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 Betreff des Beitrags: Re: Zur Lage in Syrien
BeitragVerfasst: Donnerstag 12. April 2018, 21:35 
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Vom Material her passt das schon theoretisch bei der Bundeswehr, das Problem ist vielmehr das Personal.

Nach dem Abi war ich zwei Jahre bei dem Laden, und ich glaube wirklich nicht, dass da jemand antreten würde, um im Kampf gegen Russland zu sterben.


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 Betreff des Beitrags: Re: Zur Lage in Syrien
BeitragVerfasst: Donnerstag 12. April 2018, 21:41 
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juraidiot hat geschrieben:
Vom Material her passt das schon theoretisch bei der Bundeswehr, das Problem ist vielmehr das Personal.

Nach dem Abi war ich zwei Jahre bei dem Laden, und ich glaube wirklich nicht, dass da jemand antreten würde, um im Kampf gegen Russland zu sterben.


Ich war mal in einer Kaserne (deutsch/französisch) auf Montage und die Rekruten wurden in unmittelbarer Nähe unserer Baustelle an einem MG ausgebildet (auseinander bauen, zusammensetzen, usw.) Die Sprüche des Ausbilders waren göttlich. Zwischenzeitlich habe ich es sogar bereut, nicht beim Bund gewesen zu sein :D

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 Betreff des Beitrags: Re: Zur Lage in Syrien
BeitragVerfasst: Donnerstag 12. April 2018, 21:45 
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Zerlegen und Zusammensetzen, gebaut wird da nix^^

Ja, war schon lustig alles in allem. Aber auch sinnlos. Eine anachronistische Sache irgendwie.


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 Betreff des Beitrags: Re: Zur Lage in Syrien
BeitragVerfasst: Donnerstag 12. April 2018, 22:30 
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famulus hat geschrieben:
Hat dir das der Honigmann verraten?

Der Honigmann ist am 24.02.2018 verstorben. :dead:
juraidiot hat geschrieben:
Ich bin bei Leuten, die derart konformistisch die veröffentlichte Meinung zu ihrer machen ja immer misstrauisch. Mag sein, dass es wirklich deine Meinung ist, mag aber auch sein, dass du einfach immer das meinst, was dir entsprechend vorgemeint wurde.

Dann sei froh, daß sich [enigma] hier noch nicht eingeschaltet hat. Da denkt man, man hat es mit Claus Kleber persönlich zu tun.
famulus hat geschrieben:
Ich mache gar nichts zu meiner Meinung, ich verfüge aber über ein gewisses Restvertrauen in bestimmte Institutionen

In welche "bestimmten Institutionen" denn? Thomas Fischer? Die Deutsche Bank? Den Abou-Chaker-Clan? :D


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 Betreff des Beitrags: Re: Zur Lage in Syrien
BeitragVerfasst: Donnerstag 12. April 2018, 23:56 
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famulus hat geschrieben:
Survivor hat geschrieben:
Wikileaks zu den angeblichen Giftgasangriffen:

Na damit ist ja jetzt alles klar. ::roll:

Klar ist damit zumindest, dass die Russen bereits drei Wochen vor dem angeblichen Anschlag bereits diesen wie auch den Ort des Geschehens genau benannt und die Art und Weise des Vorgehens im voraus beschrieben haben.

Dieses Muster, Greueltaten des Regimes gegen die eigene Bevölkerung zu behaupten, diese mit nicht nachprüfbaren Bildern zu unterlegen und damit Empörung und ein Eingreifen von außen zu iniitieren, wurde bereits in Libyen mehrfach erfolgreich benutzt. Auch dort wurden immer wieder Greueltaten Gaddafis an der eigenen Bevölkerung behauptet. Der Westen hat das nur zu gerne geglaubt, weil man es ja ohnehin mit einem verbrecherischen Regime zu tun habe, das zu allem fähig sei und damit zugleich der erwünschte Regimechange gerechtfertigt werden konnte. Nach Gaddafis Tod wurden die angeblichen Greuel untersucht, u.a. von Amnesty International. Sie haben tatsächlich nie stattgefunden.

Mir geht es nicht darum, Russland und Assad zu verteidigen. Ich weiß auch, dass ich niemanden überzeugen kann, weil das in politischen Diskussionen, ähnlich wie beim Diskutieren über Fußball, nicht möglich ist. Es stört mich nur, wenn poltische Entscheidungen mit solcher Tragweite nicht aufgrund von Fakten, sondern aufgrund von Vorurteilen getroffen werden und das dann noch medial als alternativlos gerechtfertigt werden soll. Jeder aufgeklärte Mensch sollte sich sein eigenes Bild von den Ereignissen machen und sich seine Meinung dazu bilden. Ich bin damit raus.

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 Betreff des Beitrags: Re: Zur Lage in Syrien
BeitragVerfasst: Freitag 13. April 2018, 02:27 
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Survivor hat geschrieben:
Mir geht es nicht darum, Russland und Assad zu verteidigen. ... Es stört mich nur, wenn poltische Entscheidungen mit solcher Tragweite nicht aufgrund von Fakten, sondern aufgrund von Vorurteilen getroffen werden und das dann noch medial als alternativlos gerechtfertigt werden soll. Jeder aufgeklärte Mensch sollte sich sein eigenes Bild von den Ereignissen machen und sich seine Meinung dazu bilden.

Ich denke mal, niemand hier glaubt den Kram mit Assads Giftgasangriffen (ebensowenig wie damals den mit "Saddams Massenvernichtungswaffen") (Assads Armee steht kurz vor dem Sieg, für so einen Angriff hat er kein Motiv), auch famulus nicht.


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 Betreff des Beitrags: Re: Zur Lage in Syrien
BeitragVerfasst: Freitag 13. April 2018, 03:42 
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Survivor hat geschrieben:
Klar ist damit zumindest, dass die Russen bereits drei Wochen vor dem angeblichen Anschlag bereits diesen wie auch den Ort des Geschehens genau benannt und die Art und Weise des Vorgehens im voraus beschrieben haben.

Aha, das ist also "klar", weil es auf WikiLeaks steht. Vielleicht hat man auch im Vorfeld von dem Vorhaben der Regierung erfahren bzw. sie nicht davon abbringen können und dann eben "das Beste" daraus gemacht:. "Baschi, alte Vorhaut - warte wenigstens noch ein paar Tage, wir haben da schon mal was vorbereitet..."

Was ich meine, ist: Der "offizielle" Standpunkt wird von euch mit aller Gewalt angezweifelt, wohingegen die eigene Meinung stützende Informationen - egal woher sie stammen - mit Kusshand und gutgläubig aufgenommen werden.

Ich war genau so wenig vor Ort wie ihr, halte mich aber nicht für schlauer als "Politik" und "Medien", die allesamt über deutlich durchschlagendere Instrumente zur zuverlässigen Informationsgewinnung und Meinungsbildung verfügen als ich. Du gehst halt einen anderen Weg: Du weißt genau, was passiert ist und jeder, der die offizielle Position nicht ablehnt, ist ein Schlafschaf.

Survivor hat geschrieben:
Dieses Muster, Greueltaten des Regimes gegen die eigene Bevölkerung zu behaupten, diese mit nicht nachprüfbaren Bildern zu unterlegen und damit Empörung und ein Eingreifen von außen zu iniitieren, wurde bereits in Libyen mehrfach erfolgreich benutzt. Auch dort wurden immer wieder Greueltaten Gaddafis an der eigenen Bevölkerung behauptet. Der Westen hat das nur zu gerne geglaubt, weil man es ja ohnehin mit einem verbrecherischen Regime zu tun habe, das zu allem fähig sei und damit zugleich der erwünschte Regimechange gerechtfertigt werden konnte. Nach Gaddafis Tod wurden die angeblichen Greuel untersucht, u.a. von Amnesty International. Sie haben tatsächlich nie stattgefunden.

Was wären denn für dich - in deinem warmen deutschen Schlaumeiersessel - "nachprüfbare Bilder"? Deine Meinung könnte doch überhaupt nichts mehr erschüttern, weil du doch für dich schon endgültig ausgeschlossen hast, dass an den Vorwürfen was dran ist. Aus unserer Perspektive sind wir in jeder Hinsicht zur Meinungsbildung auf Informationen angewiesen, die untwerwegs irgend jemand gefälscht haben könnte. Und das gilt für deine genau wie für die Gegenposition. Du blendest das halt aus und bist damit "fertig", anstatt deine Skepsis. konsequenterweise auch mal auf deine eigenen Informationen und Positionen anzuwenden.

Survivor hat geschrieben:
Mir geht es nicht darum, Russland und Assad zu verteidigen. Ich weiß auch, dass ich niemanden überzeugen kann, weil das in politischen Diskussionen, ähnlich wie beim Diskutieren über Fußball, nicht möglich ist. Es stört mich nur, wenn poltische Entscheidungen mit solcher Tragweite nicht aufgrund von Fakten, sondern aufgrund von Vorurteilen getroffen werden und das dann noch medial als alternativlos gerechtfertigt werden soll. Jeder aufgeklärte Mensch sollte sich sein eigenes Bild von den Ereignissen machen und sich seine Meinung dazu bilden. Ich bin damit raus.

Die einschlägigen Sprüche hast du auch drauf: "Ich will ja [Autokrat] nicht verteidigen, aber...", "Nur ich bilde mir meine Meinung aufgrund von Fakten", "Jeder, der das anders sieht, ist ein obrigkeitshöriges, vorurteilsbeladenes Schlafschaf"...

Du steckst deinem Duktus zufolge schon ziemlich tief drin. Deine Selbstbezeichnung als "aufgeklärt" darf jedenfalls bestritten werden, weil du die Angreifbarkeit "deiner" Fakten völlig auszublenden scheinst. Deine überheblichen Bezichtigungen sind also alle original auch auf dich selbst umkehrbar.

Von "alternativlos" hat übrigens außer dir überhaupt niemand was gesagt - ich habe nur geschrieben, dass ich grundsätzlich zunächst eher ausgebildeten, sich in Vollzeit damit beschäftigenden Journalisten und über Dienste etc. vefügenden Politikern vertraue als irgendwelchen in Bezug auf Herkunft UND Inhalt "nicht nachprüfbaren" Internetbehauptungen, die mir gerade in den Kram passen.

Aber mach nur dein Zeug. :)

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 Betreff des Beitrags: Re: Zur Lage in Syrien
BeitragVerfasst: Freitag 13. April 2018, 06:51 
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Genauso ist es: Niemand von uns war vor Ort und wir machen uns ein Bild aus Sekundärquellen. Da ist es nur logisch, dass man zu unterschiedlichen Ergebnissen kommt, je nachdem welcher Quelle man die höhere Relevanz einräumt. Insoweit ist es müßig sich um den Schluß aus den Sekundärquellen zu streiten, man kann sich aber sehr wohl über die Relevanz der Quelle an sich streiten. Und ja, hier bin ich voll auf Linie mit Famulus: Ich vertraue den deutschen Medien eher, weil ich denen Unabhängigkeit eher zutraue, als einem von Auslieferung Bedrohtem, Privatmedien in den USA oder sogar teilweise staatlich beeinflussten Medien in Russland. Natürlich ist auch diese Einschätzung nur subjektiv, aber in der Vergangenheit gab es doch genügend Fälle, in denen diese Quellen zu nachweisbar abweichenden Ergebnissen kamen. Sei es nun die russischen Medien im Ukrainekonflikt, die US Medien im Irakkonflikt. Private Veranstaltungen einzelner Personen sind mE ohnehin immer zu subjektiv gefärbt.

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 Betreff des Beitrags: Re: Zur Lage in Syrien
BeitragVerfasst: Freitag 13. April 2018, 14:00 
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Tibor hat geschrieben:
hier bin ich voll auf Linie mit Famulus: Ich vertraue den deutschen Medien eher, weil ich denen Unabhängigkeit eher zutraue, als einem von Auslieferung Bedrohtem, Privatmedien in den USA oder sogar teilweise staatlich beeinflussten Medien in Russland.

Dabei hatte ich in den vergangenen Monaten doch wirklich zahlreiche Beispiele genannt, in denen die Tagesschau schamlos Stimmung macht (z.B. für den "jungen und ideenreichen" Macron, aber gegen die "geschwächte" Theresa May sowie die "kritisierten" Trump, Putin und Erdogan, die "Unbehagen" hervorrufen und ständig "Schlappen erleiden"), wichtige Fakten verschweigt und die Objektivität ihrer Berichterstattung völlig vernachlässigt.
Z.B. wirft sie Konservative und Rechtsextremisten nach wie vor zusammen in einen Topf und bezeichnet sie ingesamt als "rechts", um dabei beide gleichermaßen zu stigmatisieren. Das ist doch für jedermann offensichtlich und kann auch nicht geleugnet werden.
Wenn die Linken im In- oder Ausland eine Wahl verlieren, werden irgendwo fünf linke Gegendemonstranten auf der Straße gesucht und interviewt und dürfen dann ihre Meinung verbreiten. Ihnen und ihren Transparenten wird deutlich mehr Zeit eingeräumt als dem Wahlsieger, der die eigentliche Nachricht hervorgerufen hatte.
Sogar Jakob Augstein, politisch eher weit links, fragt in einem halbstündigen Vortrag auf Youtube "Haben wir [die Journalisten] Grund, uns zu schämen?", und kommt zu dem Schluß "Ja, haben wir".
Nicht umsonst haben sich inzwischen eine Vielzahl von alternativen Nachrichtenangeboten im Internet herausgebildet. Die dann auch noch mit dem NetzDG unterdrückt werden sollen.
Ein solches stark tendenziöses System und deren Protagonisten sind doch nun wirklich nicht vertrauenswürdig.

Wenn dort also etwas berichtet wird, sollte man das erstmal zur Kenntnis nehmen. Denn am liebsten werden Halbwahrheiten ausgestrahlt. Allerdings muß man leider immer davon ausgehen, daß bei den Berichten ein Teil falsch gewichtet oder verschwiegen wird. Und daß, indem zwischen den Gattungen "objektive Berichterstattung über Fakten" und "subjektiver Kommentar zu Fakten" ständig hin- und hergesprungen wird, versucht wird, Emotionen aufzubauen und in eine bestimmte Richtung zu lenken. Gerade Letzteres macht mich so wütend, denn ich will nicht bestimmte Emotionen, die nicht meine sind, sondern am Ende gar die von Angela Merkel, aufgedrängt bekommen. Schon gar nicht in einer Nachrichtensendung über politische oder gar juristische oder militärische Vorgänge.


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 Betreff des Beitrags: Re: Zur Lage in Syrien
BeitragVerfasst: Freitag 13. April 2018, 14:35 
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hlubenow hat geschrieben:
Dabei hatte ich in den vergangenen Monaten doch wirklich zahlreiche Beispiele genannt, in denen die Tagesschau schamlos Stimmung macht (z.B. für den "jungen und ideenreichen" Macron, aber gegen die "geschwächte" Theresa May sowie die "kritisierten" Trump, Putin und Erdogan, die "Unbehagen" hervorrufen und ständig "Schlappen erleiden"), wichtige Fakten verschweigt und die Objektivität ihrer Berichterstattung völlig vernachlässigt.
Z.B. wirft sie Konservative und Rechtsextremisten nach wie vor zusammen in einen Topf und bezeichnet sie ingesamt als "rechts", um dabei beide gleichermaßen zu stigmatisieren. Das ist doch für jedermann offensichtlich und kann auch nicht geleugnet werden.
Wenn die Linken im In- oder Ausland eine Wahl verlieren, werden irgendwo fünf linke Gegendemonstranten auf der Straße gesucht und interviewt und dürfen dann ihre Meinung verbreiten. Ihnen und ihren Transparenten wird deutlich mehr Zeit eingeräumt als dem Wahlsieger, der die eigentliche Nachricht hervorgerufen hatte.
Sogar Jakob Augstein, politisch eher weit links, fragt in einem halbstündigen Vortrag auf Youtube "Haben wir [die Journalisten] Grund, uns zu schämen?", und kommt zu dem Schluß "Ja, haben wir".
Nicht umsonst haben sich inzwischen eine Vielzahl von alternativen Nachrichtenangeboten im Internet herausgebildet. Die dann auch noch mit dem NetzDG unterdrückt werden sollen.
Ein solches stark tendenziöses System und deren Protagonisten sind doch nun wirklich nicht vertrauenswürdig.

Wenn dort also etwas berichtet wird, sollte man das erstmal zur Kenntnis nehmen. Denn am liebsten werden Halbwahrheiten ausgestrahlt. Allerdings muß man leider immer davon ausgehen, daß bei den Berichten ein Teil falsch gewichtet oder verschwiegen wird. Und daß, indem zwischen den Gattungen "objektive Berichterstattung über Fakten" und "subjektiver Kommentar zu Fakten" ständig hin- und hergesprungen wird, versucht wird, Emotionen aufzubauen und in eine bestimmte Richtung zu lenken. Gerade Letzteres macht mich so wütend, denn ich will nicht bestimmte Emotionen, die nicht meine sind, sondern am Ende gar die von Angela Merkel, aufgedrängt bekommen. Schon gar nicht in einer Nachrichtensendung über politische oder gar juristische oder militärische Vorgänge.

Gerade du bist doch aber nun der Inbegriff des hyperemotionalen Menschen - jedenfalls so lange deine (vermeintlich) eigenen Belange betroffen sind. Du hast einige fest zementierte Grundannahmen, die du nie wieder hinterfragst und ärgerst dich über jede Berichterstattung, die ihnen nicht entspricht. Du wirfst mit unbelegten Pauschalierungen um dich, lässt ein striktes Schwarz-Weiß-Denken (bzw.: Rechts-links-Denken) erkennen und wirfst in dem Zusammenhang permanent alles in einen Topf. Du regst dich fürchterlich über Trivialitäten auf, die auch überhaupt nichts neues sind - siehe tendenziöse bzw. emotionale Berichterstattung (früher ist man mal von einem mündigen Bürger ausgegangen, der sich seine Überzeugungen selbst bildet und Meinungen von Berichterstattung eigenständig trennen kann). Obendrein verrennst du dich mit deinem YouTube-Konsum aus überschießender Motivation nach Bestätigung deiner Meinung in dem spiegelbildlichen, aber eben überhaupt keiner Kontrolle unterliegenden, Medien-Gegenextrem.

Ein normal denkender Mensch würde aus deinem Augstein-Argument ableiten: "Sehn'se, es gibt den reflektierten Blick der Medien auf sich selbst ja doch noch". Für dich ist das nur die Bestätigung einer Vermutung. Da muss man sich doch aber fragen: Wieso glaubst du plötzlich Augstein, einem der Paradevertreter der von dir kritisierten, tendenziösen Medien? Weil er etwas sagt, was dir schmeckt?

Mich würde mal interessieren, woher du deine Gewissheiten nimmst. Du warst doch bei den Gegenständen der Berichterstattung genau so wenig "dabei" wie die meisten anderen Deutschen. Trotzdem nimmst du für dich in Anspruch, zu wissen, dass "am liebsten Halbwahrheiten ausgestrahlt" werden, dass "ein Teil der Berichte falsch gewichtet oder verschwiegen wird". Über welche Informationen verfügst du konkret dahingehend, dass es keinen Giftgasangriff Assads gegeben haben kann? Denn das zu wissen hast du ja oben suggeriert. Dass Assad "kurz vor dem Sieg" kein Motiv hat? Ist das nicht lediglich ein Indiz? Und noch dazu ein recht schwaches, wenn man sich mal vergegenwärtigt, dass du und ich doch überhaupt keine Kenntnis darüber haben, ob und inwieweit ein Sieg wirklich kurz bevor steht und gerade dieses vermeintlich nicht bestehende Motiv ja sogar eine günstige Gelegenheit bieten könnte, es zu tun - es glaubt ja dann sowieso keiner, weil es so kurz vorm Sieg kein Motiv gab? Dasselbe bei Skripal: Wieviel wissen du und ich denn über das Leben und Wirken von Skripal in den letzten Jahren und über die "Motive" Russlands? Also ich nicht all zu viel, ehrlich gesagt. Und wären Umstände, in denen für die Mehrheit ein Motiv nicht erkennbar ist, nicht günstig für eine Tat?

Ich habe wie gesagt überhaupt keine Ahnung, wer wen vergiftet oder vergast hat - aber du hast die eben genau so wenig. Trotzdem hast du dir deine Meinung gebildet, genau wie Survivor. Ich hatte es oben ja angedeutet: In eurem Stadium gehe ich davon aus, dass ihr euch von der euch nicht bevorzugten Variante nur dann überzeugen ließet, wenn ihr Assad oder Putin mit euren eigenen Augen den Abzug betätigen sehen würdet. Jedes andere Ergebnis wird nur auf Indizien beruhen können, die euren Forderungen nach "Beweisen" nicht gerecht werden. Außer natürlich, Indizien bestätigen EURE Version...

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 Betreff des Beitrags: Re: Zur Lage in Syrien
BeitragVerfasst: Freitag 13. April 2018, 14:49 
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hlubenow hat geschrieben:
Dabei hatte ich in den vergangenen Monaten doch wirklich zahlreiche Beispiele genannt, in denen die Tagesschau schamlos Stimmung macht (z.B. für den "jungen und ideenreichen" Macron, aber gegen die "geschwächte" Theresa May sowie die "kritisierten" Trump, Putin und Erdogan, die "Unbehagen" hervorrufen und ständig "Schlappen erleiden"), wichtige Fakten verschweigt und die Objektivität ihrer Berichterstattung völlig vernachlässigt.

Ja, minimal magst du recht haben, die Tagesschau bzw. Heute-Sendung verstehen sich nicht mehr als reine DPA-Meldungsvorträger. Im Grunde kann man das begrüßen, soweit deutlich zwischen Meinung und Fakten getrennt wird. Insbesondere die Nutzung von Adjektiven ist doch eine klare Trennung. Wenn man also Herrn Macron ideenreich bezeichnet, weist der Tagesschau-Sprecher Macron eine Eigenschaft zu. Wird diese in der Folge bestätigt (er hat bspw. tatsächlich gerade 2-3 neue Ansätze für Problem X), dann ist das nur richtig und nachvollziehbar. Oftmals muss man diese Sprache auch so einsetzen, weil die kürze der Zeit es ansonsten nicht zuließe. Irgendwie muss man doch auch in 2-3 Sätzen abgrenzen dürfen, ob ein Politiker nur verwaltet (so Merkel) oder wirklich neue Ideen an den Tag legt und ständig Personal vor die Tür setzt (Trump). Die Tagesthemen und das Heute Journal haben sich ohnehin schon immer auch als Sendung zur Meinungsbildung verstanden, was bereits durch die Trennung zwischen Moderation und Nachrichtensprecher deutlich wird.

hlubenow hat geschrieben:
Z.B. wirft sie Konservative und Rechtsextremisten nach wie vor zusammen in einen Topf und bezeichnet sie ingesamt als "rechts", um dabei beide gleichermaßen zu stigmatisieren. Das ist doch für jedermann offensichtlich und kann auch nicht geleugnet werden.

Da bin ich anderer Meinung. Solange die AfD völkische Hetze und Rassenhass duldet oder befürwortet, darf und muss sich offen als rechts oder gar rechtsextrem eingestuft werden. Verharmlosung als "konservativ" halte ich für falsch.

hlubenow hat geschrieben:
Wenn die Linken im In- oder Ausland eine Wahl verlieren, werden irgendwo fünf linke Gegendemonstranten auf der Straße gesucht und interviewt und dürfen dann ihre Meinung verbreiten. Ihnen und ihren Transparenten wird deutlich mehr Zeit eingeräumt als dem Wahlsieger, der die eigentliche Nachricht hervorgerufen hatte.
Sogar Jakob Augstein, politisch eher weit links, fragt in einem halbstündigen Vortrag auf Youtube "Haben wir [die Journalisten] Grund, uns zu schämen?", und kommt zu dem Schluß "Ja, haben wir".

Es gab genug Beiträge, in denen man ausufernd Pegida & Co dargestellt hat, Reden ausgestrahlt hat (prime time) und sogar Bürger vor das Mikro ließ. Muss ich jetzt nicht raussuchen, oder?

hlubenow hat geschrieben:
Nicht umsonst haben sich inzwischen eine Vielzahl von alternativen Nachrichtenangeboten im Internet herausgebildet. Die dann auch noch mit dem NetzDG unterdrückt werden sollen.
Ein solches stark tendenziöses System und deren Protagonisten sind doch nun wirklich nicht vertrauenswürdig.

Die "Nachrichtenangebote" auf YT sind also ganz klar "meinungs- und wertneutral"? Ist jetzt nicht dein Ernst!

hlubenow hat geschrieben:
Wenn dort also etwas berichtet wird, sollte man das erstmal zur Kenntnis nehmen. Denn am liebsten werden Halbwahrheiten ausgestrahlt. Allerdings muß man leider immer davon ausgehen, daß bei den Berichten ein Teil falsch gewichtet oder verschwiegen wird. Und daß, indem zwischen den Gattungen "objektive Berichterstattung über Fakten" und "subjektiver Kommentar zu Fakten" ständig hin- und hergesprungen wird, versucht wird, Emotionen aufzubauen und in eine bestimmte Richtung zu lenken. Gerade Letzteres macht mich so wütend, denn ich will nicht bestimmte Emotionen, die nicht meine sind, sondern am Ende gar die von Angela Merkel, aufgedrängt bekommen. Schon gar nicht in einer Nachrichtensendung über politische oder gar juristische oder militärische Vorgänge.


Schau dir bspw. mal den Beitrag der Tagesschau von gestern 20.00 Uhr zu Syrien an: http://www.tagesschau.de/multimedia/vid ... -true.html Dort findest du als "Meinungsmache" höchstens in den letzten Sekunden die Beschreibung von Trumps Kurs als "harten Kurs". Mehr nicht.

Und der doch deutlich längere Beitrag in den Tagesthemen von gestern (12.4.): https://www.tagesschau.de/sendung/tages ... index.html von 0.00 bis 7min 12 berichtet Zamperoni ohne jede Wertung. Das einzige auffällige adjektiv ist "großspurig" und bezieht sich auf Trumps tweet. Das dürfte zulässig sein. Ansonsten hinterfragt er sogar, ob die Bilder einen Giftgasangriff zeigen und am Ende kommt die Frage, ob "die syrische Armee für diesen Angriff verantwortlich ist?".

Das nur die Beiträge von gestern. So, dann stelle du doch mal bitte bspw. drei Links zu aktuellen YT-Beiträgen zum Thema ein, in denen ebenso wertneutral ohne Meinungsbildungsansatz über den Syrienkonflikt berichtet wird.

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 Betreff des Beitrags: Re: Zur Lage in Syrien
BeitragVerfasst: Montag 16. April 2018, 08:37 
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Beiträge: 354
Für mich gibt es bisher

a) weder einen Beweis, dass Russland in England einen Exagenten umgebracht hat.
b) noch keinen Beweis dafür, dass Assad Giftgas in Syrien eingesetzt hat.

Nachdem Colin Powell den Weltsicherheitsrat im Jahr 2003 sogar arglistig getäuscht hat, um einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg mit in der Folge hunderttausenden oder millionen Toten zu starten, kann ich mir alles vorstellen. Sowohl, dass es die Sachverhalte in der Realität überhaupt nicht gegeben hat, über False Flag, bis zur Tatsache, dass Assad tatsächlich was getan hat.

Ohne die Vorlage von Beweisen glaube ich nichts.

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 Betreff des Beitrags: Re: Zur Lage in Syrien
BeitragVerfasst: Montag 16. April 2018, 09:05 
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Beiträge: 179
Zitat:
a) weder einen Beweis, dass Russland in England einen Exagenten umgebracht hat.

Beziehst Du dich auf den Fall Skripal? Falls ja: Er lebt noch.

Zitat:
b) noch keinen Beweis dafür, dass Assad Giftgas in Syrien eingesetzt hat.

Gibt es für dich denn hinreichende "Beweise" dafür, dass in Syrien kürzlich Chemiewaffen zum Einsatz kamen?


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 Betreff des Beitrags: Re: Zur Lage in Syrien
BeitragVerfasst: Montag 16. April 2018, 09:29 
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Beiträge: 354
1. Pardon, keine Beweise, dass Russland versucht hat, einen Exagenten umzubringen.

2. Nein.

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 Betreff des Beitrags: Re: Zur Lage in Syrien
BeitragVerfasst: Montag 16. April 2018, 09:33 
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Herr Anwalt hat geschrieben:
Ohne die Vorlage von Beweisen glaube ich nichts.


Juckt die Weltpolitik Gott sei Dank nicht.

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