Was machen eigentlich Kandidaten mit gutem ersten und mittelmäßigem zweiten Examen?

Alle Fragen, die den Bereich des Foren-Namens abdecken

Moderator: Verwaltung

mea parvitas
Fleissige(r) Schreiber(in)
Fleissige(r) Schreiber(in)
Beiträge: 308
Registriert: Dienstag 9. Februar 2016, 16:44

Re: Was machen eigentlich Kandidaten mit gutem ersten und mittelmäßigem zweiten Examen?

Beitrag von mea parvitas » Donnerstag 18. Juli 2019, 10:12

JuraCorgi hat geschrieben:
Freitag 12. Juli 2019, 16:42
Tibor hat geschrieben:
Dienstag 21. Mai 2019, 19:15
Wissenschaft
Ist das denn so? Ich hatte immer den Eindruck, dass bei jüngeren Nachwuchs-Professoren etc gerne mal ein Doppel-gut vorgelegt wird, ggf noch vb/g.
Die Noten sind nicht so entscheidend. Das macht die wissenschaftliche Karriere im Vergleich zum sonstigen Arbeitsmark uninteressant, weil nicht absehbar ist, ob du überhaupt je eine Professur bekommst. Entscheidender ist, welche Spezialisierung du hast, welches Standing du dir in der Wissenschaft erarbeitet hast und wie du dich dann im Bewerbungsmarathon um ausgeschriebene Stellen schlägst.
Benutzeravatar
Tibor
Moderator
Moderator
Beiträge: 16471
Registriert: Mittwoch 9. Januar 2013, 23:09
Ausbildungslevel: Ass. iur.

Re: Was machen eigentlich Kandidaten mit gutem ersten und mittelmäßigem zweiten Examen?

Beitrag von Tibor » Donnerstag 18. Juli 2019, 10:20

Fyrion hat geschrieben: Ich meine, dass er als wissenschaftlicher Assistent an seinem alten Lehrstuhl untergekommen ist. Im Grunde gar nicht so ein schlechter Deal, 100% TVL 13 Stelle im öD und sein Prof ist in Ordnung, da wird er sich nicht totarbeiten.
P: Wissenschaftszeitvertragsgesetz
"Just blame it on the guy who doesn't speak English. Ahh, Tibor, how many times you've saved my butt."
Benutzeravatar
Tibor
Moderator
Moderator
Beiträge: 16471
Registriert: Mittwoch 9. Januar 2013, 23:09
Ausbildungslevel: Ass. iur.

Re: Was machen eigentlich Kandidaten mit gutem ersten und mittelmäßigem zweiten Examen?

Beitrag von Tibor » Donnerstag 18. Juli 2019, 10:44

Fyrion hat geschrieben:
Dienstag 16. Juli 2019, 10:26
100% TVL 13 Stelle im öD ... Am Ende des Tages dürfte er gar nicht so viel weniger als R1 mit nach Hause bringen, da man sich noch mit 1-2 ZusatzAGs was dazuverdienen kann.
Ich glaube da rechnest du falsch.

TVL13 in Stufe 2 macht (Lohnsteuerklasse 1, keine Kinder) ein Netto von ca. 2.440 €. Ich glaub auch nicht, dass AGs nicht vom 100% Pensum erfasst sind.
R1 in Stufe 2 macht (Lohnsteuerklasse 1, keine Kinder) ein Netto von ca. 3.300 €; davon zieht man ca. 300 € für PKV ab; also roundabout 500 € netto mehr.
"Just blame it on the guy who doesn't speak English. Ahh, Tibor, how many times you've saved my butt."
Flanke
Power User
Power User
Beiträge: 620
Registriert: Freitag 26. November 2004, 14:11
Ausbildungslevel: Interessierter Laie

Re: Was machen eigentlich Kandidaten mit gutem ersten und mittelmäßigem zweiten Examen?

Beitrag von Flanke » Donnerstag 18. Juli 2019, 12:18

mea parvitas hat geschrieben:
Donnerstag 18. Juli 2019, 10:12
JuraCorgi hat geschrieben:
Freitag 12. Juli 2019, 16:42
Tibor hat geschrieben:
Dienstag 21. Mai 2019, 19:15
Wissenschaft
Ist das denn so? Ich hatte immer den Eindruck, dass bei jüngeren Nachwuchs-Professoren etc gerne mal ein Doppel-gut vorgelegt wird, ggf noch vb/g.
Die Noten sind nicht so entscheidend. Das macht die wissenschaftliche Karriere im Vergleich zum sonstigen Arbeitsmark uninteressant, weil nicht absehbar ist, ob du überhaupt je eine Professur bekommst. Entscheidender ist, welche Spezialisierung du hast, welches Standing du dir in der Wissenschaft erarbeitet hast und wie du dich dann im Bewerbungsmarathon um ausgeschriebene Stellen schlägst.
Die Noten sind als Negativkriterium bedeutsam. Es ist sehr leicht, eine/n Bewerber/in abzuschießen, die/der schwache Noten mitbringt. Positiv bringen sie in der Tat nicht so wahnsinnig viel und die genannten Faktoren sind (zu Recht) viel wichtiger. Es gibt auch ziemlich viele mit guten Noten.
Flanke
Power User
Power User
Beiträge: 620
Registriert: Freitag 26. November 2004, 14:11
Ausbildungslevel: Interessierter Laie

Re: Was machen eigentlich Kandidaten mit gutem ersten und mittelmäßigem zweiten Examen?

Beitrag von Flanke » Donnerstag 18. Juli 2019, 12:20

Tibor hat geschrieben:
Donnerstag 18. Juli 2019, 10:20
Fyrion hat geschrieben: Ich meine, dass er als wissenschaftlicher Assistent an seinem alten Lehrstuhl untergekommen ist. Im Grunde gar nicht so ein schlechter Deal, 100% TVL 13 Stelle im öD und sein Prof ist in Ordnung, da wird er sich nicht totarbeiten.
P: Wissenschaftszeitvertragsgesetz
Stellt kein Problem dar, wenn es sich um eine unbefristete Stelle handeln sollte. Da würde mich allerdings interessieren, wie die zustande gekommen ist.
Riven
Super Power User
Super Power User
Beiträge: 747
Registriert: Freitag 17. Januar 2014, 17:38

Re: Was machen eigentlich Kandidaten mit gutem ersten und mittelmäßigem zweiten Examen?

Beitrag von Riven » Freitag 26. Juli 2019, 12:49

Darf ich mal den Thread kapern? Es gibt ja oft Stellenangebote, die in beiden Examen jeweils eine fixe Note fordern, zB 2x6,5, 2x8,0, 2x9 usw. Wie streng wird denn diese Regel gehandhabt, wenn man in einem Examen diese Hürde nicht reißt, aber im anderen dafür deutlich überspringt? Zum Beispiel wären 7 und 10 Punkte in der Summe mehr als 2x8. Dennoch irrelevant?
stilzchenrumpel
Mega Power User
Mega Power User
Beiträge: 1696
Registriert: Montag 12. Januar 2015, 13:40
Ausbildungslevel: Anderes

Re: Was machen eigentlich Kandidaten mit gutem ersten und mittelmäßigem zweiten Examen?

Beitrag von stilzchenrumpel » Freitag 26. Juli 2019, 13:24

Riven hat geschrieben:
Freitag 26. Juli 2019, 12:49
Darf ich mal den Thread kapern? Es gibt ja oft Stellenangebote, die in beiden Examen jeweils eine fixe Note fordern, zB 2x6,5, 2x8,0, 2x9 usw. Wie streng wird denn diese Regel gehandhabt, wenn man in einem Examen diese Hürde nicht reißt, aber im anderen dafür deutlich überspringt? Zum Beispiel wären 7 und 10 Punkte in der Summe mehr als 2x8. Dennoch irrelevant?
Solche Ausschreibungen kenne ich eigentlich nur im ö.D. Bei den meisten GK heißt es allenfalls "erwarten wir in der Regel zwei mindestens vollbefriedigende Examina" oder ähnliches. Was definitiv nicht strikt eingehalten wird.
Hier gibt es nichts zu sehen, ich trolle nur.
Praxiskommentar
Fleissige(r) Schreiber(in)
Fleissige(r) Schreiber(in)
Beiträge: 250
Registriert: Dienstag 28. März 2017, 09:12
Ausbildungslevel: Au-was?

Re: Was machen eigentlich Kandidaten mit gutem ersten und mittelmäßigem zweiten Examen?

Beitrag von Praxiskommentar » Samstag 27. Juli 2019, 17:20

Also ich kenne solche Ausschreibungen auch von privaten Stellen, insbesondere Unternehmen. Ich würde mich auf jeden Fall trotzdem bewerben, insbesondere wenn du in dem Fachgebiet einschlägige Erfahrung hast. Ich habe mich zB auch auf verschiedene Stellen beworben, in denen "mehrere Jahre" oder auch konkret "mindestens x Jahre" Erfahrung gefordert waren, und bin trotzdem eingeladen worden bzw. habe auch Angebote bekommen.
Nason
Newbie
Newbie
Beiträge: 7
Registriert: Mittwoch 1. Januar 2014, 15:02
Ausbildungslevel: Schüler

Re: Was machen eigentlich Kandidaten mit gutem ersten und mittelmäßigem zweiten Examen?

Beitrag von Nason » Samstag 20. November 2021, 09:50

stilzchenrumpel hat geschrieben:
Dienstag 21. Mai 2019, 20:10
"Gut" und solides bf. (gehen wir mal von 7,5 am Ende aus) reichen doch für eine Menge Stellen, gerade heute. Damit dürften auch die meisten GKs drin sein, von renommierten Mittelständlern ganz zu schweigen.
Viele Mittelständler haben „klassische“ Notenvorstellungen, die mittlerweile über denen einiger Großkanzleien liegen, weil letztere „mit der Zeit gehen“.
gola20
Power User
Power User
Beiträge: 664
Registriert: Donnerstag 29. September 2011, 20:11
Ausbildungslevel: Interessierter Laie

Re: Was machen eigentlich Kandidaten mit gutem ersten und mittelmäßigem zweiten Examen?

Beitrag von gola20 » Samstag 20. November 2021, 10:04

Das stimmt wohl. Manche Entscheidungsträger sind 1995 stecken geblieben. Auch in unserer kleinen Kanzlei verlangen sie grundsätzlich zwei Mal 7 Punkte. Dafür bieten sie - und das nicht auf dem platten Land - grundsätzlich sagenhafte 20 Tage Urlaub und 45k Einstiegsgehalt. Natürlich wundern sie sich, wieso sie keine neuen Mitarbeiter finden.
Benutzeravatar
Tibor
Moderator
Moderator
Beiträge: 16471
Registriert: Mittwoch 9. Januar 2013, 23:09
Ausbildungslevel: Ass. iur.

Re: Was machen eigentlich Kandidaten mit gutem ersten und mittelmäßigem zweiten Examen?

Beitrag von Tibor » Samstag 20. November 2021, 12:14

gola20 hat geschrieben:Das stimmt wohl. Manche Entscheidungsträger sind 1995 stecken geblieben. Auch in unserer kleinen Kanzlei verlangen sie grundsätzlich zwei Mal 7 Punkte. Dafür bieten sie - und das nicht auf dem platten Land - grundsätzlich sagenhafte 20 Tage Urlaub und 45k Einstiegsgehalt. Natürlich wundern sie sich, wieso sie keine neuen Mitarbeiter finden.
So schlecht kann es ja nicht sein, wenn du dort schaffst.
"Just blame it on the guy who doesn't speak English. Ahh, Tibor, how many times you've saved my butt."
gola20
Power User
Power User
Beiträge: 664
Registriert: Donnerstag 29. September 2011, 20:11
Ausbildungslevel: Interessierter Laie

Re: Was machen eigentlich Kandidaten mit gutem ersten und mittelmäßigem zweiten Examen?

Beitrag von gola20 » Sonntag 21. November 2021, 13:11

So Dinge wie Kanzleikultur, wirkliche Arbeitszeiten, Teamchemie etc. sieht der Bewerber ja nicht. Hätte ich nicht promotionsbegleitend in Teilzeit angefangen, hätte ich das Angebot nie angenommen.
Benutzeravatar
Fyrion
Mega Power User
Mega Power User
Beiträge: 1657
Registriert: Montag 19. November 2007, 20:49

Re: Was machen eigentlich Kandidaten mit gutem ersten und mittelmäßigem zweiten Examen?

Beitrag von Fyrion » Freitag 26. November 2021, 11:05

edit: kann gelöscht werden, falscher Thread
Antworten