Verwaltungsjurist/in - Regierungsrat

Für alle Fragen, die sich speziell für Richter, Staatsanwälte oder Verwaltungsbeamte ergeben, z.B. Bewerbung, Arbeitszeit, Laufbahnentwicklung, Wechsel des Bundeslandes oder der Gerichtsbarkeit usw.

Moderator: Verwaltung

Thandor79
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Re: Verwaltungsjurist/in - Regierungsrat

Beitrag von Thandor79 » Montag 8. Januar 2018, 17:04

Natürlich steht es. Aber nicht durch dich.

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PrettyBoyFloyd
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Re: Verwaltungsjurist/in - Regierungsrat

Beitrag von PrettyBoyFloyd » Sonntag 13. Januar 2019, 11:29

Hallo zusammen!

Ich würde gerne versuchen, diesen alten Threat nochmal aufzuwecken. Auch ich interessiere mich derzeit stark für die Innenverwaltung in Baden-Württemberg. Nach einem ersten ermutigenden Post dazu, kommt man ja hier sehr schnell auf die negativen Seiten zu sprechen...es scheint, insbesondere beim LRA sehr viel "Vetterleswirtschaft" zu geben. Auch ich hätte wahrscheinlich recht große Probleme, das widerspruchslos mitzumachen.
Gibt es noch weitere Stimmen, die zur Situation in BW etwas sagen können? Gern auch zur Arbeit in der Verwaltung allgemein. Eignet sich das RP oder das LRA besser für den Einstieg?
Wie sicher kann man sich sein, zumindest eine "kleine" Karriere (bis A15) zu machen?

Von meinen Noten her hätte ich derzeit wohl auch gute Aussichten auf eine Stelle beim VG.Wäre das in jedem Falle der Verwaltung vorzuziehen? Mich reizt an der Verwaltung, dass man in manchen Positionen auch mal "unjuristische" Arbeit tun kann...

Beste Grüße

Floyd
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Re: Verwaltungsjurist/in - Regierungsrat

Beitrag von Jura2Punkt0 » Montag 14. Januar 2019, 11:01

Es handelt sich halt um die öffentliche Verwaltung, heißt, umso höher du steigst umso politischer wird der Einfluss. Im Bereich der obersten Leistungsebenen hast du immer mit gewählten Leuten zu tun. Ist bis zu einem gewissen Grad ja auch sinnvoll, dass diese Einfluss nehmen. Nur ist es eben so, wie bereits angemerkt, dass das mittlerweile auch groteske Züge annimmt.

Daher gilt im öD die Regel ALLES schriftliche bestätigen lassen und niemals auf "das machen wir jetzt so" vertrauen.

Nicht ohne Grund haben viele ältere Beamte eine gewisse Haltung und Arbeitsweise wie "da warten wir erstmal ab". Einflussnahme der Politik ist allgegenwärtig, selbst bis runter zur SB Ebene.

Wie oft ich in Berlin schon einen Linken Bezirksabgeordneten oder Bezirksbürgermeister am Telefon hatte, weil wir im Amt ja total rechtswidrig von grundauf böse Entscheidungen treffen, zB das Asylbewerberleistungsgesetz anwenden ;) die fordern einen dann am Telefon oder schriftlich zur Stellungnahme auf warum man so oder so entschieden hat und die armen Leute man kann doch nicht usw und machen damit Druck. Und wenn das nicht hilft gehts über die Vorgesetztenkette und wenn das nicht hilft, dann passiert folgendes ihr könnt das ja als Juristen mal bewerten.

Da rät der Politiker im persönlichem Gespräch seiner Sprechstunde im Parteibüro bspw. dem Zuwanderer zum Widerspruch. Und jetzt gibt es 2 Möglichkeiten was ich persönlich schon erlebt habe:

Dieser kommt. Widerspruchs SB lehnt diesen ab da rechtsfehlerfreier Bescheid. Dann rät Politiker zur Klage. Diese kommt. Da ist dann meist die oberste Leitungsebene involviert. Politiker ist übriges gleichzeitig in der BVV und als Stadtrat oberster Chefe des Sozialamtes in einer B4 Besoldung und entscheidet auf Ankerkenntnis. Bum was willste da machen? Der mit dem Fall betraute Beamte, ein Volljurist und FA für Sozialrecht läuft entgeistert durch die Gänge und erzählt beim Rauchen er könne nichts machen, er hat eine dienstliche Anweisung auf Anerkennung.

Oder gleich im Widerspruchsverfahren wird der Fall "Neu" zugeordnet an einen SB der den Willen gleich umsetzt.

Wie jetzt der politische Druck im obersten Bereich aussieht weiß ich nicht jedoch wird er nach oben schlicht nicht abnehmen. Ich lasse mir daher ALLES und jeden Scheiß vom Vorgesetzten per Mail bestätigen, druck es aus und leg es zur Akte persönlicher Notiz dazu und fertig. Gegen ein Gesetz habe und werde ich aber aich mit Anweisung nicht handeln. Die arme Sau ist eben mein Chef. Der hängt zwischen denen die ausführen sollen und den politischen Entscheidern die er jeden Donnerstag im Rathaus zur Leitungssitzung im Nacken hat.

Das soll dich nicht abhalten dort anzufangen. Es gibt sicher solche und solche aber immer politischen Einfluss mal mehr und mal weniger. Hier kommt es auch auf das Sachgebiet an. Du musst sehr schnell begreifen, dass im öD alles "Auslegungssache" ist und was wie wann ausgelegt wird im Zweifel politisch entschieden wird. Wie bereits angemerkt musst du dann den Schneid haben zu sagen bis hier und nicht weiter ob du das nach 25 Jahren immer noch tust? Oder ob du dann auch zu einem innerlich Toten FlipFlop Träger Beamten wirst bleibt abzuwarten.
Die Ausführungen in den Schriftsätzen erschöpfen sich zudem über weite Teile in persönlichen Angriffen auf Angehörige der Justiz; sie sind weit überwiegend obszöner, vulgärer und beleidigender Natur.
BVerfG, v. 23.10.18 -2 BvR 2153/18-Rn.(6)
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Re: Verwaltungsjurist/in - Regierungsrat

Beitrag von PrettyBoyFloyd » Montag 14. Januar 2019, 15:43

Ok, vielen Dank für deine Einschätzung, Jura2Punkt0!
Das Bild von der Innenverwaltung ja doch eher enttäuschend, das muss ich mir nochmal sehr genau überlegen.

Beste Grüße

Floyd
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Re: Verwaltungsjurist/in - Regierungsrat

Beitrag von surcam » Montag 14. Januar 2019, 16:12

Naja, die Ausführungen von Jura2Punkt0 erscheinen durch "etwas" vorgeprägt zu sein. Jeder meint natürlich immer, recht zu haben und rechtsfehlerfreie Bescheide zu erlassen. Dass das aber bei genauerer Betrachtung doch nicht so häufig zutrifft, ist die andere Seite der Medaille. Wenn man mit einem Widerspruchssachbearbeiter beim Kaffeetrinken "zufällig" über Fälle spricht, wird dieser natürlich schon vorbefasst in der Sache und bildet sich eine eigene Meinung. Ein unbefangenes Widerspruchsverfahren findet dann bei Lichte betrachtet nicht mehr statt.

Und natürlich sind Sachen im öD Auslegungssache. Das ist nunmal bei allem so. Jedes Gesetz und jede Handlung bietet Spielräume zur Auslegung. Als Jurist sollte man das wissen und sich davon nicht entmutigen lassen. Davon leben wir!

PrettyBoyFloyd hat geschrieben:
Sonntag 13. Januar 2019, 11:29
Wie sicher kann man sich sein, zumindest eine "kleine" Karriere (bis A15) zu machen?
Auch wenn es den Bewährungsaufstieg/die Bewährungsbeförderung nicht mehr gibt, wird trotzdem noch sehr häufig danach verfahren. Wenn du eine Stelle bekommst, die gebündelt bewertet ist (A13/14 oder A13/14/15), kannst du relativ sicher davon ausgehen, dass du die höhere Stufe auch irgendwann erreichen wirst. In Ausschreibungen ist eine gebündelte Stelle oft daran zu erkennen, dass dort steht "bis zu A14" oder "bis zu A15".
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Re: Verwaltungsjurist/in - Regierungsrat

Beitrag von Swann » Dienstag 15. Januar 2019, 08:16

Jura2Punkt0 hat geschrieben:
Montag 14. Januar 2019, 11:01
Der mit dem Fall betraute Beamte, ein Volljurist und FA für Sozialrecht ...
Wie kann man denn Beamter und Fachanwalt für Sozialrecht zugleich sein?
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Re: Verwaltungsjurist/in - Regierungsrat

Beitrag von Strich » Dienstag 15. Januar 2019, 14:15

Das habe ich mich auch gefragt, mir aber gedacht, er meinte FachAbteilung.
Stehe zu deinen Überzeugungen soweit und solange Logik oder Erfahrung dich nicht widerlegen. Denk daran: Wenn der Kaiser nackt aussieht ist der Kaiser auch nackt. Wahrheit und Lüge sind nicht Seiten der selben Medaille ... .
- Daria -

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Re: Verwaltungsjurist/in - Regierungsrat

Beitrag von Fanjus » Dienstag 15. Januar 2019, 16:32

Naja, die Ausführungen von Jura2Punkt0 erscheinen durch "etwas" vorgeprägt zu sein. Jeder meint natürlich immer, recht zu haben und rechtsfehlerfreie Bescheide zu erlassen. Dass das aber bei genauerer Betrachtung doch nicht so häufig zutrifft, ist die andere Seite der Medaille. Wenn man mit einem Widerspruchssachbearbeiter beim Kaffeetrinken "zufällig" über Fälle spricht, wird dieser natürlich schon vorbefasst in der Sache und bildet sich eine eigene Meinung. Ein unbefangenes Widerspruchsverfahren findet dann bei Lichte betrachtet nicht mehr statt.

Und natürlich sind Sachen im öD Auslegungssache. Das ist nunmal bei allem so. Jedes Gesetz und jede Handlung bietet Spielräume zur Auslegung. Als Jurist sollte man das wissen und sich davon nicht entmutigen lassen. Davon leben wir!

Bin selbst in einer oberen Bundesbehörde tätig und kann bestätigen, dass manchmal gerade hohen Vorgesetzten Art. 20 Abs. 3 GG vollkommen egal ist und gemacht wird was man will.
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Re: Verwaltungsjurist/in - Regierungsrat

Beitrag von PrettyBoyFloyd » Mittwoch 16. Januar 2019, 16:42

Ok, das ist für einen naiven Anfänger wie mich natürlich schon sehr ernüchternd...

Könnt ihr vielleicht noch ein bisschen zum Arbeitsalltag berichten?
Würdet ihr wieder in die Innenverwaltung gehen oder bereut ihr die Berufswahl, etwa aufgrund der hier geschilderten Missstände?
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Re: Verwaltungsjurist/in - Regierungsrat

Beitrag von Fanjus » Dienstag 22. Januar 2019, 10:43

Ich würde das nicht zwingend an der Innenverwaltung festmachen, auch wenn ich tatsächlich dort tätig bin. Ich denke das ist ein Phänomen, mit dem man immer in größeren Organisationseinheiten rechnen muss, egal ob ÖD oder freie Wirtschaft.
Zwingend ist das aber nicht. Es gibt schließlich andere Dienststellen - auch in der Innenverwaltung - wo es nicht so läuft bzw. nicht so extrem. Von daher warne ich davor, zu verallgemeinern. Gleiches gilt für den Arbeitsalltag, auch dieser hängt maßgeblich davon ab, wo man tätig ist (Oberbehörde/oberste Behörde; Fachreferat/juristisches Referat).

Tatsächlich war ich kurz davor in die Justiz zu wechseln, habe aber davon abgesehen, weil dies einen (dauerhaften) finanziellen Rückschritt bedeutet hätte und die Verwaltung eine breite Einsatzmöglichkeit bietet.
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Re: Verwaltungsjurist/in - Regierungsrat

Beitrag von PrettyBoyFloyd » Mittwoch 23. Januar 2019, 09:16

Ich bin ja nun schon seit einiger Zeit auf der Suche nach "Insiderinformationen" zum Arbeitsalltag in der Innenverwaltung, weil ich mich wirklich ernsthaft für den Berufsweg interessiere.

Was auffällt ist, dass ich fast keine oder tendenziell nur sehr negative Berichte von Menschen finde, die in der Innenverwaltung tätig sind...
Klar, die Frustrierten melden sich immer eher zu Wort, als diejenigen, die mit ihrer Arbeit zufrieden sind.

Trotzdem: Warum ist denn das so? Über den Beruf des Richters/Staatsanwalts wird hier im Forum und auch sonst im Netz viel und auch differenziert diskutiert, was einem zumindest einen gewissen Eindruck des Arbeitsalltags, der Probleme vermittelt, die einen als Richter erwarten.

Mir fehlen ganz dringend positive Vorbilder und gute Ratschläge zur Tätigkeit in der Innenverwaltung!

Ist eher zu einem Einstieg bei einem LRA oder beim RP zu raten? Bzw wie wirken sich die Unterschiede im Alltag aus?
Klar, das lässt sich grundsätzlich nicht verallgemeinern, aber Erfahrungsberichte dazu fände ich sehr schön und hilfreich!
Verwaltungsjuristen, traut euch! ;)
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Re: Verwaltungsjurist/in - Regierungsrat

Beitrag von Tibor » Mittwoch 23. Januar 2019, 09:31

PrettyBoyFloyd hat geschrieben:
Mittwoch 23. Januar 2019, 09:16
Klar, die Frustrierten melden sich immer eher zu Wort, als diejenigen, die mit ihrer Arbeit zufrieden sind.
Das.
PrettyBoyFloyd hat geschrieben:
Mittwoch 23. Januar 2019, 09:16
Trotzdem: Warum ist denn das so? Über den Beruf des Richters/Staatsanwalts wird hier im Forum und auch sonst im Netz viel und auch differenziert diskutiert, ...
Vielleicht weil die Tätigkeit in der Verwaltung viel heterogener ist, als die Tätigkeit als Proberichter. Proberichter in der ordentlichen Gerichtsbarkeit bzw. in Verwaltungs- und Sozialgerichtsbarkeit sind ja bundesweit vergleichbar; also hinsichtlich Arbeitsumfang, Arbeitsweise und Arbeitsinhalt.

Bei der Verwaltung ist schon der Behördenschnitt sehr landestypisch, wenn man nicht gerade Referentenstellen im Ministerium in den Blick nimmt. Wenn du bspw. das Regierungspräsidium nennst, so kennen das viele Länder nicht.
Manche Länder haben nicht mal "Mittelbehörden". Dem Aufbau folgend sind also auch die Zuständigkeiten und Arbeitsinhalte sehr unterschiedlich, denn mal wird eine Aufgabe bei der Ober-, Mittel- oder Unterbehörde erfüllt.

Das meine Vermutung.
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Re: Verwaltungsjurist/in - Regierungsrat

Beitrag von famulus » Mittwoch 23. Januar 2019, 12:32

Was soll "Innenverwaltung" eigentlich sein? Verwaltung im dem Innenministerium nachgeordneten Bereich? Kommunalverwaltung?

Also ich bin seit 2014 in der Verwaltung, zunächst als Justiziar in einem Landesbetrieb - also landesunmittelbarer Bereich - und jetzt Justiziar in einer rechtsfähigen AöR, z. T. hoheitliche Aufgaben wahrnimmt. Beide Tätigkeiten ganz überwiegend privatrechtlich geprägt, letztere aber dank der hoheitlichen Aufgaben auch mit öffentlich-rechtlichem Bezug. Ich hatte oben ja schon etwas zu meinen Erfahrungen geschrieben: Es gibt Fälle, in denen man nur noch mit dem Kopf schütteln kann und versuchen sollte, sich selbst bestmöglich abzusichern. Je nach Vorgesetzten (und wie man sie im Griff hat) sind das zumindest nach meiner Erfahrung aber die Ausnahmen. Juristische Einschätzungen haben grundsätzlich erst einmal schon "Gewicht" - günstigstenfalls umso mehr, je länger man an Bord ist. Wer als in der Verwaltung Beschäftigter zu rechtsberatenden Tätigkeiten berufen ist und mietmäulig jede Furzidee mitzeichnet, hat m. E. seinen Auftrag nicht verstanden und verkennt sicherlich auch die damit verbundenen Risiken: Man macht sich vielleicht kurzzeitig beliebt, aber auch dauerhaft angreifbar und wenig glaubwürdig. Zum Job gehört eben auch, seinen Standpunkt zur Not auch dann vehement zu vertreten, wenn man sich damit unbeliebt hat. Im Zweifel bis zur Remonstration. Dann ist's aber auch gut - das System ist schon sinnvoll, wie es ist (Demokratieprinzip) und persönlich zu nehmen braucht man eigentlich nichts.

Es kann schon so sein, dass in der "Innenverwaltung" juristische (vermeintlich oder tatsächlich) irrationale "politische" Belange häufiger mal durchschlagen und sicherlich auch die Tätigkeitsbereiche weniger vielschichtig sind, allerdings stehen da sicherlich auch die Chancen höher, verbeamtet zu werden. Das ginge bei mir als Justiziar eines ö/r Unternehmens z. B. gar nicht.
»Ich kenne den Schmerz, den ich hatte, weil ich zweimal die Vorhaut mit dem Reißverschluss mitgenommen habe, so dass dieser - also Reißverschluss - einmal in einer Klinik entfernt werden musste.« - Chefreferendar
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Re: Verwaltungsjurist/in - Regierungsrat

Beitrag von PrettyBoyFloyd » Donnerstag 24. Januar 2019, 16:01

famulus hat geschrieben:
Mittwoch 23. Januar 2019, 12:32
Was soll "Innenverwaltung" eigentlich sein? Verwaltung im dem Innenministerium nachgeordneten Bereich? Kommunalverwaltung?
Ganz konkret meine ich die Laufbahn im höheren Verwaltungsdienst des Landes Baden-Württemberg.

https://im.baden-wuerttemberg.de/de/ser ... ngsdienst/

Es gibt wohl sehr viele Einsatzmöglichkeiten...das steht jetzt anscheinend nicht auf der Homepage, aber man soll in den ersten zehn Jahren alle Ebenen der Verwaltung durchlaufen, also im Landratsamt, im Regierungspräsidium und im Ministerium, bevor man längerfristig eine Funktion zugewiesen bekommt.
Welche Dienststellen einem am Anfang konkret angeboten werden, entweder Landratsämter oder Regierungspräsidien, hängt von den Examensnoten ab und wie man sich im AC schlägt.

Ich habe mich beworben und kann nach erfolgtem AC und Interview gerne auch darüber berichten, falls das jemanden hier interessiert! Gerne auch per PN, wenn gewünscht.
Sebast1an
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Re: Verwaltungsjurist/in - Regierungsrat

Beitrag von Sebast1an » Donnerstag 24. Januar 2019, 18:51

PrettyBoyFloyd hat geschrieben:
Donnerstag 24. Januar 2019, 16:01
aber man soll in den ersten zehn Jahren alle Ebenen der Verwaltung durchlaufen, also im Landratsamt, im Regierungspräsidium und im Ministerium, bevor man längerfristig eine Funktion zugewiesen bekommt.
Auch eine schöne Umschreibung für: "Wir schicken Sie die nächsten zehn Jahre quer durchs Land."
Ich bin auch nur ein Mensch. Genauso wie ein Weißer Hai auch nur ein Fisch ist. (Zlatan Ibrahimović)
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