Bundestagswahl 2017.

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Re: Bundestagswahl 2017.

Beitrag von Tibor » Samstag 1. Mai 2021, 21:53

Leider wird der Wert der Wahlen durch die vorausgehende mediale Indoktrination erheblich gemindert.
Wo ist der Nachweis dafür? Der Rest sind Nebelkerzen.
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Re: Bundestagswahl 2017.

Beitrag von batman » Sonntag 2. Mai 2021, 07:31

Joshua hat geschrieben:
Samstag 1. Mai 2021, 20:29
In derartigen Diskussionen, deren Gegenstand auch die strukturelle Einflussnahme eines System x auf ein System y ist, muss beachtet werden, dass schon dieses penetrante "Nenne konkrete Beispiele, sonst bist du ein Verschwörungstheoretiker" eine undemokratische Frechheit und intellektuelle Anmaßung ist.
Gegenstand ist die Behauptung einer solchen Einflussnahme. Eine solche These sollte begründet und mit Beispielen belegt werden können, sonst bleibt sie wertlos. Das ist weder frech noch undemokratisch, das Gegenteil zu beklagen, absurd.
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Re: Bundestagswahl 2017.

Beitrag von batman » Sonntag 2. Mai 2021, 11:25

Aha, strukurelle Einflussnahme erfolgt also subtil und sollte nicht bekannt werden. Na wenn das keine "perfekte Definition" (sic!) ist...
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Re: Bundestagswahl 2017.

Beitrag von Joshua » Sonntag 2. Mai 2021, 19:23

batman hat geschrieben:
Sonntag 2. Mai 2021, 07:31
Joshua hat geschrieben:
Samstag 1. Mai 2021, 20:29
In derartigen Diskussionen, deren Gegenstand auch die strukturelle Einflussnahme eines System x auf ein System y ist, muss beachtet werden, dass schon dieses penetrante "Nenne konkrete Beispiele, sonst bist du ein Verschwörungstheoretiker" eine undemokratische Frechheit und intellektuelle Anmaßung ist.
Gegenstand ist die Behauptung einer solchen Einflussnahme. Eine solche These sollte begründet und mit Beispielen belegt werden können, sonst bleibt sie wertlos. Das ist weder frech noch undemokratisch, das Gegenteil zu beklagen, absurd.
Die Bsp. habe ich doch gebracht.
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Re: Bundestagswahl 2017.

Beitrag von Strich » Montag 3. Mai 2021, 11:21

Naja eine Tendenz ist einigen ÖRechtlichen Programmen schon eigen. Ich "teste" diese These ja gerade am Laschet, wie hier vor ein paar Seiten geschrieben.

Man braucht sich auch nur mal die Befassung mit der Linken ansehen. Der Tenor lautet da nicht: die verfassungsfeindlichen Kreise der Linken mit Arbeitslagerforderungen für Reiche sollten eine Zusammenarbeit mit ihr ausschließen. Es heißt im Tenor eigentlich immer nur: Wenn die Linke doch auf Thema x (bspw. Natoaustritt) oder y (bspw. Isrealpolitik) verzichten würde, dann wäre alles schick und RRG eingetütet. Mit der Partei selbst hat man kein Problem. Das gilt für den anderen politischen Rand nicht, den man schon zu Bernd Lucke Zeiten als die Inkarnation Adolf Hitlers dargestellt hat, was halt ziemlich schlecht gealtert ist, stellt man Höcke neben Lucke. Ich erinner mich auch noch gut an den Tenor des Schottlandreferendums. Alles Nationalisten, was damals schon kaum aufging und wiederum narrativ schlecht gealtert ist.

Wer sich desweiteren einbildet, die ÖRechtlichen seien vom "Zeitgeist" unbeeindruckt ist schlicht naiv. Klar mag der ÖR nicht gleich in Netflixgefilde abtauchen:
Ich habe letztens in Flight Attendent reingeschaut (jaja Amazon Prime) und eigentlich nur 10 Minuten "ertragen". In diesen 10 Minuten wurden einem folgende Dinge so richtig ins Gesicht gerieben:

- Eine Frau, die sich gegenüber Männern benimmt, wie sich Männer klischeehaft gegenüber Frauen aufführen
- Eine Frau, die, wie sonst klischeehaft Männer, lockeren Sex mit wechselnden Partnern hat
- Das Appartment der Frau ist eingerichtet, wie das Appartment eines Jungesellen(m)
- Alleinerziehender Vater
- von schwarzen Kindern
- Homosexueller Schwarzer

Das kann man jetzt alles im Einzelnen gut oder schlecht finden (ich finde es gut, dass auch alleinerziehende Väter gezeigt werden und das Homosexualität immer mehr normalisiert wird), in dieser Ansammlung kriegt man aber einfach nur das Gefühl, dass einem irgendwas verkauft werden soll und am Ende ne Serie um bestimmte Landmarks (Gender, Sexualität, Rolemodels) herum geschrieben werden musste.

Wenn man das einmal "sieht" "sieht" man das "plötzlich überall": in BBT sind eigentlich nur die Frauen richtig erwachsen und verhalten sich auch so und machen Karriere. Alle dargestellten Männer verkörpern kleine Jungs (Howard macht da noch die größten Fortschritte und Achtung, wer noch ne Verschwörungsebene hoch will, fragt sich, was Howard von den anderen unterscheidet).
Die Rezension von Black Panther erspare ich mir an der Stelle, weil ich eigentlich auf etwas anderes hinaus will, sich diese Beispiele beliebig fortsetzen ließen und ich diese "Sicht" auch für unterkomplex halte.

Um das ganze sachlich zu halten, macht es wenig Sinn die jeweilige Gegenseite schlicht aufzufordern Belege zu bennenen, die man dann als nicht überzeugend abtut.
Es macht viel mehr Sinn, selbst Belege zu benennen, die zeigen, dass der ÖR oder "die Medien" durchaus divers sind:

Wenn ich danach gefragt werde, benenne ich als Beispiel stets die Anstalt, die gerade mit der EuGH-Folge doch sehr kritisch gegen die EU geschossen hat. Ich finde auch die Formate von Anne Will und Markus Lanz als sehr ausgeglichen, sie mögen konfrontativ bspw. mit der AfD umgehen, aber nur weil ich "klare Kante" zeige, ist das weder gelenkt noch unsachlich noch Nord Korea oder so ein Schmarn, sondern im Gegenteil offen, nicht subtil.

Man sollte die Formate auch ein wenig auseinanderhalten, manche sind schlicht nicht auf Berichterstattung ausgelegt, sondern auf Kommentierung (Welke, Böhmermann).

Schließlich ist gerade im Internetzeitalter niemand gezwungen den ÖRR zu schauen, weshalb also bitte die Aufregung Joshua und Iriss? Jetzt sind doch alle "Woke". Ihr werdet doch nicht mehr indoktriniert, weil ihr das Spiel "durchschaut" habt. Plottwist: die "Schafe" haben das Spiel ebenfalls "durchschaut", begrüßen es aber, weil es ihrer Meinung entspricht und nicht umgekehrt ihre Meinung erst formt. Nur weil ihr das Berichtete nicht richtig findet, delegitimiert das die Institution ÖRR nicht. Andernfalls müsste man auch den Staat immer dann als illegitim ansehen, wenn eine Regierung mal verkackt.
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Re: Bundestagswahl 2017.

Beitrag von Durchhaltevermögen » Montag 3. Mai 2021, 14:11

Ich fand das Interview Anne Will-Baerbock schon auch außergewöhnlich handzahm mit lauter Softballs ("Kann eine Frau Kanzler" oder so). Die Analyse hierzu von Curio, den ich für rhetorisch talentiert, aber im Duktus furchtbar halte, traf mE bezogen auf diese Interviewsituation einen wahren Kern. Eine spürbare Sympathie von Anne Will war nicht zu verkennen. Das ist per se menschlich und nicht zu beanstanden; aber die Art und Weise der Befragung hat wenig Anklänge von kritischem Journalismus verspüren lassen.
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Re: Bundestagswahl 2017.

Beitrag von Strich » Montag 3. Mai 2021, 14:35

Hmm muss ich mir mal anschauen. Curio halte ich im Übrigen auch für rhetorisch talentiert. Inhaltlich naja ...
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Re: Bundestagswahl 2017.

Beitrag von Joshua » Montag 3. Mai 2021, 15:27

Den Beispielen der Vorredner muss man beipflichten.

Im Falle der AFD ist mir das rein vom Ergebnis her nicht unlieb, denn keine Partei lehne ich mehr ab.

Prinzipiell gedacht, darf es eine solche tendenziöse Herangehensweise als Kniefall insbesondere vor der CDU, zu deren Rechten nichts emporkommen soll, aber natürlich nicht geben.
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Re: Bundestagswahl 2017.

Beitrag von Tibor » Montag 3. Mai 2021, 15:47

Und der Umgang von Anne Will mit Baerbock oder der Umgang von Hayali mit der AfD sind nun Beispiele dafür, dass wir einer medialen Indoktrination unterlegen sind, die den Wert der Wahlen im September - im Sinne einer freien Wahlentscheidung - erheblich mindert?
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Re: Bundestagswahl 2017.

Beitrag von Strich » Montag 3. Mai 2021, 16:05

Auf jeden Fall Tibor. Ich habe heute auch einen Beitrag in der Schülerzeitung des Rosa-Luxemburg-Gymnasiums Zerbst gelesen, seit dem weiß ich, dass ich stramm links zu wählen habe.
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Re: Bundestagswahl 2017.

Beitrag von Joshua » Montag 3. Mai 2021, 16:11

Du verkennt den Verlauf des Threads. Ich habe deutlich gesagt, dass ich mit medialer Indoktrination nicht das Wirken der Parteien meinte.

Das bedeutet aber nicht, dass es keine Einflussnahme "der Politik" auf die Arbeit der Öffentlich-Rechtlichen gäbe.

Warum unter Ausschließlichkeitsparadigmen zu diskutieren sein sollte, erschließt sich nicht.
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Re: Bundestagswahl 2017.

Beitrag von Strich » Montag 3. Mai 2021, 16:19

Ok ich sags mal so:
Warum ist es eigentlich ein Problem, wenn es einen Einfluss der Politik auf die Arbeit des ÖRR gäbe?
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Re: Bundestagswahl 2017.

Beitrag von Joshua » Montag 3. Mai 2021, 16:28

Strich hat geschrieben:
Montag 3. Mai 2021, 16:19
Ok ich sags mal so:
Warum ist es eigentlich ein Problem, wenn es einen Einfluss der Politik auf die Arbeit des ÖRR gäbe?
Fall Brender? Unproblematisch?
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Re: Bundestagswahl 2017.

Beitrag von Tibor » Montag 3. Mai 2021, 17:03

Joshua hat geschrieben:Du verkennt den Verlauf des Threads. Ich habe deutlich gesagt, dass ich mit medialer Indoktrination nicht das Wirken der Parteien meinte.

Das bedeutet aber nicht, dass es keine Einflussnahme "der Politik" auf die Arbeit der Öffentlich-Rechtlichen gäbe.

Warum unter Ausschließlichkeitsparadigmen zu diskutieren sein sollte, erschließt sich nicht.
Du hast geschrieben, was ich jetzt mehrfach zitiert habe. Du hast behauptet, dass die Wahlen in unser Demokratie entwertet seien, weil es eine vorausgehende mediale Indoktrination gebe. Von wem hast du ja offen gelassen; ich habe auch nicht behauptet, dass du gesagt hättest, es gebe diesen Einfluss auf den Wähler über den Rundfunk aus den Parteien selbst. Wenn du nun wieder nebulös „Politik“ schreibst, meinst du damit Legislative oder Exekutive?
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Re: Bundestagswahl 2017.

Beitrag von Joshua » Montag 3. Mai 2021, 17:23

Wir drehen uns im Kreis. Diskutieren wir doch konkret. Ich habe den Fall Brender genannt. Ich habe die Postenbesetzungen benannt. Ich habe ergänzend die Bundeszentrale für politische Bildung zitiert zu den Freundeskreisen.
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