Hausarbeit zu schnell fertig

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Mietspantrakt
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Re: Hausarbeit zu schnell fertig

Beitrag von Mietspantrakt » Samstag 4. März 2017, 23:20

Ich habe gerade meine alten Hausarbeiten rausgekramt.
Eben nachgeschaut: StrafR AT nach dem 1. Semester.
sagt nicht, ihr hebt das alles auf? :eeeek: :eeeek: hausarbeiten und klausuren waren das erste was rausflog nach dem examen.
der 1983 geborene klaeger studiert seit dem wintersemester 2003/2004 biologie (diplom) an der beklagten (vg goettingen, urteil vom 2.3.2010 - 4 a 39/07)
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Re: Hausarbeit zu schnell fertig

Beitrag von Tibor » Sonntag 5. März 2017, 00:57

Hier umgedreht; ich habe nur einen schmalen Ordner mit allen Klausuren/Hausarbeiten aufgehoben. Der Rest ist direkt in die blaue Tonne gewandert.
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Re: Hausarbeit zu schnell fertig

Beitrag von LukasW » Sonntag 5. März 2017, 09:06

Omissioliberaincausa hat geschrieben:
Nun, das ist mMn. nicht das Problem, ich habe sehr wenige Fußnoten mit nur einer Quelle. (Btw. Wenn in einer Fußnote mehrere Quellen sind, bleibt das doch trotzem eine Fußnote, oder?). Ich differenziere auch nicht nach h.M. und Mindermeinung sondern nur nach e.A., a.A. und evtl. noch stRspr.) Allerdibgs habe ich bei den Seiten, in denen Probleme erörtert wurden, durchweg 5-7 Fn., allerdings sind halt auch einige Seiten mit nur 1-2 Fn, weil im Gutachtenstil Rechtsw. und Schuld ohne Rechtfertigungs- und Entschuldigungsgründe nach folgender Weise geprüft wird:
Das klingt doch sinnvoll.

Es ist halt schwierig, allein anhand der Anzahl der Fußnoten/ zitierten Werke und der aufgewendeten Zeit auf die Qualität deiner Arbeit zu schließen ;)
Und - wie gesagt - es kommt immer auch drauf an, welche Note du anstrebst.
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Re: Hausarbeit zu schnell fertig

Beitrag von Einwendungsduschgriff » Sonntag 5. März 2017, 10:30

Honigkuchenpferd hat geschrieben:Das ist schlicht und ergreifend Unsinn. Reine Subsumtion macht auch bei Hausarbeiten nur einen Bruchteil aus. Zum Großteil bedarf es auch hier der Argumentation, und dazu sind Nachweise vonnöten.
Es gibt eben konzeptionell sehr unterschiedliche Hausarbeiten. Bei zwei Hausarbeiten, die ich selbst bearbeitet habe, war das so eine "Reise ohne Wiederkehr" - meint, man springt laufend von einer Anspruchsgrundlage zur nächsten oder von einem Straftatbestand zum nächsten ohne dass die Hausarbeit signifikante rechtlich-dogmatische Probleme enthält. Das irritiert sehr - dort hieß es in den Besprechungen auch recht klar, dass dieses Entlanghangeln und die Subsumtionstechnik vornehmlich geprüft werden sollte beziehungsweise, dass man überhaupt alle Straftatbestände/Anspruchsgrundlagen findet - beides Anfängerhausarbeiten, die Fortgeschrittenenaufgaben waren dann aber regelmäßig rechtlich diskussionslastiger. Im Öffentlichen Recht habe ich das freilich bislang nur ganz selten erlebt, was eben vor allem daran liegt, dass man sich dort häufig nur mit einer Rechtsgrundlage/Anspruchsgrundlage auseinandersetzen muss. Ausnahme: Klausuren im Staatshaftungsrecht. Ohne Kenntnis der Struktur der Aufgabe ist eine Antwort nur sehr schwer möglich.

Weil das oben anklang: ich habe persönlich nur einmal kürzer müssen und das auch nur, weil ich tatsächlich den Bearbeitungsvermerk missverstanden habe und deswegen etwas Übrflüssiges bearbeitet habe. Aber wahrscheinlich bin ich da tatsächlich kein Maßstab, da meine Examensklausuren bei recht durchschnittlicher Schrift gleichfalls sehr kurz waren.
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Re: Hausarbeit zu schnell fertig

Beitrag von Omissioliberaincausa » Montag 6. März 2017, 19:20

Empfiehlt es sich denn, nach eingehender Prüfung der Formalia, Überarbeitung inhaltlicher Ungereimtheiten und Korrekturlektorat die Hausarbeit bereits vor dem eigentlichen Abgabetermin abzugeben?
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Re: Hausarbeit zu schnell fertig

Beitrag von Sebast1an » Dienstag 7. März 2017, 09:52

Omissioliberaincausa hat geschrieben:Empfiehlt es sich denn, nach eingehender Prüfung der Formalia, Überarbeitung inhaltlicher Ungereimtheiten und Korrekturlektorat die Hausarbeit bereits vor dem eigentlichen Abgabetermin abzugeben?
Wieso sollte man bis zum Fristende warten?
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Re: Hausarbeit zu schnell fertig

Beitrag von Ingerenz » Dienstag 7. März 2017, 10:02

Drei Tage vor Abgabe von panischen Kommilitonen zu erfahren, was du angeblich alles übersehen hast, ist wohl das schlechteste was deiner Hausarbeit passieren kann. Wenn du fertig bist und sie noch einmal von einem Dritten (der kein Jurist sein muss) durchlesen lassen hast, gib sie ab.
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Re: Hausarbeit zu schnell fertig

Beitrag von notar-matthäus » Montag 13. März 2017, 12:21

haha, das hätte ich mal gerne gehabt
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Re: Hausarbeit zu schnell fertig

Beitrag von Anne191 » Donnerstag 23. März 2017, 14:00

Grad auch meine Strafrecht AT Hausarbeit aus dem letzten Semester durch geschaut. Ich hatte durchschnittlich 3 Fußnoten pro Seite, 12 (!) Quellen, sprich Aufsätze, Lehrbücher und Kommentare.
Hab darauf 12 Punkte bekommen.

Es hat absolut nichts damit zu tun, dass man möglichst viele Quellen hat und diese irgendwo rein quetscht. Es kommt einfach darauf an, wie man diese Quellen nutzt, wie der Fall aufgebaut ist, was man von den Bearbeitern erwartet und v.a. wie argumentiert und subsumiert wird. Das hat auch im Strafrecht, gerade bei Streitentscheiden, große Bedeutung.
Mal ganz davon abgesehen verwende ich in Hausarbeiten nie das Wort "Herrschende Meinung". 1. ist mir das zu viel Aufwand die passenden Quellen zu finden, nur damit ich einmal hM schreiben kann, 2. ist die hM halt auch kein Argument.
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Re: Hausarbeit zu schnell fertig

Beitrag von Omissioliberaincausa » Mittwoch 5. Juli 2017, 20:03

Ich hatte dann übrigens 4 Punkte. Schnitt war 5,4 ; 35 % sind durchgefallen. Es gab 4 relevante Schwerpunkte, 3 hätte man zum Bestehen eigentlich gebraucht. Ich hatte zwar nur zwei davon, aber die Ausführungen sonst waren wohl sehr positiv. Für fen wenigen Aufwand bin ich absolut zufrieden. Für die großen Übungen (in ein paar Jährchen dann) werde ich mir definitiv mehr Mühe geben.
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