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 Betreff des Beitrags: Methodenbennenungsfrage
BeitragVerfasst: Dienstag 10. April 2018, 17:19 
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Registriert: Donnerstag 13. März 2008, 10:59
Beiträge: 435
Hey,

mir ist letztens in einer Unterhaltung (mit einem in der KFZ-Branche tätigen) Ingenieur eine Methode bzw. eine Heuristik benannt worden, dass wenn eine Sache über einen längeren Zeitraum in einer Vielzahl von Fällen funktioniert, die Sache sicher sei (das Beispiel war mit Airbags und deren Sicherheit). Mit anderen Worten: das Ausbleiben der Fehlfunktion impliziert die Ordnungsgemäßheit der Funktion. Das ganze hatte einen Namen bzw. ein Stichwort. Kennt es jemand? Mir ist es natürlich entfallen :D :drinking:

Danke :)


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 Betreff des Beitrags: Re: Methodenbennenungsfrage
BeitragVerfasst: Dienstag 10. April 2018, 18:21 
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Beiträge: 5840
Den genauen Begriff kann ich leider nicht nennen.

Spontan fällt mir dazu ein Prinzip ein. Das sogar Deinem Avatar ähnelt:
"Duck-typing": Wenn etwas aussieht, wie eine Ente, watschelt wie eine Ente und (was weiß ich) schwimmt wie eine Ente, dann ist es wahrscheinlich eine Ente.
Gibt es in manchen Computersprachen.
Das, was Du beschreibst, droht manchmal auch bei Computerprogrammen einzureißen, aber in der Informatik ist es bekannt und verpöhnt. Wenn man also sagt "Mein Programm läuft doch, und zwar schon seit X Jahren ohne Fehlermeldung" ist das noch kein Grund, daß es ein gutes, bzw. fehlerfreies Programm ist.
Eine Methode bei Softwaretests ist, einen Input zu geben (z.B. sog. Äquivalenzklassen) und zu gucken, ob das Programm den erwarteten Output liefert. Das mag eine hohe Abdeckung geben, aber ganz sicher kann man dadurch trotzdem nicht sein, daß das Programm fehlerfrei ist.

Z.B. beim Perl-Interpreter ist man nicht völlig sicher, ob die Engine für reguläre Ausdrücke 100%ig korrekt arbeitet (es gibt nur sehr wenige Leute, die sie insgesamt verstehen). Normalerweise ist das kein großes Problem. Es sei denn, man setzt Perl-Skripte bei der Steuerung von Atomkraftwerken ein.


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 Betreff des Beitrags: Re: Methodenbennenungsfrage
BeitragVerfasst: Dienstag 10. April 2018, 18:50 
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Registriert: Dienstag 4. März 2008, 17:37
Beiträge: 3708
Wohnort: Frankfurt
Aus Sicht der formalen Logik und Wissenschaftstheorie würde ich es einfach als Fall der Induktion ansehen. Diese ist als Methode grundsätzlich anerkannt, wenn ihr auch nicht so viel Vertrauen entgegengebracht wird wie der Deduktion.

_________________
"Der Angekl. berichtete auch hierüber Prof. Dr. H. und außerdem dem Bundeskanzler Dr. A., der damals zugleich Außenminister war."

--- BGH NJW 1960, 1678


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 Betreff des Beitrags: Re: Methodenbennenungsfrage
BeitragVerfasst: Dienstag 10. April 2018, 21:22 
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Registriert: Dienstag 9. Mai 2006, 22:09
Beiträge: 5840
Schnitte hat geschrieben:
Aus Sicht der formalen Logik und Wissenschaftstheorie würde ich es einfach als Fall der Induktion ansehen.

Ach so, ja, Induktion. ::idea: Das ist auch eine Methode, um mathematische Beweise zu führen.

Links dazu:
https://youtu.be/wbD35N4N4lI?t=30
https://de.wikibooks.org/wiki/Mathe_f%C ... _Induktion
http://www.mathe-online.at/materialien/ ... vi/vi.html


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 Betreff des Beitrags: Re: Methodenbennenungsfrage
BeitragVerfasst: Mittwoch 11. April 2018, 06:57 
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Registriert: Donnerstag 13. März 2008, 10:59
Beiträge: 435
Schnitte hat geschrieben:
Aus Sicht der formalen Logik und Wissenschaftstheorie würde ich es einfach als Fall der Induktion ansehen. Diese ist als Methode grundsätzlich anerkannt, wenn ihr auch nicht so viel Vertrauen entgegengebracht wird wie der Deduktion.


Gewissermaßen ähnelt es einer Induktion, da von einer Vielzahl empirischer Sachverhalte auf eine allgemeine Regel geschlossen wird, stimmt. Allerdings geht dabei m.E. das Merkmal des Rückschlusses vom nichtvorhandensein des Fehlers auf die ordnungsgemäße Funktion verloren. Zudem hilft mir Induktion nur bedingt, da ich den Begriff schon öfter - in anderem Zusammenhang mit den Möglichkeiten der Systematisierung von Sachverhalten - benutze und ich gerne den spezifischen Begriff für meinen Fall hätte (war ggf. etwas englisches, technisches...)

@hlubenow: Danke für die Hinweise, und klar bei einem PC ist das nicht lege artis, daher ja auch von mir der Hinweis, dass es eher eine Heuristik als einen Algorithmus darstellt. Wobei bei hinreichender Komplexität des Programms bzw. des Problems die ordnungsgemäße Lösung - so wie ich das verstehe - mehr und mehr seitens der Fachwelt als ausreichend angesehen wird, ohne wirklich nachvollziehen zu können, wie es funktioniert (Stichwort etwa maschinelles Lernen). Ob das sachlich angemessen ist, ist natürlich eine ganz andere Frage...


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 Betreff des Beitrags: Re: Methodenbennenungsfrage
BeitragVerfasst: Mittwoch 11. April 2018, 07:22 
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Registriert: Mittwoch 10. Juni 2015, 18:42
Beiträge: 349
Zitat:
Ach so, ja, Induktion. ::idea: Das ist auch eine Methode, um mathematische Beweise zu führen.


Wobei das etwas anderes ist, als die Induktion als logische Schlußform, wenn ich mich meines mit fliegenden Fahnen gescheiterten Mathestudiums richtig erinnere.

Und soweit ich weiß, ist ein induktiver Schluß auch nur ein Probabilitätsschluß, und gerade kein sicherer Beweiß.


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