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BeitragVerfasst: Sonntag 13. Mai 2018, 22:07 
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Auch von mir vielen Dank für den ausführlichen und guten Bericht. Er verdeutlicht gut, dass für Karriere die berühmte „Extrameile“ erforderlich ist. Niemand wird Partner, General Counsel oder Senatsvorsitzender, nur weil er seine Arbeit gut macht. Gerade bei Berufseinsteigern herrscht oft der Irrglaube, dass man die an einen gestellten Aufgaben nur gut erledigen müsse und dann automatisch vorankomme. Dieses Prinzip mag in Schule und Studium funktioniert haben, gilt aber nicht im Berufsleben.

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BeitragVerfasst: Sonntag 13. Mai 2018, 22:18 
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Wobei das größte Problem hier ja scheinbar darin bestand, dass man den Wohnort X auf Teufel komm raus nicht wechseln konnte/wollte.


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BeitragVerfasst: Sonntag 13. Mai 2018, 22:32 
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Kasimir hat geschrieben:
Er verdeutlicht gut, dass für Karriere die berühmte „Extrameile“ erforderlich ist.

Zustimmung, aber: Nach meinem Einblick in die Justiz macht dort nicht derjenige Karriere, der die Extrameile geht. Sondern umgekehrt wird demjenigen diese Meile eröffnet, der Karriere macht, sprich: aus Sicht der Vorgesetzten Karriere machen soll. Ich kenne eine ganze Reihe von Richterkollegen, die sehr gern durch Abordnungen u. ä. in ihrer Laufbahn vorangekommen wären. Jedoch ist es ihnen - mit mehr oder weniger überzeugenden Begründungen - versagt worden. Die Schwierigkeit liegt - bei allem Respekt für den beschwerlichen Weg des Threaderstellers - sicherlich nicht darin, nach einer Tätigkeit am Bundesverfassungsgericht oder als persönlicher Referent eines Ministers weiter aufzusteigen. Sondern sie liegt darin, überhaupt auf diese Spur zu kommen.

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BeitragVerfasst: Sonntag 13. Mai 2018, 22:48 
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Dann müsste man mal wissen, woher die Möglichkeit zum Gang nach Karlsruhe kam. Aus eigenen geknüpften Kontakten aus Uni bzw sonstiger Wissenschaft oder angetragen vom Gerichtspräsidenten oder via Parteibuch und dortigen Kontakten?

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BeitragVerfasst: Sonntag 13. Mai 2018, 23:02 
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Zitat:
Ich kenne eine ganze Reihe von Richterkollegen, die sehr gern durch Abordnungen u. ä. in ihrer Laufbahn vorangekommen wären. Jedoch ist es ihnen - mit mehr oder weniger überzeugenden Begründungen - versagt worden.

Das finde ich etwas überraschend - oder beziehst Du dich auf solche besonderen Abordnungen wie HiWi am BVerfG oder persönlicher Referent eines Ministers? Auch wenn es keinen Anspruch auf eine Abordnung gibt, so ist es für einen Dienstherren doch schwierig, ein entsprechendes Begehren dauerhaft mit plausiblen Gründen abzulehnen. Anders sicherlich, wenn die Person nur zu bestimmten Abordnungen bereit ist und auf unbeliebte Abordnungen keine Lust hat.


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BeitragVerfasst: Sonntag 13. Mai 2018, 23:07 
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Beiträge: 1034
Quantensprung hat geschrieben:
Zitat:
Ich kenne eine ganze Reihe von Richterkollegen, die sehr gern durch Abordnungen u. ä. in ihrer Laufbahn vorangekommen wären. Jedoch ist es ihnen - mit mehr oder weniger überzeugenden Begründungen - versagt worden.

Das finde ich etwas überraschend - oder beziehst Du dich auf solche besonderen Abordnungen wie HiWi am BVerfG oder persönlicher Referent eines Ministers?

Ja genau, ich meine Abordnungen zum BGH, zu Ministerien, zu internationalen Organisationen u. ä., nicht die "normalen" Abordnungen ans Oberlandesgericht zum Zwecke der Erprobung; letztere werden selbstverständlich praktisch jedem ermöglicht.

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BeitragVerfasst: Montag 14. Mai 2018, 08:46 
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Beiträge: 393
OJ1988 hat geschrieben:
Wobei das größte Problem hier ja scheinbar darin bestand, dass man den Wohnort X auf Teufel komm raus nicht wechseln konnte/wollte.
Das scheint mir mit Mitte 30 - zumal mit Partner - nicht sonderlich überraschend zu sein. Auf die Ankündigung "Schatz, ich will für 2 Jahre in 300-500 km Entfernung arbeiten, kommst Du mit?" dürfte die Antwort ja häufig genug "Gerne, aber was soll ich da bitte machen?" lauten, wenn nicht ohnehin schon Betongold, Kinder, unterstützungsbedürftige Eltern o. ä. eine Rolle spielen.


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BeitragVerfasst: Montag 14. Mai 2018, 08:57 
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Beiträge: 3029
Liz hat geschrieben:
OJ1988 hat geschrieben:
Wobei das größte Problem hier ja scheinbar darin bestand, dass man den Wohnort X auf Teufel komm raus nicht wechseln konnte/wollte.
Das scheint mir mit Mitte 30 - zumal mit Partner - nicht sonderlich überraschend zu sein. Auf die Ankündigung "Schatz, ich will für 2 Jahre in 300-500 km Entfernung arbeiten, kommst Du mit?" dürfte die Antwort ja häufig genug "Gerne, aber was soll ich da bitte machen?" lauten, wenn nicht ohnehin schon Betongold, Kinder, unterstützungsbedürftige Eltern o. ä. eine Rolle spielen.


Klar, das Problem stellt sich natürlich immer. Es wird nie möglich sein, dass beide Partner Karriere machen, zugleich noch Kinder und ein Eigenheim am gewünschten Wohnort haben und zugleich noch in Elternnähe leben. Man muss eben Kompromisse machen.

Ich wohne 500km von meiner Mutter entfernt und meine Schwiegereltern wohnen auf einem anderen Kontinent. D.h. wir geben setzen jedes Jahr ein paar tausend Euro und die Hälfte unserer Urlaubstage dafür ein, um unsere Familien zu sehen. Das wussten wir aber vorher und ist eben Teil eines Kompromisses. Ich würde mich darüber nie beschweren.

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BeitragVerfasst: Montag 14. Mai 2018, 08:58 
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Beiträge: 960
Liz hat geschrieben:
OJ1988 hat geschrieben:
Wobei das größte Problem hier ja scheinbar darin bestand, dass man den Wohnort X auf Teufel komm raus nicht wechseln konnte/wollte.
Das scheint mir mit Mitte 30 - zumal mit Partner - nicht sonderlich überraschend zu sein. Auf die Ankündigung "Schatz, ich will für 2 Jahre in 300-500 km Entfernung arbeiten, kommst Du mit?" dürfte die Antwort ja häufig genug "Gerne, aber was soll ich da bitte machen?" lauten, wenn nicht ohnehin schon Betongold, Kinder, unterstützungsbedürftige Eltern o. ä. eine Rolle spielen.


Ich wollte es gerade schreiben: das ist doch eigentlich das Problem schlechthin, gerade im Staatsdienst.


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BeitragVerfasst: Montag 14. Mai 2018, 11:05 
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Registriert: Donnerstag 4. Januar 2018, 17:56
Beiträge: 259
Urs Blank hat geschrieben:
Quantensprung hat geschrieben:
Zitat:
Ich kenne eine ganze Reihe von Richterkollegen, die sehr gern durch Abordnungen u. ä. in ihrer Laufbahn vorangekommen wären. Jedoch ist es ihnen - mit mehr oder weniger überzeugenden Begründungen - versagt worden.

Das finde ich etwas überraschend - oder beziehst Du dich auf solche besonderen Abordnungen wie HiWi am BVerfG oder persönlicher Referent eines Ministers?

Ja genau, ich meine Abordnungen zum BGH, zu Ministerien, zu internationalen Organisationen u. ä., nicht die "normalen" Abordnungen ans Oberlandesgericht zum Zwecke der Erprobung; letztere werden selbstverständlich praktisch jedem ermöglicht.

Interessant. Bei den Erprobungen kommt auch hier jeder zum Zug, wenn er nur lange genug wartet. Bei den längeren Abordnungen nehme ich ein geteiltes Bild wahr: Bei den begehrten Stellen (oberste Bundesgerichte, GBA, JM Bund/Land, Staatskanzlei/Bundeskanzleramt etc.) gibt es viele Interessenten, die aber nie zum Zug kommen, so es ihnen nicht gelingt, sich über eigene Kontakte einen Weg zu ebnen; bei den weniger begehrten Stellen (z.B. BfJ, Justizvollzug, IT-Stelle, Akademie) ist die Nachfrage mitunter so gering, dass auf alle die, die schon einmal die Bereitschaft für eine Abordnung signalisiert haben, aktiv zugegangen wird.


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BeitragVerfasst: Montag 14. Mai 2018, 20:46 
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Registriert: Sonntag 22. Oktober 2017, 17:03
Beiträge: 393
Kasimir hat geschrieben:
Liz hat geschrieben:
OJ1988 hat geschrieben:
Wobei das größte Problem hier ja scheinbar darin bestand, dass man den Wohnort X auf Teufel komm raus nicht wechseln konnte/wollte.
Das scheint mir mit Mitte 30 - zumal mit Partner - nicht sonderlich überraschend zu sein. Auf die Ankündigung "Schatz, ich will für 2 Jahre in 300-500 km Entfernung arbeiten, kommst Du mit?" dürfte die Antwort ja häufig genug "Gerne, aber was soll ich da bitte machen?" lauten, wenn nicht ohnehin schon Betongold, Kinder, unterstützungsbedürftige Eltern o. ä. eine Rolle spielen.


Klar, das Problem stellt sich natürlich immer. Es wird nie möglich sein, dass beide Partner Karriere machen, zugleich noch Kinder und ein Eigenheim am gewünschten Wohnort haben und zugleich noch in Elternnähe leben. Man muss eben Kompromisse machen.

Ich wohne 500km von meiner Mutter entfernt und meine Schwiegereltern wohnen auf einem anderen Kontinent. D.h. wir geben setzen jedes Jahr ein paar tausend Euro und die Hälfte unserer Urlaubstage dafür ein, um unsere Familien zu sehen. Das wussten wir aber vorher und ist eben Teil eines Kompromisses. Ich würde mich darüber nie beschweren.


Natürlich kann man sich mit derartigen Bedingungen arrangieren (ich habe auch jahrelang > 500 km von meinen Eltern entfernt gewohnt und wohne noch heute so, dass ich nicht mal eben kurz auf einen Kaffee vorbeischauen kann). Aber ich kann auch verstehen, wenn es Menschen gibt, die sich in den entsprechenden Lebensphasen mit der ggf erforderlichen Flexibilität schwer tun, insbesondere wenn klar ist, dass es nach 2 Jahren wieder zurückgeht.


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BeitragVerfasst: Dienstag 15. Mai 2018, 09:48 
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Beiträge: 960
Kasimir hat geschrieben:
Liz hat geschrieben:
OJ1988 hat geschrieben:
Wobei das größte Problem hier ja scheinbar darin bestand, dass man den Wohnort X auf Teufel komm raus nicht wechseln konnte/wollte.
Das scheint mir mit Mitte 30 - zumal mit Partner - nicht sonderlich überraschend zu sein. Auf die Ankündigung "Schatz, ich will für 2 Jahre in 300-500 km Entfernung arbeiten, kommst Du mit?" dürfte die Antwort ja häufig genug "Gerne, aber was soll ich da bitte machen?" lauten, wenn nicht ohnehin schon Betongold, Kinder, unterstützungsbedürftige Eltern o. ä. eine Rolle spielen.


Klar, das Problem stellt sich natürlich immer. Es wird nie möglich sein, dass beide Partner Karriere machen, zugleich noch Kinder und ein Eigenheim am gewünschten Wohnort haben und zugleich noch in Elternnähe leben. Man muss eben Kompromisse machen.

Ich wohne 500km von meiner Mutter entfernt und meine Schwiegereltern wohnen auf einem anderen Kontinent. D.h. wir geben setzen jedes Jahr ein paar tausend Euro und die Hälfte unserer Urlaubstage dafür ein, um unsere Familien zu sehen. Das wussten wir aber vorher und ist eben Teil eines Kompromisses. Ich würde mich darüber nie beschweren.


Ist alles richtig. Aber bspw. Immobilien aufzugeben für zwei Jahre Abordnung muss sich auch gut überlegen. Oder wenn der Partner nach der Abordnung nicht einfach so wieder in seinen Job zurückkehren kann und ggf noch Probleme haben wird, etwas neues zu finden.


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