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BeitragVerfasst: Mittwoch 30. Mai 2012, 21:19 
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Registriert: Mittwoch 30. Mai 2012, 20:14
Beiträge: 1
Liebe Kolleginnen,

gibt es aus NRW Erfahrungsberichte von Richterinnen, die schon zu Beginn ihrer Tätigkeit in der Justiz Kinder hatten?

Ich würde mich gerne in der Justiz in NRW bewerben und frage mich, was passiert, wenn ich noch vor meiner Bewerbung/ vor Beginn einer Tätigkeit als Richterin auf Probe schwanger würde. Gibt es von Euch jemanden, der mit Kind angefangen hat, in der Justiz zu arbeiten - geht das? Kann man als Richterin auf Probe von Beginn an in Teilzeit arbeiten? Oder muss man die ersten 6 Monate am LG auf jeden Fall in Vollzeit absolvieren und kann erst danach auf Teilzeit runter gehen?

Vielleicht haben einige von Euch hierzu Erfahrungen und können mir weiterhelfen?

Danke!


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BeitragVerfasst: Mittwoch 30. Mai 2012, 23:15 
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Beiträge: 80
Hallo,
eine Freundin von mir hatte sich bei der Justiz BaWü beworben als sie schon schwanger war, hat dann nach der Elternzeit in Teilzeit als Richterin am AG angefangen, gut 2 Jahre gearbeitet und pausiert gerade wegen Kind Nr. 2. :-)
Daher kann ich mir nur schlecht vorstellen, dass das in NRW komplett anders gehandhabt wird.

Lieben Gruß
Maxi


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BeitragVerfasst: Donnerstag 31. Mai 2012, 21:08 
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Beiträge: 1739
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Aber Frauen immer schön bevorzugt einstellen. :D

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"Attempted murder. Now honestly, what is that? Do they give a Nobel Prize for attempted chemistry?"

Robert Underdunk Terwilliger


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BeitragVerfasst: Freitag 1. Juni 2012, 11:13 
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Registriert: Sonntag 26. Februar 2012, 18:19
Beiträge: 80
Naja, ob man nun gleich beim Berufseinstieg Kinder bekommt oder später, ist ja eigentlich auch egal.... ;)


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BeitragVerfasst: Samstag 2. Juni 2012, 12:00 
Fleissige(r) Schreiber(in)
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Registriert: Dienstag 18. Juli 2006, 23:44
Beiträge: 206
Mir wurde während meiner Zeit als Proberichter in NRW - auch in der Schulung für junge Richter - mitgeteilt, dass es durchaus ein Problem sei, wenn eine Richterin schon in den ersten 6 Monaten ihren Beruf aufgrund einer Schwangerschaft nicht uneingeschränkt ausüben könne. Bei den ersten 6 Monaten handle es sich um eine echte Probezeit, in der unter anderem auch die Belastungsfähigkeit getestet werde, was in einem solchen Fall nicht möglich sei. Eine Teilzeitbeschäftigung komme in den ersten 6 Monaten auf gar keinen Fall in Betracht. Auf jeden Fall wird eine Schwangerschaft in den ersten 6 Monaten alles andere als gern gesehen - aber wieso sollte das in der Justiz anders sein als sonstwo?


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BeitragVerfasst: Samstag 2. Juni 2012, 12:14 
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Registriert: Donnerstag 28. Dezember 2006, 09:04
Beiträge: 4846
Und was wollen sie dann machen außer das "nicht gerne zu sehen"? Eine Schwangere rausschmeißen?

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BeitragVerfasst: Samstag 2. Juni 2012, 12:58 
Fleissige(r) Schreiber(in)
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Registriert: Freitag 13. April 2012, 23:53
Beiträge: 171
Swann hat geschrieben:
Und was wollen sie dann machen außer das "nicht gerne zu sehen"? Eine Schwangere rausschmeißen?


Eben. Außerdem gibts ja keine Offenbarungspflicht beim Assesment Center. Wenn man mit den tendenziell etwas schwächeren Beurteilungen dann leben kann, wegen der hier angesprochenen fehlendne Belastungsfähigkeit (wobei cih auch das für zweifelhaft halte) ist doch eigentlich alles gut :-k

_________________
w850i hat geschrieben:
Daher sind Köhlers Hinweise wohl umso wertvoller.


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BeitragVerfasst: Samstag 2. Juni 2012, 13:01 
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Registriert: Sonntag 26. Februar 2012, 18:19
Beiträge: 80
Eben.
Wieso sollte man seine Familienplanung irgendwelchen Erwartungen anpassen? Wenn man schwanger ist, dann ist das halt so. Dann startet man eben nach der Elternzeit durch. Der Arbeitgeber wirds überleben (bleibt ihm eh nichts anderes übrig ;) ).
Wie gesagt, meine Bekannte fing dann erst nach der Elternzeit an, halbtags als Richterin am AG zu arbeiten. Das war vom Arbeitgeber her ganz unproblematisch.
Aber natürlich ist es wesentlich schwerer als man es sich vielleicht vorstellt, Arbeit und Kleinkind unter einen Hut zu bringe - trotz KiTa etc. Denn auch Kinder werden mal krank, dürfen dann nicht in die KiTa und müssen versorgt werden. Und die Arbeit/Sitzungstermine etc. laufen trotzdem weiter. Und als Berufsanfänger fehlt einfach noch die Routine. Manchmal hat sie ihr Kleinkind dann mit zum Gericht genommen - und die Geschäftsstellenleute mussten es dann vorübergehend bespaßen... Alles nicht so einfach.


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BeitragVerfasst: Samstag 2. Juni 2012, 14:13 
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Registriert: Freitag 6. April 2007, 18:12
Beiträge: 3574
Wohnort: NRW
Vom Dienstherrn her sollte es kein Problem sein... die Frage, die ich mir stellen würde, wäre aber eher, ob das wirklich Sinn macht für einen selbst und das Kind.

In der Anfangsphase (insbesondere im ersten Jahr) hätte ich mir (und meinem potentiellen Kind) das nicht antun wollen... da ist es stressig genug, weil man fast alles zum ersten Mal tut und in praktisch jeder Akte auf Probleme stößt, bei denen man erstmal jemanden fragen oder irgendwo nachschlagen muss, so dass man für alles einfach noch ziemlich lange braucht. Selbst bei einer Teilzeit-Stelle wird man da wahrscheinlich kaum mittags schon nach Hause kommen, und neben der zeitlichen Belastung darf man auch die psychische nicht ganz vergessen. Gerade am Anfang, wenn man noch keinerlei Routine hat und unter besonderer Beobachtung steht, muss man auch erstmal mit dem Druck klarkommen, keine Fehler machen zu wollen. Nicht zuletzt will man gerade am Anfang vielleicht auch erstmal etwas Zeit haben, um die Kollegen kennenzulernen, was wohl nicht unbedingt einfacher ist, wenn man schon mittags wieder nach Hause fährt.

Wenn ich jetzt auf mein erstes Jahr im Staatsdienst zurückblicke - ich hätte ehrlich nicht gewusst, wie ich da einem Kleinkind hätte gerecht werden sollen, selbst wenn ich Teilzeit gearbeitet hätte.

Den unmittelbaren Berufseinstieg, insbesondere das erste Jahr, halte ich daher für einen alles andere als glücklichen Zeitpunkt, um ein Kind zu bekommen... dann lieber noch zwei, drei Jahre warten, dann sieht es schon ganz anders aus.


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BeitragVerfasst: Samstag 2. Juni 2012, 20:45 
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Registriert: Mittwoch 26. Mai 2004, 22:23
Beiträge: 930
Insider hat geschrieben:
Mir wurde während meiner Zeit als Proberichter in NRW - auch in der Schulung für junge Richter - mitgeteilt, dass es durchaus ein Problem sei, wenn eine Richterin schon in den ersten 6 Monaten ihren Beruf aufgrund einer Schwangerschaft nicht uneingeschränkt ausüben könne. Bei den ersten 6 Monaten handle es sich um eine echte Probezeit, in der unter anderem auch die Belastungsfähigkeit getestet werde, was in einem solchen Fall nicht möglich sei. Eine Teilzeitbeschäftigung komme in den ersten 6 Monaten auf gar keinen Fall in Betracht.


Wer hat Dir das mitgeteilt? Der Hausmeister? Und wer bist Du, dass Du dem Glauben schenkst? Der Chefrefenredar? Niemand, der noch im Ansatz alle Tassen im Kabinett hat würde auf einer Schulung für Assessoren so einen offenkundig tatsächlich und rechtlichen Bullshit erzählen, ohne Gefahr zu laufen, ausgelacht, verprügelt oder zumindest dienstrechtlich belangt zu werden.

Und was das für Leute sind, die so etwas hier posten, erspare ich mir zu kommentieren.

Ist doch wahr. Irgendwann ist aber auch mal gut mit diesem Mist..

_________________
Die Robe ist über der Kleidung zu tragen.
--
Beanstandungswürdige Beiträge seit 1795.


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BeitragVerfasst: Sonntag 3. Juni 2012, 11:03 
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Registriert: Dienstag 18. Juli 2006, 23:44
Beiträge: 206
Is gut, Volki. Ich habe mir das bestimmt nur eingebildet.


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BeitragVerfasst: Montag 4. Juni 2012, 07:56 
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Registriert: Sonntag 1. April 2012, 14:32
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:lmao:


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BeitragVerfasst: Dienstag 5. Juni 2012, 08:20 
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Registriert: Donnerstag 2. September 2004, 15:55
Beiträge: 31
Wohnort: NRW
Ich habe eine Bekannte, die war schon im Vorstellungsgespräch schwanger (hat sie natürlich nicht gesagt). Sie ist jetzt seit knapp 10 Jahren Richterin. Allerdings wurde ihr das Leben nicht einfach gemacht. Ob ihre Schwangerschaft der Grund dafür war, weiß ich allerdings nicht. Aber immerhin wurde sie nicht rausgeschmissen :)


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BeitragVerfasst: Dienstag 5. Juni 2012, 09:15 
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Registriert: Mittwoch 2. März 2005, 18:34
Beiträge: 396
Wohnort: Ansbach
Susamaria hat geschrieben:
Aber immerhin wurde sie nicht rausgeschmissen :)


Im Zweifelsfall kann frau mal so richtig die Sau rauslassen und wird trotzdem nicht entlassen: RiZ (R) 1/07 (BGH v. 05.07.2007). :-w Das ist immer noch eines meiner allerliebsten Urteile.... O:)

_________________
"Stirbt ein Bediensteter während einer Dienstreise, so ist damit die Dienstreise beendet."


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BeitragVerfasst: Dienstag 5. Juni 2012, 15:45 
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Registriert: Dienstag 24. April 2012, 17:42
Beiträge: 44
Die Rechtsprechung ist in der Tat sehr schwangerschaftsfreundlich. Und das auch vollkommen zu Recht. Bei den demographischen Aussichten wäre es schlichtweg verheerend, wenn denjenigen, die sich tatsächlich dazu entscheiden, neue Steuerzahler aufzuziehen, auch noch Steine in den (Berufs-)Weg gelegt werden. Das ergibt sich im Übrigen auch aus Art. 6 Abs. 1 GG.

Hab auch eine Bekannte, die in der Probezeit schwanger wurde und jetzt Teilzeit arbeitet (B.-W.). Alles gar kein Problem.


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