Coronavirus

"Off-Topic"-Forum. Die Themen können von den Usern frei bestimmt werden.
Es gelten auch hier die Foren-Regeln!

Moderatoren: Tibor, Verwaltung

Antworten
Seeker
Power User
Power User
Beiträge: 482
Registriert: Dienstag 17. November 2020, 18:25
Ausbildungslevel: Anderes

Re: Coronavirus

Beitrag von Seeker » Montag 23. August 2021, 15:42

Als Jurist solltest du einfache Fragen verstehen und beantworten können. Da du dazu nicht willens oder in der Lage bist, ist jede weitere Diskussion mit dir über dieses Thema offensichtlich sinnlos.

Die redlichen Teilnehmer der Diskussion können allerdings klar erkennen, dass die von mir gestellten Fragen von entscheidender Bedeutung für den Umgang mit der Pandemie sind: Was wäre konkretes Ziel der Maßnahmen? Welche Einschränkungen erscheinen gerechtfertigt (rechtlich-politisch-moralisch), um dieses Ziel zu erreichen? Welche Inzidenz erscheint hinnehmbar, welche nicht, und warum? Für den Fall, dass wir Corona nicht ausrotten können: was wäre das Ziel? Wann sollen die Maßnahmen ganz oder überwiegend abgeschafft werden? Oder nie?

Dass zu darauf nicht einmal eingehst, spricht Bände und stärkt zugleich meine Argumentation.
Joshua
Super Power User
Super Power User
Beiträge: 1067
Registriert: Freitag 31. August 2007, 14:53

Re: Coronavirus

Beitrag von Joshua » Montag 23. August 2021, 16:10

Seeker hat geschrieben:
Montag 23. August 2021, 15:42
Was wäre konkretes Ziel der Maßnahmen?
Signifikante Einschränkung der Anzahl an Infektionen und insbesondere der schweren Verläufe.
a) Hauptziel ist die Reduzierung schwerer Verläufe
aa) zum Schutz des Gesundheitssystems im Ganzen,
bb) zum Schutz des Einzelnen, und zwar
(1) des Lebens und
(2) der Gesundheit.
b) Daneben sollte man mE als Ziel auch den Schutz von Infektionen überhaupt ausgeben, da
aa) long covid auch mit (scheinbar) wenig schweren Verläufen einheirgehen kann und
bb) insbesondere für die Delta-Variante insofern noch belastbare Daten fehlen, einige Ergebnisse aber auf eine Zunahme des (p) für long covid deuten.
Welche Einschränkungen erscheinen gerechtfertigt (rechtlich-politisch-moralisch), um dieses Ziel zu erreichen?
a) Derzeit nur differenzierte Beschränkungen derjenigen Lebensbereiche, in denen unter den besonderen Bedingungen der Deltavariante (stark erhöhte Ansteckungswahrscheinlichkeit über Aerosole) mit überdurchschnittlicher Ansteckungsgefahr zu rechnen ist; dazu gibt es bereits erste Studienergebnisse.
Differenziert heißt: Nach Geimpften, Genesenen und ggf. Getesteten einerseits und diese Bedingungen nicht erfüllenden Individuen andererseits unterscheidend.
b) Weitere Maßnahmen kann ich derzeit nicht beschreiben, dazu kenne ich zu wenig Daten. Wir wissen nicht exakt
aa) wie viele Durchbrüche bei Geimpften es gibt/geben wird und
bb) wie viele davon schwer erkrankten und
cc) wie viele schwere Verläufe aus der Gruppe der
(1) noch
(2) aus welchen Gründen auch immer: dauerhaft
Ungeimpften zu warten sind und
dd) wie sich die nachlassende Impfwirkung bzgl aa) und bb)
(1) jetzt bereits auswirkt und
(2) mit weiterem Verlauf auf der Zeitachse nach rechts auswirken wird.
Welche Inzidenz erscheint hinnehmbar, welche nicht, und warum?
Habe ich erläutert.
Für den Fall, dass wir Corona nicht ausrotten können: was wäre das Ziel? Wann sollen die Maßnahmen ganz oder überwiegend abgeschafft werden? Oder nie?
Kann ich gerne drauf eingehen, war aber nicht mein Thema:

a) Wir werden Covid-19 nicht ausrotten.
b) Es gibt 3 Szenarien, die ein völlig unterschiedliches Handeln erfordern:
(aa) Es werden Varianten dominant, die zwar hoch infektiös, aber für den einzelnen weniger gefährlich sind, also
(1) auf dem Niveau eines grippalen Infekts (vulgo: Erkältung) oder
(2) dem der Saison-Influenza
anzusiedeln sind.
Zu rechtfertigen sind dann mE nur die Maßnahmen, die man bei den jeweiligen Infektionskrankheiten kennt, also: keine Eingriffe, nur Impfangebote, ggf. Impfpflicht für bestimmtes KH- und Plegepersonal.
(bb) Es bleiben die derzeitgen Varianten bzw. vergleichbare Varianten auf Jahre dominant, also Varianten mit einem Risikopotential erheblich oberhalb der Saisoninfluenza. Dann halte ich die bereits genannten Maßnahmen (3G/2G) auch längerfristig für vertretbar.
(cc) Es setzen sich Varianten durch, die gefährlicher sind als die derzeitigen:
Dann muss man zurück auf Null und neu abwägen.
"Wohltätigkeit ist das Ersäufen des Rechts im Mistloch der Gnade." - Johann Heinrich Pestalozzi, Schweizer Pädagoge und Reformer (1746 - 1827)
Benutzeravatar
Tibor
Moderator
Moderator
Beiträge: 16490
Registriert: Mittwoch 9. Januar 2013, 23:09
Ausbildungslevel: Ass. iur.

Re: Coronavirus

Beitrag von Tibor » Dienstag 24. August 2021, 13:21

Joshua hat geschrieben:
Montag 23. August 2021, 16:10
Seeker hat geschrieben:
Montag 23. August 2021, 15:42
Was wäre konkretes Ziel der Maßnahmen?
Signifikante Einschränkung der Anzahl an Infektionen und insbesondere der schweren Verläufe.
a) Hauptziel ist die Reduzierung schwerer Verläufe
aa) zum Schutz des Gesundheitssystems im Ganzen,
bb) zum Schutz des Einzelnen, und zwar
(1) des Lebens und
(2) der Gesundheit.
b) Daneben sollte man mE als Ziel auch den Schutz von Infektionen überhaupt ausgeben, da
aa) long covid auch mit (scheinbar) wenig schweren Verläufen einheirgehen kann und
bb) insbesondere für die Delta-Variante insofern noch belastbare Daten fehlen, einige Ergebnisse aber auf eine Zunahme des (p) für long covid deuten.
Sorry, aber das ist doch zu vage bzw. völlig unbestimmt. Was ist "Reduzierung schwerer Verläufe"? Ist jede Intubation ein schwerer Verlauf? Schon die Beatmung? Die Aufnahme ins Krankenhaus? Was heißt "Schutz des Gesundheitssystems"? Das erinnert an die Ami-Leute, die gern sagen der Krankenwagen sei kein Taxi ins Krankenhaus. Doch, genau das ist es. Und wir haben das "Gesundheitssystem" (vermutlich meinst du die Einrichtungen der Krankenhäuser, medizinischen Versorgungszentren, niedergelassener Ärzte in toto), weil es eben ungesunde Menschen gibt. Wenn wir absolute Krankheitsverhinderung als Ziel ausgeben, können wir uns ein solches Gesundheitssystem sparen. Last but not least dein "Schutz der Gesundheit". Dann könnten bzw. müssten wir auch ernsthaft über Alkohol, Schokoriegel und Autos diskutieren. Dann sind wir nicht weit vom Social Credit System aus China entfernt, wo es wohl "Lebensboni" für sportliches Verhalten gibt. Vielleicht sollten einfach alle Menschen - wie bei Matrix - dann nur noch in einer Art Brutkasten leben und eine heile Welt simuliert bekommen.

So, nun mein Vorschlag: Ziel kann es nur sein, dass wir eine Höchstquote an erkrankten Kindern unter 12 (kein Impfstoff) anstreben bzw. an erkrankten anderen Personen, denen eine Impfung aufgrund von anderen Erkrankungen objektiv nicht zugemutet werden kann. Diese Höchstquote muss sich an üblichen Lebensrisiken orientieren, bspw. an Erkrankungen anderer Viruserkrankungen (Masern, Grippe, Herpes). Die Bezeichnung des Ziels und die Bestimmung entsprechender Quoten hat nach gehöriger Unterrichtung durch Wissenschaftler allein im Bundestag zu erfolgen, denn dafür wählen wir in einer parlamentarischen Demokratie. Und wenn die Unterrichtung/Anhörung in diesem Fall eine Marathon-Sitzung von 200 Stunden erfordert, dann soll mich das recht sein. Noch lieber wäre mir dann, wenn es keinen "Fraktionszwang" gäbe.
"Just blame it on the guy who doesn't speak English. Ahh, Tibor, how many times you've saved my butt."
Joshua
Super Power User
Super Power User
Beiträge: 1067
Registriert: Freitag 31. August 2007, 14:53

Re: Coronavirus

Beitrag von Joshua » Dienstag 24. August 2021, 14:37

Tibor hat geschrieben:
Dienstag 24. August 2021, 13:21

Ziel kann es nur sein, dass wir eine Höchstquote an erkrankten Kindern unter 12 (kein Impfstoff) anstreben bzw. an erkrankten anderen Personen, denen eine Impfung aufgrund von anderen Erkrankungen objektiv nicht zugemutet werden kann.

Nein. Zu eng, in doppelter Hinsicht:
(1) Es müssen auch die Geimpften vor sog. Durchbruchsinfektionen weiter geschützt werden. S. Israel: Ca. 10% der Patienten mit schweren Verläufen waren dort doppelt Geimpfte.
(2) Es müssen auch die 41% der noch nicht doppelt Geimpften geschützt werden. Der Impfstoff verfügt nach wie vor nur über eine Notfallzulassung. Auch deswegen gibt es keine ernstlichen Erwägungen, eine echte Impfpflicht einzuführen. Dann aber kann man die Menschen, die sich aufgrund von Bedenken gegen die Impfstoffsicherheit nicht impfen lassen, nicht aus der grundrechtlichen Schutzdimension des Art. 2 Abs. 2 S. 1 GG herausnehmen. Letzteres wird kontrovers bleiben. Weniger kontrovers: Unter den 41% sind auch noch viele Alte, die schlicht die bürokratischen Hürden der Impfung noch nicht überwinden konnten. Sie bedürfen des Schutzes.
Diese Höchstquote muss sich an üblichen Lebensrisiken orientieren, bspw. an Erkrankungen anderer Viruserkrankungen (Masern, Grippe, Herpes). Die Bezeichnung des Ziels und die Bestimmung entsprechender Quoten hat nach gehöriger Unterrichtung durch Wissenschaftler allein im Bundestag zu erfolgen, denn dafür wählen wir in einer parlamentarischen Demokratie.
Das geht mathematisch nicht auf.

Denn:

(1) Deine Gruppe

= Kinder + impfunfähig Vorerkrankte

ist inhomogen. Es gibt schon kein einheitliches Risikozumutbarkeitsprofil. Folglich könnte es nur sehr unterschiedliche "Höchstquoten" geben.

Konkreter: Wir können uns wohl weitaus mehr erkrankte Kinder bis 12 leisten, weil hier so gut wie keine schweren Verläufe und nach neueren Erkenntnissen auch keine besonderen long-covid-Gefahren anzunehmen sind, als Erkrankte aus der Gruppe "impfunfähig Vorerkrankte". Denn das sind u.a. Menschen mit meist schweren Krebs- und Immunerkrankungen, für die Covid ein hohes Risiko birgt, zu versterben.

(2) Würden wir nun völlig unterschiedliche "Höchstquoten" festsetzen, würden sich daraus entsprechend unterschiedliche "policies" der Infektionsvermeidung ergeben. Da man die "Höchsquoten" nicht mitteln könnte, würde die am stärksten gefährdete Gruppe die "policy" determinieren.
"Wohltätigkeit ist das Ersäufen des Rechts im Mistloch der Gnade." - Johann Heinrich Pestalozzi, Schweizer Pädagoge und Reformer (1746 - 1827)
Joshua
Super Power User
Super Power User
Beiträge: 1067
Registriert: Freitag 31. August 2007, 14:53

Re: Coronavirus

Beitrag von Joshua » Dienstag 24. August 2021, 14:52

Tibor hat geschrieben:
Dienstag 24. August 2021, 13:21
Was ist "Reduzierung schwerer Verläufe"? Ist jede Intubation ein schwerer Verlauf? Schon die Beatmung? Die Aufnahme ins Krankenhaus?
ME:
Nach medizinischen Kriterien erforderliche Hospitalisierung (ohne Differenzierung nach Normal- und Intensivstationen).
Was heißt "Schutz des Gesundheitssystems"?
Das war und ist eine weithin konsensfähige Kompromissklausel im politischen Diskurs. Gemeint ist: Schutz vor Überlastung der Krankenhäuser (tritt ein, wenn z.B. Covid-bedingt Überstunden geleistet und/oder andere Behandlungen,insbesondere OPs, abgesagt werden müssen).
Last but not least dein "Schutz der Gesundheit". Dann könnten bzw. müssten wir auch ernsthaft über Alkohol, Schokoriegel und Autos diskutieren.

a) Konsens: Art. 2 Abs. 2 S. 1 GG gilt.
b) Konsens: Art. 2 Abs. 2 S. 1 GG hat wie andere Grundrechte eine Schutzdimension, die die öffentliche Gewalt zum positiven Tun zum Schutz der Grundrechtsträger verpflichtet.
c) Konsens: b) bedarf der besonderen Abwägung im Einzelfall. Nicht
aa) jedes (noch so geringe) Risiko für
bb) jede (noch so geringe) Verletzung des Rechtsguts
kann zum Einschreiten verpflichten. Zudem muss die Schutzdimension immer mit den Freiheitsrechten abgewogen werden, sofern die Schutzmaßnahmen einen Eingriff in Freiheitsrechte bedingen.

Zu deinen Beispielen: Bei Alkohol, Schokoriegel und Autos kann ich zudem viel beeinflussen, z.B., indem ich meinen Schokorieglkonsum reduziere oder mehr Bahn fahre. Bei Covid kann ich das nur sehr eingeschränkt und fast nicht, wenn ich mich z.B. nicht impfen lassen kann.

Außerdem ist der Gesetzgeber in vielen deiner Beispielsbereiche doch schon tätig geworden: Umfängliche Sicherungsmaßnahmen im Straßenverkehr (Gurtpflicht, Vorgaben für Crashsicherheit bei Pkw usw.), Regulierung der Alkoholwerbung usw.
"Wohltätigkeit ist das Ersäufen des Rechts im Mistloch der Gnade." - Johann Heinrich Pestalozzi, Schweizer Pädagoge und Reformer (1746 - 1827)
Benutzeravatar
Tibor
Moderator
Moderator
Beiträge: 16490
Registriert: Mittwoch 9. Januar 2013, 23:09
Ausbildungslevel: Ass. iur.

Re: Coronavirus

Beitrag von Tibor » Dienstag 24. August 2021, 16:22

Joshua hat geschrieben:
Dienstag 24. August 2021, 14:37
(1) Es müssen auch die Geimpften vor sog. Durchbruchsinfektionen weiter geschützt werden. S. Israel: Ca. 10% der Patienten mit schweren Verläufen waren dort doppelt Geimpfte.
(2) Es müssen auch die 41% der noch nicht doppelt Geimpften geschützt werden.
@1: Ok, aber nicht "müssen", sondern gerade nur geeigneter Zweck.
@2: Übergangsproblem, keine Frage für eine ganzheitliche Strategie, über die der BT ohnehin nicht binnen der nächsten 8-12 Wochen diskutieren wird.

Wenn bei Kindern wirklich keine nennenswerten schweren Verläufe sichtbar werden, sich das Risiko also im Bereich anderer bekannter Virenerkrankungen bewegt, dann sollte man m.E. umso eher die Inzidenzzahlen (in die die Positivergebnisse aus Schultests ja eingehen) nicht mehr als Maßstab verwenden. In Ampeln gedacht ist die Inzidenz dann nur eine erste Schwelle, um weitere Schwellenwerte prüfen zu müssen.
"Just blame it on the guy who doesn't speak English. Ahh, Tibor, how many times you've saved my butt."
Theopa
Super Power User
Super Power User
Beiträge: 1113
Registriert: Mittwoch 9. Juli 2014, 18:09
Ausbildungslevel: RA

Re: Coronavirus

Beitrag von Theopa » Dienstag 24. August 2021, 16:59

Joshua hat geschrieben:
Dienstag 24. August 2021, 14:37
Weniger kontrovers: Unter den 41% sind auch noch viele Alte, die schlicht die bürokratischen Hürden der Impfung noch nicht überwinden konnten. Sie bedürfen des Schutzes.
Das ist heute kein Argument mehr. Man kann vielerorts seit Wochen einfach beim Hausarzt arnufen und bekommt direkt einen Termin bzw. falls dort mangels Nachfrage schon nicht mehr geimpft wird den Verweis zu einem Kollegen der das noch macht. Das auch nur, falls man als alte Person nicht ohnehin schon vor Monaten über Wartelisten bei diesen Hausärzten dran kam. Das Impfzentrum war zu Beginn des Jahres noch verpflichtend und ein bürokratisches/technisches Problem, das gilt aber schon länger nicht mehr.
Dann aber kann man die Menschen, die sich aufgrund von Bedenken gegen die Impfstoffsicherheit nicht impfen lassen, nicht aus der grundrechtlichen Schutzdimension des Art. 2 Abs. 2 S. 1 GG herausnehmen.
Durch die Stiko-Empfehlung und die Zulassung ist die Impfung zunächst einmal ärztlicher Standard, dabei ist es egal wie genau der Impfstoff zugelassen ist. Wer sich gegen den Standard entscheiden möchte kann das tun, auf dieser Grundlage aber keine Einschränkung der Rechte Dritter verlangen.
Es müssen auch die Geimpften vor sog. Durchbruchsinfektionen weiter geschützt werden. S. Israel: Ca. 10% der Patienten mit schweren Verläufen waren dort doppelt Geimpfte.
Wenn wir von 10% Durchbrüchen ausgingen - was bei postulierten 90% Wirksamkeit der Impfstoffe wohl sehr realistisch ist - wird die Gefährlichkeit der Krankheit damit bei Geimpften statistisch gesehen und vereinfacht gesagt um bis zu 90% reduziert. Wenn Covid-19 um 90% harmloser wird dürfte es sich schon deutlich unterhalb der Grippe ansiedeln, welche bisher keinerlei Maßnahmen gerechtfertigt hat.
gren
Newbie
Newbie
Beiträge: 5
Registriert: Freitag 5. März 2021, 09:11

Re: Coronavirus

Beitrag von gren » Samstag 4. September 2021, 21:11

Ich sehe sehr kritisch, dass man speziell auf Personen in der jüngeren Altersgruppe mittelbar Druck zur Impfung ausübt, obwohl diese nicht allgemein eindeutig medizinisch indiziert ist. Es kann nicht sein, dass die Entscheidung für einen medizinischen Eingriff aus anderen Motiven auf indirekten Druck von außen erfolgt.

Im Übrigen stimme ich Theopa zu.
Sektnase
Mega Power User
Mega Power User
Beiträge: 1798
Registriert: Dienstag 4. Juni 2019, 22:22
Ausbildungslevel: Schüler

Re: Coronavirus

Beitrag von Sektnase » Sonntag 5. September 2021, 09:49

Was auch immer "nicht allgemein eindeutig" auch heißen mag. Hab den Thread jetzt nicht mehr verfolgt, gibt's denn ernsthaft Altersgruppen, in denen die verschwindend geringen Risiken der Impfungen den Nutzen übersteigen?
In einem Umfeld, in dem mittelschwere Hurensöhnigkeit häufig zum Stellenprofil gehört, muss einen nicht wundern, wenn man Scheiße behandelt wird. -Blaumann
Theopa
Super Power User
Super Power User
Beiträge: 1113
Registriert: Mittwoch 9. Juli 2014, 18:09
Ausbildungslevel: RA

Re: Coronavirus

Beitrag von Theopa » Montag 6. September 2021, 09:25

Sektnase hat geschrieben:
Sonntag 5. September 2021, 09:49
Was auch immer "nicht allgemein eindeutig" auch heißen mag. Hab den Thread jetzt nicht mehr verfolgt, gibt's denn ernsthaft Altersgruppen, in denen die verschwindend geringen Risiken der Impfungen den Nutzen übersteigen?
Positiv belegt oder nach den bisherigen Daten vermutet? Nein.

Es gibt aber natürlich die alte Volksweisheit: Was man nicht persönlich als nachweislich absolut harmlos kennt ist immer erst einmal extrem gefährlich!
Benutzeravatar
Kroate
Super Power User
Super Power User
Beiträge: 1461
Registriert: Sonntag 25. Dezember 2011, 09:46
Ausbildungslevel: Au-was?

Re: Coronavirus

Beitrag von Kroate » Montag 6. September 2021, 11:00

Sektnase hat geschrieben:Was auch immer "nicht allgemein eindeutig" auch heißen mag. Hab den Thread jetzt nicht mehr verfolgt, gibt's denn ernsthaft Altersgruppen, in denen die verschwindend geringen Risiken der Impfungen den Nutzen übersteigen?
Man darf nicht vergessen, dass der Nutzen der Impfung bei den jüngsten - soweit sie unter keinen Vorerkrankungen leiden - ebenfalls verschwindend gering ist. Ich kenne die neuesten Erkenntnisse zu Myokarditis und Perikarditis als unerwünschte Nebenfolge der Impfung insbesondere bei männlichen jungen Menschen nicht, als ich mich das letzte Mal damit befasst hatte war die Datenlage noch unzureichend.

Gesendet von meinem SM-G986B mit Tapatalk

Joshua
Super Power User
Super Power User
Beiträge: 1067
Registriert: Freitag 31. August 2007, 14:53

Re: Coronavirus

Beitrag von Joshua » Montag 6. September 2021, 18:26

Theopa hat geschrieben:
Dienstag 24. August 2021, 16:59
Es müssen auch die Geimpften vor sog. Durchbruchsinfektionen weiter geschützt werden. S. Israel: Ca. 10% der Patienten mit schweren Verläufen waren dort doppelt Geimpfte.
Wenn wir von 10% Durchbrüchen ausgingen - was bei postulierten 90% Wirksamkeit der Impfstoffe wohl sehr realistisch ist - wird die Gefährlichkeit der Krankheit damit bei Geimpften statistisch gesehen und vereinfacht gesagt um bis zu 90% reduziert. Wenn Covid-19 um 90% harmloser wird dürfte es sich schon deutlich unterhalb der Grippe ansiedeln, welche bisher keinerlei Maßnahmen gerechtfertigt hat.
So einfach ist die Rechnung mE nicht. Denn wir müssen auch berücksichtigen, dass wir immer die Infektiösität der jeweils dominanten Virusvariante in die Gleichung aufnehmen müssen. Anders gewendet: 10% von wie vielen infektionsgeeigneten Kontakten pro 100.000 Einwohner?

Beispiel:

10% Durchbrüche mit Verlauf x bei 10 Mio. Geimpften, die einen grundsätzlich ansteckungsfähigen Kontakt hatten = 1 Mio. Durchbruchsinfektionen mit Verlauf x.

10% Durchbrüche mit Verlauf x bei 100. 000 Geimpften, die einen grundsätzlich ansteckung fähigen Kontakt hatten = 10.000 Durchbruchsinfektionen mit Verlauf x.

Ein Unterschied wie Tag und Nacht.

Und wie sich die hochinfektiöse Delta Variante in ihrer Infektiösität nun zu einer durchschnittlich ansteckenden Influenza Variante verhält, wissen wir nicht sicher.
"Wohltätigkeit ist das Ersäufen des Rechts im Mistloch der Gnade." - Johann Heinrich Pestalozzi, Schweizer Pädagoge und Reformer (1746 - 1827)
Joshua
Super Power User
Super Power User
Beiträge: 1067
Registriert: Freitag 31. August 2007, 14:53

Re: Coronavirus

Beitrag von Joshua » Freitag 8. Oktober 2021, 17:40

Ich rechne mich ja zum "Team Vorsicht", aber immer gilt: Audiatur et altera pars!

Was der (mE in der Tendenziösität zweifelhafte) "corona-blog" zu Impfdurchbrüchen zusammenträgt, muss zu denken geben:
02.10.2021 Hofberg: Corona Ausbruch mit 50 Infizierten - fast alle infizierten Bewohner vollständig geimpft. Skandalöse Berichterstattung in den Medien

Uns wurden zwei Artikel (1 und 2) aus der lokalen Presse zugesandt, in denen von einem Corona Ausbruch mit 50 Fällen in einem BRK Seniorenheim in Hofberg (Landshut) berichtet wird. Dabei ist beachtlich, dass in der Berichterstattung die „skandalöse Impfquote“ unter den Mitarbeitern hervorgehoben wird. So wird in beiden Artikeln erwähnt, dass 13 der 17 infizierten Mitarbeitern ungeimpft waren.
Wir finden dagegen skandalös, dass beide Artikel die wichtigen Informationen verschweigen, dass von den 32 infizierten Bewohnern ganze 31 vollständig geimpft waren. Ferner wurden 4 Bewohner hospitalisiert - alle 4 waren vollständig geimpft. 2 infizierte Bewohner sind verstorben - auch hier waren beide vollständig geimpft.
Diese Daten passen aber nicht in das Bild der „wirksamen“ Impfung und werden deshalb von der Presse natürlich ignoriert. Die deutsche Presse im Jahr 2021: Auf beiden geimpften Augen blind.

01.10.2021 Schwelm: Corona Ausbruch in Seniorenheim - 19 von 22 Infizierten mindestens zwei Mal geimpft

Die Westfalenpost berichtet über einen Corona Ausbruch im „Feierabendhaus“ in Schwelm. Dort haben sich insgesamt 22 Bewohner und 5 Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Von den 22 Infizierten Bewohnern hatten 19 mindestens 2 Impfungen, zwei Bewohner hatten sogar schon die dritte Impfung erhalten. Zu dem Impfstatus der Mitarbeiter wird keine Angabe gemacht - es wird lediglich erwähnt, dass die Impfquote unter den Mitarbeitern bei 92% liegt. Man darf also annehmen, dass auch von den 5 infizierten Mitarbeitern (fast) alle geimpft waren.
Quelle: https://corona-blog.net/tote-im-zusamme ... id-impfung

je mwN.

Tatsächlich muss man dem Blog zugeben, dass über derartige Durchbrüche in den etbalierten Medien eher wenig berichtet wird. Das ist medienpolitisch höchst problematisch.

Wir müssten mehr darüber sprechen, dass die Impfstoffe doch erhebliche Schutzlücken aufweisen, ersichtlich gerade bei besonders gefährdeten Personengruppen.

Solange diese Diskussion nicht ehrlich geführt wird, hat die Leugnerszene leichtes Spiel!
"Wohltätigkeit ist das Ersäufen des Rechts im Mistloch der Gnade." - Johann Heinrich Pestalozzi, Schweizer Pädagoge und Reformer (1746 - 1827)
gola20
Power User
Power User
Beiträge: 665
Registriert: Donnerstag 29. September 2011, 20:11
Ausbildungslevel: Interessierter Laie

Re: Coronavirus

Beitrag von gola20 » Freitag 8. Oktober 2021, 17:45

Es wird in den Medien aber berichtet. Zeit Online nennt auch Zahlen: Altergruppe 18-59 J., 84 %
Schutz vor symptomatischer Infektion.
Backstubentaler
Power User
Power User
Beiträge: 401
Registriert: Montag 17. Oktober 2011, 16:43
Ausbildungslevel: Postgrad-Student

Re: Coronavirus

Beitrag von Backstubentaler » Freitag 8. Oktober 2021, 18:11

Sehe auch nicht, dass Impfdurchbrüche totgeschwiegen werden. Seit 2-3 Monaten wird doch über mit der Zeit schwindende Immunität, Impfdurchbrüche und die Notwenigkeit von Boosterimpfungen diskutiert. Niemand behauptet, die Impfung schütze vollständig. Was den Schutz vor Ansteckungen angeht dürften die Inzidenzzahlen die Schutzwirkung deutlich überschätzen. Der Schutz vor schweren Verläufen, Hospitalisierung und Tod ist aber immer noch sehr, sehr hoch. Vorwürfe gegen um ungeimpftes Pflegepersonal halte ich auch nicht für hilfreich, aber derart viele ungeimpfte Pfleger irritiert dann doch. Sie sind es doch, denen ständig hochbetagte Virenschleudern ins Gesicht husten.

In meinem Umfeld mehren sich auch die Einschläge, von der Geburtstagsfeier letzten Montag gibt es mittlerweile 3 positiv getestete: alle geimpft und alle mit ganz leichten Erkältungssymptomen. Wird uns wohl alle diesen Winter erwischen.
Antworten