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BeitragVerfasst: Freitag 17. März 2017, 19:05 
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[enigma] hat geschrieben:
Selbstverständlich ist Wilders ein Rechtspopulist, darüber diskutieren zu wollen, ist doch nun wirklich unsinnig.

Erstens: was ist denn ein (Rechts-)Populist? Letztlich handelt es sich vor allem um eine abwertende wie schwammige Bezeichnung für unerwünschte Ansichten, die von denen anderer Parteien abweichen und gleichzeitig eine gewisse Popularität genießen. Ist Schulz ein Populist, weil er das ALG 1 ausweiten will? Merkel, wenn sie Steuern senken möchte? Merkel, wenn sie (damals im Einklang mit der Mehrheitsmeinung) sagt "Wir schaffen das"?

Zweitens: weshalb ist es Aufgabe einer Nachrichtensendung, eine derartig wertende Bezeichnung einseitig zu verwenden? Was ist mit "sich nicht gemein machen mit einer Sache, auch nicht mit einer guten"?


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BeitragVerfasst: Freitag 17. März 2017, 19:19 
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Ja, Schulz ist ein (Links-)Populist. Den meisten vernünftigen Menschen in Europa sind Linkspopulisten aber nunmal lieber als Wilders & Co, weil deren leere Versprechungen und Behauptungen immerhin nicht zu Hass auf Minderheiten führen.

Und nicht jedes Wahlversprechen ist Populismus. Steuersenkungen können zum Beispiel durchaus ernst gemeint und volkswirtschaftlich sinnvoll oder sogar zwingend sein. Das Anstacheln der Bevölkerung zum Hass durch das Schüren von irrationalen Ängsten mit falschen Tatsachenbehauptungen und nationalistisch/rassistischer Rhetorik lässt sich damit überhaupt nicht vergleichen. Die überwiegende Mehrheit der europäischen Bürger sieht diese Entwicklung mit Sorge und ist nun erleichtert. Die Tagesschau berichtet darüber. Sehe das Problem nicht.

Man kann nicht einfach einen solchen Bericht in seine einzelnen Sätze und sogar Worte zerlegen und überall einseitige Berichterstattung vermuten, bei Kritik an nationalistischen oder rassistischen Äußerungen und Berichterstattung aber ständig in den Opfermythos flüchten und mit "man wird ja wohl noch sagen dürfen" kommen. Die Einseitigkeit der Tagesschau zu kritisieren und gleichzeitig anzukündigen, zu RT zu wechseln, ist so lustig, dass ich darüber noch immer nicht ganz hinweg gekommen bin ;)

Zitat:
Zweitens: weshalb ist es Aufgabe einer Nachrichtensendung, eine derartig wertende Bezeichnung einseitig zu verwenden? Was ist mit "sich nicht gemein machen mit einer Sache, auch nicht mit einer guten"?


Die Tagesschau macht sich hier nicht mit Rutte gemein. Sie berichtet darüber, dass die Mehrheit erleichtert ist, dass Wilders nicht stärkste Kraft wurde. Gewaltiger Unterschied. Es ist übrigens auch kein "sich mit einer Sache gemein machen", wenn der ör Rundfunk Falschinformationen mit Aufklärung begegnet.

Im Übrigen müssen sich insbesondere die Rechtspopulisten, die "Lügenpresse" schreien und den Journalisten sogar Käuflichkeit vorwerfen, nur weil sie deren Meinung nicht teilen nicht wundern, wenn die Berichterstattung dann eher skeptisch ausfällt.

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BeitragVerfasst: Freitag 17. März 2017, 19:45 
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[enigma] hat geschrieben:
Ja, Schulz ist ein (Links-)Populist. Den meisten vernünftigen Menschen in Europa sind Linkspopulisten aber nunmal lieber als Wilders & Co, weil deren leere Versprechungen und Behauptungen immerhin nicht zu Hass auf Minderheiten führen.

Es geht nicht darum, ob irgendjemandem irgendetwas lieber ist, sondern um eine Bezeichnung in den Medien. Wenn wertende Bezeichnungen (außerhalb von Kommentaren) fast ausschließlich einseitig - und lediglich für die "Bösen" - verwendet ist, dann ist das tendenziös und trägt nicht zum Vertrauen in die Medien bei.

Zitat:
Und nicht jedes Wahlversprechen ist Populismus. Steuersenkungen können zum Beispiel durchaus ernst gemeint und volkswirtschaftlich sinnvoll oder sogar zwingend sein.


Zitat:
Das Anstacheln der Bevölkerung zum Hass durch das Schüren von irrationalen Ängsten mit falschen Tatsachenbehauptungen und nationalistisch/rassistischer Rhetorik lässt sich damit überhaupt nicht vergleichen.Die überwiegende Mehrheit der europäischen Bürger sieht diese Entwicklung mit Sorge und ist nun erleichtert.

Jetzt geht alles hier ziemlich durcheinander. Was haben die Punkte genau mit dem angesprochenen Thema zu tun...?

Was sind hier "irrationale Ängste"? Ist es irrational, sich gegen Immigration auszusprechen?

Ob irgendeine Mehrheit irgendetwas "mit Sorge" sieht oder nun "erleichtert" ist, ist weder relevant noch überhaupt sinnvoll festzustellen. Es ist übrigens auch ein zweischneidiges Schwert, auf die vermeintliche oder tatsächliche "Mehrheit" zu verweisen, denn: schaut man sich etwa Umfragen zur Türkei-Wahlkampfkrise oder zur Flüchtlingskrise an, weichen die "Mehrheitsmeinungen" z.T. drastisch von der "Mehrheitsmeinung" im Parlament ab.

Zitat:
Die Tagesschau berichtet darüber. Sehe das Problem nicht.

Was hat eine rein abwertende Bezeichnung als "Rechtspopulist" oder ein Verweis auf vermeintliche "Erleichterung" in Europa (bei wem? aus welcher Umfrage ergibt sich das? wer ist erleichtert?) mit einer neutralen Berichterstattung zu tun?


Zitat:
Man kann nicht einfach einen solchen Bericht in seine einzelnen Sätze und sogar Worte zerlegen und überall einseitige Berichterstattung vermuten, bei Kritik an nationalistischen oder rassistischen Äußerungen und Berichterstattung aber ständig in den Opfermythos flüchten und mit "man wird ja wohl noch sagen dürfen" kommen. Die Einseitigkeit der Tagesschau zu kritisieren und gleichzeitig anzukündigen, zu RT zu wechseln, ist so lustig, dass ich darüber noch immer nicht ganz hinweg gekommen bin ;)

Ich persönlich halte auch überhaupt nichts von RT. Tatsächlich ist mir Putin und seine Propaganda-Machine zuwider und wir können uns glücklich schätzen, dass unsere Medien qualitativ hochwertiger sind.

Das ändert aber nichts daran, dass auch hier kritikwürdige Punkte existieren.
Zitat:
Zweitens: weshalb ist es Aufgabe einer Nachrichtensendung, eine derartig wertende Bezeichnung einseitig zu verwenden? Was ist mit "sich nicht gemein machen mit einer Sache, auch nicht mit einer guten"?


Die Tagesschau macht sich hier nicht mit Rutte gemein. Sie berichtet darüber, dass die Mehrheit erleichtert ist, dass Wilders nicht stärkste Kraft wurde. Gewaltiger Unterschied. Es ist übrigens auch kein "sich mit einer Sache gemein machen", wenn der ör Rundfunk Falschinformationen mit Aufklärung begegnet.[/quote]
Natürlich macht sich die Tagesschau mit der "guten Sache" gemein, die da wäre: "Rechtspopulisten" sind böse, d.h. ihre (vermeintlichen oder tatsächlichen) Niederlagen sind in einem positiven Licht darzustellen, ihre Siege in einem negativen.

Eine neutrale Berichterstattung würde sich durch einen Verzicht auf einseitige, tendenziöse Label wie "Rechtspopulist" auszeichen. Sie würde nicht suggerieren, der Chef der Regierungspartei, der deutlich an Stimmen verloren hat, sei ein "strahlender Wahlsieger". Sie würde auch nicht den "Kampf gegen den Populismus" (was auch immer das bedeuten soll) als zentrales Ziel darstellen.

Was für "Falschinformationen" du meinst, denen "mit Aufklärung begegnet" werden muss, wird übrigens nicht auch ganz klar. Wie wir inzwischen wissen sind "Fake News" nicht allein eine Domäne der "Rechten" ("Flüchtlinge als Fachkräfte"/Siemens, die Meinungsfreiheit gebiete es, Erdogan hier auftreten zu lassen [AA: BVerfG] usw.).

[enigma] hat geschrieben:
Im Übrigen müssen sich insbesondere die Rechtspopulisten, die "Lügenpresse" schreien und den Journalisten sogar Käuflichkeit vorwerfen, nur weil sie deren Meinung nicht teilen nicht wundern, wenn die Berichterstattung dann eher skeptisch ausfällt.

Du gestehst die Einseitigkeit der Berichterstattung also ein?

----

Persönlich finde ich es äußerst bedenklich, den (vermeintlichen?) "Kampf gegen Rechts" über jedwede Neutralität und Sachlichkeit hinweg auf allen Ebenen, auch in den Medien auszutragen.

Ich halte zwar auch nichts von Putin, Le Pen sowie den meisten AfD-Gestalten, wie insbesondere Höcke. Auch Petry kommt mir nicht unbedingt als besonders überzeugend vor.

Ich bin aber trotzdem ein entschiedener Verfechter einer möglichst neutralen, unabhängigen Berichterstattung. Diese wird leider z.T. nicht immer gewährleistet. Das zeigt sich schon an der Wortwahl und Darstellung von Sachverhalten.


Zuletzt geändert von Suchender_ am Freitag 17. März 2017, 19:49, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: Freitag 17. März 2017, 19:47 
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Heute Vormittag lief im WDR ein Radio-Interview zur Holland-Wahl mit einem Herrn, der als "Historiker" und "Publizist" vorgestellt wurde und irgendetwas mit der Friedrich-Ebert-Stiftung zu tun hatte. Er war über das schwache Abschneiden der Wilders-Partei äußerst besorgt: Denn es könnte dazu verleiten, die Gefahren des Rechtspopulismus nicht mehr ernst zu nehmen, was dann wiederum zu einem erneuten Erstarken führen könnte.

Egal also, wie die Wahl ausgeht: Der Historiker/Publizist sieht in jedem Fall Anlass, Alarmstimmung zu verbreiten. Mir kam der Gedanke, dass nicht wenige Leute, die sich scheinbar besorgt über den europäischen Trend zum "Rechtsruck" zeigen, im Stillen darüber ganz froh sind: Weil er ihre Bedeutung als unermüdliche Mahner und Warner hebt und damit buchstäblich zur Sicherung ihrer Existenz beiträgt.

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BeitragVerfasst: Freitag 17. März 2017, 19:51 
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Nein, Rechtspopulist ist keine wertende Beschreibung sondern eine Bezeichnung des Politikstils, deutlich rechte Positionen durch überspitzte Aussagen und Forderungen, häufig auch durch offenen Nationalismus und Rassismus zu vertreten. Das trifft auf Wilders völlig unproblematisch zu, ich erkenne wie gesagt den Sinn in einer solchen Diskussion nicht.

Dass der Begriff "Rechtspopulist" negativ besetzt ist, mag sein. Das liegt aber nunmal daran, dass die Mehrheit der Europäer es irgendwie unheimlich und eklig findet, wenn fahnenschwingende Nationalisten einen "wir gegen die" Kulturkampf heraufbeschwören.

Es ist im Übrigen natürlich nicht rechtspopulistisch, gegen Immigration zu sein. Kommt halt drauf an, wie man das begründet. Wenn man Immigration ablehnt, weil dann angeblich mit den Fremden eine Welle von Mord, Totschlag und Vergewaltigung über das brave deutsche Volk rollt, ist das durchaus rechtspopulistisch.

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Zuletzt geändert von [enigma] am Freitag 17. März 2017, 19:55, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: Freitag 17. März 2017, 19:52 
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Urs Blank hat geschrieben:
Heute Vormittag lief im WDR ein Radio-Interview zur Holland-Wahl mit einem Herrn, der als "Historiker" und "Publizist" vorgestellt wurde und irgendetwas mit der Friedrich-Ebert-Stiftung zu tun hatte. Er war über das schwache Abschneiden der Wilders-Partei äußerst besorgt: Denn es könnte dazu verleiten, die Gefahren des Rechtspopulismus nicht mehr ernst zu nehmen, was dann wiederum zu einem erneuten Erstarken führen könnte.


Die Gefahr besteht tatsächlich, auch das klang im Tagesschau-Beitrag ja auch an. Die Wahlergebnisse geben aber nunmal auch (!) Anlass zur Hoffnung, dass dieser Rechtsruck tatsächlich aufgehalten werden kann. Es scheint ja auch eine Korrelation zwischen dem Umfragehoch der SPD und dem Verlust der AfD zu geben. Langfristig bedeutet das allerdings, dass der bisher einzig effektive Weg zur Bekämpfung des Rechtspopulismus der Linkspopulismus ist. Das ist halt auch keine vernünftige Lösung für die Zukunft.

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BeitragVerfasst: Freitag 17. März 2017, 22:22 
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[enigma] hat geschrieben:
Die Wahlergebnisse geben aber nunmal auch (!) Anlass zur Hoffnung, dass dieser Rechtsruck tatsächlich aufgehalten werden kann.

Rechtsruck aufgehalten? Der strahlende Sieger hat kurz vor der Wahl unter anderem Folgendes erklärt:

Mark Rutte hat geschrieben:
Ik begrijp heel goed dat mensen denken: als je ons land zo fundamenteel afwijst, heb ik liever dat je weggaat. Dat gevoel heb ik namelijk ook. Doe normaal of ga weg.

U kunt het hier vinden: https://www.vvd.nl/nieuws/lees-hier-de-brief-van-mark/

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BeitragVerfasst: Samstag 18. März 2017, 12:24 
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Urs Blank hat geschrieben:
[enigma] hat geschrieben:
Die Wahlergebnisse geben aber nunmal auch (!) Anlass zur Hoffnung, dass dieser Rechtsruck tatsächlich aufgehalten werden kann.

Rechtsruck aufgehalten? Der strahlende Sieger hat kurz vor der Wahl unter anderem Folgendes erklärt:

Mark Rutte hat geschrieben:
Ik begrijp heel goed dat mensen denken: als je ons land zo fundamenteel afwijst, heb ik liever dat je weggaat. Dat gevoel heb ik namelijk ook. Doe normaal of ga weg.

U kunt het hier vinden: https://www.vvd.nl/nieuws/lees-hier-de-brief-van-mark/

Ja. Das Wahlergebnis wird weithin sehr merkwürdig aufgenommen. Ich kann auch keinen strahlenden Wahlsieger Rutte erkennen. Klar, er wird aller Voraussicht nach Ministerpräsident bleiben. Aber seine VVD hat Sitze verloren. Er braucht die Unterstützung von mindestens drei weiteren Fraktionen um eine Mehrheit zu erreichen. Dass es auf absehbare Zeit zu Neuwahlen kommt ist nicht unwahrscheinlich.

Wilders PVV ist im erwarteten Bereich gelandet. Ein deutlich besseres oder deutlich schlechteres Ergebnis wäre überraschend gewesen. Dass er Ministerpräsident wird war ohnehin sehr unwahrscheinlich. Und das hätte auch nicht bedeutet, dass er alles umsetzen hätte können was er will. Denkbar wäre es nur mit Unterstützung durch VVD und CDA gewesen.

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BeitragVerfasst: Samstag 18. März 2017, 12:32 
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JS hat geschrieben:
Ja. Das Wahlergebnis wird weithin sehr merkwürdig aufgenommen. Ich kann auch keinen strahlenden Wahlsieger Rutte erkennen. Klar, er wird aller Voraussicht nach Ministerpräsident bleiben. Aber seine VVD hat Sitze verloren. Er braucht die Unterstützung von mindestens drei weiteren Fraktionen um eine Mehrheit zu erreichen. Dass es auf absehbare Zeit zu Neuwahlen kommt ist nicht unwahrscheinlich.


Nicht zu vergessen, dass sein Koalitionspartner praktisch vernichtet worden ist. Deshalb sind Neuwahlen in absehbarer Zeit in der Tat nicht unwahrscheinlich.

Zitat:
Wilders PVV ist im erwarteten Bereich gelandet. Ein deutlich besseres oder deutlich schlechteres Ergebnis wäre überraschend gewesen. Dass er Ministerpräsident wird war ohnehin sehr unwahrscheinlich. Und das hätte auch nicht bedeutet, dass er alles umsetzen hätte können was er will. Denkbar wäre es nur mit Unterstützung durch VVD und CDA gewesen.


Na ja, in Umfragen war die PVV über Jahre hinweg die stärkste Partei. Daher war es schon wahrscheinlich, dass ihr das auch bei den Wahlen gelingen würde. Dieses Ziel hat sie verfehlt. Außerdem sind knapp 13% für Wilders wirklich kein besonders gutes Ergebnis. Das Wählerpotential reicht jedenfalls weit darüber hinaus. Insofern kann man schon von einer gewissen "Niederlage" für ihn und einen "Sieg" für Rutte sprechen. Es zeigt halt, wie sich die Maßstäbe verschoben haben. :-w


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BeitragVerfasst: Samstag 18. März 2017, 14:38 
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[enigma] hat geschrieben:
Nein, Rechtspopulist ist keine wertende Beschreibung sondern eine Bezeichnung des Politikstils, deutlich rechte Positionen durch überspitzte Aussagen und Forderungen, häufig auch durch offenen Nationalismus und Rassismus zu vertreten. Das trifft auf Wilders völlig unproblematisch zu, ich erkenne wie gesagt den Sinn in einer solchen Diskussion nicht.

Dass der Begriff "Rechtspopulist" negativ besetzt ist, mag sein. Das liegt aber nunmal daran, dass die Mehrheit der Europäer es irgendwie unheimlich und eklig findet, wenn fahnenschwingende Nationalisten einen "wir gegen die" Kulturkampf heraufbeschwören.

Es ist im Übrigen natürlich nicht rechtspopulistisch, gegen Immigration zu sein. Kommt halt drauf an, wie man das begründet.

Natürlich ist "Rechtspopulist" nicht bloß eine nüchterne Darstellung, sondern eine negative Wertung. Gleiches gilt für umgekehrte Label wie "linksgrün": ob sie teilweise inhaltlich zutreffen oder nicht (so sind etwa die Grünen sowohl "grün" als auch tendenziell "links") ändert nichts daran, dass es sich eben nicht nur um eine neutrale Beschreibung, sondern um eine abwertende Bezeichnung handelt. Oder denken Sie allen Ernstes, die SPD würde nicht aus lautem Hals protestieren, wenn Schulz in regulären Nachrichten regelmäßig als "Der Populist und Kanzlerkandidat der SPD Martin Schulz (hat heute angekündigt...)" bezeichnet würde?

Und nochmal: was die "Mehrheit der Europäer" ekelhaft findet, können sie zum einen nicht beweisen, zum anderen ist es völlig irrelevant. Den (vermeintlichen) Mehrheitswillen einer angeblich neutralen Berichterstattung zugrunde zu legen, ist äußerst gefährlich, wie die Geschichte lehrt. Ganz zu schweigen davon, dass der Mehrheitswille eben nicht notwendig mit dem Willen der herrschenden Parteien in allen Fragen übereinstimmt (siehe Umfragen zu Sachfragen).


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BeitragVerfasst: Samstag 18. März 2017, 18:26 
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Mach dich doch mal locker, wir sind im Internet und unter uns, da wird sich nicht gesiezt. Solltest du dennoch darauf bestehen, empfehle ich den SpOn-Kommentarbereich ;)

Rassismus und Nationalismus sind eben keine harmlosen Minderheitsmeinungen innerhalb des demokratischen Spektrums und natürlich gehört es auch zu den Aufgaben der Berichterstattung in einem demokratischen Staat, die Gefahren und Auswirkungen einer solchen Politik aufzuzeigen. Auch das hat die Geschichte gelehrt.

Und natürlich hat der ör Rundfunk das Recht und vor allem die Pflicht, falsche - und insbesondere gefährliche - Tatsachenbehauptungen zu entlarven. Die sind unter Rechtspopulisten nun mal besonders häufig zu finden.

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BeitragVerfasst: Samstag 18. März 2017, 18:59 
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Honigkuchenpferd hat geschrieben:
Na ja, in Umfragen war die PVV über Jahre hinweg die stärkste Partei. Daher war es schon wahrscheinlich, dass ihr das auch bei den Wahlen gelingen würde.

Das ist nicht ganz richtig. Die PVV war nicht über Jahre hinweg die stärkste Partei in den Umfragen, sie war es allerdings immer wieder: https://en.wikipedia.org/wiki/Opinion_p ... tion,_2017

Die PVV hatte eine Chance stärkste Partei zu werden. Unmittelbar vor den Wahlen haben sich die Umfragewerte der PVV allerdings verschlechtert. Die VVD lag im Durchschnitt wieder deutlich vorne. Diese Entwicklung hat sich auch im Wahlergebnis wiedergespiegelt, welches daher keine Überraschung war.

Honigkuchenpferd hat geschrieben:
Dieses Ziel hat sie verfehlt. Außerdem sind knapp 13% für Wilders wirklich kein besonders gutes Ergebnis. Das Wählerpotential reicht jedenfalls weit darüber hinaus. Insofern kann man schon von einer gewissen "Niederlage" für ihn und einen "Sieg" für Rutte sprechen. Es zeigt halt, wie sich die Maßstäbe verschoben haben. :-w

Das stimmt. Es hätte für die PVV deutlich besser und für die VVD deutlich schlechter ausgehen können. Ich habe dafür zwar keinen Nachweis, ich denke aber, dass unter anderem die Türkei-Geschichte Rutte und der VVD geholfen hat.

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BeitragVerfasst: Samstag 18. März 2017, 19:09 
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JS hat geschrieben:
Das ist nicht ganz richtig. Die PVV war nicht über Jahre hinweg die stärkste Partei in den Umfragen, sie war es allerdings immer wieder: https://en.wikipedia.org/wiki/Opinion_p ... tion,_2017

Die PVV hatte eine Chance stärkste Partei zu werden. Unmittelbar vor den Wahlen haben sich die Umfragewerte der PVV allerdings verschlechtert. Die VVD lag im Durchschnitt wieder deutlich vorne. Diese Entwicklung hat sich auch im Wahlergebnis wiedergespiegelt, welches daher keine Überraschung war.


Bis März 2017 kann man aber schon davon sprechen, dass die PVV "fast durchweg" stärkste Kraft war. Hier gab es seit September 2015 wirklich nur wenige "Ausreißer". Außerdem hat die VVD bei der Wahl nochmals etwas besser abgeschnitten als in den letzten Umfragen. Sie kam z.B. auch erst dann wieder auf mehr als 30 Mandate.

Zitat:
Das stimmt. Es hätte für die PVV deutlich besser und für die VVD deutlich schlechter ausgehen können. Ich habe dafür zwar keinen Nachweis, ich denke aber, dass unter anderem die Türkei-Geschichte Rutte und der VVD geholfen hat.


Mit Sicherheit.


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BeitragVerfasst: Samstag 18. März 2017, 20:47 
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[enigma] hat geschrieben:
Mach dich doch mal locker, wir sind im Internet und unter uns, da wird sich nicht gesiezt. Solltest du dennoch darauf bestehen, empfehle ich den SpOn-Kommentarbereich ;)

Rassismus und Nationalismus sind eben keine harmlosen Minderheitsmeinungen innerhalb des demokratischen Spektrums und natürlich gehört es auch zu den Aufgaben der Berichterstattung in einem demokratischen Staat, die Gefahren und Auswirkungen einer solchen Politik aufzuzeigen. Auch das hat die Geschichte gelehrt.

Und natürlich hat der ör Rundfunk das Recht und vor allem die Pflicht, falsche - und insbesondere gefährliche - Tatsachenbehauptungen zu entlarven. Die sind unter Rechtspopulisten nun mal besonders häufig zu finden.

Das mit dem Siezen war ein Versehen, habe zuvor tatsächlich den ZON-Kommentarbereich gelesen.

Ansonsten wiederholst du dich leider oft, ohne meine Gegenargumente auch nur anzusprechen. Alle deine Punkte habe ich schon adressiert:

Es ist billig, andere Parteien und Politiker pauschal als "rassistisch" abzustempeln und hiermit zugleich einen Freifahrtschein dafür auszustellen, sie stets in einem negativen Licht darzustellen. Dem widerspreche ich entschieden: Andere Ansichten müssen in einer Demokratie ausgehalten werden. Aufgabe der Medien ist es nicht, die Menschen zu erziehen, sondern primär, Zusammenhänge möglichst sachlich darzustellen.

Selbst wenn man der Ansicht wäre, dass eine "Erziehung" moralisch der richtige Weg wäre, ist ein solches Vorgehen dennoch nicht zielführend. Denn wer sich zur Partei macht, macht sich angreifbar und rechtfertigt auch die Kritik (vgl. "Lügenpresse", wenngleich ein vorbelastetes und polemisches Wort) zu einem gewissen Grad. Dieser Vertrauensverlust ist von zersetzender Wirkung für die Demokratie. Letztlich ist der FDGO damit nicht geholfen.

Natürlich ist es in Ordnung, in Kommentaren allen konkret rassistischen oder falschen Aussagen entgegen zu treten, wie etwa einer bestimmten Höcke-Rede. Es ist dagegen in jeder Hinsicht falsch, eine grundsätzliche gewisse Voreingenommenheit gegenüber allen vermeintlichen "Illiberalen" einzunehmen, die sich sogar in regulären Berichte (nicht: Kommentaren) zeigt.

Außerdem muss anerkannt werden, dass auch die AfD et al. trotz ihrer viele Fehler in einigen Punkten das ansprechen, was andere Parteien lieber nicht thematisieren oder lange ignoriert haben. So ist es selbstverständlich zulässig, wenn ein Staat seine Grenzen sichert. Gerede von einem "Schießbefehl" ist dagegen plumpe Polemik. Auch ist es wahr, dass die Aufnahme und Integration von Menschen aus anderen Kulturkreisen nicht immer nur eitel Sonnenschein war. Dass viele Integrationsprobleme bestehen. Dass Deutschland natürlich nicht 1+ Mio. Menschen pro Jahr aufnehmen kann.

Die anderen Parteien zeichnen sich in dieser Hinsicht häufig durch Realitätsverweigerung ("Grenzen töten") oder klare Doppelmoral (Grenzen sichern in Deutschland: niemals; die Türkei sichert ihre Grenze zu Syrien: okay, egal) aus.

---

Schließlich ist es eher wenig einfallsreich, dass du zum wiederholten Mal auf "falsche Tatsachenbehauptungen" verweist. Was meinst du denn konkret, ohne jedes Strohmann-Argument oder jede Polemik?


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BeitragVerfasst: Sonntag 19. März 2017, 00:09 
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Suchender_ hat geschrieben:
So ist es selbstverständlich zulässig, wenn ein Staat seine Grenzen sichert. Gerede von einem "Schießbefehl" ist dagegen plumpe Polemik.

Dazu solltest Du wissen: Es gab hier mal einen Thread über das Flüchtlingsthema, in dem [enigma] u.a. die Schießbefehl-Polemik bis zum Äußersten getrieben haben (Beispiel - "keine Diskussion auf Augenhöhe möglich").
Der Thread wurde schließlich vom Moderator geschlossen, weil die Diskussion allzu hitzig verlief.
Insofern wirst Du leider ebensowenig wie andere vor Dir [enigma] von seinen Meinungen abbringen können.


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