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 Betreff des Beitrags: Re: taetigkeit bei der roten hilfe?
BeitragVerfasst: Mittwoch 1. November 2017, 20:53 
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Tobias__21 hat geschrieben:
Ab wann ist man eigentlich links? Welche Einstellungen machen einen typischen linken aus?


Hatten wir doch kürzlich erst: Der Linke sieht seine Freiheit in der Freiheit vor der Not. Der Rechte sieht seine Freiheit in der Freiheit vor staatliche Gängelung und Zwang.

Das heißt Links ist jeder, der durch gesellschaftliche Lenkung alle Menschen aus der Not helfen möchte. Der Rechte ist derjenige, der meint, wers selbst irgendwie nicht geschafft hat, der hat halt Pech gehabt.

Das kannste so eigentlich auf fast alle Ebene der Gesellschaft übertragen... In der Wirtschaft zum Beispiel, in dem der Linke sagt, dass auch der schwache Arbeitnehmer umfassend geschützt gehört. Der Rechte betont dagegen die Eigenverantwortung und wer halt nicht arbeiten will, der kriegt auch nichts. In der Gesellschaft strebt der Linke die Internationalität an und sieht jeden Bürger in der Pflicht jedem zu Helfen der in der Not ist. Der Rechte meint dagegen, dass jeder für sich selbst verantwortlich ist und betont seine Nationalität. Beim Verhältnis zum Staat sieht der Linke den Staat in der Pflicht dafür zu sorgen, dass jeder genug zu Essen hat, egal was er getan hat oder nicht tut. Der Rechte verlangt dagegen Authorität. Wer sich nicht an die Spielregeln hält, der wird verstoßen.

Somit: Links ist derjenige, der sich mit den Schwächeren solidarisiert.

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Die von der Klägerin vertretene Auffassung, die Beeinträchtigung des Wohngebrauchs sei durch das Zumauern der Fenster nur unwesentlich beeinträchtigt, ist so unverständlich, dass es nicht weiter kommentiert werden soll. - AG Tiergarten 606 C 598/11


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 Betreff des Beitrags: Re: taetigkeit bei der roten hilfe?
BeitragVerfasst: Mittwoch 1. November 2017, 21:08 
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Ara hat geschrieben:
Somit: Links ist derjenige, der sich mit den Schwächeren solidarisiert.


Das tue ich auch, habe aber auch in bestimmten Punkten konservative Einstellungen. Was bin ich dann? Mittig? :D :D

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 Betreff des Beitrags: Re: taetigkeit bei der roten hilfe?
BeitragVerfasst: Mittwoch 1. November 2017, 21:25 
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Es passt halt nicht jeder Mensch in dieses Schema. Ich würde mich z.B. als eher sozial einstufen und finde, dass man den Schwächsten in der Gesellschaft durchaus helfen muss, egal ob mit Hilfe zur Selbsthilfe oder sie auffangen, wenn gar nichts mehr geht. In diesem Bereich habe ich sicher Ansichten, die für deutlich links gehalten werden (ich halte nichts davon drogensüchtige Schwarzfahrer einzusperren, von ALG Sanktionen halte ich nichts, etc.). Trotzdem finde ich Bürgerrechte extrem wichtig und bin absolut gegen staatliche Bevormundung und finde, der Staat sollte sich zurückziehen, wo es möglich ist und die freie Wirtschaft ist auch nicht der Teufel, man muss halt nur schauen, dass sie die Leute nicht komplett über den Haufen rennt. Und konservativ bin ich z.T. auch, aber halt nicht überall. Ich würde das ja als gesunde Mischung bezeichnen, offen zu bleiben für Argumente diverser Strömungen. So kommt's dann auch, dass ich gute Freunde im linken Spektrum habe und trotzdem eben auch beim BKA oder auch im näheren Umfeld Leute, die nicht unbedingt das wählen, was ich für richtig halte.

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»Natürlich ist das herablassend. Torquemada ist mir gegenüber herablassend, ich bin esprit gegenüber herablassend. So ist die Nahrungskette in diesem Forum nunmal.« - Swann


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 Betreff des Beitrags: Re: taetigkeit bei der roten hilfe?
BeitragVerfasst: Mittwoch 1. November 2017, 21:35 
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Muirne hat geschrieben:
Es passt halt nicht jeder Mensch in dieses Schema. Ich würde mich z.B. als eher sozial einstufen und finde, dass man den Schwächsten in der Gesellschaft durchaus helfen muss, egal ob mit Hilfe zur Selbsthilfe oder sie auffangen, wenn gar nichts mehr geht. In diesem Bereich habe ich sicher Ansichten, die für deutlich links gehalten werden (ich halte nichts davon drogensüchtige Schwarzfahrer einzusperren, von ALG Sanktionen halte ich nichts, etc.). Trotzdem finde ich Bürgerrechte extrem wichtig und bin absolut gegen staatliche Bevormundung und finde, der Staat sollte sich zurückziehen, wo es möglich ist und die freie Wirtschaft ist auch nicht der Teufel, man muss halt nur schauen, dass sie die Leute nicht komplett über den Haufen rennt. Und konservativ bin ich z.T. auch, aber halt nicht überall. Ich würde das ja als gesunde Mischung bezeichnen, offen zu bleiben für Argumente diverser Strömungen. So kommt's dann auch, dass ich gute Freunde im linken Spektrum habe und trotzdem eben auch beim BKA oder auch im näheren Umfeld Leute, die nicht unbedingt das wählen, was ich für richtig halte.


Mein Freundeskreis ist tatsächlich eher links orientiert. Ein paar konservative Freunde habe ich natürlich auch, aber keinen wirklichen rechten (nach meiner Definition zumindest), Ich bemühe mich auch immer offen und vorbehaltlos auf die Menschen zuzugehen und höre mir an, was sie zu sagen haben. So habe ich bspw. auch einmal mit einem bekennenden AfD Anwalt vor einer Urteilsverkündung noch einen Kaffee getrunken. "Leider" hatte zu dieser Zeit auch fast das komplette LG und Teile der StA Mittagspause und waren auch dort. Da gab es schon komische Blicke, so dass ich mich danach auch genötigt gefühlt habe, es meiner Ausbilderin zu sagen und klarzustellen, dass ich mit der AfD und irgendwelchen rechten Ansichten nichts am Hut habe. Sie hat dann nur gelacht und gemeint ich solle mir keinen Kopf machen. Ich habe mich aber schon unwohl gefühlt und dachte, dass da vielleicht irgendwas kommt. Das finde ich dann schon Schade, dass man da so aufpassen muss. So wird jeglicher Diskurs unmöglich gemacht. Klar, ich wusste es ja vorher, aber ich habe es auch nicht eingesehen, dass Angebot zum Kaffee trinken auszuschlagen und mir selbst ein Bild zu machen, warum auch?

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 Betreff des Beitrags: Re: taetigkeit bei der roten hilfe?
BeitragVerfasst: Mittwoch 1. November 2017, 21:40 
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Dasselbe könnte dir aber passieren, wenn du mit einem bekannten Rote Hilfe Anwalt Kaffee trinken gehst.

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 Betreff des Beitrags: Re: taetigkeit bei der roten hilfe?
BeitragVerfasst: Mittwoch 1. November 2017, 21:55 
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Muirne hat geschrieben:
Dasselbe könnte dir aber passieren, wenn du mit einem bekannten Rote Hilfe Anwalt Kaffee trinken gehst.


Klar, das fände ich dann aber genauso schade. Das hat ja nichts damit zu tun, ob derjenige links oder rechts orientiert ist, oder irgendeine andere Macke hat, die nicht der gesellschaftlichen Norm entspricht. Ich mache mir einfach gerne selbst ein Bild von den Menschen und finde es immer auch spannend wie die Leute so charakterlich ticken. Ich fand auch die persönlichen Gespräche mit meinem Ausbilder sehr spannend. Da war ich einfach neugierig, wie ein erfolgreicher Anwalt so persönlich drauf ist :) Dass ich da eine gewisse Bewunderung empfunden habe, konnte ich ja nicht verhehlen :)

Wenn man Menschen von vorne herein ausgrenzt und gar nicht erst das Gespräch mit ihnen sucht, weil man irgendwelche gesellschaftliche / berufliche Nachteile befürchtet, wird sich ja nie was ändern und es wird eher schlimmer als besser.

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 Betreff des Beitrags: Re: taetigkeit bei der roten hilfe?
BeitragVerfasst: Mittwoch 1. November 2017, 22:04 
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Ich glaube kein Mensch ist komplett Links oder Rechts außer er folgt wirklich nur einer Ideologie... In der Regel ist jeder eine Sammlung von linken, konservativen und liberalen Einstellungen.

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 Betreff des Beitrags: Re: taetigkeit bei der roten hilfe?
BeitragVerfasst: Mittwoch 1. November 2017, 23:31 
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Registriert: Dienstag 28. Mai 2013, 23:39
Beiträge: 752
ich finde den grundgedanken der roten hilfe gut. genossen solidarisch zu helfen, die aufgrund ihrer gesinnung seitens des staates probleme bekommen. dass derjenige, der etwaige prozesse finanziert, auch die spielregeln fuer die geldvergabe festlegt, liegt in der natur der sache. natuerlich finde ich nicht alle linken aktionen gut, deren verteidigung dort finanziert/uebernimmen wird. das muss man m.e. aber auch nicht, um sich dort zu engagieren. und ein engagement bei der roten hilfe ist sicher ehrenswerter, als seine juristischen faehigkeiten fuer dieselgate oder cum ex einzusetzen. ::? ich koennte mir im uebrigen auch vorstellen, in anderen "linken" projekten mitzuwirken, etwa der fluechtlingshilfe (auch wenn ich jetzt schon einige aufschreien hoere, dadurch "kriminelle einwander" zu unterstuetzen).

Zitat:
Der Rechte sieht seine Freiheit in der Freiheit vor staatliche Gängelung und Zwang.


Zitat:
Der Rechte verlangt dagegen Authorität. Wer sich nicht an die Spielregeln hält, der wird verstoßen.


darin sehe ich einen widerspruch.

_________________
der 1983 geborene klaeger studiert seit dem wintersemester 2003/2004 biologie (diplom) an der beklagten (vg goettingen, urteil vom 2.3.2010 - 4 a 39/07)


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 Betreff des Beitrags: Re: taetigkeit bei der roten hilfe?
BeitragVerfasst: Mittwoch 1. November 2017, 23:57 
Fossil
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Registriert: Freitag 2. April 2004, 18:13
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Mietspantrakt hat geschrieben:
ich finde den grundgedanken der roten hilfe gut. genossen solidarisch zu helfen, die aufgrund ihrer gesinnung seitens des staates probleme bekommen. dass derjenige, der etwaige prozesse finanziert, auch die spielregeln fuer die geldvergabe festlegt, liegt in der natur der sache. natuerlich finde ich nicht alle linken aktionen gut, deren verteidigung dort finanziert/uebernimmen wird. das muss man m.e. aber auch nicht, um sich dort zu engagieren. und ein engagement bei der roten hilfe ist sicher ehrenswerter, als seine juristischen faehigkeiten fuer dieselgate oder cum ex einzusetzen. ::? ich koennte mir im uebrigen auch vorstellen, in anderen "linken" projekten mitzuwirken, etwa der fluechtlingshilfe (auch wenn ich jetzt schon einige aufschreien hoere, dadurch "kriminelle einwander" zu unterstuetzen).


Das sind sicherlich nachvollziehbare und ehrenwerte Motive, allerdings sollte man sich m. E. eine kritische Distanz zum "Mandanten" bewahren und sich nicht mit seinen möglicherweise nicht nur staatskritischen, sondern latent staatsfeindlichen Ansichten gemein machen. Zumal ich nicht weiß, wie man es allein für sich selbst vereinbaren könnte, im Staatsdienst zu arbeiten, wenn man den Flaschenwurf auf den Polizeibeamten eigentlich als notwendige Tat im Kampf gegen die Obrigkeit ansieht.

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"Auch eine stehengebliebene Uhr kann noch zweimal am Tag die richtige Zeit anzeigen; es kommt nur darauf an, daß man im richtigen Augenblick hinschaut." (Alfred Polgar)


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 Betreff des Beitrags: Re: taetigkeit bei der roten hilfe?
BeitragVerfasst: Donnerstag 2. November 2017, 00:00 
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Registriert: Donnerstag 11. Juni 2009, 17:48
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Mietspantrakt hat geschrieben:
Zitat:
Der Rechte sieht seine Freiheit in der Freiheit vor staatliche Gängelung und Zwang.


Zitat:
Der Rechte verlangt dagegen Authorität. Wer sich nicht an die Spielregeln hält, der wird verstoßen.


darin sehe ich einen widerspruch.


Es ist auch nicht ganz widerspruchsfrei. Aber das Paradoxon siehst du doch auch bei der AfD. Die "Staatsgewalt/Politiker/Parteien" sind in deren Augen "Landesverräter" und gehören alle "weggesperrt" oder "An die Wand gestellt". Auf dem ersten Blick wirkt es so, als wäre man gegen den "Staat". Faktisch will man aber ja durch staatliche Autorität (wegsperren/hinrichten) sein Ziel erreichen. Man muss es vermutlich dadurch auflösen, dass die Rechten den "faktischen Staat" von ihrem "gewünschten Staat" trennen. Der gewünschte Staat gängelt nur die anderen und nicht sie selbst. Das ist dann wohl "in Ordnung".

Das Paradoxon der Rechten zeigt sich ja auch an anderer Stelle. Während der Linke traditionell progressiv ist, ist der Rechte traditionell konservativ. In der heutigen Zeit ist aber der Rechte derjenige, der einen gesellschaftlichen Umsturz möchte. Auf die Fahne schreibt er sich "alte Tugenden bewahren" und wirkt damit konservativ, tatsächlich möchte er aber ja Sachen umsetzen, die gar nicht die Bewahrung alter Tugenden darstellt, sondern viel mehr das Wiederbeleben ausgestorbener Tugenden ist. Der Rechte ist daher eigentlich auch ein Progressiver, er möchte nur in der Zukunft etwas haben, was es früher schon einmal gab.

Das alles zeigt aber auch, dass das ganze Links/Rechts-Schema heute nicht mehr so 100% passt.

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 Betreff des Beitrags: Re: taetigkeit bei der roten hilfe?
BeitragVerfasst: Donnerstag 2. November 2017, 00:21 
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Registriert: Samstag 21. April 2007, 20:20
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Ara hat geschrieben:
Der Rechte ist daher eigentlich auch ein Progressiver, er möchte nur in der Zukunft etwas haben, was es früher schon einmal gab.


Das nennt man nicht progressiv, sondern "reaktionär", und grenzt diesen gerade zum "konservativen" ab.


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 Betreff des Beitrags: Re: taetigkeit bei der roten hilfe?
BeitragVerfasst: Donnerstag 2. November 2017, 09:08 
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Registriert: Dienstag 18. August 2009, 15:04
Beiträge: 2599
Wohnort: Südwestdeutschland
Mietspantrakt hat geschrieben:
ich finde den grundgedanken der roten hilfe gut. genossen solidarisch zu helfen, die aufgrund ihrer gesinnung seitens des staates probleme bekommen.


Es geht allerdings faktisch in erster Linie darum, denjenigen zu helfen, die aufgrund wegen ihrer Gesinnung begangener Straftaten und anderer Rechtsbrüche "Probleme" bekommen haben.

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 Betreff des Beitrags: Re: taetigkeit bei der roten hilfe?
BeitragVerfasst: Donnerstag 2. November 2017, 10:21 
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Registriert: Sonntag 10. Dezember 2006, 12:18
Beiträge: 2848
Ara hat geschrieben:
Mietspantrakt hat geschrieben:
Zitat:
Der Rechte sieht seine Freiheit in der Freiheit vor staatliche Gängelung und Zwang.


Zitat:
Der Rechte verlangt dagegen Authorität. Wer sich nicht an die Spielregeln hält, der wird verstoßen.


darin sehe ich einen widerspruch.


Es ist auch nicht ganz widerspruchsfrei. Aber das Paradoxon siehst du doch auch bei der AfD. Die "Staatsgewalt/Politiker/Parteien" sind in deren Augen "Landesverräter" und gehören alle "weggesperrt" oder "An die Wand gestellt". Auf dem ersten Blick wirkt es so, als wäre man gegen den "Staat". Faktisch will man aber ja durch staatliche Autorität (wegsperren/hinrichten) sein Ziel erreichen. Man muss es vermutlich dadurch auflösen, dass die Rechten den "faktischen Staat" von ihrem "gewünschten Staat" trennen. Der gewünschte Staat gängelt nur die anderen und nicht sie selbst. Das ist dann wohl "in Ordnung".

Das Paradoxon der Rechten zeigt sich ja auch an anderer Stelle. Während der Linke traditionell progressiv ist, ist der Rechte traditionell konservativ. In der heutigen Zeit ist aber der Rechte derjenige, der einen gesellschaftlichen Umsturz möchte. Auf die Fahne schreibt er sich "alte Tugenden bewahren" und wirkt damit konservativ, tatsächlich möchte er aber ja Sachen umsetzen, die gar nicht die Bewahrung alter Tugenden darstellt, sondern viel mehr das Wiederbeleben ausgestorbener Tugenden ist. Der Rechte ist daher eigentlich auch ein Progressiver, er möchte nur in der Zukunft etwas haben, was es früher schon einmal gab.

Das alles zeigt aber auch, dass das ganze Links/Rechts-Schema heute nicht mehr so 100% passt.


Die Linke ist keineswegs Progressiv. Stichwort Gentrifizierungskritik; das Muster ist dort ähnlich wie beim Ausländerhass. "Die Schwaben kommen und nehmen uns unsere Wohnungen weg."

Stichwort Flüchtlingskrise; Wagenknecht ist dort näher bei der AfD als bei der CDU. Und von Lafontaine sind solche Aussagen ja auch bekannt.

Stichwort Globalisierung; Mindestlohn, höhere Steuern, Protektionismus sind alles Themen aus einer Welt von gestern in der Deutschland vielen Ländern hinterherlaufen wird.

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 Betreff des Beitrags: Re: taetigkeit bei der roten hilfe?
BeitragVerfasst: Donnerstag 2. November 2017, 11:24 
Fossil
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Kasimir hat geschrieben:
Stichwort Globalsierung; Mindestlohn, höhere Steuern, Protektionismus sind alles Themen aus einer Welt von gestern in der Deutschland vielen Ländern hinterherlaufen wird.

Hm, den Satz verstehe ich nicht.

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Hier gibt's nichts zu lachen, erst recht nichts zu feiern.


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 Betreff des Beitrags: Re: taetigkeit bei der roten hilfe?
BeitragVerfasst: Donnerstag 2. November 2017, 13:06 
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Samson hat geschrieben:
Ara hat geschrieben:
Der Rechte ist daher eigentlich auch ein Progressiver, er möchte nur in der Zukunft etwas haben, was es früher schon einmal gab.


Das nennt man nicht progressiv, sondern "reaktionär", und grenzt diesen gerade zum "konservativen" ab.


Ich wollte es etwas netter ausdrücken. "Reaktionär" hat ja doch immer eine abwertende Note.

Kasimir hat geschrieben:
Die Linke ist keineswegs Progressiv. Stichwort Gentrifizierungskritik; das Muster ist dort ähnlich wie beim Ausländerhass. "Die Schwaben kommen und nehmen uns unsere Wohnungen weg."

Stichwort Flüchtlingskrise; Wagenknecht ist dort näher bei der AfD als bei der CDU. Und von Lafontaine sind solche Aussagen ja auch bekannt.

Stichwort Globalisierung; Mindestlohn, höhere Steuern, Protektionismus sind alles Themen aus einer Welt von gestern in der Deutschland vielen Ländern hinterherlaufen wird.


"Links" wird aber nicht durch Wagenknecht oder Lafontaine definiert. Die maximale linke Position (die aber von keinem ernsthaften Politiker vertreten wird) ist natürlich Abschaffung aller Grenzen und Nationalitäten und jeder darf dorthin wo er möchte. Dass es so natürlich auf der Welt nicht funktioniert, ist ja klar.

Bei der Globalisierung verstehe ich deinen Punkt nicht. Mindestlohn und höhere Reichenbesteuerung haben doch die Linken auf der Welt umgesetzt. Die Umsetzung in Deutschland ist halt in Deutschland "progressiv", auch wenn es Weltweit ein "hinterherlaufen" wäre.

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