Wie zeitintensiv ist ein AG-Leiter Job an der Uni?

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jona7317
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Wie zeitintensiv ist ein AG-Leiter Job an der Uni?

Beitrag von jona7317 »

Probiere gerade meine letzten 2 Semester zu planen. Staatliches Pflichtfach habe ich bald abgeschlossen, würde also nur den Schwerpunkt noch machen. Das sind bei 2 Semestern nur 3 Veranstaltungen mit Abschlussklausur bzw. einer Seminararbeit am Semesterende, ich glaube damit überarbeitet man sich nicht grade.

Meine Uni stellt Leute schon nach dem Staatsteil als AG-Leiter für Erst- und Zweitsemester ein, da hätte ich mit Sicherheit riesigen Spass dran. Ich kann nur leider schlecht abschätzen, ob das neben meinen anderen Verpflichtungen sinnvoll machbar ist, eine oder zwei AGs zu übernehmen. Ich schätze, dass man für eine 2-stündige AG ca. 3-4 Stunden mit Vor- und Nachbereitung beschäftigt ist. Der Mehraufwand für eine zweite AG zur gleichen Veranstaltung dürfte ja gering sein. Klausurkorrekturen gehören nicht zum Pflichtenprogramm, nur eine freiwillige Probeklausur ca. Mitte des Semesters. Dadurch fällt die Korrekturarbeit aber nicht in meine eigene Prüfungsphase, wäre also nicht weiter schlimm.
Ich fange nach der Mündlichen auch mit 8 Wochenstunden bei einer Kanzlei an und werde, soweit ich es verstehe, größtenteils Recherchearbeit für bestimmte Publikationen, an denen man beteiligt ist, machen. Ich werde dort prinzipiell remote arbeiten.

Sind Schwerpunkt, Kanzleijob und AG-Leiter nebeneinander machbar oder ist das Unfug? Ich habe kein Problem damit, die AG-Stunden auch am Samstag vor- und nachzubereiten, bei ner abwechslungsreichen Tätigkeit reicht mir ein Ruhetag und die AGs finden ohnehin nur in der Vorlesungszeit statt.

Mir fehlen für alle drei Sachen Erfahrungswerte, ich habe weder Schwerpunkt noch Kanzleijob oder AG-Leiter gemacht und kenne auch keinen der einen remote Kanzleijob hat. Ich schätze meinen Arbeitsaufwand mit beiden Jobs auf ca. 14-16 Stunden pro Woche, das klingt eigentlich gerade wenn man einiges am Samstag macht total okay.
Ich gehe bisher davon aus, dass es in der Kanzlei keinen interessiert an welchem Wochentag an welcher Uhrzeit ich meine Recherche mache, solange ich pünktlich abliefer. Täusch ich mich damit?

Wenn ihr Erfahrungswerte für die drei Sachen teilen könnt oder mir sagen könnt, wie realistisch meine Einschätzung ist, wäre das super hilfreich!
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Tante Dagobert
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Re: Wie zeitintensiv ist ein AG-Leiter Job an der Uni?

Beitrag von Tante Dagobert »

Also der Nebenjob als AG-Leiter ist an sich nicht sehr arbeitsintensiv, vorausgesetzt, Du bekommst zentral Materialien gestellt. Sofern dies nicht der Fall ist, hast du viel zu tun; mit Materialien halte ich 3-4 Std Vor- und Nachbereitung für realistisch, ggf. sogar weniger, je nach Fall und Interessen (mir reichten idR 1-2 Std). Eine zweite AG verursacht dann in der Tat weniger Aufwand. Eines muss man aber wissen: Nach 4 Std Lehre ist der Tag ziemlich gelaufen (möglich dann aber bspw. AG von 16-20h und ab ca 13-14h Vorbereitung und dann von ca 8-12h Kanzlei, das wäre effizient, aber auch anstrengend). Sofern man die AGs auf verschiedene Tage aufteilt, kann einem das auch etwas die Woche zerstückeln, das würde ich eher lassen, ist aber auch Geschmacksfrage.
Bei Dir kommt dann noch der neue Job in der Kanzlei dazu + der Schwerpunkt.
Ich würde jetzt erstmal ein Semester schauen, wie es mit Schwerpunkt und Kanzlei so läuft und dann ggf noch die AG. Zwei neue Sachen auf einmal halte ich für eher riskant.
Bei Schwerpunkt ist halt auch die Frage, wie umfangreich die Veranstaltungen und die Klausur sind. Bei uns dürften bei dem von mir (mit)betreuten Schwerpunkt die Leute schon ein bis zwei volle Semester lernen (und dabei Vorlesungen hören) für die Abschlussklausur (5std, echte Falllösung, Examensniveau, anspruchsvolles und umfangreiches Themengebiet). Daneben noch AG und Kanzlei fände ich schon sportlich (auch wenn man das alles schaffen kann, wenn man will…).
jona7317
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Re: Wie zeitintensiv ist ein AG-Leiter Job an der Uni?

Beitrag von jona7317 »

Das klingt nach einer sinnvollen Idee, wäre nur schade, wenn es mir dann richtig Spass macht und ich es nur ein Semester machen kann. Aber wer weiss wie viel Zeit zwischen Examen und Ref ins Land geht, vielleicht muss ich ohnehin einiges an Zeit totschlagen.
Ich werde wegen eines geplanten Auslandsaufenthalts vermutlich meine Seminararbeit als letztes machen müssen und dadurch dann erst deutlich nach Ende meines vermeintlich "letzten" Semesters meinen Seminarvortrag haben und das Endzeugnis bekommen.

Ich habe mal in die Prüfungstermine der letzten zwei Semester geschaut, an meiner Uni scheint das (oberflächlich betrachtet, vielleicht trügt das) weniger arbeitsintensiv zu sein. Die Klausuren sind grundsätzlich 2-stündige Semesterabschlussklausuren und rein statistisch scheinen die sehr viel einfacher als die Staatsprüfung zu sein. Bei meinem OLG liegt der Durchschnitt irgendwo bei 5,X und an der Uni kratzt der Schnitt aller Schwerpunktbereiche zusammen fast am zweistelligen. Scheinen thematisch auch eher überschaubar zu sein, so wahnsinnig viele verschiedene Themengebiete kann man ja z.B. im (existierenden) Fach "Recht der GmbH" nicht abprüfen...

So oder so hast du wohl Recht und es ist vielleicht ganz angenehm nach der Mündlichen wenigstens ein bisschen Freiraum zu haben. Vielleicht habe ich ja sowieso noch eine Zwangspause zwischen Schwerpunkt und Ref, in der ich das dann ein zweites Semester machen kann.
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