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 Betreff des Beitrags: Re: Promotion oder Proberichter
BeitragVerfasst: Montag 8. Mai 2017, 22:00 
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Registriert: Freitag 6. April 2007, 19:12
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Wohnort: NRW
Muirne hat geschrieben:
Ich weiß schon, dass es keine ideale Situation ist, aber haltet ihr es für möglich, sich während der Zeit nach dem Mündlichen (wenn man sich vorher bereits Thema und DV gesucht hat - das würde ich spätestens nach den schriftlichen anpeilen) intensiv einige Monate (5-6) in die Promotion reinzuhängen (ggfs. neben halber Stelle) und den Rest dann nebenberuflich zu machen?

Vorweg: Ich habe selbst nicht promoviert, kann also nicht realistisch einschätzen, wie weit man in 5-6 Monaten kommen kann.

Die ersten ein, zwei Jahre als Proberichter können aber - je nachdem, wo du landest - doch sehr arbeits- und zeitintensiv sein. Gerade wenn du in einem dir bisher wenig vertrauten Rechtsgebiet oder einem "abgesoffenen" Dezernat landest, kann es durchaus passieren, dass du mit 50 oder 60 Wochenstunden anfängst, und dass man daneben noch Zeit und Energie hat, um sich mit einer Promotion zu befassen, kann ich mir persönlich ehrlich gesagt nicht so richtig vorstellen. Die Gefahr, dass die weitere Arbeit an der Promotion nach dem Berufseinstieg erstmal gezwungenermaßen auf Eis liegen würde, erscheint mir deshalb schon ziemlich groß.


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 Betreff des Beitrags: Re: Promotion oder Proberichter
BeitragVerfasst: Montag 8. Mai 2017, 23:56 
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Registriert: Sonntag 2. Januar 2011, 23:46
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Danke dir. Ja, ich glaube auch nicht dass da am Anfang viel nebenher geht. Es ist ja auch mit so Unannehmlichkeiten wie Umzügen verbunden ggfs. Zum Liegenlassen wäre die Promotion natürlich dann zu schade und das hört man ja richtig oft. Die Gefahr ist da.

Eine Professorin sagte mal, dass man, wenn man sich richtig rein hängt, in 4 Monaten fertig sein kann und mehr als ein Jahr nicht sein muss. Kommt freilich immer aufs Projekt an, denke ich. Ich kenne auch niemanden, der so schnell war. Ich habe aber auch nie erlebt dass jmd. konzentriert täglich nur an der Promotion geschrieben hat während der Zeit als wimi. Da lag es häufig mal (auch länger) etwas auf Eis.

Man könnte statt wimi dann natürlich auch nen kfw kredit holen um sich noch stärker zu fokussieren.

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»Natürlich ist das herablassend. Torquemada ist mir gegenüber herablassend, ich bin esprit gegenüber herablassend. So ist die Nahrungskette in diesem Forum nunmal.« - Swann


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 Betreff des Beitrags: Re: Promotion oder Proberichter
BeitragVerfasst: Dienstag 9. Mai 2017, 07:03 
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Beiträge: 5918
Muirne hat geschrieben:
Danke dir. Ja, ich glaube auch nicht dass da am Anfang viel nebenher geht. Es ist ja auch mit so Unannehmlichkeiten wie Umzügen verbunden ggfs. Zum Liegenlassen wäre die Promotion natürlich dann zu schade und das hört man ja richtig oft. Die Gefahr ist da.

Eine Professorin sagte mal, dass man, wenn man sich richtig rein hängt, in 4 Monaten fertig sein kann und mehr als ein Jahr nicht sein muss. Kommt freilich immer aufs Projekt an, denke ich. Ich kenne auch niemanden, der so schnell war. Ich habe aber auch nie erlebt dass jmd. konzentriert täglich nur an der Promotion geschrieben hat während der Zeit als wimi. Da lag es häufig mal (auch länger) etwas auf Eis.

Man könnte statt wimi dann natürlich auch nen kfw kredit holen um sich noch stärker zu fokussieren.


Einzelfall ja, aber mein Chef hat seine Diss seinerzeit in ca. 6 Monaten geschrieben. Allerdings muss man dazu sagen, dass durch die vorherige Berufstätigkeit (aus der sich sein Thema ergab) viel Vorarbeit möglich war und er nur noch "runter schreiben" brauchte. Wenn du also jetzt schon ein Thema hast, spricht ja nichts dagegen, bereits jetzt mit der Lesearbeit anzufangen und diese Zeit hinten heraus zu sparen...

Die ganzen Hemmnisse, es nicht zu machen, werden dir sicher bekannt sein (oder man wird sie dir vor Augen führen), wenn du das wirklich machen willst, würde ich mir lieber positiv Gedanken machen, wie es trotzdem klappen kann.*

Viel Erfolg jedenfalls ;)


*ich lote das gerade für mich auch aus (trotz Vollzeitstelle - nicht bei Gericht), da sich aus meinem Buch auch ein Thema ergeben hat, welches man entsprechend bearbeiten kann.

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"Ich bin ein Freund der privaten Passivitäten, bin also ein fauler Mensch, der versucht seine Intelligenz einzusetzen, um weiterhin faul zu bleiben zu können." (Benno Heussen)


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 Betreff des Beitrags: Re: Promotion oder Proberichter
BeitragVerfasst: Dienstag 9. Mai 2017, 09:04 
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Zwei Gedanken:

1: Die Promotionszeit ist eine schöne Zeit. Man sollte sie sich nicht dadurch vermiesen, dass man es nur nebenberuflich und in den Abendstunden machen kann. Du bist als Doktorand frei wie ein Vogel, kannst arbeiten wann du willst, dir zwischendurch Zeit für Reisen nehmen, dir irgendwelche Seminare zu abwegigen Themen anhören etc.; und all das ohne ein Examen oder sonstige Verpflichtungen wie ein Examen oder berufliche Verpflichtungen im Hintergrund. Dieser Zeit sollte man sich nicht berauben. Promotionszeit soll auch bilden und den Charakter formen.

2. Mit deinen Examensnoten wirst du schon irgendwo als Richter einsteigen können; auch noch in zwei Jahren. Etwas mehr Mut täte gut. Und man muss im Leben auch manchmal Risiken eingehen (wobei ich hier nicht wirklich eins sehe), sonst wird man zum Beamtentyp dessen einziges Lebensziel die sichere Besoldung und die Pension ist. Dafür ist man mit Ende 20/Anfang 30 noch zu jung. Sprüche wie "man wird nicht jünger" solltest du unterlassen.

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Eichhörnchen, Eichhörnchen wo sind deine Nüsse?


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 Betreff des Beitrags: Re: Promotion oder Proberichter
BeitragVerfasst: Dienstag 9. Mai 2017, 09:07 
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Beiträge: 609
Muirne hat geschrieben:
Danke dir. Ja, ich glaube auch nicht dass da am Anfang viel nebenher geht. Es ist ja auch mit so Unannehmlichkeiten wie Umzügen verbunden ggfs. Zum Liegenlassen wäre die Promotion natürlich dann zu schade und das hört man ja richtig oft. Die Gefahr ist da.

Eine Professorin sagte mal, dass man, wenn man sich richtig rein hängt, in 4 Monaten fertig sein kann und mehr als ein Jahr nicht sein muss. Kommt freilich immer aufs Projekt an, denke ich. Ich kenne auch niemanden, der so schnell war. Ich habe aber auch nie erlebt dass jmd. konzentriert täglich nur an der Promotion geschrieben hat während der Zeit als wimi. Da lag es häufig mal (auch länger) etwas auf Eis.

Man könnte statt wimi dann natürlich auch nen kfw kredit holen um sich noch stärker zu fokussieren.


Im Nachhinein betrachtet ist das theoretisch sicher möglich, wenn das Thema stimmt. Ich halte solche Aussagen aber dennoch für ein wenig verklärt, weil sie voraussetzen, dass man alle "Fehler", die man damals gemacht hat, bei einem unterstellten nochmaligen promovieren - ohne die Kenntnisse der Promotion - nicht noch einmal begehen würde. Daran glaube ich persönlich nicht. Gerade in den Anfangszeiten verrennt man sich häufig mal ein bisschen, weil man vom Thema abweicht und auch mal links und rechts schaut.
Wenn man als Wissenschaftler selbst promoviert und habilitiert und zudem schon etliche Arbeiten betreut hat, sagt sich sowas natürlich leicht...


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 Betreff des Beitrags: Re: Promotion oder Proberichter
BeitragVerfasst: Dienstag 9. Mai 2017, 09:24 
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Registriert: Sonntag 2. Januar 2011, 23:46
Beiträge: 2421
@Trente Danke, das wünsche ich dir auch. :) So eine Exposéidee habe ich schon, da hat sich auch was aus einer Station ergeben. Nur den Umfang kann ich da schwer einschätzen, weil es ein bisher wenig bearbeitetes Feld ist. Müsste mir eine sinnvolle Themeneinschränkung überlegen, was die Hauptherausforderung werden könnte. Traum-DVs habe ich mir schon ausgeguckt.


@Kasimir Ich habe das Thema von Lucy nach vielen Jahren aufgegriffen. Bei ihr dürfte die Entscheidung mittlerweile gefallen sein. Also die Sachen anfangs stammen nicht von mir und das 2. steht noch aus.

Ich würde auch lieber 3 "gammelige" und auch stimulierende Jahre erleben, nebenher dozieren, reisen etc - dass man sich da etwas beraubt ist völlig klar. Allerdings wird ja schon gesagt, dass wir gerade am Ende der Einstellungsschwemme stehen. Und dass die Chancen - gerade fürs VG - nie so gut standen.


@sai
Das ist ein guter Aspekt. Je länger eine Arbeit wird, desto leichter verrennt man sich und desto schwieriger wird es da einen roten Faden drin zu haben. Die Erfahrung habe ich durch den LL.M. auch schon gemacht. Und man ist - je nach DV - natürlich auch nicht davor gefeit, dass nicht kalkulierte Mehrarbeit dazukommt.

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 Betreff des Beitrags: Re: Promotion oder Proberichter
BeitragVerfasst: Dienstag 9. Mai 2017, 10:24 
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Registriert: Montag 27. Mai 2013, 10:30
Beiträge: 609
Muirne hat geschrieben:
@Trente Danke, das wünsche ich dir auch. :) So eine Exposéidee habe ich schon, da hat sich auch was aus einer Station ergeben. Nur den Umfang kann ich da schwer einschätzen, weil es ein bisher wenig bearbeitetes Feld ist. Müsste mir eine sinnvolle Themeneinschränkung überlegen, was die Hauptherausforderung werden könnte. Traum-DVs habe ich mir schon ausgeguckt.


@Kasimir Ich habe das Thema von Lucy nach vielen Jahren aufgegriffen. Bei ihr dürfte die Entscheidung mittlerweile gefallen sein. Also die Sachen anfangs stammen nicht von mir und das 2. steht noch aus.

Ich würde auch lieber 3 "gammelige" und auch stimulierende Jahre erleben, nebenher dozieren, reisen etc - dass man sich da etwas beraubt ist völlig klar. Allerdings wird ja schon gesagt, dass wir gerade am Ende der Einstellungsschwemme stehen. Und dass die Chancen - gerade fürs VG - nie so gut standen.


@sai
Das ist ein guter Aspekt. Je länger eine Arbeit wird, desto leichter verrennt man sich und desto schwieriger wird es da einen roten Faden drin zu haben. Die Erfahrung habe ich durch den LL.M. auch schon gemacht. Und man ist - je nach DV - natürlich auch nicht davor gefeit, dass nicht kalkulierte Mehrarbeit dazukommt.


Gerade wenn du zum VG willst, würde ich jetzt erstmal schauen, unterzukommen und wenn der Drang nach einer Promotion dann immer noch da ist, kann man in ein paar Jahren neben der Arbeit sicherlich auch was machen. Die Stelle, die jetzt in großer Zahl frei sind, sind in ein paar Jahren besetzt und dann kann es durchaus sein, dass erstmal kaum noch eingestellt wird.

Die Arbeitsbelastung hier am VG ist auch als Proberichter sicherlich anders - angenehmer - als an den ordentlichen Gerichten.
Beides zusammen vernünftig zu machen fällt aber wohl dennoch schwer. Anders sieht es natürlich aus, wenn dir das Ergebnis der Diss egal ist und du damit leben kannst, abends eine Stunde dran zu sitzen und mit "rite" rauszukommen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Promotion oder Proberichter
BeitragVerfasst: Dienstag 9. Mai 2017, 11:18 
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Registriert: Sonntag 2. Januar 2011, 23:46
Beiträge: 2421
Vielen Dank für die Einschätzung, das hilft sehr. Ich denke, dass man dann sehen wird, wie sehr ich es in ein paar Jahren noch will, wenn es denn mit VG klappt. Rite soll es nicht werden. Dann lieber lassen. Das mache ich ja in erster Linie für mich.

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 Betreff des Beitrags: Re: Promotion oder Proberichter
BeitragVerfasst: Dienstag 9. Mai 2017, 18:52 
Fossil
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Registriert: Freitag 2. April 2004, 18:13
Beiträge: 12944
Muirne hat geschrieben:
Vielen Dank für die Einschätzung, das hilft sehr. Ich denke, dass man dann sehen wird, wie sehr ich es in ein paar Jahren noch will, wenn es denn mit VG klappt. Rite soll es nicht werden. Dann lieber lassen. Das mache ich ja in erster Linie für mich.


Klingt mir vernünftig. Eine Promotion in sechs Monaten und / oder neben einer Vollzeittätigkeit durchzuziehen dürfte nur in wenigen Konstellationen ernstlich machbar sein. Wenn man kein genialer, disziplinierter Überflieger ist, der sowas mühelos nebenher bewältigen kann, dürfte es wohl nur unter den von Trente angerissenen Bedingungen vernünftig funktionieren: Gut recherchiertes Thema, hoher Grad an Vorbefassung und im Berufsalltag "angekommen".

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"Auch eine stehengebliebene Uhr kann noch zweimal am Tag die richtige Zeit anzeigen; es kommt nur darauf an, daß man im richtigen Augenblick hinschaut." (Alfred Polgar)


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 Betreff des Beitrags: Re: Promotion oder Proberichter
BeitragVerfasst: Dienstag 9. Mai 2017, 19:10 
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Beiträge: 2839
Würde ich auch so sehen. Gerade in den ersten Monate ist man eher geplagt von Fragen wie "Worum gehts in meiner Arbeit jetzt eigentlich genau?" und "Wie baue ich das alles am Geschicktesten auf" als dass man locker Seite an Seite reihen kann. Ging (bzw. geht) zumindest mir so.


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