Anzeige

 

Jurawelt-Forum

Das große Jura-Forum zur juristischen Diskussion

 

Es gibt hier keine Rechtsberatung und keine Hausarbeiten-Besprechungen!!

 

Anzeige
Aktuelle Zeit: Dienstag 17. Oktober 2017, 13:35

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 12 Beiträge ] 
Autor Nachricht
 Betreff des Beitrags: Realistisches Einstiegsgehalt
BeitragVerfasst: Donnerstag 5. Oktober 2017, 23:41 
Newbie
Newbie

Registriert: Donnerstag 5. Oktober 2017, 23:33
Beiträge: 3
Hallo zusammen,

ich schildere kurz meine Situation: Ich habe vor einigen Monaten mein zweites Examen in NRW bestanden. Ich habe leider nur ein Doppel Ausreichend. 1. 5,9 und im 2. 5,2 Punkte. Der Verbesserungsversuch vom zweiten ist bereits geschrieben aber a) mache ich mir nicht viele Hoffnungen und b) will ich nicht länger von ALG 1 leben.

Deswegen habe ich heute meine ersten Bewerbungen abgeschickt und schon die erste Einladung zum Gespräch bekommen. Ich bewerbe mich primär bei kleineren Sozietäten im Raum Düsseldorf/Köln.

Meine Frage: Was ist eine realistische Gehaltsvorstellung bei 40-45h/Woche? Ich hätte für den Einstieg gerne um die 1.700€ netto im Monat. Ist das realistisch?

Logischerweise möchte ich mich nicht ausbeuten lassen, aber gleichzeitig will ich niemanden verschrecken. Was gebe ich also am besten an?

Danke vorab für alle Antworten!


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
Anzeige
 Betreff des Beitrags: Re: Realistisches Einstiegsgehalt
BeitragVerfasst: Freitag 6. Oktober 2017, 09:20 
Mega Power User
Mega Power User
Benutzeravatar

Registriert: Montag 23. Februar 2009, 10:48
Beiträge: 2468
Ich bin nun schon eine Weile vom Berufsanfänger Markt entfernt. Aber schon zu meinen Zeiten galten eigentlich (in der Gegend in der Du Dich bewirbst) 3000,-EUR brutto (Damit dürftest Du auf Dein Netto kommen) als unterste Schmerzgrenze. Das ist schon ein paar Jahre her und wir haben zur Zeit einen bewerberfreundlichen Markt. Insoweit würde ich persönlich auch etwas mehr als nicht unverschämt ansehen.
Aber vielleicht hat jemand noch aktuellere Erkenntnisse.

_________________
Die Atombombe ist kein Häschen, die Atombombe ist der Tod. (F.J. Wagner)


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Realistisches Einstiegsgehalt
BeitragVerfasst: Freitag 6. Oktober 2017, 09:25 
Mega Power User
Mega Power User

Registriert: Sonntag 10. Dezember 2006, 12:18
Beiträge: 2819
Die Frage ist mE nicht primär die Höhe des Gehalts, sondern ob du überhaupt eine Festanstellung erhalten kannst. Es mag zwar ein Bewerbermarkt sein, aber dies gilt vor allem für gutqualifizierte Bewerber. Juristen selbst gibt es nach wie vor wie Sand am Meer. Ich kenne auch niemanden, der mit solchen Noten eine Festanstellung als Rechtsanwalt ergattert hat. Die Leute sind entweder als Rechtsanwalt selbständig oder arbeiten bei Versicherungen etc.

Muss es denn eine Festanstellung als Rechtsanwalt sein? Was ist mit Selbständigkeit, freier Mitarbeit etc.? Was ist mit Sachbearbeiterstellen bei Versicherungen?

_________________
Eichhörnchen, Eichhörnchen wo sind deine Nüsse?


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Realistisches Einstiegsgehalt
BeitragVerfasst: Freitag 6. Oktober 2017, 09:37 
Moderator
Moderator
Benutzeravatar

Registriert: Donnerstag 10. Januar 2013, 00:09
Beiträge: 8994
Ich propagiere ja gern den unternehmerisch orientierten Arbeitnehmer mit erfolgsabhängiger Vergütung: niedriges Fixum und Beteiligung an Umsatz/Gewinn der selbst abgearbeiteten Mandate. Das gibt dem Arbeitgeber etwas Sicherheit, weil er sich nur bezüglich des Fixums verpflichtet und dem Arbeitnehmer den Ausgleich zwischen Sicherheit (Fixum) und Chancen.

Das Modell kann man ja sehr ausdifferenzieren; in der einfachsten Ausgestaltung wäre dies aber wohl folgende Formel: variables Gehalt = (Umsatz Bestandsmandate abzgl. Grundumsatz der durch das Fixum abgedeckt ist * x% ) + (Umsatz selbst aquirierte Mandate * y%), wobei y natürlich ein höherer %-Satz sein muss.

_________________
"Just blame it on the guy who doesn't speak English. Ahh, Tibor, how many times you've saved my butt."


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Realistisches Einstiegsgehalt
BeitragVerfasst: Freitag 6. Oktober 2017, 11:20 
Newbie
Newbie

Registriert: Donnerstag 5. Oktober 2017, 23:33
Beiträge: 3
Kasimir hat geschrieben:
Die Frage ist mE nicht primär die Höhe des Gehalts, sondern ob du überhaupt eine Festanstellung erhalten kannst.

Muss es denn eine Festanstellung als Rechtsanwalt sein? Was ist mit Selbständigkeit, freier Mitarbeit etc.? Was ist mit Sachbearbeiterstellen bei Versicherungen?


Ich bin jetzt erstmal optimistisch. Abgesehen von den Noten habe ist mein CV nicht uninteressant; auch kann ich mich recht gut verkaufen. Schauen wir mal was geht!

Was Alternativen angeht: Ich schaue natürlich, dass ich mich auch mit den weiteren Bewerbungen breit aufstelle. Versicherungen schreibe ich heute an.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Realistisches Einstiegsgehalt
BeitragVerfasst: Freitag 6. Oktober 2017, 12:06 
Super Mega Power User
Super Mega Power User

Registriert: Montag 8. März 2004, 15:07
Beiträge: 3499
Kasimir hat geschrieben:
Ich kenne auch niemanden, der mit solchen Noten eine Festanstellung als Rechtsanwalt ergattert hat. Die Leute sind entweder als Rechtsanwalt selbständig oder arbeiten bei Versicherungen etc.


Nicht immer. Bei uns im Jahrgang (auch schon wieder 10 Jahre her) gab es einige, die mit 2 mal ausreichend eine Festanstellung als RA gefunden haben. Einstiegsgehalt lag bei ca. 1.800 - 2.000 € netto. Du müsstest eigentlich mehr verlangen können, denn ich spreche von den Zahlen von vor 10 Jahren.

_________________
"Eine Verschiebung eines Termins setzt jedoch denklogisch voraus, dass vorher ein fester Termin vereinbart worden ist."


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Realistisches Einstiegsgehalt
BeitragVerfasst: Freitag 6. Oktober 2017, 18:45 
Mega Power User
Mega Power User
Benutzeravatar

Registriert: Sonntag 2. Januar 2011, 23:46
Beiträge: 2553
Bei meinen alten Studienkollegen sind alle untergekommen, hört man, was schon erstaunlich ist nach ein paar Monaten. Das ist ganz aktuell, also 2017. Ob jetzt bei Behörden, Versicherungen oder als angestellter RA. Alles dabei. Ich kann auch Kasimirs Pessimismus nicht so ganz verstehen. Warum sollten alle Bewerber zu kleinen Kanzleien wollen und dort um 1.7 k mit dir konkurrieren? Das ist ja nicht der Fall. Ich denke also, dass du mit der Gehaltsvorstellung was finden kannst. Auf Modelle, die stark umsatzorientiert sind, würde ich mich persönlich auch nicht so gerne einlassen. Man kriegt ja schon gerne die Arbeit, die die Partner nicht machen wollen und ob das dann gerade so umsatzstarke Sachen sind oder man selbst Leute akquirieren kann, das ist dann schon ein Risiko und sehr vom Arbeitsfeld abhängig. Sowas kann schnell ins Ausbeuterische abdriften.

_________________
»Natürlich ist das herablassend. Torquemada ist mir gegenüber herablassend, ich bin esprit gegenüber herablassend. So ist die Nahrungskette in diesem Forum nunmal.« - Swann


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Realistisches Einstiegsgehalt
BeitragVerfasst: Freitag 6. Oktober 2017, 19:07 
Super Mega Power User
Super Mega Power User

Registriert: Freitag 6. August 2010, 23:30
Beiträge: 4634
Bitte niemals eine Nettogehaltsvorstellung äußern. Gehalt ist immer brutto. Oder soll dein künftiger Chef im Kopf überschlagen wie sich dein Familienleben auf die Abzüge auswirkt?

Gesendet von meinem SM-G950F mit Tapatalk


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Realistisches Einstiegsgehalt
BeitragVerfasst: Freitag 6. Oktober 2017, 19:37 
Newbie
Newbie

Registriert: Donnerstag 5. Oktober 2017, 23:33
Beiträge: 3
markus87 hat geschrieben:
Bitte niemals eine Nettogehaltsvorstellung äußern. Gehalt ist immer brutto. Oder soll dein künftiger Chef im Kopf überschlagen wie sich dein Familienleben auf die Abzüge auswirkt?


Der Nettobetrag diente eher für meine eigene Kalkulation.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Realistisches Einstiegsgehalt
BeitragVerfasst: Freitag 6. Oktober 2017, 20:49 
Häufiger hier
Häufiger hier

Registriert: Mittwoch 18. Januar 2017, 23:02
Beiträge: 102
Habe selbst erst kürzlich angefangen. Wie das mit 2x ausreichend aussieht, kann ich dir auch nicht sagen. Aber grds. erlebe und höre ich derzeit im eigenen Umfeld, dass der Juristenmarkt verhältnismäßig gut ist. Du schreibst, dass dein CV nicht uninteressant ist. Hast du Spezialisierungen? Irgendetwas, was dich neben dem Jurakram besonders macht? zB besonders stark unternehmerisch ausgeprägte Stationen im Ref/besondere Praktika im Ausland o.ä.

Die Examina sind nicht alles und der verständige Arbeitgeber wird sich dein Profil genau anschauen, wenn du schon eingeladen wirst. Für 1.700€ netto würde ich ganz sicher nicht arbeiten. Ich denke, da hast auch du bessere Aussichten. Du bist Volljurist, nicht irgendein dahergelaufener Köter, nur, weil du 2x Ausreichend hast.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Realistisches Einstiegsgehalt
BeitragVerfasst: Freitag 6. Oktober 2017, 23:34 
Super Power User
Super Power User

Registriert: Dienstag 28. Mai 2013, 23:39
Beiträge: 722
i live in tokyo hat geschrieben:
Du bist Volljurist, nicht irgendein dahergelaufener Köter, nur, weil du 2x Ausreichend hast.


:lmao:

_________________
der 1983 geborene klaeger studiert seit dem wintersemester 2003/2004 biologie (diplom) an der beklagten (vg goettingen, urteil vom 2.3.2010 - 4 a 39/07)


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Realistisches Einstiegsgehalt
BeitragVerfasst: Sonntag 8. Oktober 2017, 13:18 
Newbie
Newbie

Registriert: Sonntag 8. Oktober 2017, 13:08
Beiträge: 1
Es sollte kein Problem sein, eine Festeinstellung mit rund 3.000,- EUR brutto als RA zu "ergattern" (sofern man bei RA-Tätigkeit von "ergattern" sprechen kann...). Würde mich da auch nicht runterhandeln oder auf irgendwelche erfolgsabhängigen Modelle einlassen.

Nach meinen Beobachtungen ist der Arbeitsmarkt für Juristen insgesamt besser geworden; die Kandidaten mit guten Noten gibt es nicht wie Sand im Meer. Viele wollen auch gar nicht als Anwälte arbeiten, so dass gerade Kanzleien es sich immer seltener erlauben können, allzu wählerisch zu sein. In der Kanzlei, in der ich gearbeitet habe (Düsseldorf, 10 Anwälte) gab es 2005/2006 sage und schreibe 250 Bewerbungen auf eine Stelle, in den letzten Jahren waren es hingegen nie mehr als 5.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 12 Beiträge ] 

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]


Wer ist online?

Mitglieder: 0 Mitglieder


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Gehe zu:  
Anzeige


Probleme mit dem Registrieren oder Einloggen? Schick einfach eine Email.

Powered by phpBB® Forum Software © phpBB Group
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de
Nutzungsbedingungen - Datenschutzrichtlinie - Impressum - Hauptseite