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 Betreff des Beitrags: Re: Reichsbürger bzw. BRD-GMBH
BeitragVerfasst: Donnerstag 20. Oktober 2016, 10:45 
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non-liquet hat geschrieben:
Candor hat geschrieben:
Persönlichkeitsstörungen gibt es viele, auch völlig harmlose und sogar erfolgreiche, wenn sie nicht allzu stark ausgeprägt sind bzw. gut kompensiert werden können als akzentuierte Persönlichkeitsstile.
Eine Persönlichkeitsstörung ist ein in Symptomatik beschriebenes und definiertes Krankheitsbild, das über einen "akzentuierten Persönlichkeitsstil" weit hinausgeht.


Würde ich nicht sagen, im versicherungsrechtlichen Kontext haben Patienten sehr schnell statt einer Akzentuierung eine Persönlichkeitsstörung, um Rentenanspruch zu erheben, auch wenn der Unterschied nicht wirklich so eindeutig ist. Meist wird es noch mit verwandten Persönlichkeitsstörungen kombiniert, wenn die Akzentuierung zu wenig ausgeprägt ist. Oft sind aber eigentlich psychobiosoziale Faktoren und Interventionsmuster maßgebend für die Einschränkungen. Aber das entspräche eben nicht den versicherungsrechtlich relevanten Kriterien, was die Ärzte berücksichtigen in ihrer Diagnosestellung, sonst könnte man den Patienten und ihrem Leidensdruck in den wenigsten Fällen gerecht werden, weil das alles zusammenhängt. Die Rechtsprechung berücksichtigt dies jedoch immer erst viel später und setzt auf veraltete medizinische Modelle.

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LG Candor


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 Betreff des Beitrags: Re: Reichsbürger bzw. BRD-GMBH
BeitragVerfasst: Donnerstag 20. Oktober 2016, 11:02 
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Wundert mich, dass der Typ ein Feuergefecht mit einem SEK überlebt, bei dem es ihm gelingt mehrere Beamte zu verletzten und einen zu töten.

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 Betreff des Beitrags: Re: Reichsbürger bzw. BRD-GMBH
BeitragVerfasst: Donnerstag 20. Oktober 2016, 11:07 
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Mr_Black hat geschrieben:
Wundert mich, dass der Typ ein Feuergefecht mit einem SEK überlebt, bei dem es ihm gelingt mehrere Beamte zu verletzten und einen zu töten.

Vielleicht wollte sich die bayerische Polizei nicht wieder über Twitter fragen lassen, ob sie nicht auf die Beine hätte schießen können.

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 Betreff des Beitrags: Re: Reichsbürger bzw. BRD-GMBH
BeitragVerfasst: Donnerstag 20. Oktober 2016, 11:09 
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non-liquet hat geschrieben:
Zitat:
Es ist ziemlich wahrscheinlich, dass diese selbsternannten Reichsbürger psychisch auffällig sind.
Auffällig, ja. Aber nicht psychisch krank.

Ich bin da alles andere als ein Fachmann, aber bei den Verschwörungstheoretikern dürfte die Grenze zum Pathologischen wahrscheinlich fließend sein (Stichwort "geschlossenes Wahnsystem").

Das ist sicherlich vor dem Hintergrund schwierig, dass die Theorien ja bis zu einem gewissen Punkt durchaus auf einer gewissen Logik beruhen. Natürlich gründet das alles auf arg verquerem "Verständnis" ("Art. X GG / Einführungsgesetz zum Y-Gesetz wurde aufgehoben, damit ist alles außer Kraft getreten") und eklatanter geistiger Minderleistung (woher wollen die denn wissen, ob es diese vermeintlichen "Fehler" nicht auch hinsichtlich des Reiches gab?). Aber die Ausführungen ergeben wahrscheinlich - daher gibt es ja so viele "Anhänger" - sofern man intellektuell man einige Gänge zurückschaltet, durchaus Sinn. Es werden also sicherlich keine offenkundigen Tatsachen verkannt, es werden nur (z. T. komplexe) Zusammenhänge falsch verstanden und krude Schlussfolgerungen herbeigewichtelt.

Interessant wird es medizinisch evtl. dort, wo Gegenargumente unter Verweis auf die "Systemzugehörigkeit" ("ein Rechtsanwalt/Richter/Staatsanwalt/sonstiger Jurist muss das natürlich abstreiten, weil seine gesamte Existenz auf dem Lügensystem beruht") gar nicht mehr zur Kenntnis genommen/ausgeblendet/zurückgewiesen werden. Außerdem dürfte eine wichtige Schwelle sein, wenn sich ggü. Behörden als Reichsbürger geoutet wird, weil man sich damit quasi offiziell von der hiesigen Rechtsordnung verabschiedet. Das ist schon angesichts der "normativen Kraft des Faktischen" hirnrissig: man begibt sich sehenden Auges auf eine windmühlenbekämpfende Reise, die zwangsläufig im Knast oder in der Klapsmühle endet (dann wiederum wären auch Widerstandskämpfer gegen ein totalitäres System geisteskrank).

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 Betreff des Beitrags: Re: Reichsbürger bzw. BRD-GMBH
BeitragVerfasst: Donnerstag 20. Oktober 2016, 11:22 
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Mr_Black hat geschrieben:
Wundert mich, dass der Typ ein Feuergefecht mit einem SEK überlebt, bei dem es ihm gelingt mehrere Beamte zu verletzten und einen zu töten.

Der Täter hatte eine Schutzweste an, die wohl die meisten Schüsse "gefangen" hat. Das Glück hatte der Verstorbene nicht und das Schüsse durchgehen kann immer mal wieder vorkommen. Außerdem ist der Polizist wohl auch neben der Weste getroffen worden.


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 Betreff des Beitrags: Re: Reichsbürger bzw. BRD-GMBH
BeitragVerfasst: Donnerstag 20. Oktober 2016, 11:38 
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Vorkriegsjugend hat geschrieben:
Mr_Black hat geschrieben:
Wundert mich, dass der Typ ein Feuergefecht mit einem SEK überlebt, bei dem es ihm gelingt mehrere Beamte zu verletzten und einen zu töten.

Der Täter hatte eine Schutzweste an, die wohl die meisten Schüsse "gefangen" hat. Das Glück hatte der Verstorbene nicht und das Schüsse durchgehen kann immer mal wieder vorkommen. Außerdem ist der Polizist wohl auch neben der Weste getroffen worden.


Und irgendwann sagte der Täter dann "Okay Jungs, ich bin besser ausgerüstet und liege nach Punkten vorne, jetzt habe ich genug - ihr könnt mich jetzt festnehmen?"

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 Betreff des Beitrags: Re: Reichsbürger bzw. BRD-GMBH
BeitragVerfasst: Donnerstag 20. Oktober 2016, 11:54 
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Tibor hat geschrieben:
Jetzt ist der Beamte wohl wirklich verstorben.

http://m.spiegel.de/panorama/justiz/a-1117460.html

Was mich besonders irritiert: Warum darf ein Jäger 31 Waffen besitzen? Gibt es denn da keine Obergrenze?


Wer einen Jahresjagdschein hat, kann jedenfalls unbegrenzt Langwaffen erwerben (vgl. § 13 WaffG).


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 Betreff des Beitrags: Re: Reichsbürger bzw. BRD-GMBH
BeitragVerfasst: Donnerstag 20. Oktober 2016, 12:05 
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Das ist doch absurd, oder?

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 Betreff des Beitrags: Re: Reichsbürger bzw. BRD-GMBH
BeitragVerfasst: Donnerstag 20. Oktober 2016, 13:18 
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famulus hat geschrieben:
non-liquet hat geschrieben:
Zitat:
Es ist ziemlich wahrscheinlich, dass diese selbsternannten Reichsbürger psychisch auffällig sind.
Auffällig, ja. Aber nicht psychisch krank.

Ich bin da alles andere als ein Fachmann, aber bei den Verschwörungstheoretikern dürfte die Grenze zum Pathologischen wahrscheinlich fließend sein (Stichwort "geschlossenes Wahnsystem").

Das ist sicherlich vor dem Hintergrund schwierig, dass die Theorien ja bis zu einem gewissen Punkt durchaus auf einer gewissen Logik beruhen. Natürlich gründet das alles auf arg verquerem "Verständnis" ("Art. X GG / Einführungsgesetz zum Y-Gesetz wurde aufgehoben, damit ist alles außer Kraft getreten") und eklatanter geistiger Minderleistung (woher wollen die denn wissen, ob es diese vermeintlichen "Fehler" nicht auch hinsichtlich des Reiches gab?). Aber die Ausführungen ergeben wahrscheinlich - daher gibt es ja so viele "Anhänger" - sofern man intellektuell man einige Gänge zurückschaltet, durchaus Sinn. Es werden also sicherlich keine offenkundigen Tatsachen verkannt, es werden nur (z. T. komplexe) Zusammenhänge falsch verstanden und krude Schlussfolgerungen herbeigewichtelt.

Interessant wird es medizinisch evtl. dort, wo Gegenargumente unter Verweis auf die "Systemzugehörigkeit" ("ein Rechtsanwalt/Richter/Staatsanwalt/sonstiger Jurist muss das natürlich abstreiten, weil seine gesamte Existenz auf dem Lügensystem beruht") gar nicht mehr zur Kenntnis genommen/ausgeblendet/zurückgewiesen werden. Außerdem dürfte eine wichtige Schwelle sein, wenn sich ggü. Behörden als Reichsbürger geoutet wird, weil man sich damit quasi offiziell von der hiesigen Rechtsordnung verabschiedet. Das ist schon angesichts der "normativen Kraft des Faktischen" hirnrissig: man begibt sich sehenden Auges auf eine windmühlenbekämpfende Reise, die zwangsläufig im Knast oder in der Klapsmühle endet (dann wiederum wären auch Widerstandskämpfer gegen ein totalitäres System geisteskrank).


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 Betreff des Beitrags: Re: Reichsbürger bzw. BRD-GMBH
BeitragVerfasst: Donnerstag 20. Oktober 2016, 13:25 
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Mr_Black hat geschrieben:
Vorkriegsjugend hat geschrieben:
Mr_Black hat geschrieben:
Wundert mich, dass der Typ ein Feuergefecht mit einem SEK überlebt, bei dem es ihm gelingt mehrere Beamte zu verletzten und einen zu töten.

Der Täter hatte eine Schutzweste an, die wohl die meisten Schüsse "gefangen" hat. Das Glück hatte der Verstorbene nicht und das Schüsse durchgehen kann immer mal wieder vorkommen. Außerdem ist der Polizist wohl auch neben der Weste getroffen worden.


Und irgendwann sagte der Täter dann "Okay Jungs, ich bin besser ausgerüstet und liege nach Punkten vorne, jetzt habe ich genug - ihr könnt mich jetzt festnehmen?"

Wenn man angeschossen wird setzt einen das in der Regel trotz einer Schutzweste kurzfristig außer Gefecht durch die Wucht des Aufschlags. Er war zudem nicht besser ausgerüstet, sondern schlechter, da er keinen Helm trug. Er hat allenfalls besser gezielt und aller Wahrscheinlichkeit nach hat das SEK nicht damit gerechnet, dass sofort auf sie geschossen wird als sie die Tür öffnen wollten. Das ist dann auch kein Versagen der Beamten, da es eine hoch unangenehme Situation ist ein Haus zu räumen, in welchem sich jemand verschanzt hat.


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 Betreff des Beitrags: Re: Reichsbürger bzw. BRD-GMBH
BeitragVerfasst: Donnerstag 20. Oktober 2016, 14:35 
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famulus hat geschrieben:
non-liquet hat geschrieben:
Zitat:
Es ist ziemlich wahrscheinlich, dass diese selbsternannten Reichsbürger psychisch auffällig sind.
Auffällig, ja. Aber nicht psychisch krank.

Ich bin da alles andere als ein Fachmann, aber bei den Verschwörungstheoretikern dürfte die Grenze zum Pathologischen wahrscheinlich fließend sein (Stichwort "geschlossenes Wahnsystem").
Damit (und mit Deiner weiteren Darstellung) bin ich völlig einverstanden. Mit einer Ausnahme: Nach meinem Eindruck glauben die meisten, die bei den Gerichten mit der Reichsbürger-Masche oder etwas milderen Version ("Das OWiG ist aufgehoben worden") auflaufen, selbst nicht im Ernst an dieses Zeug.

Ich unterscheide da drei Gruppen:

- Die ersten suchen einen Weg, um ihren Strafzettel nicht bezahlen zu müssen. Die haben dann irgendwo im Internet gelesen, dass jemand mal mit so einem Vorbringen Erfolg hatte, indem er die Bußgeldbehörde oder den Richter zu einem § 47 OWiG gebracht hat. Das probieren sie dann halt auch einmal. Und wenn es nicht funktioniert, wird ganz schnell bezahlt, sobald die Vollstreckung der Erzwingungshaft droht.

- Die zweiten sind Leute, die sich in die Ecke gedrängt sehen und sich dann an jeden Strohhalm klammern (etwa in Zwangsvollstreckungsverfahren). Da ist dieses Verhalten schlicht ein Akt der Verzweiflung und keine Erkrankung.

- Die dritten sind schlichtweg Kriminelle. Nämlich Betrüger, die einfach bei den Angehörigen der ersten Gruppe eine schnelle Mark machen wollen. Bei den Leuten beginnt dann zuweilen schon der von Dir skizzierte Grenzbereich.

Und die von Dir beschriebenen Probleme in der Grenzziehung gibt es bei den hartnäckigen Vertretern der Zunft in der Tat. Aber genau das zeigt ja, dass pauschale Zuschreibungen der Art "die sind doch eh alle krank" verfehlt sind. Dass es solche Fälle durchaus einmal gibt, ist ja dokumentiert (z. B. den des "Reichskanzlers" Ebel).

Candor hat geschrieben:
non-liquet hat geschrieben:
Candor hat geschrieben:
Persönlichkeitsstörungen gibt es viele, auch völlig harmlose und sogar erfolgreiche, wenn sie nicht allzu stark ausgeprägt sind bzw. gut kompensiert werden können als akzentuierte Persönlichkeitsstile.
Eine Persönlichkeitsstörung ist ein in Symptomatik beschriebenes und definiertes Krankheitsbild, das über einen "akzentuierten Persönlichkeitsstil" weit hinausgeht.


Würde ich nicht sagen,
OK, jetzt ist mir klar, worauf Du hinauswillst. Nur möchte ich darum bitten, dass wir hier die Begriffe und Bereiche nicht vermischen.

"Persönlichkeitsstörung" ist ein medizinischer Fachbegriff, er bezeichnet eine bestimmte Erkrankung. Deren Vorliegen ist eine medizinische und keine Rechtsfrage. Abgesehen davon wird ja auch bei den Medizinern gestritten wie die Hölle. Ob es z. B. eine Borderline-Persönlichkeitsstörung als eigenes Krankheitsbild gibt, war in der Psychiatrie lange fraglich. Oder ob die dissoziale Persönlichkeitsstörung wirklich eine Erkrankung ist, oder ob das einfach ein bewusst gewählter Lebensstil ist. So veraltet sind die medizinischen Modelle nun auch nicht. :D

Welche rechtlichen Folgen sich an einen bestimmten Befund anschließen, ist eine andere Geschichte. Du hast natürlich Recht damit, dass dort dann die genaue diagnostische Einordnung nicht so interessant ist als vielmehr die durch den Gesundheitszustand bedingten Einschränkungen. Das ist bei der Frage, ob jemand voll oder teilweise erwerbsgemindert ist, genau so wie (unter anderem Blickwinkel) bei der Frage, ob die Unrechtseinsicht oder die (darauf beruhende) Steuerungsfähigkeit vorhanden sind oder nicht.


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 Betreff des Beitrags: Re: Reichsbürger bzw. BRD-GMBH
BeitragVerfasst: Donnerstag 20. Oktober 2016, 15:57 
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non-liquet hat geschrieben:
Nach meinem Eindruck glauben die meisten, die bei den Gerichten mit der Reichsbürger-Masche oder etwas milderen Version ("Das OWiG ist aufgehoben worden") auflaufen, selbst nicht im Ernst an dieses Zeug.

Das kann ich in "unseren" Fällen (Behörde) nicht beurteilen - ich würde aber zumindest von der ggf. später erfolgten Erfüllung der staatlichen Forderung nicht direkt darauf schließen wollen, dass der Reichsbürger an sein Vorbringen nicht glaubt. Ich persönlich glaube nicht mal, dass "die meisten" das nicht ernst meinen. Leider habe ich bei den Privaten (die keine Bücher, Seminare o. ä. verkaufen), die ich mir gelegentlich bei YouTube anschaue, überwiegend den Eindruck, dass die das durchaus glauben. Da wird oft auch erklärt, dass man am Ende eben doch gezahlt habe, weil das rechtswidrige System sich - trotz "aufgezeigter" Rechtswidrigkeit - zumindest durchzusetzen weiß. Auch der einzige mir persönlich bekannte Fall (entfernt "verschwägert") glaubt den Quatsch völlig aufrichtig.

Ein starkes Indiz für deine These ist aber natürlich, dass nahezu jeder, der damit ankommt, ein ganz konkretes materielles Interesse am Erfolg (Beitreibungs-/Vollstreckungsende, YouTube-Klicks, Bücherverkauf) hat.

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 Betreff des Beitrags: Re: Reichsbürger bzw. BRD-GMBH
BeitragVerfasst: Donnerstag 20. Oktober 2016, 16:39 
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famulus hat geschrieben:
Ein starkes Indiz für deine These ist aber natürlich, dass nahezu jeder, der damit ankommt, ein ganz konkretes materielles Interesse am Erfolg (Beitreibungs-/Vollstreckungsende, YouTube-Klicks, Bücherverkauf) hat.


Das glaube ich jetzt weniger, weil sich der daraus zu berechnende Aufwand nicht wirklich lohnt. Es ist purer Eigensinn und ideologische Sturheit, weil man damit etwas "demonstrieren" kann. Wahrscheinlich wird so jemand auch von der Gruppe unterstützt, damit er diese "Chance zum Widerspruch gegen den nicht anerkannten Staat" nützt. Womöglich bringt einem das sogar Anerkennung in der Gruppe, ähnlich wie bei einer Sekte.

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 Betreff des Beitrags: Re: Reichsbürger bzw. BRD-GMBH
BeitragVerfasst: Donnerstag 20. Oktober 2016, 16:53 
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Der Doktorvater des ehemaligen Nazirichters an der Uni Greifswald scheint auch ein Herz für Reichsbürger zu haben.
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/f ... 98896.html

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 Betreff des Beitrags: Re: Reichsbürger bzw. BRD-GMBH
BeitragVerfasst: Donnerstag 20. Oktober 2016, 17:06 
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Tibor hat geschrieben:
Das ist doch absurd, oder?


Nun kommt Bewegung in die Sache: http://www.faz.net/aktuell/politik/herr ... 90276.html

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