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 Betreff des Beitrags: Klimawandel - Ja oder nein?
BeitragVerfasst: Donnerstag 1. Juni 2017, 22:52 
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Registriert: Dienstag 9. Mai 2006, 23:09
Beiträge: 5380
Trump hat heute den Rückzug der USA aus dem Pariser Klimaabkommen angekündigt.

Grund genug - erstmals hier - zu fragen: Ist das richtig, weil an der Theorie vom Klimawandel nichts dran ist oder ist es falsch, weil es einen Klimawandel gibt?

Es wurde immer schon, besonders von den Grünen, rumgejammert: Saurer Regen, Ozonloch, usw.. Gab es alles irgendwie, hat dann aber doch niemanden gestört. Der prophezeite Weltuntergang blieb aus.

Nun also der Klimawandel. :-s
Lesch, der ja auch bei den Grünen redet, sagt, der Klimawandel sei wissenschaftlich gesichert:

https://youtu.be/0r39TopOe4I?t=200

Aber er erklärt ja auch, das Klima sei das "über 30 Jahre gemittelte Wetter". Und dann noch auf der ganzen Welt.
Meteorologen können nicht mal zuverlässig das Wetter von morgen in einem 30-Kilometer-Radius vorhersagen. Aber sie behaupten, vorhersagen zu können, wie das "über 30 Jahre gemittelte Wetter" auf der ganzen Welt in einigen Jahrzehnten sein wird.
Das erscheint wenig glaubhaft. Auch Lesch scheint mir da viel zu sicher und selbstgewiß. Etwas weniger Machbarkeitswahn ("Wir können das alles vorhersagen") und etwas mehr Sokrates ("Ich weiß, daß ich nichts weiß") erschienen mir angebracht.

Vor allem hat die Forderung nach globaler Verhinderung des angeblichen Klimawandels enorme finanzielle Konsequenzen. Die gesamte Energiewirtschaft muß weltweit umgekrempelt werden. Weite Landstriche müssen mit Windspargeln zubetoniert werden, nicht zuletzt mit erheblichen Konsequenzen für die Tiere, die von den Rotoren verwirrt werden. Vom Lärm mal ganz abgesehen.
In meiner Lokalzeitung stand mal, aufgrund des Klimawandels müßten Neubauten in meiner Stadt gegenwärtig und künftig auf Pfählen errichtet werden, also so wie sonst nur direkt am Meer. Das macht aber niemand. Neue Häuser werden ganz normal gebaut. Offenbar glaubt, wenn es hart auf hart kommt, doch niemand an den Klimawandel. Wahrscheinlich ist das auch gut so.

Hat jemand wirklich eindeutige und überzeugende Argumente, für die Existenz des Klimawandels in dem behauptetem Umfang?
Die Presse schreibt, Trumps Ausstieg aus dem Klimaabkommen (aufgrund dessen die Amerikaner allein 500 Mio. Dollar jedes Jahr in einen Fonds einzahlen, damit auch die armen Entwicklungsländer dabei mitmachen können) sei ein "radikaler Schritt". Aber wäre es nicht eher ein radikaler Schritt, das Land mit Windrotoren zuzupflastern und Billionenbeträge auf etwas zu verpulvern, von dem sich vielleicht am Ende herausstellt, daß es das ebensowenig gibt wie den Weihnachtsmann?

Ich bitte um sachliche und überzeugende Gegenargumente.


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 Betreff des Beitrags: Re: Klimawandel - Ja oder nein?
BeitragVerfasst: Donnerstag 1. Juni 2017, 23:01 
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Wohnort: Schweiz
Der Klimawandel ist Fakt. In der Schweiz gibt es deshalb Probleme in der Wintertouristik. Die Gletscher schmelzen ab, was natürlich Folgen hat. Es wurde viel zu nah an die Berge gebaut, all die vielen Ferienwohnungen. Deshalb kam es zur Abstimmung, um dies einzuschränken, was auch durchkam. Die letzte Abstimmung hat zur Abwahl der Atomkraftwerke geführt. Die Schweiz setzt nun immer mehr auf Erneuerbare Energie. Das wird auch von den ehemaligen Gegnern getragen, weil der Klimawandel längst seine unschönen Schattenseiten gezeigt hat in der Schweiz. Wer solche Fakten auch jetzt noch wegdiskutiert, lebt nicht auf der Erde.

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LG Candor


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 Betreff des Beitrags: Re: Klimawandel - Ja oder nein?
BeitragVerfasst: Donnerstag 1. Juni 2017, 23:38 
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Candor hat geschrieben:
Der Klimawandel ist Fakt. In der Schweiz gibt es deshalb Probleme in der Wintertouristik. Die Gletscher schmelzen ab, was natürlich Folgen hat. Es wurde viel zu nah an die Berge gebaut, all die vielen Ferienwohnungen. Deshalb kam es zur Abstimmung, um dies einzuschränken, was auch durchkam. Die letzte Abstimmung hat zur Abwahl der Atomkraftwerke geführt. Die Schweiz setzt nun immer mehr auf Erneuerbare Energie. Das wird auch von den ehemaligen Gegnern getragen, weil der Klimawandel längst seine unschönen Schattenseiten gezeigt hat in der Schweiz.

Es mag ja sein, daß es in der Schweiz wärmer geworden ist. Aber wie gesagt, ist Wetter nicht gleich Klima (das über 30 Jahre gemittelte Wetter). Daß es irgendwo wärmer wird, ist daher kein Beweis für den Klimawandel.
Und selbst wenn ein Klimawandel festgestellt würde, müßte erst ausgeschlossen werden, daß dieser auf die Intensität der Strahlung der Sonne zurückzuführen wäre.
Wie man weiß, gab es auch ohne den Menschen auf der Erde Eiszeiten und wärmere Zeiten. Eben wegen Wechseln in der Intensität der Strahlung der Sonne.
Wenn die Sonne stärker strahlt, könnten wir noch so viele erneuerbare Energieformen einsetzen, es würde nichts nützen. Die negativen Folgen eines sonnenbedingten Klimawandels kämen dann so oder so.


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 Betreff des Beitrags: Re: Klimawandel - Ja oder nein?
BeitragVerfasst: Freitag 2. Juni 2017, 00:08 
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"Ich sage nicht, dass man sich hier zu siezen hätte oder ähnlichen Quatsch. Bei einem Forum von Juristen für Juristen ist meine Erwartungshaltung aber trotzdem nochmal eine andere als bei der Kneipe um die Ecke." OJ1988


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 Betreff des Beitrags: Re: Klimawandel - Ja oder nein?
BeitragVerfasst: Freitag 2. Juni 2017, 00:29 
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Beiträge: 5380
Jetzt kann ich präzisieren, was mir an der Story verdächtig vorkommt:
Mal angenommen, das stimmt alles, was Mainstream-Politiker und -experten sagen.
Wir haben also einen globalen Wandel des Klimas, der durch die menschliche Energieerzeugung und Wirtschaftsweise verusacht wird

(was natürlich rein zufällig eine wunderbare Kritik am Kapitalismus darstellt, und ähnlich wie die Kommunisten genau wußten, wohin sich die Geschichte entwickeln wird (nämlich nach einer großen, internationalen Umwälzung zu einem neuen, paradisartigen Wirtschaftssystem), so wissen diese Forscher auch genau, wohin sich in 100 Jahren das Klima entwickeln wird (und wie wir nach einer großen, internationalen Umwälzung zu einer neuen, paradisartigen, rein ökologischen Energiewirtschaft kommen)).

Also mal angenommen, das stimmt alles. Dann sind doch die Fragen:
- Wann genau treffen uns die Folgen?
- Wenn wir genau so weitermachen wie bisher, in welchem Jahr sind dann Niedersachsen und Schleswig-Holstein, London und die Niederlande genau unter Wasser?
- Und wie können wir das verhindern?
- Und dann: Wenn das gemacht wird, was in den Klimaabkommen, z.B. in dem von Paris, beschlossen wurde, bleiben dann auch 100%ig sicher die beschriebenen Folgen aus? Hat die Verwaltung hier ein geeignetes Mittel ergriffen?

So wie ich Merkel kenne, wurde nur ein Symbol beschlossen, das aber gar keine Wirkung hat. Man kann sagen, man hat was getan, aber das Problem (wenn es denn eines gibt), wird nicht gelöst.

Insofern: Die Sache stinkt.
Und ob es schlimm ist, daß die USA nun aus dem Pariser Abkommen ausscheiden (oder ob das sowieso egal ist, weil der Klimawandel mit oder ohne Abkommen sowieso einschlägt), läßt sich überhaupt nicht sagen. Tagesschau und "heute" können mal bitte mit dem Gejammer aufhören. Danke.


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 Betreff des Beitrags: Re: Klimawandel - Ja oder nein?
BeitragVerfasst: Freitag 2. Juni 2017, 04:38 
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Beiträge: 392
Welche Nachweise hast du denn, die dich an der überwiegend herrschenden Meinung der Experten zweifeln lassen? Dein Bauchgefühl oder die Ablehnung der Gegenmaßnahmen?

Übrigens ist die Marsch und weite Teile der Niederlande bereits unter dem Meeresspiegel, weshalb es ja die Deiche überhaupt gibt. Das hat aber nichts mit dem Klimawandel zu tun, ebenso wie die meisten Windräder eher mit dem Ausstieg aus der Atomkraft zusammenhängen, welcher ja auch nicht aufgrund des Klimawandels erfolgt. Und was spricht dagegen, den Wind gerade in SH nutzen zu wollen? Dein Gefühl für Ästhetik? So schön ist das platte Land dann auch nicht, zumal da schon immer auch die oberirdischen Leitungen das Gesamtbild prägten.


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 Betreff des Beitrags: Re: Klimawandel - Ja oder nein?
BeitragVerfasst: Freitag 2. Juni 2017, 07:11 
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hlubenow hat geschrieben:
Candor hat geschrieben:
Der Klimawandel ist Fakt. In der Schweiz gibt es deshalb Probleme in der Wintertouristik. Die Gletscher schmelzen ab, was natürlich Folgen hat. Es wurde viel zu nah an die Berge gebaut, all die vielen Ferienwohnungen. Deshalb kam es zur Abstimmung, um dies einzuschränken, was auch durchkam. Die letzte Abstimmung hat zur Abwahl der Atomkraftwerke geführt. Die Schweiz setzt nun immer mehr auf Erneuerbare Energie. Das wird auch von den ehemaligen Gegnern getragen, weil der Klimawandel längst seine unschönen Schattenseiten gezeigt hat in der Schweiz.

Es mag ja sein, daß es in der Schweiz wärmer geworden ist. Aber wie gesagt, ist Wetter nicht gleich Klima (das über 30 Jahre gemittelte Wetter). Daß es irgendwo wärmer wird, ist daher kein Beweis für den Klimawandel.
Und selbst wenn ein Klimawandel festgestellt würde, müßte erst ausgeschlossen werden, daß dieser auf die Intensität der Strahlung der Sonne zurückzuführen wäre.
Wie man weiß, gab es auch ohne den Menschen auf der Erde Eiszeiten und wärmere Zeiten. Eben wegen Wechseln in der Intensität der Strahlung der Sonne.
Wenn die Sonne stärker strahlt, könnten wir noch so viele erneuerbare Energieformen einsetzen, es würde nichts nützen. Die negativen Folgen eines sonnenbedingten Klimawandels kämen dann so oder so.



Das klingt nach Verschwörungstheorie, obwohl doch gerade die Wissenschaftler seit Jahren vergeblich warnten. Der Klimawandel zeigt sich auch in einer Beschädigung der Biodiversität. Wenn die Schweiz wärmer wird und die Gletscher abschmelzen wie übrigens auch am Nordpol, hat das was zu bedeuten. Wenn das so weitergeht, werden auf einmal invasive Tierarten aus Südeuropa in der Schweiz überleben und ebenso in Deutschland, was große Schäden anrichten wird in den Wäldern. Schon jetzt haben importierte invasive Insektenarten in Südeuropa großen Schaden herbeigeführt. Das lässt sich auch nicht mehr umkehren. Zum Glück haben das auch einige (angehende) Juristen begriffen, ich kenne immer mehr, welche Umweltjuristen werden.

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LG Candor


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 Betreff des Beitrags: Re: Klimawandel - Ja oder nein?
BeitragVerfasst: Freitag 2. Juni 2017, 08:13 
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Beiträge: 368
Abgesehen von den wissenschaftlichen Fakten und dem diesbezüglichen Konsens ist der wichtigste Grund für mich, den menschengemachten Klimawandel als solchen zu akzeptieren, die Tatsache, dass die Hauptgegner dieser Betrachtungsweise als "Hauptverschmutzer" in höchstem Maße von ihrer "alternativen Theorie" profitieren.

MaW: eine MM, die fast ausschließlich von der Öl-, Gas- und Kohlewirtschaft sowie der sonstigen Industrie präsentiert wird, ist wenig glaubwürdig.


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 Betreff des Beitrags: Re: Klimawandel - Ja oder nein?
BeitragVerfasst: Freitag 2. Juni 2017, 08:14 
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Beiträge: 8800
Das ganze ist doch einfach davon abhängig, wie man den Begriff "Klima" definiert.

Der Weltklimarat geht ja von der 30-Jahres-Mittlung aus und natürlich ist dann eine Klimaveränderung zu sehen, wenn wir die letzten 30 Jahre vergleichen mit bspw. dem 30-Jahres-Mittel von 1930-1960.

Die Gegenthese ist ja die Altbekannte "gab-es-schon-immer-These", die eben auf Eiszeiten, Hitzewellen etc abstellt, die man aus der Erde an sich ablesen kann. Insbesondere wird dann eingewandt, dass es damals ja noch gar keine Menschen gab (oder nur sehr wenige) und die Klimaänderung also nicht menschengemacht ist. Dann stellt man aber nicht auf ein 30-Jahres-Mittel ab, sondern auf ein 10.000 Jahre bis 10 Mio. Jahres-Mittel.

Die 30-Jahres-Betrachtung dient aber gerade dazu festzustellen, ob die aktuellen menschlichen Einflüsse (Kohleverstromung, Autoentwicklung) zu einem "Wandel" führen. Dafür kann man weder auf 2-Jahres-Mittel noch auf ein 10.000 Jahres (bzw. noch länger) Mittel zurückgreifen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Klimawandel - Ja oder nein?
BeitragVerfasst: Freitag 2. Juni 2017, 09:46 
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Beiträge: 342
Ohje... ](*,)

Wenn du eine ernsthafte Diskussion dazu anstoßen möchtest (finde ich ja durchaus lobenswert), dann musst du dich entweder (i) vorher vernünftig informieren, um argumentieren zu können oder (ii) offen zugeben, dass du dich in dem Thema schlicht nicht auskennst aber mal in die Runde fragen möchtest, wie denn die Faktenlage in diesem Zusammenhang so ist. Beides wäre nicht zu beanstanden. Du tust das aber nicht, sondern berufst dich auf ein diffuses Bauchgefühl:
hlubenow hat geschrieben:
"was mir an der Story verdächtig vorkommt"; "So wie ich Merkel kenne"; "Die Sache stinkt"; "Mainstream-Politiker und -experten"; "Tagesschau und "heute" können mal bitte mit dem Gejammer aufhören"
Pegida-Bibel, wie? Dein Bauchgefühl scheint auf einem generellen Misstrauen gegenüber jeglicher Veränderung und allem, was du nicht verstehst, zu stammen. Auf der Basis ist es schwierig zu argumentieren. Denn rationalen Argumenten zu dem Thema hast du dich offenbar bislang verschlossen und es auch nicht für erforderlich gehalten, dich auch nur ein bisschen zu informieren. Die Krone setzt du dem natürlich mit deinen fundierten Ausführungen zur Vergleichbarkeit der Klimaforschung mit Kommunisten auf (WTF!?). Ich verbuche jetzt mal zu deinen Gunsten, dass du entweder nur provozieren möchtest, um der Diskussion Feuer zu geben oder aus Spaß an der Freude trollst. Ersteres macht allerdings nur Sinn, wenn du mit Argumenten provozierst, nicht mit Bauchgefühl.

Was bezweifelst du denn eigentlich? Du scheinst dir da selbst nicht ganz sicher zu sein. Dass es einen Klimawandel gibt oder dass er Mensch-gemacht ist? Oder bezweifelst du beides nicht, sondern nur, dass die Folgen eine ernsthafte Bedrohung darstellen? Oder bezweifelst du pauschal einfach mal alles?

Keiner der hier Anwesenden ist ernstzunehmender Wissenschaftler, andernfalls wären wir nicht in diesem Forum. Deshalb macht es auch nur bedingt Sinn, nun wissenschaftliche Formeln und Studien auseinander zu nehmen oder zu zitieren und über diese Details zu sprechen. Das versteht dann weder der Zitierende noch der Belehrte richtig und Konsens lässt sich so nur schwer finden. Das heißt, wir müssen uns auf einer Überflugsebene treffen, die wir Laien verstehen und nachvollziehen können. Das bedeutet aber zugleich auch, dass wir ein gewisses Vertrauen in die Meinungen, Studien und Erkenntnisse derjenigen haben müssen, die im Gegensatz zu uns Laien etwas von der Thematik verstehen - nämlich Wissenschaftler, konkret Klimaforscher, deren Beruf es ist, sich damit auseinanderzusetzen und die genau hierfür ausgebildet wurden. Wenn wir diese Erkenntnisse anzweifeln wollen, können wir das nur ernsthaft tun, indem wir uns selbst entsprechend qualifizieren und eigene Forschungen anstellen. Einem Klimaforscher, der durch Messungen und wissenschaftliches Vorgehen konkrete Beweise für den Mensch-gemachten Klimawandel anführt ein Bauchgefühl entgegen zu halten ("Die Sache stinkt! Ich schwitze doch gar nicht und mein Vorgarten steht auch nicht unter Wasser!"), ist - gelinde gesagt - nicht sehr überzeugend.

Vor diesem Hintergrund dürfte eine ernsthafte Diskussion allein schon deshalb sofort beendet sein, wenn man betrachtet, welcher Prozentsatz der Wissenschaft jeglichen Zweifel am Mensch-gemachten Klimawandel ausschließt (97%!!!). Eine derartig überwältigendes Maß an wissenschaftlichem Konsens gibt es sonst auf nahezu keinem Gebiet. Selbst die Evolutionstheorie wird von mehr Wissenschaftlern angezweifelt als der menschgemachte Klimawandel und dessen massive Bedrohung für die Menschheit und die Erde. Hinzu kommt, dass es sich bei dem 3% der Wissenschaftler, die entweder die Verursachung durch den Menschen oder den Klimawandel insgesamt anzweifeln, keineswegs um renommierte Klimaforscher handelt (anders als bei den 97%), sondern entweder um fachfremde Wissenschaftler oder nachweisbar von der Kohle-/Gas-/Öl-Industrie geförderte Studien. So sind beispielsweise die prominentesten Klimaskeptiker Wirtschaftswissenschaftler (z.B. Scafetta), Astrophysiker (z.B. Shaviv) oder Geochemiker (z.B. Veizer). Kaum einer von ihnen ist tatsächlich Atmosphären- oder Klimaforscher. Die Mehrheitsverhältnisse sind also kein Ergebnis eines Herdentriebs oder einer Weltverschwörung der Klimatologen. Ganz im Gegenteil: Während der weit überwiegende Teil der Forschungsgelder, die hinter Klimawandel-skeptischen Studien stecken, aus der Kohle-/Gas-/Öl-Industrie stammt, speisen sich die übrigen 97% in erster Linie aus öffentlichen und nicht-zweckgebundenen Geldern und sind damit auch nicht von einer bestimmten Ideologie abhängig. Dass es dann ausgerechnet die Skeptiker-Arbeiten sind, die vom überwältigenden Konsens abweichen, müsste doch gerade Verschwörungstheoretiker wie dich misstrauisch machen?

Ich frage mich auch ganz massiv nach dem "Warum"? Welche Motivation sollte die überwältigende Mehrheit der Wissenschaft, der Weltbevölkerung, der Politik und der Medien haben, den Mensch-gemachten Klimawandel zu erfinden? Wenn es diesen nicht gäbe oder die Folgen harmlos wären: Was hätten wir denn durch diese globale Verschwörung zu gewinnen? Demgegenüber hat die Kohle-/Gas-/Öl-Industrie durch Studien, die den Klimawandel bezweifeln oder verneinen, ganz erhebliches zu gewinnen. Auch hier der Appell an deinen gesunden Menschenverstand: Welcher der beiden Studien traust du vor diesem Hintergrund mehr? Der durch die Koch-Brothers finanzierten Studie, die zufällig Ergebnisse liefert, die für die Auftraggeber günstig sind oder der unabhängigen Studie?

Hinsichtlich deiner Theorie, dass es auch früher schon Temperaturänderungen gegeben hat (als es noch keine Industrie gab): Natürliche rasche Temperaturänderungen von 4 bis 5 Grad haben sich im Laufe von 10.000 Jahren vollzogen. Heute aber geht es um eine Erwärmung von 2 bis 3 Grad innerhalb von 100 Jahren!!

Du führst nicht den Hauch eines Belegs dafür an, dass die 97% falsch liegen. Es bleibt beim Bauchgefühl. Dass du dieses dann auch noch damit "begründen" möchtest, dass ja nichts weiter Schlimmes eingetreten sei, lässt mir die Haare zu Berge stehen. Diese Wahrnehmung krankt ganz erheblich daran, dass Dürren und Überschwemmungen besonders arme Länder treffen, die eben weit genug weg sind, damit du die Auswirkungen nicht persönlich spürst und im TV im Zweifel den Kanal wechseln kannst. Diese Länder sind nicht nur die größten Opfer der Zunahme von Naturkatastrophen (jedenfalls in ihrer Intensität), diese treffen sie auch besonders hart, da deren Wirtschaft stark von der Landwirtschaft abhängt. Tote gibt es bei uns im reichen Westen noch wenige - wenn man mal von der Zunahme an Naturkatastrophen ausgerechnet in den USA absieht. Den deutlich ansteigenden Temparaturen in Deutschland (oder bezweifelst du die "Rekordtemperaturen" der letzten Jahre auch?) begegnen wir mit Klimaanlagen oder genießen sie sogar. Dürren wirken sich in Deutschland bislang moderat bis gar nicht aus. Potentielle Sturmkatastrophen werden meist durch die geologische Lage Deutschlands verhindert. Deutschland ist aber nicht die Welt (a.A.: Pegida). Klimawandel ist ein globales Problem, das sich zudem besonders stark in Äquator- und Tropenregionen auswirkt. Es geht nicht in erster Linie darum, wie sehr es uns Deutsche trifft, sondern wie sehr es die gesamte Erde trifft. Abgesehen davon leidet auch unsere deutsche Landwirtschaft unter historisch niedrigen Grundwasserständen, weil es im Winter nicht mehr schneit und es durch die Klimaerwärmung auch in unseren Kreisen nicht nur heißer, sondern auch trockener wird. Und wenn du die gesundheitlichen Auswirkungen von Abgasen bezweifelst, darfst du gerne mal ein paar Wochen - besonders an klaren Wintertagen - in Stuttgart am Neckartor entlang spazieren und die weit über die Grenzwerte hinausgehenden Stickoxide (Feinstaub) tief einatmen. Empfehlenswert ist insofern auch eine Metropole in China oder Los Angeles, quasi als Klimaskeptiker-Tourismus.

Die Fragen, die du stellst (wie können wir das verhindern, wann treffen uns Folgen usw.) kannst du leicht selbst beantworten, wenn du dir nur ein klitzekleines Bisschen Mühe gibst und dich ernsthaft und ergebnisoffen informierst. Die weltweiten Folgen kannst du täglich in den Nachrichten sehen (Dürren und daraus resultierende Hungersnöte und Migration, Überschwemmungen, Polkappenschmelze, Übersäuerung der Meere, Korallensterben, ...). Die Details hierzu kannst du unzähligen Artikeln entnehmen, die die wissenschaftlichen Erkenntnisse auch für uns Laien verständlich aufarbeiten. Einfach mal googeln! Aber lass mich raten: Das ist doch ohnehin alles nur Lügenpresse, richtig?

Abschließend noch ein Hinweis zu deiner großen Sorge um unsere Umwelt und Natur durch "Zupflastern" mit Windrädern: Das ist mit Abstand das absurdeste aller Klimaskeptiker-Argumente und eine reine Nebelkerze. Hier ist euch Umwelt und Natur plötzlich wichtig ("der arme Vogel, der durch die Rotoren verwirrt werden könnte!!"). Im Ernst jetzt!? Hast du schon mal ein Braunkohleabbaugebiet gesehen? Oder genießt du den Ausblick auf Atomkraftwerke und Kohlekraftwerke? Oder auf rauchende Industrie? Fühlt sich dein Vogel in der Nähe eines Ölsandfeldes wohl? Willst du mir allen Ernstes erzählen, dass du Windräder für weniger ästhetisch oder gefährlicher für die Natur hältst als den Abbau fossiler Brennstoffe? Der Unterschied dürfte nur darin liegen, dass du Windkrafträder eben auch zuhause sehen kannst, während du vermutlich nicht neben ein Braunkohleabbaugebiet ziehen würdest.

Ein letzter Satz zu den wirtschaftlichen Auswirkungen: Bereits jetzt gibt es weit mehr Arbeitsplätze im Sektor erneuerbare Energien als in der fossilen Brennstoffförderung. Die Welt ändert sich und unsere Energiegewinnung wird umgestellt. Wer heute in einem der wunderschönen Kraftwerke oder im Abbaugebiet arbeitet, arbeitet eben morgen in einem Solar- oder Windkraftpark. Wer heute einen Verbrennungsmotor zusammenbaut, baut morgen eben Batterien. Wo ist hier der wirtschaftliche Schaden? Selbst wenn du davon ausgehst, dass der Klimawandel ein Mythos ist: Was hättest du zu verlieren, wenn die Welt auf erneuerbare Energien, Elektrofahrzeuge und saubere Luft umsteigt? Wo liegt der persönliche Nachteil für dich, mich, den Donald oder sonst irgendwen auf dieser Erde? Was hast du zu verlieren, wenn wir umsteigen?


Zuletzt geändert von Solar am Freitag 2. Juni 2017, 10:23, insgesamt 2-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Klimawandel - Ja oder nein?
BeitragVerfasst: Freitag 2. Juni 2017, 10:11 
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 Betreff des Beitrags: Re: Klimawandel - Ja oder nein?
BeitragVerfasst: Freitag 2. Juni 2017, 10:23 
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Solar, lass uns heiraten. :D

Also besser lässt es sich nicht ausdrücken. Danke für Deine Mühe! 1000 Points.

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 Betreff des Beitrags: Re: Klimawandel - Ja oder nein?
BeitragVerfasst: Freitag 2. Juni 2017, 11:15 
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hlubenow hat geschrieben:
Es wurde immer schon, besonders von den Grünen, rumgejammert: Saurer Regen, Ozonloch, usw.. Gab es alles irgendwie, hat dann aber doch niemanden gestört. Der prophezeite Weltuntergang blieb aus.


Ozonloch und saurer Regen haben massive Probleme verursacht und zu einem Umdenken bei technischen Prozessen geführt (Ersetzung von FCKW durch andere Stoffe, verbesserte Filter bei Industrieabgasen etc.). Auf diese Weise konnten die entstandenen Probleme (teilweise) beseitigt werden. Ich sehe darin eher ein Argument für das Engagement gegen den Klimawandel.


hlubenow hat geschrieben:
Meteorologen können nicht mal zuverlässig das Wetter von morgen in einem 30-Kilometer-Radius vorhersagen. Aber sie behaupten, vorhersagen zu können, wie das "über 30 Jahre gemittelte Wetter" auf der ganzen Welt in einigen Jahrzehnten sein wird.
Das erscheint wenig glaubhaft.


Ich kann Dir auch nicht sagen, welches Wetter wir nächste Woche haben, aber ich kann sagen dass wir mit hoher Wahrscheinlichkeit in 7 - 8 Monaten sehr viel kälteres Wetter mit Temperaturen um den Gefrierpunkt haben werden.

Die Behauptung, wer kurzfristige Ereignisse nicht vorhersehen kann, der kann zu langfristigen Entwicklungen erst recht nichts sagen ist ein Trugschluss.

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 Betreff des Beitrags: Re: Klimawandel - Ja oder nein?
BeitragVerfasst: Freitag 2. Juni 2017, 11:26 
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@ Solar: beeindruckend, danke für die Mühe! =D>
@ Mr_Black: :)
@ TE: Willst Du den thread zum Ausgangspunkt einer ganzen Serie machen? Nächste Folgen: "Evolution - Wahrheit oder Lüge?", "Die Mondlandung - Realität oder Schwindel?", "Ist die Erde doch eine Scheibe?",...


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 Betreff des Beitrags: Re: Klimawandel - Ja oder nein?
BeitragVerfasst: Freitag 2. Juni 2017, 11:28 
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hlubenow hat geschrieben:
Aber wäre es nicht eher ein radikaler Schritt, das Land mit Windrotoren zuzupflastern und Billionenbeträge auf etwas zu verpulvern, von dem sich vielleicht am Ende herausstellt, daß es das ebensowenig gibt wie den Weihnachtsmann?

Ich bitte um sachliche und überzeugende Gegenargumente.


Die Erzeugung von regenerativen Energien ist nicht nur zur Vermeidung von CO2 sinnvoll. Die bisherige industrielle Energieversorgung beruhte auf dem Ansatz irgendwas aus der Erde zu buddeln und zu verfeuern. Das führt auch nicht unbedingt zu sonderlich ästhetischen Landschaften:

Bild

Bild

Ich staune immer, wer plötzlich bei Windrädern seine Liebe zur Landschaftästhetik entdeckt, während alle anderen Bauwerke eines Industriestaates völlig unproblematisch hingenommen werden.

Bild

Darüber hinaus macht es uns abhängig von fremden Rohstoffen.

Der Anteil an regenerativem Strom in Deutschland lag 2016 schon bei 29 % (Bruttostromerzeugung).

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