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BeitragVerfasst: Dienstag 7. Februar 2017, 19:43 
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Beiträge: 1203
Swann hat geschrieben:
Levi hat geschrieben:
@Swann
Das ist alles weithin nur eine Frage der Organisation. Es wäre z. B. schon viel Zeit gewonnen, wenn alle tatsächlich um spätestens 9 Uhr mit der Arbeit beginnen würden, die - in vielen Kanzleien übliche - lange Mittagspause entfiele und Meetings gestrafft werden. Das ist keine Frage des Könnens sondern des Wollens. 

Nein, ist es nicht. Wenn 10-12 h Arbeit üblich sind, dann passt das nicht in 9-5, egal wie man organisiert.

Arbeit =/= Anwesenheit
Ich kenne niemanden, der über einen längeren Zeitraum hinweg 10-12 h produktiv arbeiten kann. Wenn man die Leerlaufzeiten verkürzt, kann man die tatsächliche Arbeit auch auf 6-8 h komprimieren.

Zitat:
Zitat:
Im Übrigen gibt es - auch in GK - nicht nur dringliche Rechtsangelegenheiten, die keinerlei Aufschub dulden, sondern auch Fälle mit längerer Bearbeitungsdauer. - Die dringlichen Sachen müssen nun nicht unbedingt von den Anwälten mit Familienpflichten erledigt werden, sondern man kann sie sachgerecht auf andere verteilen. 

Auch Anwälte ohne Familie empfinden es nicht als das größte Vergnügen, bis 11-12 Uhr eine dringliche Aufgabe zu erledigen. Wenn "Familienanwälte/innen" verlässliche Arbeitszeiten zwischen 9 und 5 bekämen, wieso sollten die anderen Anwälte denen den Rücken freihalten?

Sie sollten ihnen deshalb den Rücken freihalten, weil sie irgendwann ja auch in dieselbe Situation kommen können.
Prinzip: "Heute für dich, morgen für mich."

Zitat:
Zitat:
Auch im öffentlichen Dienst hieß es früher, das sei alles nicht möglich. Heute ist es selbstverständlich. Man muss es nur wollen. Wenn man es nicht will, hat das allein ideologische und keine praktischen Gründe.

Und das ist schlicht Quatsch.

Überzeugendes Argument.


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BeitragVerfasst: Dienstag 7. Februar 2017, 20:08 
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Beiträge: 7700
Eine GK hält aber nur einen kleinen Teil Teilzeitler aus. In Randzeiten geht das auch nur zu Lasten der Vollzeitler, die eben mit Extrageld kompensiert werden. Eine klassische GK mit mehr als 20-30% Teilzeitarbeitern kann ich mir nicht vorstellen. Ansonsten gilt das, was ich oben verlinkt habe.

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BeitragVerfasst: Dienstag 7. Februar 2017, 20:20 
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Registriert: Donnerstag 28. Dezember 2006, 10:04
Beiträge: 5905
Levi hat geschrieben:

Arbeit =/= Anwesenheit
Ich kenne niemanden, der über einen längeren Zeitraum hinweg 10-12 h produktiv arbeiten kann.


Du bist ja auch im öffentlichen Dienst. SCNR. Aber im Ernst:

Zitat:
Wenn man die Leerlaufzeiten verkürzt, kann man die tatsächliche Arbeit auch auf 6-8 h komprimieren.


Das kollidiert mit dem Geschäftsmodell einer Großkanzlei, die nur deshalb ihre hohe Vergütung verlangen kann, weil sie Mandantenanfragen etc. auch außerhalb der Arbeitszeiten des öffentlichen Dienstes bearbeitet.


Zitat:
Sie sollten ihnen deshalb den Rücken freihalten, weil sie irgendwann ja auch in dieselbe Situation kommen können.
Prinzip: "Heute für dich, morgen für mich."


Das dürfte zu wenig sein, zumal für die Menschen, die kein Interesse an einer eigenen Familie haben oder aus sonstigen Gründen in diese Situation nicht kommen werden. Klar, Teilzeitarbeit kann im engen Rahmen auch in der Großkanzlei funktionieren. Dann aber mit Abstrichen bei Gehalt und Karrierechancen, sodass der Familienmensch auch auf diese Weise nicht dieselben Karrierechancen hat wie der Rest.

Zitat:
Überzeugendes Argument.


Es bedarf keines Argumentes, um die unsinnige Behauptung, Großkanzleien würden ihre Tätigkeit bewusst so strukturieren, dass Frauen ferngehalten werden, abzutun. Zumal du diesen Unfug ja auch nicht in irgendeiner Weise belegt hast.

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BeitragVerfasst: Mittwoch 8. Februar 2017, 08:27 
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Beiträge: 1203
Swann hat geschrieben:
Levi hat geschrieben:

Arbeit =/= Anwesenheit
Ich kenne niemanden, der über einen längeren Zeitraum hinweg 10-12 h produktiv arbeiten kann.

Du bist ja auch im öffentlichen Dienst. SCNR.

Ich kenne aber ja durchaus beide Seiten und kann aus eigener Erfahrung sagen, dass ich als Rechtsanwalt im Ergebnis nicht mehr gearbeitet habe als heute; die Arbeit hat sich nur über einen längeren und andere Zeitraum erstreckt. Natürlich passt man sich als junger Anwalt seinem Chef und den Kollegen an und merkt schnell, dass es niemand interessiert, wenn man morgens schon um 7 Uhr im Büro ist und mittags nur schnell ein Brötchen am Schreibtisch verspeist. Entscheidend sind allein die Stunden am Abend ("ich war wieder bis 23 Uhr im Büro"); nur Nachtarbeit ist sexy. Das hat viel mit der Arbeitskultur von Kanzleien zu tun, notwendig ist es aber keineswegs. 

Zitat:
Zitat:
Wenn man die Leerlaufzeiten verkürzt, kann man die tatsächliche Arbeit auch auf 6-8 h komprimieren.

Das kollidiert mit dem Geschäftsmodell einer Großkanzlei, die nur deshalb ihre hohe Vergütung verlangen kann, weil sie Mandantenanfragen etc. auch außerhalb der Arbeitszeiten des öffentlichen Dienstes bearbeitet.

Die Vergütung hängt doch nicht davon ab, zu welcher Uhrzeit die Arbeit erledigt wird, sondern vom Ergebnis. Die Uhrzeit interessiert normalerweise keinen Mandanten (von Fällen der Zeitverschiebung im internationalen Bereich jetzt mal abgesehen). Die Rechtsanwälte der GKen, die für mich arbeiten, brauchen mich jedenfalls nicht mehr nach 17 Uhr zu kontaktieren, da bin ich nämlich nicht mehr da.  :D

Zitat:
Zitat:
Sie sollten ihnen deshalb den Rücken freihalten, weil sie irgendwann ja auch in dieselbe Situation kommen können.
Prinzip: "Heute für dich, morgen für mich."

Das dürfte zu wenig sein, zumal für die Menschen, die kein Interesse an einer eigenen Familie haben oder aus sonstigen Gründen in diese Situation nicht kommen werden. Klar, Teilzeitarbeit kann im engen Rahmen auch in der Großkanzlei funktionieren. Dann aber mit Abstrichen bei Gehalt und Karrierechancen, sodass der Familienmensch auch auf diese Weise nicht dieselben Karrierechancen hat wie der Rest.

Du beschreibst das Sein, ich das Sollen. Das sind zwei unterschiedliche Kategorien. 

Im Übrigen ist die Welt nicht nur Schwarz und Weiß; es gibt nicht nur "Familienmenschen" und "Karrieremenschen", sondern die meisten Menschen sind beides - nur eben nicht immer zur gleichen Zeit. Es gibt im Leben unterschiedliche Phasen, solchen in denen mehr die Arbeit im Vordergrund steht und anderen, in denen es eher die Familie ist. Kinder brauchen nicht immer die gleiche intensive Betreuung und die intensive Familienphase ist nach spätestens 10-12 Jahren typischerweise abgeschlossen. 

Wenn frau jedoch schon weiß, dass eine Familienphase in dem Arbeitsumfeld überhaupt nicht oder jedenfalls nicht ohne deutlichen Karrierenachteil realisiert werden kann, wird sie sich vernünftigerweise etwas anderes suchen (auch wenn sie eigentlich mehr ein "Karrieremensch" ist). 

Zitat:
Zitat:
Überzeugendes Argument.

Es bedarf keines Argumentes, um die unsinnige Behauptung, Großkanzleien würden ihre Tätigkeit bewusst so strukturieren, dass Frauen ferngehalten werden, abzutun. Zumal du diesen Unfug ja auch nicht in irgendeiner Weise belegt hast.

Das ist dieselbe scheinheilige Argumentation wie bei Unternehmen, die behaupten, angeblich keine (qualifizierten) Frauen für Vorstände und Aufsichtsräte zu finden und nur deswegen - leider - Männer nehmen (müssen). In Wirklichkeit wollen sie aber nur die zusätzliche Konkurrenz fern- und die Preise hochhalten, und das macht man am einfachsten dadurch, dass man (Arbeits-)Bedingungen schafft, die von Frauen mehrheitlich nicht erfüllt werden können. Natürlich ist das eine Form von geschlechterbezogener mittelbarer Diskriminierung. Nicht unbedingt im rechtlichen Sinne - aber im gesellschafts- und verteilungspolitischen Sinne.


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BeitragVerfasst: Mittwoch 8. Februar 2017, 09:04 
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Levi, schön, dass Du Dich so für die Belange der Frauen einsetzt. Mehr von Deiner Sorte würde der Welt guttun.

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LG Candor


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BeitragVerfasst: Mittwoch 8. Februar 2017, 09:19 
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True Story. <3 Ich lese Levi auch gerne. Swann aber sonst auch. ;)


Das mit dem Arbeitsrhythmus stimmt übrigens. Ich musste an verschiedenen Stellen lernen, dass mein "durchpowern" in intensiven Stunden gar nicht mit dem Rhythmus vereinbar ist, den die Chefs mögen bzw. der üblich ist. Ich habe anfangs in kürzerer Zeit deutlich mehr geleistet als die Kollegen und wurde teilweise schon etwas schief angeguckt, wieso ich denn schon fertig sei. Meinem Bruder ging das in einer anderen Branche ganz ähnlich, das ist ja kein Einzelphänomen. Mit langen Pausen und Pausen zu festen Uhrzeiten, die mir den Flow nehmen, Plauschen hier oder da etc. war meine Arbeitsweise aber dann auch gar nicht mehr effektiv zu machen, weil man dadurch sehr oft raus gebracht wird. Gerade leiste ich mMn effektiv weniger, bin aber halt länger da. Ist auch alles okay, aber wirklich notwendig wäre das nicht.

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BeitragVerfasst: Mittwoch 8. Februar 2017, 10:06 
Noch selten hier
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Lustig sind auch die GK-Partnerinnen, die bei Bewerberinnen vorgeschickt werden, um im Vorstellungsgespräch feierlich zu verkünden, dass Familienvereinbarkeit kein bloßes Lippenbekenntnis sei. Voller stolz wird dann erzählt, dass das eigene Kind der Karriere keinen Abbruch getan habe. Man sei ja nur ein halbes Jahr raus gewesen. Was freilich impliziert, dass das Kind im erstbesten Moment zur Fremderziehung abgeschoben wurde. Und dann wundern, wenn das erste "Mama" der Tagesmutter gilt.


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BeitragVerfasst: Mittwoch 8. Februar 2017, 10:24 
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Beiträge: 3404
thryller hat geschrieben:
Lustig sind auch die GK-Partnerinnen, die bei Bewerberinnen vorgeschickt werden, um im Vorstellungsgespräch feierlich zu verkünden, dass Familienvereinbarkeit kein bloßes Lippenbekenntnis sei. Voller stolz wird dann erzählt, dass das eigene Kind der Karriere keinen Abbruch getan habe. Man sei ja nur ein halbes Jahr raus gewesen. Was freilich impliziert, dass das Kind im erstbesten Moment zur Fremderziehung abgeschoben wurde. Und dann wundern, wenn das erste "Mama" der Tagesmutter gilt.


Das passt jetzt auch wieder nicht.

Entweder man will, dass Frauen/Mütter ihre Pflichten in der GK erfüllen oder eben nicht. Dann darf man bei ersterem aber nicht sagen, dass sie ihre Kinder abschiebt.

Mein Kind ging übrigens zur Tagesmutter als es 8 Wochen alt war. Der Zwerg weiß durchaus, wer seine Mutter ist, auch wenn er die TaMu manchmal Mama so nennt. Aussage der TaMu: Diese Phase haben alle mal. ;)

Wie frau es macht, ist es falsch.

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BeitragVerfasst: Mittwoch 8. Februar 2017, 10:26 
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Kezzlerinho hat geschrieben:
+1:

Hatte heute ein Bewerbungsgespräch mit einer Partnerin, die in Teilzeit arbeitet. Montags den ganzen Tag, Di-Do halbtags und Freitag zuhause.

Mal wieder nur Nahbereichsempirie, aber unmöglich ist das sicher nicht.


Da würde mich interessieren, wie die Kollegin dies rein praktisch umsetzt. Hat sie tatsächlich so wenige Akten, dass sich diese in Teilzeit bearbeiten lassen? Wie reagieren Kollegen und Mandanten, wenn die Kollegin an 4 Tagen nur halbtags erreichbar ist?

Oder werden Anrufe nachmittags auf Ihr Handy umgeleitet und sie ist dann doch "on the job"? Das ist für mich aber nicht Teilzeit, denn verfügbar ist sie dann trotzdem.

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BeitragVerfasst: Mittwoch 8. Februar 2017, 11:22 
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Beiträge: 363
thryller hat geschrieben:
Lustig sind auch die GK-Partnerinnen, die bei Bewerberinnen vorgeschickt werden, um im Vorstellungsgespräch feierlich zu verkünden, dass Familienvereinbarkeit kein bloßes Lippenbekenntnis sei. Voller stolz wird dann erzählt, dass das eigene Kind der Karriere keinen Abbruch getan habe. Man sei ja nur ein halbes Jahr raus gewesen. Was freilich impliziert, dass das Kind im erstbesten Moment zur Fremderziehung abgeschoben wurde. Und dann wundern, wenn das erste "Mama" der Tagesmutter gilt.


Ich war im Ref in einer GK und dort einer Partnerin zugeteilt.
Da hat der Mann Teilzeit gemacht und sich um die Kinder gekümmert. Sie war bis abends/nachts im Büro und hat die Kinder nur morgens und am Wochenende gesehen. Finde ich gut und völlig legitim.

Man sollte sich nur eben nicht selbst in die Tasche lügen, dass man alles haben kann: Kinder, für die man Zeit hat und um die man sich kümmert und zwei "vollwertige" Karrieren.


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BeitragVerfasst: Mittwoch 8. Februar 2017, 12:15 
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Syd26 hat geschrieben:
Wie frau es macht, ist es falsch.

Richtig und falsch ist in diesem Zusammenhang eine Frage der persönlichen Einstellung zum Thema Erziehung und Familie. Glücklicherweise darf das jeder für sich entscheiden.

sai hat geschrieben:
Man sollte sich nur eben nicht selbst in die Tasche lügen, dass man alles haben kann: Kinder, für die man Zeit hat und um die man sich kümmert und zwei "vollwertige" Karrieren.

So ist es. Finde es nur amüsant, wie einige GKen bzw. deren Partner versuchen, das Thema zu verkaufen. Gibt aber auch genug Partnerinnen, die ganz klar kommunizieren, dass ihr Werdegang mit Kindern völlig unerreichbar gewesen wäre. War nur eine - nicht ganz wertungsfreie - Anekdote aus der jüngeren Vergangenheit im Nahbereich (der andere Elternteil war übrigens auch weiterhin in Vollzeit tätig).


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BeitragVerfasst: Mittwoch 8. Februar 2017, 12:40 
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Syd26 hat geschrieben:
thryller hat geschrieben:
Lustig sind auch die GK-Partnerinnen, die bei Bewerberinnen vorgeschickt werden, um im Vorstellungsgespräch feierlich zu verkünden, dass Familienvereinbarkeit kein bloßes Lippenbekenntnis sei. Voller stolz wird dann erzählt, dass das eigene Kind der Karriere keinen Abbruch getan habe. Man sei ja nur ein halbes Jahr raus gewesen. Was freilich impliziert, dass das Kind im erstbesten Moment zur Fremderziehung abgeschoben wurde. Und dann wundern, wenn das erste "Mama" der Tagesmutter gilt.


Das passt jetzt auch wieder nicht.

Entweder man will, dass Frauen/Mütter ihre Pflichten in der GK erfüllen oder eben nicht. Dann darf man bei ersterem aber nicht sagen, dass sie ihre Kinder abschiebt.

Mein Kind ging übrigens zur Tagesmutter als es 8 Wochen alt war. Der Zwerg weiß durchaus, wer seine Mutter ist, auch wenn er die TaMu manchmal Mama so nennt. Aussage der TaMu: Diese Phase haben alle mal. ;)

Wie frau es macht, ist es falsch.



Wenn man nur in "Alles oder Nichts"-Kategorien denkt, ist das zwangsläufig die Konsequenz. 

Daher plädiere ich ja auch für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf - und damit für mehr Wahlfreiheit für Frauen und Männern. Es ist für mich keine "Lösung", dass Frauen einfach das traditionelle Erwerbsmodell der Männer übernehmen und umgekehrt. Gleichberechtigung bedeutet für mich vielmehr, dass beide Elternteile ihre Lebensziele so verwirklichen können, wie sie das für sich und ihre Familie für richtig halten. Es darf nicht darum gehen, entscheiden zu müssen, wer zugunsten des anderen Partners seine Ambitionen zurückstellt, sondern vielmehr darum, wie beide Partner ihre Ziele möglichst weitgehend verwirklichen. Gleichsam also eine "praktische Konkordanz" in der Partnerschaft. 

In diesen Zusammenhang gehört es im Übrigen auch, dass es den Eltern überlassen bleiben sollte, welches Betreuungsmodell sie für ihre Kinder und deren Wohlergehen für angemessen halten. Das hat von außen niemand zu bewerten. Wenn Eltern ihr Kind nach 8 Wochen fremdbetreuen lassen wollen, ist das genau so zu respektieren, wie eine 8-jährige Eigenbetreuung durch die Eltern. Von daher sollte es auch niemanden beruflich zum Nachteil gereichen, wenn er oder sie sich für eine längere Auszeit und Familienphase entscheidet. Es bedeutet weder Wahlfreiheit noch hat es irgendetwas mit Gleichberechtigung zu tun, wenn Frauen unmittelbar nach dem Mutterschutz wieder anfangen müssen zu arbeiten, wenn sie ihre Karriere nicht gefährden wollen. 

Das Ziel einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist es vielmehr sicherzustellen, dass nicht ein Lebensbereich dem anderen geopfert werden muss.


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BeitragVerfasst: Mittwoch 8. Februar 2017, 13:06 
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Levi hat geschrieben:
Syd26 hat geschrieben:
thryller hat geschrieben:
Lustig sind auch die GK-Partnerinnen, die bei Bewerberinnen vorgeschickt werden, um im Vorstellungsgespräch feierlich zu verkünden, dass Familienvereinbarkeit kein bloßes Lippenbekenntnis sei. Voller stolz wird dann erzählt, dass das eigene Kind der Karriere keinen Abbruch getan habe. Man sei ja nur ein halbes Jahr raus gewesen. Was freilich impliziert, dass das Kind im erstbesten Moment zur Fremderziehung abgeschoben wurde. Und dann wundern, wenn das erste "Mama" der Tagesmutter gilt.


Das passt jetzt auch wieder nicht.

Entweder man will, dass Frauen/Mütter ihre Pflichten in der GK erfüllen oder eben nicht. Dann darf man bei ersterem aber nicht sagen, dass sie ihre Kinder abschiebt.

Mein Kind ging übrigens zur Tagesmutter als es 8 Wochen alt war. Der Zwerg weiß durchaus, wer seine Mutter ist, auch wenn er die TaMu manchmal Mama so nennt. Aussage der TaMu: Diese Phase haben alle mal. ;)

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Wenn man nur in "Alles oder Nichts"-Kategorien denkt, ist das zwangsläufig die Konsequenz. 

Daher plädiere ich ja auch für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf - und damit für mehr Wahlfreiheit für Frauen und Männern. Es ist für mich keine "Lösung", dass Frauen einfach das traditionelle Erwerbsmodell der Männer übernehmen und umgekehrt. Gleichberechtigung bedeutet für mich vielmehr, dass beide Elternteile ihre Lebensziele so verwirklichen können, wie sie das für sich und ihre Familie für richtig halten. Es darf nicht darum gehen, entscheiden zu müssen, wer zugunsten des anderen Partners seine Ambitionen zurückstellt, sondern vielmehr darum, wie beide Partner ihre Ziele möglichst weitgehend verwirklichen. Gleichsam also eine "praktische Konkordanz" in der Partnerschaft. 



So richtig das in der Theorie auch ist, so wenig wird das praktisch funktionieren.

Lebensziele verwirklichen zu können ist ja schön und gut. Aber ob das funktioniert, entscheiden nun mal nicht allein die Eltern, sondern auch die faktischen Gegebenheiten der Berufswahl. Wenn es das Geschäftsmodell einer ganzen Branche ist, dass die Leute 16 Stunden erreichbar sind (und damit verdienen die GKs nunmal das viele Geld), darf ich mich nicht wundern, dass ich nicht nach acht Stunden gehen oder dort nichts werden kann.

Wenn alle Olympiateilnehmer zwei Mal am Tag trainieren und ich nur zwei Mal in der Woche, brauche ich mich auch nicht wundern, dass ich nicht gewinne. Das ist in anderen Berufen auch nicht anders.


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BeitragVerfasst: Mittwoch 8. Februar 2017, 13:10 
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Und du meinst eine Anwältin wäre nach 3, 5 oder 8 Jahren Elternzeit noch genauso qualifiziert? Das sind doch Träumereien.

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BeitragVerfasst: Mittwoch 8. Februar 2017, 13:11 
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Levi hat geschrieben:
Das Ziel einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist es vielmehr sicherzustellen, dass nicht ein Lebensbereich dem anderen geopfert werden muss.


=D> =D> =D>

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