Anzeige

 

Jurawelt-Forum

Das große Jura-Forum zur juristischen Diskussion

 

Es gibt hier keine Rechtsberatung und keine Hausarbeiten-Besprechungen!!

 

Anzeige
Aktuelle Zeit: Mittwoch 22. November 2017, 07:27

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 57 Beiträge ]  Gehe zu Seite 1, 2, 3, 4  Nächste
Autor Nachricht
BeitragVerfasst: Mittwoch 25. Oktober 2017, 09:41 
Newbie
Newbie

Registriert: Mittwoch 25. Oktober 2017, 08:27
Beiträge: 3
Nach Jahren stillen Mitlesens würden mich eure aktuellen Erfahrungen, was eure Arbeitszeiten angeht, interessieren.

Es graut mir vor der Vorstellung, als Berufseinsteiger in ca. einem Jahr nach dem Referendariat und danach für x-Jahre regelmäßig 50-60 Stunden die Woche zu arbeiten. Gleichzeitig scheint mir das in der Breite realistisch. Gefühlt verteilen sich die Absolventen nach dem zweiten Examen auf die jeweilige Größe der Kanzleien je nach Note bei gleichbleibenden Arbeitszeiten. Mit Doppel-ausreichend also kleine Kanzleien, Doppel-Befriedigend mittelständische Kanzleien, Doppel-vb Boutique und Großkanzlei (alles vereinfachend gesagt, natürlich).

Gibt es irgendwo vernünftige Bezahlung (50-60k) für 35-40 Stunden die Woche? Nichtjuristen sind geschockt, wenn ich davon erzähle, wie viele alte Kommilitonen oder Kollegen von meinen WissMit-Stellen, die schon in ihren Jobs sind, tatsächlich arbeiten.

Viele Freunde und Kollegen, die gerade auch im Ref sind, orientieren sich mittlerweile Richtung öffentlicher Dienst oder Staatsdienst, weil sich kaum jemand vorstellen kann, so viel zu arbeiten. Sogar die Top-Leute mit einem gut im ersten Examen.

Ich weiß, da gab es schon mehrere Threads zu, aber mich würden aktuelle Zahlen je nach Job, Kanzleigröße und der jeweiligen Arbeitserfahrung interessieren?

\:D/


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
Anzeige
BeitragVerfasst: Mittwoch 25. Oktober 2017, 11:06 
Super Mega Power User
Super Mega Power User
Benutzeravatar

Registriert: Donnerstag 11. Juni 2009, 17:48
Beiträge: 5122
Teilzeit arbeiten? Entweder als Angestellter oder als freier Mitarbeiter?

_________________
Die von der Klägerin vertretene Auffassung, die Beeinträchtigung des Wohngebrauchs sei durch das Zumauern der Fenster nur unwesentlich beeinträchtigt, ist so unverständlich, dass es nicht weiter kommentiert werden soll. - AG Tiergarten 606 C 598/11


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: Mittwoch 25. Oktober 2017, 14:05 
Power User
Power User

Registriert: Dienstag 29. Januar 2008, 22:53
Beiträge: 325
Hallo,

ich habe auch im ÖD regelmäßig ca. 50 Wochenstunden gehabt und was man von Leuten bei der StA oder am AG hört, ist es dort oft auch nicht besser.

Ich denke, dass man sich klar sein muss, was man will - ist man in einer Kanzlei grds. auf einem Weg, der auch zur Partnerschaft führen soll (egal wie groß), werden 35 bis 40 h nicht ausreichen. Will ich dagegen ein guter "Sachbearbeiter" sein, kann das mit geringeren Arbeitszeiten schon klappen. Du kannst Dir ja auch mal das 40h-Modell von Linklaters ansehen. Ich gebe aber zu Bedenken, dass viele Modelle hier letztlich darauf beruhen, dass man sich kennt und die Arbeit des betroffenen fachlich schätzt. Die Verhandlungsbasis ist natürlich eher naja, wenn man sich nicht kennt und dann gleich damit raus platzt, dass man nicht bereit ist mehr als 40h da zu sein,

Ansonsten bieten sich Unternehmen natürlich als Wirkungsstätten mit geregelteren Arbeitszeiten an.

VG
lucyyy

_________________
Mitleid bekommt man geschenkt, Neid muss man sich verdienen. ;-)


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: Mittwoch 25. Oktober 2017, 19:43 
Super Mega Power User
Super Mega Power User

Registriert: Freitag 6. April 2007, 19:12
Beiträge: 4160
Wohnort: NRW
Die ersten paar Jahre bei der StA hatte ich locker eine 60-Stunden-Woche und meist auch noch zusätzlich ein paar Akten am Wochenende mit zuhause.

Damit, dass der Berufseinstieg in der Justiz automatisch weniger arbeitsintensiv ist, würde ich insgesamt eher nicht ausgehen.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: Mittwoch 25. Oktober 2017, 21:16 
Newbie
Newbie

Registriert: Sonntag 25. Juli 2010, 12:08
Beiträge: 6
Nach meinen Erfahrungen bei Gericht und StA kann der Einstieg tatsächlich stressig sein. Nach ca. 3 bis 6 Monaten war es dann aber ca das "normale" Pensum von 38 bis 42 Wochenstunden. Nach meinem Eindruck war das bei den meisten Kollegen auch so. Ausnahmen gibt's ja immer..


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: Mittwoch 25. Oktober 2017, 21:52 
Mega Power User
Mega Power User
Benutzeravatar

Registriert: Sonntag 2. Januar 2011, 23:46
Beiträge: 2683
Eagnai hat geschrieben:
Die ersten paar Jahre bei der StA hatte ich locker eine 60-Stunden-Woche und meist auch noch zusätzlich ein paar Akten am Wochenende mit zuhause.

Damit, dass der Berufseinstieg in der Justiz automatisch weniger arbeitsintensiv ist, würde ich insgesamt eher nicht ausgehen.


Das hattest du ja schon öfter erzählt und auch, dass es bei deinen jungen Kollegen ähnlich war. Ist das nicht seltsam, wenn anderswo nach 6 Monaten deutlich weniger geleistet werden muss für dasselbe Gehalt? Hätte man da nicht was sagen können, so nach dem Motto, ich krieg offensichtlich zu viele Akten? Ist die Arbeitsbelastung niemandem aufgefallen oder hat sie einfach niemanden interessiert?

_________________
»Natürlich ist das herablassend. Torquemada ist mir gegenüber herablassend, ich bin esprit gegenüber herablassend. So ist die Nahrungskette in diesem Forum nunmal.« - Swann


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: Mittwoch 25. Oktober 2017, 21:57 
Super Mega Power User
Super Mega Power User

Registriert: Freitag 6. April 2007, 19:12
Beiträge: 4160
Wohnort: NRW
Ich denke, das interessiert keinen so wirklich. Und welcher Berufsanfänger geht schon hin und sagt zu seinem Abteilungs- oder Behördenleiter "Aber bei der Staatsanwaltschaft im Nachbarbezirk kriegen die Leute weniger Akten als wir hier"? Zumal die Leute wissen, dass sie im Zweifel nicht ewig in der allgemeinen Abteilung bleiben werden.

Dass jeder, der für die Justiz tätig ist, genau die gleiche Arbeitsbelastung hat, ist ja sowieso utopisch.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: Mittwoch 25. Oktober 2017, 22:03 
Mega Power User
Mega Power User
Benutzeravatar

Registriert: Sonntag 2. Januar 2011, 23:46
Beiträge: 2683
Ja, klar, ganz gleich wird man das natürlich nicht hinbekommen, aber 38 zu 60, 65 Stunden über Jahre ist schon auch einfach ein erschreckendes Verhältnis.

_________________
»Natürlich ist das herablassend. Torquemada ist mir gegenüber herablassend, ich bin esprit gegenüber herablassend. So ist die Nahrungskette in diesem Forum nunmal.« - Swann


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: Mittwoch 25. Oktober 2017, 22:39 
Fossil
Fossil

Registriert: Freitag 2. April 2004, 18:13
Beiträge: 13042
Das "Problem" als Anfänger in der Justiz ist ja auch schlichtweg, dass man regelmäßig irgendwo neu anfängt und dann im Zweifelsfall das am dringensten zu besetzende Dezernat bekommt, das die Leitungsebene keinem dienstälteren Kollegen erfolgreich schmackhaft machen konnte.

_________________
"Auch eine stehengebliebene Uhr kann noch zweimal am Tag die richtige Zeit anzeigen; es kommt nur darauf an, daß man im richtigen Augenblick hinschaut." (Alfred Polgar)


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: Donnerstag 26. Oktober 2017, 07:38 
Power User
Power User

Registriert: Montag 27. Mai 2013, 10:30
Beiträge: 687
38 Stunden sind für die meisten Anfänger in der Justiz auch nach sechs Monaten oder einem Jahr utopisch. Das klappt nur, wenn man entweder ein total aufgeräumtes Dezernat bekommt oder in seinen Rechtsgebieten sehr fit und zudem sehr entscheidungsfreudig ist. Gerade an letzterem hapert es allerdings auch bei vielen Kollegen.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: Donnerstag 26. Oktober 2017, 08:33 
Fossil
Fossil

Registriert: Freitag 2. April 2004, 18:13
Beiträge: 13042
@sai: Entscheidungsfreude dürfte allerdings ein Stück weit auch eine Frage der Erfahrung sein. Beim 10. Gebrauchtwagenkauf weiß man, auf welche Fragen es ankommt und was man besser nicht vertieft, zu den 5 Standardproblemen hat man die Antwort mehr oder weniger sofort parat (und einen leicht zu variierenden Textbaustein fürs Urteil) und kann sich dann auf die wirklich wichtigen Fragen des Falls konzentrieren. Wer nur noch 2-3 und nicht 20 „Probleme“ lösen muss, dürfte - außer in den Fällen chronischer Entscheidungsunfähigkeit - nicht nur schneller, sondern auch insgesamt entscheidungsfreudiger werden.

_________________
"Auch eine stehengebliebene Uhr kann noch zweimal am Tag die richtige Zeit anzeigen; es kommt nur darauf an, daß man im richtigen Augenblick hinschaut." (Alfred Polgar)


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: Donnerstag 26. Oktober 2017, 09:05 
Power User
Power User

Registriert: Montag 27. Mai 2013, 10:30
Beiträge: 687
julée hat geschrieben:
@sai: Entscheidungsfreude dürfte allerdings ein Stück weit auch eine Frage der Erfahrung sein. Beim 10. Gebrauchtwagenkauf weiß man, auf welche Fragen es ankommt und was man besser nicht vertieft, zu den 5 Standardproblemen hat man die Antwort mehr oder weniger sofort parat (und einen leicht zu variierenden Textbaustein fürs Urteil) und kann sich dann auf die wirklich wichtigen Fragen des Falls konzentrieren. Wer nur noch 2-3 und nicht 20 „Probleme“ lösen muss, dürfte - außer in den Fällen chronischer Entscheidungsunfähigkeit - nicht nur schneller, sondern auch insgesamt entscheidungsfreudiger werden.


Klar, keine Frage. Ich kenne allerdings auch einige Kollegen, die werfen ständig ihre Lösungen um, denken dann noch drei Mal drüber nach, schreiben wieder um usw. Dass die länger/lange brauchen, wundert mich nicht.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: Donnerstag 26. Oktober 2017, 09:10 
Super Mega Power User
Super Mega Power User

Registriert: Montag 8. März 2004, 15:07
Beiträge: 3512
fragwuerdig hat geschrieben:
Gefühlt verteilen sich die Absolventen nach dem zweiten Examen auf die jeweilige Größe der Kanzleien je nach Note bei gleichbleibenden Arbeitszeiten. Mit Doppel-ausreichend also kleine Kanzleien, Doppel-Befriedigend mittelständische Kanzleien, Doppel-vb Boutique und Großkanzlei (alles vereinfachend gesagt, natürlich).


Für die Arbeitszeiten spielt das nur eine untergeordnete Rolle. Als Anfänger wirst Du überall erst einmal mehr arbeiten als 40 Stunden. Die kleine Kanzlei ist vielleicht nicht bis 20 Uhr erreichbar. Das heißt aber nicht, dass um diese Uhrzeit dort nicht mehr gearbeitet wird.

_________________
"Eine Verschiebung eines Termins setzt jedoch denklogisch voraus, dass vorher ein fester Termin vereinbart worden ist."


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: Donnerstag 26. Oktober 2017, 09:17 
Fossil
Fossil

Registriert: Freitag 2. April 2004, 18:13
Beiträge: 13042
@sai: Freilich, die Perfektionisten und ewigen Zweifler gibt es auch.

_________________
"Auch eine stehengebliebene Uhr kann noch zweimal am Tag die richtige Zeit anzeigen; es kommt nur darauf an, daß man im richtigen Augenblick hinschaut." (Alfred Polgar)


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: Donnerstag 26. Oktober 2017, 12:26 
Power User
Power User
Benutzeravatar

Registriert: Freitag 11. August 2006, 00:27
Beiträge: 351
Zunächst: Selbstverständlich gibt es reichlich Arbeitgeber, bei denen man auch mit 40h/Woche beginnen kann. Beispielhaft seien Unternehmen genannt aber auch die öffentliche Verwaltung. Bei beiden ist in aller Regel nach 40h Schluss und wenn nicht, bekommt man Überstundenausgleich. Diese Horrorstories, die hier und anderswo immer wieder aufgetaut werden, entsprechen nicht der Realität in meinem großen Bekanntenkreis.

60h+ erwarten einen nur in Großkanzleien oder ambitionierten Boutiquen. Und - je nach Dezernat - auch in der Anfangszeit der Justiz. Und auch dort lässt man bei den "60h" gerne mal unter den Tisch fallen, dass man eine ausgiebige Mittagspause gemacht und diese mit eingerechnet hat.

Am Ende des Tages kann es - insbesondere in GKs - durchaus zu viel werden und man landet auch mal bei (echten) 70h+. Das muss man natürlich aushalten können. Die Masse der Associates erreicht diese Quote aber nicht, sondern dümpelt so zwischen 50 und 55h. Wer das nicht will, hat genug andere Möglichkeiten - in kleinen Kanzleien, Unternehmen, Verwaltung und perspektivisch auch der Justiz.

Letztlich ist die Arbeitszeit (abgesehen von den Extremfällen) aber für das persönliche Glück ebenso wenig entscheidend wie das Gehalt: Ob man 40h oder 55h arbeitet, wirkt sich m.E. nicht so stark auf die Zufriedenheit aus, wie die Frage, ob man Spaß an der Arbeit hat.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 57 Beiträge ]  Gehe zu Seite 1, 2, 3, 4  Nächste

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]


Wer ist online?

Mitglieder: Tibor


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Gehe zu:  
Anzeige


Probleme mit dem Registrieren oder Einloggen? Schick einfach eine Email.

Powered by phpBB® Forum Software © phpBB Group
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de
Nutzungsbedingungen - Datenschutzrichtlinie - Impressum - Hauptseite