Referendariat München

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sophie123
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Referendariat München

Beitrag von sophie123 » Mittwoch 9. November 2022, 18:29

Hallo :),

ich habe versucht aus dem Internet schlau zu werden, allerdings ist das alles ziemlich intransparent, was das Rechtsreferendariat allgemein und auch die Vergabe der Referendariatsplätze angeht.
Ich habe in Augsburg studiert, würde allerdings gerne in München mein Referendariat machen. Ich habe etwas Familie in München (Schwester und Onkel) habe allerdings nie dort gewohnt. Sowie ich das verstanden habe ist es recht schwer in München selbst reinzukommen und eher besser, wenn ich mich im Umland (zB Starnberg/Dachau) bewerbe und dann pendle.

Nun zu meinen Fragen:
- Ist es einen Versuch wert, mich für das AG München/LG München I bzw II zu bewerben und dann als Alternative Starnberg oder Dachau anzugeben? Oder wäre es geschickter meine 1. Priorität Starnberg zu machen?
- Wenn ich in München II irgendwo genommen werde - sind dann alle meine AGs in München?
- Wie viele AGs habe ich denn in der Woche oder ist das immer unterschiedlich?
- Das "Wunschgericht" gilt nur für die Zivilstation, oder?

Schonmal im Voraus vielen Dank für die Hilfe!

Liebe Grüße
Sophie :)
Theopa
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Re: Referendariat München

Beitrag von Theopa » Mittwoch 9. November 2022, 22:21

Die Amtsgerichte außerhalb sind keine Ausbildungsgerichte.

Du kannst dich für das LG München I bzw. das AG München bewerben (geringe Chancen ohne aus München zu kommen aber nicht unmöglich), alternativ für das Landgericht München II für das Umland. Auch dort sind die Chancen nicht besonders hoch, es kann aber funktionieren. Ich war am LG II und hatte dort auch eine Kollegin aus einem anderen Bundesland, die erst kürzlich in den Bezirk gezogen war. Bei dir dürfte es wohl eher Augsburg werden, oder hast du vor dem Studium lange Zeit in einem der Bezirke der Münchner LGs gewohnt? Das hat bei mir gereicht.

Die AGs des LG II waren jedenfalls vor ein paar Jahren ausschließlich in München, das dürfte auch weiterhin so sein. Ob es weiterhin im Justizausbildungszentrum in der Kühbachstraße ist weiß ich gerade nicht, da wurde mE mal umgebaut/renoviert.

Das Wunschgericht beeinflusst den Ausbildungstandort durchgehend, das hat nichts mit den Stationen zu tun. In der Zivilstation landest du entweder direkt am entsprechenden LG oder an einem der zugehörigen Amtsgerichte, in der Strafstation geht es zur StA München II (Hauptbahnhof, irgendwann mal am neuen Strafjustizzentrum), in der Verwaltungsstation bewirbst du dich dort wo du ausgebildet werden möchtest, ebenso in der Anwalts- und Wahlstation.

Man hatte - Corona hat sicher einiges geändert - einerseits die Einführungslehrgänge für 1-3 Wochen zu Beginn der Stationen mit relativ vielen AGs (3-4 Tage? nicht mehr sicher), während der Stationen dann im Schnitt so ca. 2 Tage (manchmal nur halbtags), wobei es in der Zivil- und Strafstation eher mehr, später weniger ist.
Freedom
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Re: Referendariat München

Beitrag von Freedom » Dienstag 6. Dezember 2022, 10:59

Ich will hier nicht den Miesepeter spielen, aber ich befürchte die Chancen auf München stehen ausgesprochen schlecht.

Ich habe mich vor einer Weile mit derselben Frage befasst und meine Foren-Recherche-Ergebnisse waren wie folgt: Selbst wer in Augsburg studiert hat, kriegt nicht sicher einen Platz in Augsburg, auch Augsburg ist sehr beliebt. Viele in Augsburg müssen pendeln zu den umliegenden LG und bilden Fahrgemeinschaften etc.

In München sehe es noch mauer aus: Als Externer habe man hier im Grunde keine Chance. Ein Bekannter hat gerade angefangen mit einem Lehrstuhl-Job (mit dem man einen Platz bekommt) und meinte, er sei in seiner AG der einzige, der nicht in München geboren und aufgewachsen ist. Überprüfen kann ich die Angabe freilich nicht.
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Theopa
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Re: Referendariat München

Beitrag von Theopa » Dienstag 6. Dezember 2022, 19:56

Freedom hat geschrieben:
Dienstag 6. Dezember 2022, 10:59
Ich habe mich vor einer Weile mit derselben Frage befasst und meine Foren-Recherche-Ergebnisse waren wie folgt: Selbst wer in Augsburg studiert hat, kriegt nicht sicher einen Platz in Augsburg, auch Augsburg ist sehr beliebt. Viele in Augsburg müssen pendeln zu den umliegenden LG und bilden Fahrgemeinschaften etc.

In München sehe es noch mauer aus: Als Externer habe man hier im Grunde keine Chance. Ein Bekannter hat gerade angefangen mit einem Lehrstuhl-Job (mit dem man einen Platz bekommt) und meinte, er sei in seiner AG der einzige, der nicht in München geboren und aufgewachsen ist. Überprüfen kann ich die Angabe freilich nicht.
Ich kenne selbst nur das LG II, habe beim LG I und AG aber auch ähnliches mitbekommen. Unmöglich ist es aber nicht, mir fallen zwei Beispiele (mE beide LG I) ein, die jeweils aus dem EU-Ausland stammen und sogar erst zum Studium hierher kamen.

Ob es da Sonderregeln gibt und/oder gute Noten im ersten Examen mit reingespielt haben - das soll ja angeblich auch ein Aspekt in diesem völlig intransparenten System sein - kann ich nicht sagen. Möglich wäre es jedenfalls, der Punkteschnitt in meiner AG war nach allem was ich über die Zeit herausfinden konnte weit oberhalb des Normalen.

Interessant finde ich den Punkt zu Augsburg, da war es mE vor ein paar Jahren noch deutlich entspannter. Es wäre möglich, dass es Änderungen bei den Kapazitäten gab.
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