Lohnt sich ein Jurastudium heutztage noch?

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thh
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Re: Lohnt sich ein Jurastudium heutztage noch?

Beitrag von thh » Donnerstag 3. Juni 2021, 18:28

CreepyCat hat geschrieben:
Donnerstag 3. Juni 2021, 06:49
Etwas weniger subjektiv bleibe ich dennoch dabei, dass man damit leben und rechnen muss, dass das Verhältnis des Lernaufwands und des Inputs, dem man in eine Vorlesung / Klausurvorbereitung steckt in keiner Weise mit dem Ergebnis korrelieren muss. Aber wie gesagt: Da spielendie Punkte Begabung und eigene Anspruchshaltung natürlich mit rein.
Mag sein. Ich habe für die Klausuren im Studium nie mehr als ein paar Tage Vorbereitung investiert, oft weniger, und war daher auch nicht überrascht, dass die Ergebnisse durchschnittlich waren, irgendwie zwischen 5 und 9 Punkten. Wenn man sich wirklich intensiv reinhängt, mag es frustrieren, wenn das Ergebnis dann nicht wesentlich besser ist.
CreepyCat hat geschrieben:
Donnerstag 3. Juni 2021, 06:49
Aber auch diesbezüglich kann doch gerade in Jura von "Nichtstun" nicht die Rede sein: Bereits ab den ersten Stunden BGB AT ist das Ziel nicht das Bestehen der Abschlussklausur, sondern der Aufbau eines Grund- und Systemverständnisses für das spätere Examen.
Sicher, das ist der Plan, und natürlich ist es klug, sich von Anfang an darum zu kümmern. Viele tun das nicht und lernen erst in der Examensvorbereitung richtig und intensiv; das funktioniert eben auch, ist aber natürlich potentiell stressig.
CreepyCat hat geschrieben:
Donnerstag 3. Juni 2021, 06:49
Tut man gerade zu Beginn wirklich "nichts", rächt sich das später weil vieles aufeinander aufbaut und man spätestens in den großen Übungen Probleme haben wird und man das "nichtstun" unweigerlich in der Examensvorbereitung kompensieren muss.
Naja, wer wirklich die ersten zwei Jahre nur eingeschrieben ist und sich sonst nie mit Jura beschäftigt, der mag dann Probleme haben; ich dachte mehr an den Besuch zumindest des Großteils der vorgesehenen Vorlesungen und begleitenden Einführungsveranstaltungen, daneben vielleicht noch ein Kurzlehrbuch lesen ... Das ist aber doch ein sehr überschaubarer Einsatz. Freilich sollte man in der Examensvorbereitung nicht zum ersten Mal von den Basics hören, aber auch die kommerziellen Repetitorien fangen ja nicht ohne Grund quasi von vorne an.
CreepyCat hat geschrieben:
Donnerstag 3. Juni 2021, 18:13
Fyrion hat geschrieben:
Donnerstag 3. Juni 2021, 17:42
Also hier sind natürlich hauptsächlich juristisch Hochbegabte unterwegs, aber ich hatte weder in der Schule nur Einsen, noch hatte ich im Studium auch nur annährend 6-8 Punkte als Worst Case. Ein ganzer Haufen der Studienleistungen sind nach dem Prinzip 4 gewinnt erfolgt[...]
Wenn ich dich richtig verstehe - da bin ich mir gerade nicht sicher :-k - und 8 Punkte für dich ein "worst case" Szenario darstellen, das du im Studium nicht mal "auch nur annährend" hattest (weil besser?)
Fyrion schrieb doch, dass das worst-case-Szenario keineswegs 8 Punkte waren, sondern vielmehr nur das Nötigsten getan wurde, um gerade eben noch vier Punkte zu erreichen.
CreepyCat hat geschrieben:
Donnerstag 3. Juni 2021, 18:13
Besieht man sich die gängigen Ergebnisse von Klausuren im Grundstudium, dürften die meisten mit 6-8 Punkten ganz gut bedient sein und das auch in etwa das sein, was ein potentieller Jurastudent zunächst zu erwarten hätte bzw. mit dem er sich doch von Zeit zu Zeit konfrontiert sehen dürfte :D
Ja, eben. Aber das ist doch völlig in Ordnung und ganz normal und hat nichts damit zu tun, dass man ständig Tiefschläge bekommt und sich immer wieder aufraffen muss, weiterzumachen. Im Gegenteil: man kann üblicherweise mit sehr überschaubarem Aufwand durchschnittliche Leistungen erzielen. Das ist ja gerade das große Problem des Jurastudiums: die große Abrechnung kommt erst am Schluss. Andere Studiengänge sieben in Vorprüfungen zum Anfang oder zur Mitte des Studiums hin aus, so dass diejenigen, die soweit kommen, in aller Regel dann auch bequem ihren Abschluss schaffen. Das verhindert, viele Jahre des Lebens in ein Studium zu absolvieren, in dem man dann am Ende doch keinen Abschluss erlangt.

Insofern würde ich mich auch nur dann Gedanken machen, wenn ich während des Studiums trotz intensiven Lernens Klausuren/Hausarbeiten nicht oder immer nur gerade eben so bestehe.
TeWe
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Re: Lohnt sich ein Jurastudium heutztage noch?

Beitrag von TeWe » Donnerstag 3. Juni 2021, 21:14

Ich denke mal, dass lohnt sich heute mehr als vor 20-30 Jahren. Da die Gesetzgeber in der Praxis ständig neue Regelungen erlassen oder bestehende Regelungen verändern, so dass kein einzelner Bürger die vielen Regelungen in ihrer Fülle mehr überschauen kann, dürfte da auch noch langfristig Bedarf bestehen.
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