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 Betreff des Beitrags: Out of Wuppertal
BeitragVerfasst: Freitag 19. Januar 2018, 23:05 
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Welcher Staatsjurist hätte angesichts dieser Nachricht nicht davon geträumt, seinem Vorgesetzten ein Entlassungsgesuch auf den Tisch zu knallen?

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/f ... 06668.html

(Ich weiß allerdings auch, dass "mein" Präsident meine Existenz bereits in der Sekunde für immer vergessen hätte, in dem hinter mir die gepolsterte Tür seines Dienstzimmers mit einem leisen Klicken ins Schloss gefallen wäre.)

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 Betreff des Beitrags: Re: Out of Wuppertal
BeitragVerfasst: Samstag 20. Januar 2018, 00:09 
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Die Ablösesumme muss jedenfalls erheblich sein =D>


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 Betreff des Beitrags: Re: Out of Wuppertal
BeitragVerfasst: Samstag 20. Januar 2018, 00:19 
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Registriert: Samstag 31. Januar 2009, 12:38
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Spencer hat geschrieben:
Die Ablösesumme muss jedenfalls erheblich sein =D>


Eher ein Handgeld, denn die Finanzverwaltung wird ja wohl nix abbekommen. Aber die bringen ja auch jede Menge Mandanten mit...

Im Ernst: Wie treudoof ist die Presse, die Geschichte von den "ausgebremsten" Steuerfahndern zu kaufen? Da haben zwei Beamte ihre Chance gesehen und ein perfektes Timing hinbekommen, mehr nicht.

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 Betreff des Beitrags: Re: Out of Wuppertal
BeitragVerfasst: Samstag 20. Januar 2018, 04:50 
Fleissige(r) Schreiber(in)
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Urs Blank hat geschrieben:
Im Ernst: Wie treudoof ist die Presse, die Geschichte von den "ausgebremsten" Steuerfahndern zu kaufen?

Ich glaube schon, dass die ihr Ding nicht mehr machen konnten wie bisher. Und die stillschweigende inhouse Beförderung gegen die allgemeinen Regeln (Behördenwechsel erforderlich) hätte möglicherweise auch nicht mehr geklappt. Lebe is hart.

Wenn das folgt, was bei Beamten oft folgt, die wütend über ihre Behörde die Tür von außen zuknallen, dann wird es möglicherweise sein, dass die realisieren, dass es draußen eben doch nicht ganz zu kuschelig ist wie gedacht. Dann geht man irgendwann zurück (die SPD kommt schon irgendwann wieder in NRW) oder schreibt Bücher über die schlechte Welt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Out of Wuppertal
BeitragVerfasst: Samstag 20. Januar 2018, 07:41 
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Urs Blank hat geschrieben:
Aber die bringen ja auch jede Menge Mandanten mit...


Wegen § 355 StGB: Keine.

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 Betreff des Beitrags: Re: Out of Wuppertal
BeitragVerfasst: Samstag 20. Januar 2018, 12:17 
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Registriert: Freitag 2. März 2007, 17:00
Beiträge: 1307
Urs Blank hat geschrieben:
Spencer hat geschrieben:
Die Ablösesumme muss jedenfalls erheblich sein =D>


Eher ein Handgeld, denn die Finanzverwaltung wird ja wohl nix abbekommen.

Die spart sich etwaige jahrzehntelange Pensionszahlungen und Beihilfezahlungen im Alter. Sie muss ihre ehemaligen Vorzeigebeamten nur nachversichern...


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 Betreff des Beitrags: Re: Out of Wuppertal
BeitragVerfasst: Montag 22. Januar 2018, 09:40 
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Grundsätzlich finde ich es gut, wenn es eine Durchlässigkeit zwischen Staatsdienst und Privatwirtschaft gibt. Beide Seiten können von einem Erfahrungsaustausch nur profitieren. In Deutschland ist dies leider kaum üblich. Im Gegenteil: Hier muss man zu Beginn der Berufslaufbahn eine Entscheidung fällen und ist dann daran gebunden. Es wäre doch schön, wenn die Steuerfahndung einen Steuerrechtspartner ein Großkanzlei als Ersatz holen und entsprechend vergüten könnte. Warum Mitarbeiter der Finanzbehörden Beamte sein müssen, erschließt sich mir auch nicht.

Der konkrete Wechsel ist etwas komisch. Deloitte Legal ist nun nicht gerade eine Top-Kanzlei. Ggf gibt es dort die Möglichkeit ohne eigenes Geschäft als "angestellter Partner" bei forensischen Untersuchungen etc. tätig zu sein. Die Big4 (soweit Deloitte noch dazugehört) drängen ja in den Bereich, wobei ich deshalb den Wechsel zu Deloitte Legal statt zum klassischen Deloitte-Arm komisch finde.

Finanziell dürfte der Deal gar nicht so super sein. Ein Salary-Partner bei Deloitte wird wahrscheinlich irgendwas zwischen 100k und 150k verdienen. Verglichen mit der B-Besoldung, welche für die beiden ja mittelfristig das Ziel gewesen sein sollte - ist der Unterschied nicht so riesig, wie man denken sollte. Es ist ja nicht so, dass ein R1/A13-Mitarbeiter plötzlich Gehaltsmillionär wird. Zudem besteht das Risiko, dass Deloitte sie wieder rauswirft, wenn es nicht läuft. Denn ob ein langjähriger Behördenmitarbeiter "Vertrieb und Akquise" kann, wird sich erst noch zeigen müssen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Out of Wuppertal
BeitragVerfasst: Montag 22. Januar 2018, 10:51 
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Beiträge: 1307
Kasimir hat geschrieben:
Finanziell dürfte der Deal gar nicht so super sein. Ein Salary-Partner bei Deloitte wird wahrscheinlich irgendwas zwischen 100k und 150k verdienen. Verglichen mit der B-Besoldung, welche für die beiden ja mittelfristig das Ziel gewesen sein sollte - ist der Unterschied nicht so riesig, wie man denken sollte. Es ist ja nicht so, dass ein R1/A13-Mitarbeiter plötzlich Gehaltsmillionär wird. Zudem besteht das Risiko, dass Deloitte sie wieder rauswirft, wenn es nicht läuft. Denn ob ein langjähriger Behördenmitarbeiter "Vertrieb und Akquise" kann, wird sich erst noch zeigen müssen.

Genau aus diesem Grund vermute ich ja, dass sie sich zumindest ihre verlorenen Pensionsansprüche teuer haben abkaufen lassen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Out of Wuppertal
BeitragVerfasst: Montag 22. Januar 2018, 11:01 
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Der Mann ist Dipl-Finwirt. Da ist bei A13 Ende Gelände. Nix B-Besoldung.

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 Betreff des Beitrags: Re: Out of Wuppertal
BeitragVerfasst: Montag 22. Januar 2018, 11:48 
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Registriert: Sonntag 10. Dezember 2006, 11:18
Beiträge: 2914
Tibor hat geschrieben:
Der Mann ist Dipl-Finwirt. Da ist bei A13 Ende Gelände. Nix B-Besoldung.


Ah, krass. Danke für den Hinweis. Ich war davon ausgegangen, dass er Volljurist ist. Dann ist der Deal jedenfalls für ihn nicht so schlecht. Wobei er ja A13 bislang durch Seminare auch etwas aufgebessert hat.

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 Betreff des Beitrags: Re: Out of Wuppertal
BeitragVerfasst: Montag 22. Januar 2018, 12:37 
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Beiträge: 1307
Zur Not wird er halt wie viele andere Dipl.Finanzwirte vor ihm selbständiger Steuerberater. Ausschlaggebendes Motiv für den Wechsel dürfte gerade im vorliegenden Fall auch nicht die Aussicht auf ein höheres Gehalt, sondern der Entzug ehemals großer Wertschätzung durch den Dienstherrn gewesen sein. Da kommt solchen High Potentials auf staatlicher Seite schnell der Gedanke, dahin zu gehen, wo das eigene Fachwissen noch ausreichend gewürdigt wird.


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 Betreff des Beitrags: Re: Out of Wuppertal
BeitragVerfasst: Montag 22. Januar 2018, 13:16 
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Beiträge: 3461
Wohnort: Frankfurt
Spencer hat geschrieben:
Die spart sich etwaige jahrzehntelange Pensionszahlungen und Beihilfezahlungen im Alter. Sie muss ihre ehemaligen Vorzeigebeamten nur nachversichern...


Stimmt, anscheinend hat NRW für seine Landesbeamten auch kein Altersgeld eingeführt. Das Land verdient an der Sache tatsächlich die Differenz zwischen späteren Pensionansprüchen und Nachversicherungsbetrag. Wobei halt - soweit ein Wermutstropfen für den Finanzbeamter - letzterer sofort haushaltswirksam wird, die Pensionsansprüche erst in vielen Jahren.

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--- John Austin (1790 - 1859)


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 Betreff des Beitrags: Re: Out of Wuppertal
BeitragVerfasst: Montag 22. Januar 2018, 20:20 
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Registriert: Samstag 31. Januar 2009, 12:38
Beiträge: 1001
Hier ein aktueller Bericht aus der SZ:

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/s ... -1.3835689

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 Betreff des Beitrags: Re: Out of Wuppertal
BeitragVerfasst: Montag 29. Januar 2018, 18:55 
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Registriert: Freitag 24. Oktober 2014, 16:45
Beiträge: 169
“Aus Sicht der OFD war Wuppertal lange Zeit womöglich so etwas wie ein kleines gallisches Dorf, wie bei Asterix und Obelix. Mit Leuten, die furchtbar unangepasst waren. Die Frage, ob das, was sie gerade machten, der Mittelbehörde gefallen würde, war in der Ära Beckhoff nicht wirklich wichtig.“

Ist wirklich nahezu unanständig von der OFD, ordnungsgemässe Abläufe zu fordern. Und auch noch Anstalten zu macht, dies tatsächlich umzusetzen indem man eine entsprechende Führungskraft eingesetzt, welche dies umsetzen soll.

Irgenwie lese ich da, dass sich eine einzelne Einheit zu einer Art freien Radikalen in der Gesamtorganisation entwickelt hat. Und jetzt wird sie halt eingefangen.

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