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BeitragVerfasst: Donnerstag 23. November 2017, 19:53 
Power User
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Registriert: Dienstag 27. Juni 2006, 19:27
Beiträge: 488
Wäre jetzt interessant zu wissen, ob die Nebentätigkeit allein 50h in Anspruch genommen hat oder nur 20h. Und mit welchem Umfang sie angezeigt wurde :-$

_________________
Die Beurteilung, ein Antrag im Sinne des § 24 Satz 1 BVerfGG sei offensichtlich unbegründet, setzt nicht voraus, daß seine Unbegründetheit auf der Hand liegt; sie kann auch das Ergebnis vorgängiger gründlicher Prüfung sein. (BVerfGE 82, 316)


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BeitragVerfasst: Freitag 24. November 2017, 00:09 
Mega Power User
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Registriert: Freitag 24. Januar 2014, 21:54
Beiträge: 2908
Versicherungsnehmer hat geschrieben:
Praxiswerte eines jungen Richters:

Vorletzte Woche gab es (auf das Jahr hochgerechnet) 50k netto für eine 30h Woche.
Letzte Woche gab es 60k brutto für eine 50h Woche ;)


Deckt sich mit meinen Erfahrungen. Morgens ists halt immer früher spät als gestern.


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BeitragVerfasst: Sonntag 26. November 2017, 20:30 
Fleissige(r) Schreiber(in)
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Registriert: Freitag 24. Oktober 2014, 16:45
Beiträge: 162
TobiasG hat geschrieben:
Etwas spät, aber meine Erfahrung/Einschätzung ist folgende: Mit großer Wahrscheinlichkeit lässt sich die 30/40h-Woche nur in der öffentlichen Verwaltung durchsetzen.

Klar, man ratzt sich so durch die Woche, immer dicht am Boreout. :lmao:

Aber naja, was will man einem Beamten im Ernstfall groß tun, der 41 Stunden da ist, etwas macht, konsequent pünktlich geht und ggfs. eine Überlastungsanzeige pinselt. Was ich nur nicht verstehe: Warum es viele Richter und StA nicht genau so machen. So lange es irgendwie geht - ja, mein Gott, warum soll man denn dann von Seiten der Politik was ändern, geht doch offenbar irgendwie.

Karriere macht man so dann vermutlich nicht mehr. Für mich wäre es persönlich auch furchtbar, so handeln zu müssen. Aber bevor man mit 60 Stunden die Woche verheizt wird? Was wird aus der Partnerin, der Familie? Der Jurist in der freien Wirtschaft muss wissen, warum er wie viel Zeit aufwendet. Aber im öD ist der Deal doch (auch) der, dass gute Leute für berechenbare Arbeitszeiten kommen.

Wieso man dauerhaft 55 - 60 Stunden die Woche arbeitet ohne damit auf absehbare Zeit Millionär zu werden ist mir wirklich ein Rätsel. Wo bleibt dann das Leben?


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BeitragVerfasst: Montag 27. November 2017, 08:58 
Super Power User
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Registriert: Montag 27. Mai 2013, 09:30
Beiträge: 765
Thandor79 hat geschrieben:
TobiasG hat geschrieben:
Etwas spät, aber meine Erfahrung/Einschätzung ist folgende: Mit großer Wahrscheinlichkeit lässt sich die 30/40h-Woche nur in der öffentlichen Verwaltung durchsetzen.

Klar, man ratzt sich so durch die Woche, immer dicht am Boreout. :lmao:

Aber naja, was will man einem Beamten im Ernstfall groß tun, der 41 Stunden da ist, etwas macht, konsequent pünktlich geht und ggfs. eine Überlastungsanzeige pinselt. Was ich nur nicht verstehe: Warum es viele Richter und StA nicht genau so machen. So lange es irgendwie geht - ja, mein Gott, warum soll man denn dann von Seiten der Politik was ändern, geht doch offenbar irgendwie.

Karriere macht man so dann vermutlich nicht mehr. Für mich wäre es persönlich auch furchtbar, so handeln zu müssen. Aber bevor man mit 60 Stunden die Woche verheizt wird? Was wird aus der Partnerin, der Familie? Der Jurist in der freien Wirtschaft muss wissen, warum er wie viel Zeit aufwendet. Aber im öD ist der Deal doch (auch) der, dass gute Leute für berechenbare Arbeitszeiten kommen.

Wieso man dauerhaft 55 - 60 Stunden die Woche arbeitet ohne damit auf absehbare Zeit Millionär zu werden ist mir wirklich ein Rätsel. Wo bleibt dann das Leben?


Weil man ggf. auch gewisse Ansprüche an sich selbst hat?

Ich mache mich sicherlich nicht kaputt, dafür bin ich letztendlich nicht ans Gericht gegangen. Aber so ein Lowperformertum könnte ich mit mir selbst nicht vereinbaren.


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BeitragVerfasst: Montag 27. November 2017, 11:11 
Noch selten hier
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Beiträge: 37
Kenne auch Richter, die aus "Spaß an der Freude" häufig bis spätabends an bestimmten Akten sitzen. Das kann man aber wohl tatsächlich nur verstehen, wenn man Jura mit einer gewissen Leidenschaft betreibt und nicht als bloßen Broterwerb sieht. Zudem ist es eben ein Unterschied, ob man 12h am Tag arbeiten muss, weil man sonst Druck von oben oder dem Mandanten bekommt, oder ob man einen Fall nicht nur mit einem Verweis auf die obegerichtliche Rechtsprechung abbügeln, sondern sich vertieft damit auseinandersetzen möchte. Ich habe z.B. auch mal eine interessante Fragestellung im Urlaub via beck-online nachgelesen, einfach, weil es mich interessiert hat, wofür mir andere den Vogel gezeigt haben, weil ich mich sogar da noch mit "so was" auseinandersetze. Für die persönliche Zufriedenheit dürfte es freilich einen großen Unterschied machen, ob man jede 5 Min. im Büro zuviel als verschwendete Lebenszeit betrachtet oder (subjektiv) mit so "spannenden" Sachen zu tun hat, dass man sich nach dem Abendessen nochmal kurz an den Rechner setzt.


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BeitragVerfasst: Montag 27. November 2017, 12:13 
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Zitat:
Praxiswerte eines jungen Richters:Vorletzte Woche gab es (auf das Jahr hochgerechnet) 50k netto für eine 30h Woche.Letzte Woche gab es 60k brutto für eine 50h Woche


Macht im Schnitt 40h bei 50k netto bzw. 60k brutto, um es nochmal etwas verständlicher auszudrücken.


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BeitragVerfasst: Montag 27. November 2017, 14:06 
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Ich finde es seltsam, dass alles an Zeit festgemacht wird, obwohl Leistung so sonst nirgends definiert wird. Ich arbeite gern schnell und intensiv, bin dann aber natürlich auch schneller erschöpft. Ich habe mir zT ein anderes Tempo angewöhnen müssen, aber es entspricht mir nicht. Ich finde es jedenfalls nicht verwerflich, in 40h gute Arbeit abzuliefern und halte das auch für möglich ohne irgendeinen Anspruch an sich zu verlieren. Schon als Nichtraucher ist man ja naturgemäß deutlich schneller als die Raucher.

Die (längere) Einarbeitungsphase würde ich da natürlich ausklammern, denn da ist man freilich noch nicht produktiv.

_________________
»Natürlich ist das herablassend. Torquemada ist mir gegenüber herablassend, ich bin esprit gegenüber herablassend. So ist die Nahrungskette in diesem Forum nunmal.« - Swann


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BeitragVerfasst: Montag 27. November 2017, 14:11 
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Im Übrigen kann man seinen Beruf auch leidenschaftlich ausüben, wenn man trotzdem noch nach Hause geht. Ich fände es eher schrecklich, wenn ich den Hauptteil meines Tages etwas tun müsste, dass mir keinen Spaß macht. Dabei ist es auch egal, ob es 40 oder 60 Stunden pw sind.

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»Natürlich ist das herablassend. Torquemada ist mir gegenüber herablassend, ich bin esprit gegenüber herablassend. So ist die Nahrungskette in diesem Forum nunmal.« - Swann


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BeitragVerfasst: Montag 27. November 2017, 14:30 
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Muirne hat geschrieben:
Ich finde es seltsam, dass alles an Zeit festgemacht wird, obwohl Leistung so sonst nirgends definiert wird.

In der Physik schon :-w

_________________
"Die Rezeptur für's Examen ist ganz einfach: 30% Vorbereitung, 20% Glück und 50% geiler Typ."


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BeitragVerfasst: Montag 27. November 2017, 14:30 
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Beiträge: 765
Muirne hat geschrieben:
Ich finde es seltsam, dass alles an Zeit festgemacht wird, obwohl Leistung so sonst nirgends definiert wird. Ich arbeite gern schnell und intensiv, bin dann aber natürlich auch schneller erschöpft. Ich habe mir zT ein anderes Tempo angewöhnen müssen, aber es entspricht mir nicht. Ich finde es jedenfalls nicht verwerflich, in 40h gute Arbeit abzuliefern und halte das auch für möglich ohne irgendeinen Anspruch an sich zu verlieren. Schon als Nichtraucher ist man ja naturgemäß deutlich schneller als die Raucher.

Die (längere) Einarbeitungsphase würde ich da natürlich ausklammern, denn da ist man freilich noch nicht produktiv.


Das funktioniert aber nur solange gut, wie man wirklich alleine arbeiten kann und nicht auf andere Leute angewiesen ist.


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BeitragVerfasst: Montag 27. November 2017, 14:49 
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Beiträge: 9575
Muirne hat geschrieben:
Ich finde es seltsam, dass alles an Zeit festgemacht wird, obwohl Leistung so sonst nirgends definiert wird. Ich arbeite gern schnell und intensiv, bin dann aber natürlich auch schneller erschöpft. Ich habe mir zT ein anderes Tempo angewöhnen müssen, aber es entspricht mir nicht. Ich finde es jedenfalls nicht verwerflich, in 40h gute Arbeit abzuliefern und halte das auch für möglich ohne irgendeinen Anspruch an sich zu verlieren. Schon als Nichtraucher ist man ja naturgemäß deutlich schneller als die Raucher.

Die (längere) Einarbeitungsphase würde ich da natürlich ausklammern, denn da ist man freilich noch nicht produktiv.



Als Arbeitnehmer schuldet man aber nur Leistung, keinen Erfolg. Das ist der Knackpunkt. Deswegen sollte auch der angestellte RA mehr verdienen, der entweder mehr Leistung durch mehr Stunden erbringt bzw. mehr Leistung in gleicher Stundenzahl schafft; wobei freilich letzter das Nachweisproblem trägt. In der Arbeitnehmerwelt (dazu zähle ich im weiteren Sinne auch Richter und Beamte) wird es immer welche geben, die - aus subjektiver Sicht - die Statistik versauen, entweder weil sie aus eigener Sicht zu lange arbeiten, zu schnell arbeiten und zu viel schaffen oder umgekehrt als Minderleister erscheinen und den Unternehmenserfolg riskieren oder überbezahlt erscheinen.

_________________
"Just blame it on the guy who doesn't speak English. Ahh, Tibor, how many times you've saved my butt."


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BeitragVerfasst: Montag 27. November 2017, 14:54 
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Beiträge: 2964
Brainiac hat geschrieben:
Muirne hat geschrieben:
Ich finde es seltsam, dass alles an Zeit festgemacht wird, obwohl Leistung so sonst nirgends definiert wird.

In der Physik schon :-w



Zeit = Leistung? Ich glaube nicht, Tim.


@Tibor / sai
Beides richtig.

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BeitragVerfasst: Montag 27. November 2017, 16:38 
Noch selten hier
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Registriert: Montag 20. November 2017, 10:57
Beiträge: 37
Das ist auch sicher ein ganz allgemeines Problem in der Anwaltschaft/Freiberuflichkeit: Man verkauft letztlich immer Zeit gegen Geld und kann seinen Output auch nur bedingt (durch Mitarbeiter z.B.) skalieren. Wenn man der beste Anwalt in Deutschland ist, kann man also irgendwann nur noch versuchen, noch mehr zu arbeiten oder seine Stundensätze noch höher zu schrauben, wobei irgendwann der Endpunkt erreicht ist. Insofern finde ich die Grundidee des RVG/eines Erfolgshonorars an sich nicht schlecht: Man erhält eine bestimmte, transparente Gebühr für einen gewissen Verfahrensabschnitt. Wenn ich die schnell erwirtschafte, erhalte ich (unabhängig von der Zeit) einen besseren Stundenlohn, als wenn ich lange daran sitze (nur dass die Sätze halt selbst bei schnellster Arbeit oft zu niedrig sind). In gewisser Weise wird mit dem Modell Zeit = Geld auch noch belohnt, wer möglichst viele Stunden an einem Fall sitzt. In der klassischen Arbeitnehmerwelt geht das aber ohnehin nicht.


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BeitragVerfasst: Montag 27. November 2017, 19:09 
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Beiträge: 5297
Also das wichtigste im Staatsdienst ist, dass die Mittagspause eingehalten wird!

Ich glaube ich habe noch nie Leute so sehr ihre Mittagspause verteidigen sehen, wie bei Richtern und Staatsanwälten. Als würde man verhungern, wenn man einmal über 12 Uhr hinaus arbeitet.

_________________
Die von der Klägerin vertretene Auffassung, die Beeinträchtigung des Wohngebrauchs sei durch das Zumauern der Fenster nur unwesentlich beeinträchtigt, ist so unverständlich, dass es nicht weiter kommentiert werden soll. - AG Tiergarten 606 C 598/11


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BeitragVerfasst: Montag 27. November 2017, 19:14 
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Registriert: Freitag 2. Juni 2017, 18:13
Beiträge: 48
Thandor79 hat geschrieben:
Wieso man dauerhaft 55 - 60 Stunden die Woche arbeitet ohne damit auf absehbare Zeit Millionär zu werden ist mir wirklich ein Rätsel. Wo bleibt dann das Leben?


55-60h ist bei StA/Gericht meiner Wahrnehmung nach eher eine Ausnahme. Trotzdem mache ich als StA lieber 50h pro Woche für R1 als anderswo mehr Geld zu verdienen. Ich würde auch für mehr Geld bei weniger Stunden nicht RA sein wollen. Ich übe meinen Beruf gerne aus und hoffe - auch wenn man ganz sicher nicht die Welt rettet - etwas Sinnvolles zu tun.


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