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 Betreff des Beitrags: Re: Gender Mainstreaming
BeitragVerfasst: Samstag 12. August 2017, 06:00 
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juraidiot hat geschrieben:
Zitat:
Deine "Kritik" impliziert unbesehen, Wissenschaft könne oder solle "wertneutral" betrieben werden - was mit Blick auf eine lange Geschichte des wissenschaftstheoretischen Streits um gerade diese Frage schon einigermaßen kurios ist.

Es sollte jedenfalls der Anspruch sein.

Ein solcher "Anspruch" ist aber ein Widerspruch in sich. Du triffst die Wertung "wertneutral" sein zu wollen. 

Es gibt keine "wertneutrale" Wissenschaft und es kann sie auch bereits rein logisch gar nicht geben.
Bereits durch die Forderung, dass "Wissenschaft wertneutral betrieben" werden solle oder auch dadurch, dass ich mich dafür entscheide, sie (vermeintlich) "wertneutral" zu betreiben, nehme ich eine Wertung vor und begründe mein Ergebnis normativ.
Auch der Begriff "Wissenschaft" ist im höchsten Maße wertend, denn ich schließe durch seine Definition alles das aus, was nach meiner Meinung nicht dazu gehören soll. Ich nehme also eine Wertung vor. 

Das Ziel einer "wertfreien Wissenschaft" ist daher logischer Unfug. Er führt in ein klassisches Münchhausen-Trilemma.


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 Betreff des Beitrags: Re: Gender Mainstreaming
BeitragVerfasst: Samstag 12. August 2017, 06:19 
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Suchender_ hat geschrieben:
Was mir als "Gender-Laie" besonders merkwürdig vorkommt, ist Folgendes:

Dass es erhebliche körperliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt, ist evident. Diese hören nicht bei den Geschlechtsorganen auf, sondern erfassen die (durchschnittliche) Größe, den Knochenbau, die Muskeln, den Körperbau usw. Eine entscheidende Rolle spielen hierbei die Hormone. Darüber hinaus sieht man selbst innerhalb eines Geschlechts oder sogar an einer einzelnen Person, was für einen Unterschied eine verschiedene "Hormon-Dosis" machen kann, selbst für die Persönlichkeit und das Verhalten (vgl. den Gebrauch anaboler Steroide).

Vor diesem Hintergrund erscheint es doch höchst merkwürdig, dass diese erheblichen körperlichen Unterschiede in überhaupt keiner Weise auf das durchschnittliche (!) Verhalten und die durchschnittliche (!) Persönlichkeit der Geschlechtsgenossen auswirken sollen. Zumal die o.g. insbesondere hormonellen Unterschiede anerkanntermaßen in erheblichem Maße Aspekte wie den Sexualtrieb und die Aggressivität beeinflussen. Diese wirken sich wiederum auf das sonstige Verhalten aus.

Deshalb erscheint es mir kaum nachvollziehbar, dass es keinerlei (Verhaltens-)Unterschiede zwischen den Geschlechtern geben soll. Darüber hinaus zieht es m.E. auch die Glaubwürdigkeit des Faches in Frage, wenn die "Forschung" nicht ergebnisoffen ist, sondern vielmehr eine bestimmte, bereits bestehende Vorstellung -- namentlich das Fehlen derartiger Unterschiede -- lediglich untermauern soll.

Jetzt einmal unterstellt, es gäbe "durchschnittliche" biologisch-determinierte Verhaltensunterschiede zwischen den "Geschlechtern". Welche Relevanz sollte diese Erkenntnis haben? Aus einem Durchschnitt lassen sich weder sichere Rückschlüsse auf das Verhalten des einzelnen Individuums noch gar irgendwelche Verhaltensnormen ableiten. 

Insofern ist es nur konsequent sich in einem sozial-geistes-kulturwissenschaftlichen Fachgebiet wie der Genderwissenschaft damit nicht speziell zu beschäftigen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Gender Mainstreaming
BeitragVerfasst: Samstag 12. August 2017, 11:01 
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Ich persönlich fand zwar die typischen Erziehungsunterschiede der unterschiedlichen Geschlechter auch immer unnötig einengend, aber die Kinder suchen sich von sich aus ihre Identität in ihren Geschlechterrollen. Da läuft eindeutig auch ein biologisches Programm ab, das die Jungs dazu treibt, Mädchen in markant männlicher Form körperlich, künstlerisch oder verstandesmäßig beeindrucken zu wollen, während wiederum die Mädchen schon früh ihre weiblichen Waffen einzusetzen wissen, mehr oder weniger dezent. Das hab auch ich gemacht und meinen Vater um den Finger gewickelt, wie es jetzt meine Nichte mit ihrem Papa macht. Da erkannte ich für mich auf einmal Vorteile in der Weiblichkeit ubd wollte kein Junge mehr sein. ;)

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LG Candor


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 Betreff des Beitrags: Re: Gender Mainstreaming
BeitragVerfasst: Samstag 12. August 2017, 12:29 
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Es gibt dafür aber keine Nachweise für biologische Einflüsse sondern vielmehr nachweislich soziokulturelle Beeinflussungen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Gender Mainstreaming
BeitragVerfasst: Samstag 12. August 2017, 12:53 
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Beiträge: 368
Levi hat geschrieben:
Suchender_ hat geschrieben:
Was mir als "Gender-Laie" besonders merkwürdig vorkommt, ist Folgendes:

Dass es erhebliche körperliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt, ist evident. Diese hören nicht bei den Geschlechtsorganen auf, sondern erfassen die (durchschnittliche) Größe, den Knochenbau, die Muskeln, den Körperbau usw. Eine entscheidende Rolle spielen hierbei die Hormone. Darüber hinaus sieht man selbst innerhalb eines Geschlechts oder sogar an einer einzelnen Person, was für einen Unterschied eine verschiedene "Hormon-Dosis" machen kann, selbst für die Persönlichkeit und das Verhalten (vgl. den Gebrauch anaboler Steroide).

Vor diesem Hintergrund erscheint es doch höchst merkwürdig, dass diese erheblichen körperlichen Unterschiede in überhaupt keiner Weise auf das durchschnittliche (!) Verhalten und die durchschnittliche (!) Persönlichkeit der Geschlechtsgenossen auswirken sollen. Zumal die o.g. insbesondere hormonellen Unterschiede anerkanntermaßen in erheblichem Maße Aspekte wie den Sexualtrieb und die Aggressivität beeinflussen. Diese wirken sich wiederum auf das sonstige Verhalten aus.

Deshalb erscheint es mir kaum nachvollziehbar, dass es keinerlei (Verhaltens-)Unterschiede zwischen den Geschlechtern geben soll. Darüber hinaus zieht es m.E. auch die Glaubwürdigkeit des Faches in Frage, wenn die "Forschung" nicht ergebnisoffen ist, sondern vielmehr eine bestimmte, bereits bestehende Vorstellung -- namentlich das Fehlen derartiger Unterschiede -- lediglich untermauern soll.

Jetzt einmal unterstellt, es gäbe "durchschnittliche" biologisch-determinierte Verhaltensunterschiede zwischen den "Geschlechtern". Welche Relevanz sollte diese Erkenntnis haben? Aus einem Durchschnitt lassen sich weder sichere Rückschlüsse auf das Verhalten des einzelnen Individuums noch gar irgendwelche Verhaltensnormen ableiten. 

Insofern ist es nur konsequent sich in einem sozial-geistes-kulturwissenschaftlichen Fachgebiet wie der Genderwissenschaft damit nicht speziell zu beschäftigen.

Wenn Verhaltensweisen durchschnittlich/statistisch auf biologische Unterschiede zurückzuführen sind, dann gilt dies mittelbar auch für die Ergebnisse dieses Verhaltens.

Folglich sind Unterschiede im "Ergebnis" zwischen Männern und Frauen (etwa was die Anteile in Vorständen, die Benotung usw. angeht) nicht notwendig auf Diskriminierung bzw. Sexismus zurückzuführen. Dann bedarf es insofern aber auch keiner politischen Korrektur.


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 Betreff des Beitrags: Re: Gender Mainstreaming
BeitragVerfasst: Samstag 12. August 2017, 13:06 
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Es gibt ein gutes Video, das auf sehr wissenschaftlicher Ebene beschreibt, wieso die ganze "Gender-/Gleichberechtigungsdebatte" Quatsch ist und viel mehr die Männer die Leidtragenden dieser gesellschaftlichen "Debatte" sind.

https://youtu.be/iELyFKDf22A?t=155


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 Betreff des Beitrags: Re: Gender Mainstreaming
BeitragVerfasst: Samstag 12. August 2017, 13:38 
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Registriert: Dienstag 2. März 2010, 20:55
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Suchender_ hat geschrieben:
Levi hat geschrieben:
Suchender_ hat geschrieben:
Was mir als "Gender-Laie" besonders merkwürdig vorkommt, ist Folgendes:

Dass es erhebliche körperliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt, ist evident. Diese hören nicht bei den Geschlechtsorganen auf, sondern erfassen die (durchschnittliche) Größe, den Knochenbau, die Muskeln, den Körperbau usw. Eine entscheidende Rolle spielen hierbei die Hormone. Darüber hinaus sieht man selbst innerhalb eines Geschlechts oder sogar an einer einzelnen Person, was für einen Unterschied eine verschiedene "Hormon-Dosis" machen kann, selbst für die Persönlichkeit und das Verhalten (vgl. den Gebrauch anaboler Steroide).

Vor diesem Hintergrund erscheint es doch höchst merkwürdig, dass diese erheblichen körperlichen Unterschiede in überhaupt keiner Weise auf das durchschnittliche (!) Verhalten und die durchschnittliche (!) Persönlichkeit der Geschlechtsgenossen auswirken sollen. Zumal die o.g. insbesondere hormonellen Unterschiede anerkanntermaßen in erheblichem Maße Aspekte wie den Sexualtrieb und die Aggressivität beeinflussen. Diese wirken sich wiederum auf das sonstige Verhalten aus.

Deshalb erscheint es mir kaum nachvollziehbar, dass es keinerlei (Verhaltens-)Unterschiede zwischen den Geschlechtern geben soll. Darüber hinaus zieht es m.E. auch die Glaubwürdigkeit des Faches in Frage, wenn die "Forschung" nicht ergebnisoffen ist, sondern vielmehr eine bestimmte, bereits bestehende Vorstellung -- namentlich das Fehlen derartiger Unterschiede -- lediglich untermauern soll.

Jetzt einmal unterstellt, es gäbe "durchschnittliche" biologisch-determinierte Verhaltensunterschiede zwischen den "Geschlechtern". Welche Relevanz sollte diese Erkenntnis haben? Aus einem Durchschnitt lassen sich weder sichere Rückschlüsse auf das Verhalten des einzelnen Individuums noch gar irgendwelche Verhaltensnormen ableiten. 

Insofern ist es nur konsequent sich in einem sozial-geistes-kulturwissenschaftlichen Fachgebiet wie der Genderwissenschaft damit nicht speziell zu beschäftigen.

Wenn Verhaltensweisen durchschnittlich/statistisch auf biologische Unterschiede zurückzuführen sind, dann gilt dies mittelbar auch für die Ergebnisse dieses Verhaltens.

Folglich sind Unterschiede im "Ergebnis" zwischen Männern und Frauen (etwa was die Anteile in Vorständen, die Benotung usw. angeht) nicht notwendig auf Diskriminierung bzw. Sexismus zurückzuführen. Dann bedarf es insofern aber auch keiner politischen Korrektur.

Die Besetzung eines Vorstands oder die Vergabe einer Note ist doch kein biologisch determinierter Vorgang. Wer in einen Vorstand berufen wird oder welche Note jemand erhält, ergibt sich nicht aus biologischen Determinanten (weder "durchschnittlich" noch im Einzelfall) sondern ist eine freie Entscheidung der zuständigen Gremien bzw. derjenigen Personen, die eine Note vergeben. Sie können jede beliebige Person nehmen. Insofern liegt prima facie eine Diskriminierung vor, wenn eine Gruppe von Merkmalsträgern (Geschlecht, Abstammung, Rasse, Sprache, Heimat, soziale Herkunft, Glauben, religiöse oder politische Anschauungen, sexuelle Orientierung, Behinderung etc.) deutlich schwächer vertreten ist als es ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung entspricht.


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 Betreff des Beitrags: Re: Gender Mainstreaming
BeitragVerfasst: Samstag 12. August 2017, 13:51 
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Levi hat geschrieben:
Sie können jede beliebige Person nehmen. Insofern liegt prima facie eine Diskriminierung vor, wenn eine Gruppe von Merkmalsträgern (Geschlecht, Abstammung, Rasse, Sprache, Heimat, soziale Herkunft, Glauben, religiöse oder politische Anschauungen, sexuelle Orientierung, Behinderung etc.) deutlich schwächer vertreten ist als es ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung entspricht.


Prima facie korrelieren auch Storchensichtungen mit der Geburtenrate. Wo soll uns das weiterbringen?

_________________
Die von der Klägerin vertretene Auffassung, die Beeinträchtigung des Wohngebrauchs sei durch das Zumauern der Fenster nur unwesentlich beeinträchtigt, ist so unverständlich, dass es nicht weiter kommentiert werden soll. - AG Tiergarten 606 C 598/11


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 Betreff des Beitrags: Re: Gender Mainstreaming
BeitragVerfasst: Samstag 12. August 2017, 13:55 
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Gibt es sowas wie Selbstdiskriminierung? Oder wie bezeichnet man es richtig, dass sich Mädchen als Teenager eher weniger für die MINT-Fächer interessieren als Jungs im gleichen Alter?

_________________
"Just blame it on the guy who doesn't speak English. Ahh, Tibor, how many times you've saved my butt."


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 Betreff des Beitrags: Re: Gender Mainstreaming
BeitragVerfasst: Samstag 12. August 2017, 13:57 
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Registriert: Dienstag 2. März 2010, 20:55
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Ara hat geschrieben:
Levi hat geschrieben:
Sie können jede beliebige Person nehmen. Insofern liegt prima facie eine Diskriminierung vor, wenn eine Gruppe von Merkmalsträgern (Geschlecht, Abstammung, Rasse, Sprache, Heimat, soziale Herkunft, Glauben, religiöse oder politische Anschauungen, sexuelle Orientierung, Behinderung etc.) deutlich schwächer vertreten ist als es ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung entspricht.

Prima facie korrelieren auch Storchensichtungen mit der Geburtenrate. Wo soll uns das weiterbringen?

Es genügt als Begründung für eine politische Entscheidung.


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 Betreff des Beitrags: Re: Gender Mainstreaming
BeitragVerfasst: Samstag 12. August 2017, 14:23 
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Tibor hat geschrieben:
Gibt es sowas wie Selbstdiskriminierung? Oder wie bezeichnet man es richtig, dass sich Mädchen als Teenager eher weniger für die MINT-Fächer interessieren als Jungs im gleichen Alter?

Das ist nun wirklich typisches „gender“ und nicht „sex“.
Es fehlen hier in den Schulen bislang einfach noch die entsprechenden weiblichen Rollenvorbilder, insbesondere MINT-Lehrerinnen sowie Mütter im MINT-Bereich. In koedukativen Schulen werden die Mädchen von den Jungs in den MINT-Fächern darüber hinaus regelmäßig an die Wand gespielt. Demgegenüber ist bei reinen Mädchenschulen der Anteil an Schülerinnen, die MINT-Fächer studieren, nicht geringer als der Anteil der Jungen bei reinen Jungenschulen. Höher liegt der Anteil nur bei den Jungen aus koedukativen Schulen. Das ist aber auch nicht besonders überraschend, da hier die geschlechtliche Prägung durch die Rollenvorbilder und die soziale Abgrenzung gegenüber den Mädchen zusammenkommen.

Es braucht hier einfach noch Zeit und das Wachsen von Rollenvorbildern.
In den 1960er Jahren lag der Anteil der Frauen unter den Jura-Absolventinnen auch bei unter 10 % und in den 1980er Jahren erst bei einem Drittel. - Heute stellen sie die Mehrheit der Absolventen.
Noch drastischer in der Medizin: von ca. 5 % in den 1960er Jahren auf inzwischen fast Zweidrittel der Absolventen.

Es gab in den 1960er Jahren keine biologischen Gründe dafür, dass Frauen keine Juristen oder Ärzte wurden, sondern nur soziale - und genauso wenig gibt es heute biologische Gründe für/gegen MINT. Das ist eine reine geschlechtliche Rollenzuschreibung.


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 Betreff des Beitrags: Re: Gender Mainstreaming
BeitragVerfasst: Samstag 12. August 2017, 14:35 
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Tibor hat geschrieben:
Gibt es sowas wie Selbstdiskriminierung? Oder wie bezeichnet man es richtig, dass sich Mädchen als Teenager eher weniger für die MINT-Fächer interessieren als Jungs im gleichen Alter?


Aber das ist möglicherweise auch Ausfluss der sozialen Erwartungen sowie der Aufmachung des Lehrangebots? Es muss sicherlich nicht alles in pink und Glitzer sein, aber man kann den Kontext der MINT-Fächer durchaus unterschiedlich gestalten ("warum sollte mich das interessieren?").

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 Betreff des Beitrags: Re: Gender Mainstreaming
BeitragVerfasst: Samstag 12. August 2017, 14:43 
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Berufe und Vorstandswahlen sollten nicht geschlechtsspezifisch, sondern gleichberechtigt und leistungsorientiert betrachtet werden. Meine Schwester arbeitet in einem bisher typischen Frauenberuf in der Altenpflege, der nun auf einmal von vielen Männern ausgeübt wird. Nun sind die Männer in ihrer Abteilung sogar in der Überzahl.

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LG Candor


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 Betreff des Beitrags: Re: Gender Mainstreaming
BeitragVerfasst: Samstag 12. August 2017, 14:45 
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Ich behaupte, dass es nicht an den Rollenvorbildern mangelt, dass sich Mädchen weniger für Mint Fächer interessieren.
Beispiel: IT.
Da gab es schlichtweg bis in die 60er Jahre keine Rollenvorbilder.
Bill Gates, Steve Jobs und Co sind selfmade Typen, die schlichtweg keine Vorbilder in dem Bereich haben konnten.

Weiteres Argument:

Beobachtet einmal, wie hoch der Anteil an MINT Studentinnen in den Ländern ist, wo Frauen die größte Wahlfreiheit haben, was sie studieren.
Und dann schaut mal in Länder wie China, Iran, Indien etc.
Dort ist der Anteil der MINT Studentinnen unter den Studentinnen signifikant höher.
Das liegt daran, dass dort nicht allein nach Interesse, sondern aus wirtschaftlicher Not heraus gehandelt wird.

Je freier und aufgeklärter eine Gesellschaft, desto weniger MINT Studentinnen.
Im OECD-Durchschnitt sind 40,6 Prozent der Absolventen in den Naturwissenschaften weiblich, in den ingenieurwissenschaftlichen Fächern sogar nur 26,3 Prozent. In Ost- und Südeuropa liegt der Anteil der Absolventinnen höher, ebenso in vielen Staaten Südamerikas, Nordafrikas, in arabischen Ländern oder in Indien.
Das widerspricht diametral dem Sozialisierungsgedanken.

Es gibt Studien aus Cambridge die schon im Säuglingsalter zeigen, dass sich männliche Säuglinge für technische Dinge interessieren oder Dinge die sich bewegen und Frauen eher für weiche Formen, oder dem Menschen nachempfundene Dinge.

Es handelt sich vor allem also um hormonelle, biologische Einflüsse die dafür sorgen, dass sich beim Menschen die Interessen anders ausprägen.
Es zeigt sich folgende Tendenz: Wer die Wahl hat, wählt als Frau einen kommunikativen/sozialen Bereich.

_________________
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Youtuber :blah5:


Zuletzt geändert von Herr Anwalt am Samstag 12. August 2017, 14:56, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Gender Mainstreaming
BeitragVerfasst: Samstag 12. August 2017, 14:55 
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Mein Neffe war als Kind ein Kopfrechengenie, so wie sein Großvater. Ich kannte in der Schulzeit ein Mädchen mit dem gleichen Talent, sie und ihre Geschwister erbten dieses offensichtlich vom Vater. Ich würde also auch die MINT- Fächer nicht geschlechtsspezifisch festlegen. Diskriminierung durch Mathe-Lehrer haben wir Mädchen jedoch durchaus erlebt.

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LG Candor


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