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BeitragVerfasst: Sonntag 14. Mai 2017, 16:23 
Fleissige(r) Schreiber(in)
Fleissige(r) Schreiber(in)

Registriert: Dienstag 23. Juni 2015, 22:47
Beiträge: 124
Liebe Leute,
ich arbeite mittlerweile in der Innenverwaltung Baden-Württemberg seit einigen Monaten (danke übrigens nochmals für Eure Tipps bzgl. Examensvorbereitung :)). Ich bin einem Referat tätig, das tatsächlich recht wenig juristisch arbeitet, sondern in erster Linie praktisch. Ich organisiere und telefoniere viel, habe viele Treffen etc. Aktuell arbeite ich eher mehr als 50 Stunden und glaube auch nicht, dass ich langfristig unter 45 Stunden komme.
Ich bin bei "Verwaltung" eher von einer Tätigkeit ausgegangen, bei der überwiegend juristisch an Akten arbeite und zwar vielleicht nicht 41, aber doch eher geregelte 45 Stunden arbeite.

War das eine Illusion jedenfalls mit Blick auf die Arbeitszeit (und ggf. die Art der Tätigkeit, wobei ich hoffe, dass das Referatsabhängig ist?)? Ich bin jetzt noch nicht lange dabei, aber auch nicht wirklich glücklich. Würdet Ihr mir dazu raten, das jetzt schon bei der Personalverantwortlichen anzusprechen oder beende ich mir dadurch schon selbst die Probezeit/senke jedenfalls langfristig meine Chancen auf eine Beförderung (A14 hätte ich schon gerne (btw.: ab wann ist das realistisch bzw. ist das eine Regelbeförderung oder muss man sich auf eine konkrete Stelle bewerben), A15 wäre ein maximales Ziel)?

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Ara: "Naja an TF sieht man halt, was passiert wenn man Franz Josef Wagner ein Gehirn geben würde.."


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BeitragVerfasst: Sonntag 14. Mai 2017, 20:48 
Moderator
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Registriert: Donnerstag 10. Januar 2013, 00:09
Beiträge: 9027
Irgendwas läuft schief, wenn du nach einigen Monaten immernoch 25% Mehrarbeit investieren musst. Aber aus der Ferne kann niemand beurteilen, ob es am Workload oder an deiner Herangehensweise liegt. Woran liegt es? Bist du zu unorganisiert? Bist du unsicher? Fragst du oft nach, statt zu entscheiden? Musst du dich in viele Themen neu einarbeiten? Hast du Anfragen/Sachen noch am Abend dringend zu erledigen?

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"Just blame it on the guy who doesn't speak English. Ahh, Tibor, how many times you've saved my butt."


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BeitragVerfasst: Montag 15. Mai 2017, 20:46 
Fleissige(r) Schreiber(in)
Fleissige(r) Schreiber(in)

Registriert: Dienstag 23. Juni 2015, 22:47
Beiträge: 124
Danke für die Antwort.
Der Workload ist hoch, hier haben die meisten Kollegen so 50-70 Überstunden, wir hatten aber auch längere Vakanzen. Unorganisiert - vielleicht, manchmal verzettele ich mich noch. Dringende Dinge zu erledigen am Abend: Ja - aber die kamen dann auch oft erst Nachmittags "rein" bzw. ergeben sich dann erst. Eine Tendenz "nach unten" habe ich schon - vor einem Monat war ich noch bei durchschnittlich ca. 55h.

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Ara: "Naja an TF sieht man halt, was passiert wenn man Franz Josef Wagner ein Gehirn geben würde.."


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BeitragVerfasst: Dienstag 16. Mai 2017, 06:54 
Mega Power User
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Registriert: Sonntag 5. September 2010, 11:31
Beiträge: 2264
Ich kann nur von anderen Einsteigern in der Innenverwaltung BaWü weitergeben, dass keiner von denen über 41 Stunden arbeiten muss und trotzdem die Referatsleiter/innen zufrieden sind. Es scheint mir daher nicht die Regel.

Woran es bei dir liegt wird hier niemand sagen können. An die Personalabteilung wenden ist in meinen Augen etwas arg früh. Zunächst mit vertrauten Kollegen sprechen, dann ggf. Referatsleiter. Auch der sieht monatlich die Überstunden und sollte dementsprechend reagieren. Danach kann man sich immer noch ans Personal wenden.

PS: Beförderungen sind kein Geheimnis und dass du das anstrebst ist eine gute Sache. Da solltest du einfach mal mit A14/A15 Kollegen sprechen wie es bei denen lief. Einige sind ja auch erst mitte 30, da ist die Barriere vielleicht noch nicht so groß. ;)


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BeitragVerfasst: Dienstag 16. Mai 2017, 08:54 
Power User
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Registriert: Freitag 11. August 2006, 00:27
Beiträge: 349
Es gibt immer Kollegen (egal in welchem Job), die locker 25% oder mehr Überstunden machen, hieran m.E. aber in den allermeisten Fällen selbst schuld sind. Ich kenne das nun unmittelbar aus einigen Jahren Großkanzlei und Unternehmen (wobei "Überstunden" für die Großkanzlei natürlich ein dehnbarer Begriff ist) und mittelbar aus Justiz und Verwaltung. Zum Teil ist es reine Wichtigtuerei (wo brennt das Licht am längsten?), zum Teil Perfektionismus (das geht noch besser!) oder Selbstüberschätzung/Micromanagement (ohne mich läuft hier nichts!) zum Teil ist es schlicht optimierungsbedürftige Effizienz (hier noch ein Käffchen, dort noch ein Schwätzchen). Eine beliebte Ausprägung des Perfektionismus ist auch, nicht Nein sagen zu können, bzw. sämtliche Kundschaft glücklich machen zu wollen.

Meine Freundin ist ebenfalls Juristin in der Innenverwaltung BaWü (hat mehrere Verwaltungsebenen hinter sich). Sie kam bislang meistens locker hin mit den 41h - im seltenen Extremfall waren es auch mal 45h. Jede Mehrstunde ist aber in der Innenverwaltung auch nicht verloren, sondern geht schön aufs Gleitzeitkonto. Die muss man dann eben vor Verfall auch abfeiern, dafür ist jeder selbst verantwortlich. Auch sie erzählt immer wieder von vereinzelten Kollegen, die jammern, dass sie am WE reinkommen müssen, 50h+ ballern usw. Ihre klare Einschätzung ist jedoch, dass das selbstverschuldet oder Wichtigtuerei ist. Teilweise waren das sogar ihre Vorgänger auf derselben Stelle, welche sie jetzt locker mit 41h macht.

Soll heißen:

  • Nein, in der Innenverwaltung in BaWü sind mehr als 41h auf gar keinen Fall üblich
  • Falls Überstunden anfallen (kommt vor, teilweise legen es die Kollegen auch darauf an, um so Zusatzurlaub zu erarbeiten), sollte man diese abfeiern bevor sie verfallen - das kann einem in der Verwaltung niemand verwehren, man ist dafür aber selbst verantwortlich
  • Die Personalabteilung muss dafür nicht eingeschaltet werden, das kannst du selbst regeln - abgesehen davon wird sie dir hinsichtlich der Belastung auch nicht helfen können (wie auch?).
  • Im Servicebereich (dazu zähle ich jeden juristischen Beruf) ist aus Kundensicht immer alles ganz eilig und muss sofort passieren - es gibt generell kein wichtigeres Mandat/Verfahren als das eigene. Bestimme deshalb selbst, welche Fristen/Termine wirklich zwingend sind und wer warten kann. Insbesondere in der Verwaltung ist man an längere Wartezeiten (z.B. aufgrund der von dir genannten häufigen Vakanzen) gewöhnt.

Zur Frage der Beförderung: A14 kann man als Jurist in der Innenverwaltung BaWü normalerweise nur durch den Tod entgehen. Üblicherweise kommt diese Beförderung ab dem 5. Berufsjahr mehr oder weniger automatisch, sofern du dann auf einer mit A14 bewerteten Stelle bist. Bei manchen klappt's schon nach 3,5 Jahren, bei manchen dauert es etwas länger - hängt aber häufig von Zufällen ab. A15 is dann schon etwas Anderes, sollte aber auch ohne all zu große Verrenkungen möglich sein.


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BeitragVerfasst: Sonntag 21. Mai 2017, 19:10 
Fleissige(r) Schreiber(in)
Fleissige(r) Schreiber(in)

Registriert: Dienstag 23. Juni 2015, 22:47
Beiträge: 124
Hey, vielen Dank für Eure Infos und Tipps (und sorry, dass ich mich erst jetzt wieder melde).

In meinem Referat sind 45-55h/Woche bei den Kollegen und Kolleginnen tatsächlich Normalfall. Aber sehe ich das nach Euren Antworten richtig, dass es im Grunde auch darum geht, sich halt da jetzt zwei bis drei Jahre durchzubeißen und dann sind die 41h woanders machbar. D.h. ich habe einfach auch ein bißchen Pech gehabt?

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