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BeitragVerfasst: Mittwoch 28. März 2018, 17:13 
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Aufgrund der Gespräche mit meinem Kumpel, der auch gerade auf Jobsuche ist, haben wir uns vorhin erneut ausführlich unterhalten und uns unser gegenseitiges Leid bei der Berufssuche geklagt. Er möchte gerne in den ÖD und die Verbeamtung ist ihm sehr wichtig. Nur scheint es da gar nicht mal soooo viele Stellen zu geben die wirklich noch verbeamten. Viele schreiben direkt dazu, dass sie auch mit E... einstellen und denselben Job als Beamtenstelle scheinen dann nur aktuell bereits bestehende Beamte zu bekommen, alle anderen werden angestellt und nach TvÖD bezahlt.

Kann es denn passieren, dass man erst angestellt ist und dann (nach was für einer Zeit) noch verbeamtet wird?! Oder gibt es zu Beginn immer "entweder, oder"?!

Hat es denn irgendwelche Vorteile nicht verbeamtet zu sein? Für dieselbe Tätigkeit bekommt man als Angestellter deutlich weniger netto raus. Man hat zwar ein paar weniger Arbeitsstunden im Monat und Kinder sind über die Familienversicherung mitversichert...aber sonst? Uns fällt nichts weiter ein und wir sehen eigtl. nur die (finanziellen) Nachteile (Kinder hat er nicht, klar gibts als Angestellter eine Jahressonderzahlung - aber selbst mit der läuft man mit dem netto eines Beamten nicht gleich (auch wenn bei dem die private KV schon abgezogen ist)). Gibt es wirklich auch Argumente die FÜR die Angestelltenvariante sprechen? Oder wäre bei der Wahl die Beamtenvariante immer vorzugswürdiger?


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BeitragVerfasst: Mittwoch 28. März 2018, 17:22 
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Der Angestellte darf streiken! 8-[

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BeitragVerfasst: Mittwoch 28. März 2018, 17:33 
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Leichterer Wechsel in nen anderen Beruf!

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Die von der Klägerin vertretene Auffassung, die Beeinträchtigung des Wohngebrauchs sei durch das Zumauern der Fenster nur unwesentlich beeinträchtigt, ist so unverständlich, dass es nicht weiter kommentiert werden soll. - AG Tiergarten 606 C 598/11


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BeitragVerfasst: Mittwoch 28. März 2018, 18:21 
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Tibor hat geschrieben:
Der Angestellte darf streiken! 8-[


Na grandios. Dann braucht der Angestellte zwar keine Arbeitsleistung zu erbringen. Ein Anspruch auf Arbeitsentgelt besteht für die Dauer des Streiks aber auch nicht. Da hat er ja (finanziell) dann noch weniger raus. :lmao:


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BeitragVerfasst: Mittwoch 28. März 2018, 18:22 
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Ara hat geschrieben:
Leichterer Wechsel in nen anderen Beruf!


Aber würde das idR nicht auch wieder in E...TVÖD-Arbeitsverhältnisse führen? Höre selten, dass Leute dem ÖD komplett dann den Rücken kehren und zB plötzlich in die Anwaltschaft gehen. Letztlich wechseln sie dann ja nur den Dienstherrn (was sie bei einer Verbeamtung ja auch könnten, eben auf entsprechende Beamtenstellen).


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BeitragVerfasst: Mittwoch 28. März 2018, 19:04 
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Der Wechsel aus dem ÖD in die Anwaltschaft kommt durchaus vor ;) , allerdings sehe ich persönlich den Mehrwert des Angestellten- zum Beamtenverhältnis nicht. Letzterer stellt auch einfach einen Antrag auf Entlassung, dann wird er in der Rentenversicherung bzw. in der kammerständischen Versorgung nachversichert und fertig...

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Mitleid bekommt man geschenkt, Neid muss man sich verdienen. ;-)


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BeitragVerfasst: Mittwoch 28. März 2018, 23:17 
Noch selten hier
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Bin zwar kein Volljurist, aber aus dem öD als Beamter zu einer Kanzlei gewechselt. Raus aus der teuren privaten KV, nun ist meine Frau bei mir in der kostenlosen Familienversicherung der GKV mitversichert. Habe im Netto mehr raus, als ich als Beamter nach Abzug der PKV hatte. Für mich persönlich ist es, meiner Meinung nach, vorteilhafter.

Kommt halt auf den Einzelfall an.

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...dafür haben wir kein Formular. =;

Sämtliche Beiträge stellen keine Rechtsauskunft dar, sondern spiegeln lediglich die persönliche Meinung des Verfassers wider.


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BeitragVerfasst: Donnerstag 29. März 2018, 08:31 
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z0rr0_z hat geschrieben:
Bin zwar kein Volljurist, aber aus dem öD als Beamter zu einer Kanzlei gewechselt. Raus aus der teuren privaten KV, nun ist meine Frau bei mir in der kostenlosen Familienversicherung der GKV mitversichert. Habe im Netto mehr raus, als ich als Beamter nach Abzug der PKV hatte. Für mich persönlich ist es, meiner Meinung nach, vorteilhafter.

Kommt halt auf den Einzelfall an.
Scheint mir aber ein klassischer Rechenfehler zu sein, weil Du den Pensionsanspruch unberücksichtigt lässt.

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"Ich sage nicht, dass man sich hier zu siezen hätte oder ähnlichen Quatsch. Bei einem Forum von Juristen für Juristen ist meine Erwartungshaltung aber trotzdem nochmal eine andere als bei der Kneipe um die Ecke." OJ1988


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BeitragVerfasst: Donnerstag 29. März 2018, 08:53 
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Mein seit 15 Jahren verstorbener Großvater war im öD; ihm wurde während seiner Laufbahn immer wieder die Verbeamtung angeboten, und er hat sich jedes Mal mit Händen und Füßen dagegen gewehrt. Die Gründe dafür habe ich nie hinterfragt, war auch zu jung dafür; ich denke, es war eher eine Prinzipiensache, so von wegen Unwillen, sich sein Leben lang an den Dienstherrn zu binden (er war dann natürlich trotzdem sein gesamtes Berufsleben dort), Eid und Gehorsamspflicht vermeiden etc. Rein materiell wird es sich nicht ausgezahlt haben, damals vermutlich nicht und heute erst recht nicht: Es dürfte kaum eine Konstellation geben, in der der Angestellte finanziell wirklich besser dasteht als der gleichwertige Beamte. Die Mitversicherung der Familie in der GKV wird immer als Argument genannt, aber das ist sehr kurzfristig gedacht, weil es die jetzige Belastung durch die KV-Beiträge im Blick hat, aber nicht die gewaltigen Unterschiede bei der späteren Pension.

Den einzigen rationalen (also von solchen Prinzipienfragen wie bei meinem Großvater losgelösten) Grund, Angestellter zu bleiben, liefert m.E. die Flexibilitätserwägung: Wer vorhat, in nicht so ferner Zukunft zurück in ein Angestelltenverhältnis zu wechseln, sollte gleich Angestellter bleiben anstatt sich zwischendrin verbeamten zu lassen. Der Wechsel zwischen den beiden Sozialversicherungssystemen, v.a. in Hinblick auf die Altersversorgung, ist ein bürokratisches Ärgernis und immer mit Verlusten verbunden. Die hat auch das vor einigen Jahren eingeführte Altersgeld nur z.T. beseitigt.

_________________
"Der Angekl. berichtete auch hierüber Prof. Dr. H. und außerdem dem Bundeskanzler Dr. A., der damals zugleich Außenminister war."

--- BGH NJW 1960, 1678


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BeitragVerfasst: Donnerstag 29. März 2018, 09:30 
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Was man aber auch wissen muss ist, dass im 20. Jahrhundert zumindest im einfacheren und mittleren Dienst die Beamten weniger verdient haben als die Angestellten. Ein Postbeamter bekam z.B. einige hundert Euro weniger als ein angestellter Briefträger. Das ist heute ja nicht mehr so (vor allem da es ja kaum noch einfacheren Dienst gibt. Meines Wissens nur noch Justizbeamte),

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BeitragVerfasst: Donnerstag 29. März 2018, 11:42 
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Carlos84 hat geschrieben:
Man hat zwar ein paar weniger Arbeitsstunden im Monat


Das könnte ein Grund sein, je nachdem, wie hoch man die Stundenzahl in der persönlichen Abwägung gewichtet. Ich war mal Bundesbeamter und kannte die Situation, dass für die Angestellten eine 39-Stunden-Woche galt, für die Beamten 41 Stunden. Diese zwei Stunden Unterschied in der Woche summieren sich im Monat auf etwa einen Arbeitstag. In der Praxis haben Beamte und Tarifbeschäftigte natürlich in etwa gleich lang gearbeitet, aber die Tarifbeschäftigten konnten auf diesem Weg über die Überstundensammelei durchaus - im Vergleich zum gleich viel arbeitenden Beamten - noch etwa eine bis zwei Wochen mehr Urlaub im Jahr rausholen.

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BeitragVerfasst: Donnerstag 29. März 2018, 12:55 
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Schnitte hat geschrieben:
Den einzigen rationalen (also von solchen Prinzipienfragen wie bei meinem Großvater losgelösten) Grund, Angestellter zu bleiben, liefert m.E. die Flexibilitätserwägung: Wer vorhat, in nicht so ferner Zukunft zurück in ein Angestelltenverhältnis zu wechseln, sollte gleich Angestellter bleiben anstatt sich zwischendrin verbeamten zu lassen. Der Wechsel zwischen den beiden Sozialversicherungssystemen, v.a. in Hinblick auf die Altersversorgung, ist ein bürokratisches Ärgernis und immer mit Verlusten verbunden. Die hat auch das vor einigen Jahren eingeführte Altersgeld nur z.T. beseitigt.

Wieso ist man als Angestellter flexibler? Wieso ist die Nachversicherung immer mit Verlusten verbunden? Und nur so nebenbei, wenn man einen Anspruch auf Altersgeld hat (in BW nach 5 Jahren) ist das ein Jackpot. Nach 2 Jahren Referendariat und 3 Jahren in der Justiz bekomme ich später mal soviel Altersgeld wie andere von der DRV nach 20 Jahren Einzahlung.


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BeitragVerfasst: Donnerstag 29. März 2018, 13:15 
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markus87 hat geschrieben:
Schnitte hat geschrieben:
Den einzigen rationalen (also von solchen Prinzipienfragen wie bei meinem Großvater losgelösten) Grund, Angestellter zu bleiben, liefert m.E. die Flexibilitätserwägung: Wer vorhat, in nicht so ferner Zukunft zurück in ein Angestelltenverhältnis zu wechseln, sollte gleich Angestellter bleiben anstatt sich zwischendrin verbeamten zu lassen. Der Wechsel zwischen den beiden Sozialversicherungssystemen, v.a. in Hinblick auf die Altersversorgung, ist ein bürokratisches Ärgernis und immer mit Verlusten verbunden. Die hat auch das vor einigen Jahren eingeführte Altersgeld nur z.T. beseitigt.

Wieso ist man als Angestellter flexibler? Wieso ist die Nachversicherung immer mit Verlusten verbunden? Und nur so nebenbei, wenn man einen Anspruch auf Altersgeld hat (in BW nach 5 Jahren) ist das ein Jackpot. Nach 2 Jahren Referendariat und 3 Jahren in der Justiz bekomme ich später mal soviel Altersgeld wie andere von der DRV nach 20 Jahren Einzahlung.


Ja, und deswegen wind die öffentlichen Haushalte überschuldet und es haben kein Geld für Personal und Moderniesierung.

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Eichhörnchen, Eichhörnchen wo sind deine Nüsse?


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BeitragVerfasst: Donnerstag 29. März 2018, 13:40 
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Wenn man krank wird, bekommt man als Angestellter nach dem Ende der Lohnfortzahlung Krankengeld, d.h. man hat deutlich weniger Geld und das auch nur für einen überschaubaren Zeitraum. Als Beamter wird man weiter besoldet wie sonst auch, bis irgendwann mal das Dienstunfähigkeitsverfahren betrieben wird. Das ist schon ein Vorteil.

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"Stirbt ein Bediensteter während einer Dienstreise, so ist damit die Dienstreise beendet."


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BeitragVerfasst: Donnerstag 29. März 2018, 13:41 
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z0rr0_z hat geschrieben:
Bin zwar kein Volljurist, aber aus dem öD als Beamter zu einer Kanzlei gewechselt. Raus aus der teuren privaten KV, nun ist meine Frau bei mir in der kostenlosen Familienversicherung der GKV mitversichert. Habe im Netto mehr raus, als ich als Beamter nach Abzug der PKV hatte. Für mich persönlich ist es, meiner Meinung nach, vorteilhafter.

Kommt halt auf den Einzelfall an.


Aber hier vergleichst du ja den Beamten mit einem Anwalt in der freien Wirtschaft. Dass sich in der freien Wirtschaft mehr verdienen lässt als als Beamter, steht ja nicht zur Debatte. Ich meine den Unterschied innerhalb des ÖD (Angestellter vs. Beamter).


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