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 Betreff des Beitrags: Re: Berufseinstieg
BeitragVerfasst: Montag 2. Oktober 2017, 19:33 
Super Mega Power User
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Registriert: Freitag 6. April 2007, 19:12
Beiträge: 4163
Wohnort: NRW
TeaLover hat geschrieben:
Meint ihr, dass ich zu sensibel bin und zu viel von meinem 1. Job erwarte?

Es hört sich für mich zumindest so an.

Ich glaube, man muss einfach akzeptieren, dass der Berufseinstieg in den allermeisten Fällen kein Zuckerschlecken ist. Man ist noch neu, muss erstmal reinkommen, Wissen erwerben (sowohl in fachlicher Hinsicht als auch in Bezug auf die Arbeitsabläufe), Routine erlangen und dadurch Selbstvertrauen entwickeln - das alles dauert einfach seine Zeit. Das dürfte fast jedem so gehen, egal in was für einem Bereich man anfängt.

Ich selbst bin seit 6 Jahren bei der StA, also ganz woanders, und trotzdem habe ich in den letzten Jahren immer die Erfahrung gemacht, dass fast alle Berufsanfänger gewisse Startschwierigkeiten/Unsicherheiten haben. Dabei wird man hier beim Berufseinstieg schon ziemlich "an die Hand genommen" (man hat die ersten drei Monate einen Gegenzeichner, der jede einzelne Verfügung kontrolliert), aber es ist und bleibt ein Neuanfang, und der ist halt oft nicht leicht (gerade wenn man mit dem Gegenzeichner nicht so gut zurecht kommt, steht man vor ähnlichen Problemen wie du).

Ich glaube, da müssen die allermeisten durch - die vier Monate, die du dabei bist, reichen eben noch nicht aus, um eine gewisse Routine zu erlangen. Ich selbst hatte erst so nach etwa ein bis anderthalb Jahren das Gefühl, dass ich nun in der Lage bin, den überwiegenden Teil meiner Arbeit wirklich selbständig und sicher zu erledigen.

Von daher: Hab noch ein bißchen Geduld - die Wahrscheinlichkeit, dass es bald besser wird, ist hoch.


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 Betreff des Beitrags: Re: Berufseinstieg
BeitragVerfasst: Montag 2. Oktober 2017, 22:17 
Newbie
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Registriert: Donnerstag 28. September 2017, 16:27
Beiträge: 6
scndbesthand hat geschrieben:
Dass Du von oben herab behandelt wirst, kommt in den unterschiedlichsten Ausprägungen immer einmal wieder vor. Auch noch nach Jahren erfolgreicher Berufstätigkeit.

Es ist aber auch eine Fähigkeit, die man sich aneignen muss, trotz kleiner und großer Gemeinheiten nicht die Lust an der Arbeit zu verlieren, die man an sich gerne verrichtet und für die man sich entschieden hat.


Danke für diese klugen sowie sehr wahren Worte. Das werde ich jetzt immer im Hinterkopf behalten, wenn es schwierig wird auf Arbeit. Vor allem den 2. Absatz. Es wäre unklug, diese Stelle aufzugeben, nur weil der Partner mir nicht gänzlich angenehm ist. Ich muss lernen mit den täglichen "Gemeinheiten" umzugehen, sonst wird es mir überall so ergehen und ich werde nie zur Ruhe kommen.

@Eagnai Dein Post war sehr hilfreich für mich. Auch wenn ich weiß, dass ich nicht der Einzige mit Startschwierigkeiten bin, fühlt es sich manchmal so an. Es tut gut, sich hier mit anderen auszutauschen. Mit Kollegen und Bekannten kann man schlecht über so etwas reden und auch vor Freunden wäre es mir zu intim. Ich möchte meine Freundin und meine Eltern auch nicht weiter damit belasten.

Einwendungsduschgriff hat geschrieben:
- Akte/Auftrag mir gegeben mdB, sich zügig einen Überblick und eine erste Meinung zu verschaffen
- kurze Besprechung, wohin die Reise gehen soll; zunächst ich, dann er (selten länger als 10-15 Minuten), Besprechung des weiteren Zeitplans
- Ausarbeitung meinerseits


Diese Vorgehensweise wäre für mich natürlich ein Traum. Vor allem der 2. Punkt. Der fehlt bei uns aber gänzlich. 8-[

@Kasimir Interessant auch mal die Sicht eines Partners zu hören.


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 Betreff des Beitrags: Re: Berufseinstieg
BeitragVerfasst: Montag 2. Oktober 2017, 23:28 
Fossil
Fossil

Registriert: Freitag 2. April 2004, 18:13
Beiträge: 13056
Kasimir hat geschrieben:
Meines Erachtens sind die Anzahl der tatsächlichen Rechtsfragen bei den meisten Aufgaben gering bzw. können vorab bzw. rechtzeitig vor Abgabe abgestimmt werden können.


Das dürfte auch aufs konkrete Tätigkeitsgebiet ankommen; in einigen Bereichen sind Literatur und Rechtsprechung derart dünn gesät, dass alles irgendwie mehr oder weniger "innovativ" ist - und da ist es durchaus sinnvoll, zwischendrin mal zu erörtern, dass man dieses oder jenes Problem sieht oder den Gedanken xy übertragen würde, und nachzuhorchen, ob das auf grundsätzliche Zustimmung stößt oder ob es grundlegende Einwände gibt, weil man andernfalls den halben Tag mehr oder weniger sinnlos damit verbringt, irgendetwas auszuformulieren, bei dem der Partner anschließend nach 5 Minuten sagt "sehe ich aber rechtlich völlig anders, könnten Sie das bitte mal eben schnell noch umschreiben".

Zitat:
Der Trend, eine Tätigkeit als Rechtsanwalt als einen 1-2jähres Übergangszeitraum zu sehen, führt eben auch dazu, dass die Kanzleien und Partner nicht dazu bereit sind, bedingungslos in die Ausbildung der Associates zu investieren. Hier beißt sich also die Katze in den Schwanz.


Was jedoch in beide Richtungen gilt. ;) Warum sollte der Berufsanfänger irgendwo bleiben wollen, wo ihm beständig unterschwellig vermittelt wird "ich gebe mir wenig Mühe mit Dir, weil im Zweifelsfall bist Du sowieso demnächst wieder weg"?

TeaLover hat geschrieben:
Solche Fälle (eher Variante A oder B) sind auch nicht problematisch. Ich halte dann kurze Rücksprache mit ihm und es hat sich erledigt. Es geht eher um Rechtsauslegungssachen. Kommentare helfen nicht immer weiter und da wünschte ich mir, ich könnte mich mit jemanden austauschen. Er meint dann nur, dass ich nochmal schauen soll und dann es so machen soll, wie ich denke. Oft ist ihm es dann aber nicht Recht und ich hätte es lieber so und so machen sollen. Da frage ich mich, wieso er mir das nicht gleich sagt, als ich ihm um Rat fragte. ::?


Vielleicht weil er es selbst noch nicht wusste, als Du ihn um seine Meinung gebeten hast, sondern erst anhand Deines Entwurfs so richtig über das Problem nachgedacht hat? Aber da solltest Du doch im Laufe der Zeit schon einen gewissen Eindruck gewonnen haben, wie er grds. so tickt und was seine "Lieblingsargumente" sind und mit welchen Argumenten Du ihn weniger überzeugen können wirst.

TeaLover hat geschrieben:
Es geht mir eher um das Miteinander. Menschlich ist mein Chef schon bemüht und nett (fragt kurz wie es einem geht, was man am Wochenende gemacht hat), aber fachlich behandelt er einen von Oben herab. Statt konstruktive Kritik gibt es oft Bemerkungen à la ,,Haben Sie das nicht im Studium/Referendariat gehabt?" Das nagt dann schon an einem. ::? Ich versuche mir da jetzt ein härteres Fell zuzulegen, aber es demotiviert und macht mich im Umgang mit ihm auch verkrampfter.


Das ist natürlich keine schöne Art der Kritik, weil wenig konstruktiv. Aber muss man sich auch nicht jeden Schuh anziehen und dazu gehört es m. E. auch, über unberechtigte Kritik zwar einen Moment nachzudenken, dann aber für sich ggf. auch zu dem Schluss zu kommen, dass sie tatsächlich unberechtigt ist und wenig mit einem selbst zu tun hat. Kritik und gerade deren Art und Weise sagt gelegentlich weniger über den Kritisierten als über den Kritiker aus ;)

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"Auch eine stehengebliebene Uhr kann noch zweimal am Tag die richtige Zeit anzeigen; es kommt nur darauf an, daß man im richtigen Augenblick hinschaut." (Alfred Polgar)


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