der man die Schuld von sich weisen möchte, was abschreckt. Ungeachtet ob es tatsächlich stimmt oder nicht, ist man als Gesprächspartner immer geneigt, die Aussage eher nicht zu glauben und eine "immer sind die anderen schuld"-Einstellung anzunehmen, die im Arbeitsalltag ausgesprochen ungern gesehen wird. Ich will dir das nicht ansatzweise unterstellen aber das kann eben schnell so aussehen im Vorstellungsgespräch. Viel mehr Eindruck macht es, wenn du zu Rückschlägen oder Misserfolgen stehst (wobei man bei weit überdurchschnittlichen 8,36 Pkt. nun wirklich nicht von einem Misserfolg sprechen kann!). Wenn du danach gefragt wirst, sag einfach, dass dir das Stex nicht lag bzw. du dir den Unterschied auch nicht erklären kannst und lass es damit auf sich bewenden. Niemand erwartet, dass du ernsthaft begründen kannst, weshalb das Stex so viel schlechter war als der SPB. Außer schlimmeren Ereignissen wie z.B. unvorhergesehener ernsthaften Krankheit während des Examens oder Todesfall im näheren Umfeld klingt alles nach Ausrede.[/quote]

JuraBear hat geschrieben:
Ich plane ab April 2018 erst für ein halbes Jahr in die GK zu gehen oder für 8 Monate vielleicht, würde mich aber ab Oktober schon bewerben und durchaus auch Zeit invesiteren und mich in ein Rechtsgebiet einlesen, was ich bearbeiten würde. Ich möchte die GK halt nutzen, um wirklich zu sehen ob es was für mich wäre später und danach auch auszurichten, ob noch eine Station dort Sinn macht oder ich nicht lieber irgendwo anders beim Anwalt eine Station mache.
Vorab einlesen musst du dich m.E. nicht. Im Zweifelsfall mach dich eher vertraut mit den einschlägigen Nachschlagewerken. Im Arbeitsalltag ist es wichtiger, dass du weißt, was mit "schau mal bei mlex oder im Immenga nach" gemeint ist als dass du die Antwort bereits kennst.

Schau dir doch mal Hausfeld an, die haben im Moment brutal viel zu tun (Litigation-lastig, was hilfreich auch im Hinblick auf eine spätere Justiz-Karriere ist), sitzen in Berlin und haben sicherlich erhöhten Bedarf an WissMits.


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BeitragVerfasst: Freitag 8. September 2017, 21:21 
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Beiträge: 5
Zitat:
In diesem Zusammenhang aber ein, wie ich meine, wichtiger Hinweis: "Ich hatte im Examen etwas Pech" hört man beim Einstellungsgespräch gar nicht gern. Das klingt für den Arbeitgeber wie eine Ausrede mit der man die Schuld von sich weisen möchte, was abschreckt. Ungeachtet ob es tatsächlich stimmt oder nicht, ist man als Gesprächspartner immer geneigt, die Aussage eher nicht zu glauben und eine "immer sind die anderen schuld"-Einstellung anzunehmen, die im Arbeitsalltag ausgesprochen ungern gesehen wird. Ich will dir das nicht ansatzweise unterstellen aber das kann eben schnell so aussehen im Vorstellungsgespräch. Viel mehr Eindruck macht es, wenn du zu Rückschlägen oder Misserfolgen stehst (wobei man bei weit überdurchschnittlichen 8,36 Pkt. nun wirklich nicht von einem Misserfolg sprechen kann!). Wenn du danach gefragt wirst, sag einfach, dass dir das Stex nicht lag bzw. du dir den Unterschied auch nicht erklären kannst und lass es damit auf sich bewenden. Niemand erwartet, dass du ernsthaft begründen kannst, weshalb das Stex so viel schlechter war als der SPB. Außer schlimmeren Ereignissen wie z.B. unvorhergesehener ernsthaften Krankheit während des Examens oder Todesfall im näheren Umfeld klingt alles nach Ausrede.

Nein, ich stehe absolut zu meinen Misserfolgen und möchte da auch nichts beschönigen. Das Pech war auf den Durchgang bezogen, da wie gesagt sehr streng bewertet wurde und ich nur 2 Leute kenne vor mir, die ein VB hatten. Das würde ich im Vorstellungsgespräch nicht sagen auch, da Ausreden niemand hören will. Ich habe aber bei 2 Klausuren definitiv versagt und diese haben mich heftig heruntergezogen, was ich auch als persönliche Niederlage eingestehe und so auch ausdrücken würde (hatte ich schon vorher auch geschrieben). Egal wie also bewertet wurde und obwohl es top 13 % sind im staatlichen Teil, bin ich bei 2 Klausuren einfach nicht in der Lage gewesen die Fälle gut zu lösen.
Zitat:
Vorab einlesen musst du dich m.E. nicht. Im Zweifelsfall mach dich eher vertraut mit den einschlägigen Nachschlagewerken. Im Arbeitsalltag ist es wichtiger, dass du weißt, was mit "schau mal bei mlex oder im Immenga nach" gemeint ist als dass du die Antwort bereits kennst.

Learning on the job ist ja relativ üblich, aber ich habe wirklich keine Rechtskenntnisse in den Gebieten und es dauert sicher eine kleine Weile, bis man eingearbeitet ist, aber das ist dann normal?
Zitat:
Schau dir doch mal Hausfeld an, die haben im Moment brutal viel zu tun (Litigation-lastig, was hilfreich auch im Hinblick auf eine spätere Justiz-Karriere ist), sitzen in Berlin und haben sicherlich erhöhten Bedarf an WissMits.

Danke. Werde ich mal machen. Ist es denn sinnvoll sich vielleicht schon im Oktober zu bewerben für den Zeitraum ab April 2018?


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