Anzeige

 

Jurawelt-Forum

Das große Jura-Forum zur juristischen Diskussion

 

Es gibt hier keine Rechtsberatung und keine Hausarbeiten-Besprechungen!!

 

Anzeige
Aktuelle Zeit: Dienstag 21. November 2017, 00:57

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 8 Beiträge ] 
Autor Nachricht
BeitragVerfasst: Freitag 15. September 2017, 15:19 
Häufiger hier
Häufiger hier
Benutzeravatar

Registriert: Samstag 9. Januar 2016, 17:52
Beiträge: 116
(Ich habs auf die schnelle nicht gefunden, falls es also schon diskutiert wird, bin ich für einen Verweis dankbar.)

https://www.lto.de/recht/studium-refere ... ig-leicht/

Na Bremer hier? Den Kaufvertrag findet ihr in § 433 BGB :twevil

_________________
Stehe zu deinen Überzeugungen soweit und solange Logik oder Erfahrung dich nicht widerlegen. Denk daran: Wenn der Kaiser nackt aussieht ist der Kaiser auch nackt. Wahrheit und Lüge sind nicht Seiten der selben Medaille ... .
- Daria -


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
Anzeige
BeitragVerfasst: Freitag 15. September 2017, 16:26 
Mega Power User
Mega Power User
Benutzeravatar

Registriert: Sonntag 2. Januar 2011, 23:46
Beiträge: 2675
Die Studie legt nach dem Beitrag zu Grunde, dass sich die Noten von erstem und zweitem Examen regelmäßig nicht unterscheiden dürften, weil die Kandidaten ja dieselben seien und man deshalb die Rückschlüsse bei den Wechslern ziehen könne. Warum genau machen wir dann überhaupt noch ein zweites mit Noten?

_________________
»Natürlich ist das herablassend. Torquemada ist mir gegenüber herablassend, ich bin esprit gegenüber herablassend. So ist die Nahrungskette in diesem Forum nunmal.« - Swann


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: Freitag 15. September 2017, 16:52 
Super Mega Power User
Super Mega Power User
Benutzeravatar

Registriert: Donnerstag 11. Juni 2009, 17:48
Beiträge: 5114
Die Studie leidet an so viele Schwächen und Ungenauigkeiten, dass man sie mE auch hätte ganz sein lassen können.

Nehmen wir zum Beispiel Hamburg und Schleswig-Holstein.

Wer wechselt von außerhalb Hamburgs nach Hamburg fürs Referendariat? Leute die in der Regel 10+ Punkte im 1. Examen haben. Diese können sich doch gar nicht mehr viel verbessern? Da geht es eigentlich doch nur noch um "Notehalten" oder "Abbauen". Wenn einer von 10 auf 8 Punkte fällt, dann müsste wer anders von 10 auf 12 sich steigern, um den Schnitt zu halten... Wenn gar wer von 10 auf 4 Punkte fällt, müsste wer anders 16 Punkte holen.

Wer wechselt von außerhalb nach Schleswig-Holstein? Diejenigen, die in Hamburg keinen Platz bekommen haben, weil sie ein Examen <8 Punkte haben. Die können sich ja (da Durchfaller rausgerechnet sind) sowieso nur um maximal 4 Punkte verschlechtern. Das heißt wenn jemand von 8 auf 13 Punkte sich steigert, hat er schon die Statistik so verändert, dass ein einzelner anderer 8 Punkte Kandidat das gar nicht mehr ausgleichen kann.

Und das Verrückteste an der ganzen Sache? Die aus Hamburg und Schleswig-Holstein schreiben (mit den Bremern) das exakt gleiche Examen. Sowohl die Klausurenkorrektur als auch die mündlichen Prüfungen sind durchmischt aus Kandidaten. Eigentlich müssten die Incoming-Zahlen für die drei Bundesländer identisch sein.

In der Studie behandeln sie diese Feld mit "Naja die Werte für Hamburg, SH und Bremen sind zwar nicht wirklich erklärbar, aber für alle anderen Bundesländer schon!". Keine Ahnung, ob man das Ernst nehmen sollte.

_________________
Die von der Klägerin vertretene Auffassung, die Beeinträchtigung des Wohngebrauchs sei durch das Zumauern der Fenster nur unwesentlich beeinträchtigt, ist so unverständlich, dass es nicht weiter kommentiert werden soll. - AG Tiergarten 606 C 598/11


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: Freitag 15. September 2017, 19:13 
Super Mega Power User
Super Mega Power User

Registriert: Freitag 6. April 2007, 19:12
Beiträge: 4160
Wohnort: NRW
Zitat:
Kähler erklärt im Gespräch mit LTO dazu: "Diese Wechselgruppe ist deshalb interessant, weil sich ihre juristische Qualifikation durch den Ortswechsel wohl kaum verschlechtern dürfte." Die Kernthese der Studie laute deshalb: "Schneiden die Kandidaten der Wechselgruppe in der zweiten Prüfung in einem bestimmten Bundesland trotz gleicher Ausgangsnote anders ab als ihre Kommilitonen, die dort bereits ihre erste Prüfung abgelegt haben, deutet das auf Unterschiede in der Notenvergabe in der ersten juristischen Prüfung hin."

An dem Punkt kann man die Studie eigentlich schon komplett in die Tonne kloppen, weil diese Ausgangsprämisse schlicht falsch ist.

Es gibt so viele Gründe, warum jemand im 2. Examen eine andere Note erreicht als im 1. Examen - anzunehmen, eine deutliche Veränderung der Note könne nur auf unterschiedliche Anforderungen des Bundeslandes beruhen, wird der Komplexität der möglichen Gründe einfach nicht gerecht.

Ich selbst habe im 2. Examen zum Beispiel 3,4 Punkte mehr als im 1. Examen, was ja doch ein ganz deutlicher Unterschied ist - und, oh Wunder, beides im selben Bundesland. Es muss also doch noch andere Erklärungen für abweichende Ergebnisse geben - Überraschung!

Bei mir wohl ganz einfach die, dass die Anforderungen des 2. Examens meinen Stärken wesentlich mehr entgegenkamen als die des 1. Examens - es sind einfach verschiedene Klausurtypen, die sich nicht ganz unwesentlich unterscheiden, das wird wahrscheinlich bei recht vielen Leuten der Grund für Abweichungen nach oben oder nach unten sein. Und so simple Dinge wie "Wie war meine Tagesform?", "Hatte ich Glück oder Pech mit den Klausurthemen?" oder "Habe ich überhaupt für beide Examen gleich viel gelernt?" sind ja nur ein paar Beispiele weiterer möglicher Erklärungen für abweichende Ergebnisse.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: Freitag 15. September 2017, 19:19 
Super Mega Power User
Super Mega Power User

Registriert: Freitag 9. August 2013, 12:32
Beiträge: 3851
Mal ganz im Ernst: Wer von euch hat die Studie eigentlich gelesen?

_________________
"Honey, I forgot to duck."


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: Freitag 15. September 2017, 19:35 
Super Power User
Super Power User

Registriert: Samstag 31. Januar 2009, 13:38
Beiträge: 958
Eagnai hat geschrieben:
Zitat:
Kähler erklärt im Gespräch mit LTO dazu: "Diese Wechselgruppe ist deshalb interessant, weil sich ihre juristische Qualifikation durch den Ortswechsel wohl kaum verschlechtern dürfte." Die Kernthese der Studie laute deshalb: "Schneiden die Kandidaten der Wechselgruppe in der zweiten Prüfung in einem bestimmten Bundesland trotz gleicher Ausgangsnote anders ab als ihre Kommilitonen, die dort bereits ihre erste Prüfung abgelegt haben, deutet das auf Unterschiede in der Notenvergabe in der ersten juristischen Prüfung hin."

An dem Punkt kann man die Studie eigentlich schon komplett in die Tonne kloppen, weil diese Ausgangsprämisse schlicht falsch ist.

Es gibt so viele Gründe, warum jemand im 2. Examen eine andere Note erreicht als im 1. Examen - anzunehmen, eine deutliche Veränderung der Note könne nur auf unterschiedliche Anforderungen des Bundeslandes beruhen, wird der Komplexität der möglichen Gründe einfach nicht gerecht.

Eine solche Annahme liegt der Studie auch nicht zugrunde. Es handelt sich um quantitative Forschung, die nicht den einzelnen Kandidaten in den Blick nimmt, sondern sich statistischer Verfahren bedient.

_________________
“Cats exit the room in a hurry when oysters are opened.“


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: Mittwoch 20. September 2017, 11:14 
Power User
Power User

Registriert: Montag 10. März 2014, 09:03
Beiträge: 525
Urs Blank hat geschrieben:
Eagnai hat geschrieben:
Zitat:
Kähler erklärt im Gespräch mit LTO dazu: "Diese Wechselgruppe ist deshalb interessant, weil sich ihre juristische Qualifikation durch den Ortswechsel wohl kaum verschlechtern dürfte." Die Kernthese der Studie laute deshalb: "Schneiden die Kandidaten der Wechselgruppe in der zweiten Prüfung in einem bestimmten Bundesland trotz gleicher Ausgangsnote anders ab als ihre Kommilitonen, die dort bereits ihre erste Prüfung abgelegt haben, deutet das auf Unterschiede in der Notenvergabe in der ersten juristischen Prüfung hin."

An dem Punkt kann man die Studie eigentlich schon komplett in die Tonne kloppen, weil diese Ausgangsprämisse schlicht falsch ist.

Es gibt so viele Gründe, warum jemand im 2. Examen eine andere Note erreicht als im 1. Examen - anzunehmen, eine deutliche Veränderung der Note könne nur auf unterschiedliche Anforderungen des Bundeslandes beruhen, wird der Komplexität der möglichen Gründe einfach nicht gerecht.

Eine solche Annahme liegt der Studie auch nicht zugrunde.

Dünnes Eis. Aus der Studie:
Studie hat geschrieben:
Jedoch gibt es eine Vielzahl von Kandidaten, die sich der ersten und der zweiten juristischen Staatsprüfung in jeweils unterschiedlichen Ländern stellen. Ihr Abschneiden ist von besonderem Interesse, da sich durch den Wechsel des Bundeslandes die juristische Qualifikation nicht verschlechtern dürfte. Schneiden sie in der zweiten Prüfung anders ab als etwa die Kommilitonen, die im Bundesland verbleiben, deutet das auf Unterschiede in der Notenvergabe der zweiten Prüfung hin. Verbessern sich die Kandidaten eines Landes in der zweiten Prüfung deutlich, wenn sie das Bundesland verlassen, während sich ihre Note bei einem Verbleib in diesem Land nicht ändert, ist dies ein Indiz dafür, dass die zweite Staatsprüfung dort schwieriger ist als in den übrigen Ländern. [...] Für die in der zweiten Staatsprüfung erzielte Note spielt typischerweise die zuvor in der ersten Staatsprüfung erzielte Note, d. h. die darin ihren Ausdruck findenden individuellen Leistungsvoraussetzungen, eine entscheidende Rolle. Die Korrelation zwischen den beiden Notenpunkten beträgt signifikante r=0,66 und die Regression der Note der zweiten Staatsprüfung („Note2“) auf die Note der ersten Staatsprüfung10 („Note1“) b=0,63, wobei die Irrtumswahrscheinlichkeit weniger als ein Promille beträgt (p < 0,001). Über alle zehn Bundesländer hinweg betrachtet, kann Note2 also gut auf Basis von Note1 vorhergesagt werden.

_________________
"Die Rezeptur für's Examen ist ganz einfach: 30% Vorbereitung, 20% Glück und 50% geiler Typ."


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: Mittwoch 20. September 2017, 17:37 
Super Power User
Super Power User

Registriert: Samstag 31. Januar 2009, 13:38
Beiträge: 958
Brainiac hat geschrieben:
Dünnes Eis.

Nochmal verdeutlicht: Mir ging es darum, dass man die Prämissen der Studie nicht - wie es Eagnai macht - anhand eines Einzelfallbeispiels angreifen kann. Etwa in dem Sinne: "Rauchen ist nicht schädlich, denn mein Opa ist 100 geworden und hat sein Leben lang jeden Tag zwei Schachteln geraucht." Die Studie trifft keine Aussagen über Einzelfälle, sondern eine quantitative statistische Aussage.

_________________
“Cats exit the room in a hurry when oysters are opened.“


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 8 Beiträge ] 

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]


Wer ist online?

Mitglieder: 0 Mitglieder


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Gehe zu:  
Anzeige


Probleme mit dem Registrieren oder Einloggen? Schick einfach eine Email.

Powered by phpBB® Forum Software © phpBB Group
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de
Nutzungsbedingungen - Datenschutzrichtlinie - Impressum - Hauptseite