Hey ihr Lieben,
ich bin seit März diesen Jahres in der Examensvorbereitung und möchte September 2026 Examen schreiben.
Zu meiner ausgangssituation:
Ich habe leider sehr viele Lücken, war auch ein Semester krankgeschrieben, aber bin trotzdem sehr ambitioniert, das alles irgendwie gut zu meistern.
Ich lerne eig gerne und viel.
Trotzdem merke ich langsam, wie sehr ich an meine Grenzen komme, was unter anderem daher auch kommt, dass mein Psyche leider nicht die beste ist.
Ich bin aber auch total überfordert mit dem gesamten Stoff und irgendwie habe ich einen Alltag, aber irgendwie funktioniert das nicht so wie ich mir das vorstelle.
Ich versuche jeden Tag vor dem rep 1 1/2 h meine Ankis zu wiederholen, hab 3x rep die Woche, versuche nachmittags die Lösungen zu den Fällen zu lesen und schreibe mir dazu ankis, 18 Uhr mach ich Feierabend.
An meinen freien Tagen versuche ich die irgendwie auswendig zu lernen. So langsam muss ich auch mit Klausuren schreiben anfangen, aber ich habe bereits jetzt knapp 1.300 Ankis und komme irgendwie damit nicht mehr hinterher.
Das ist auch dem geschuldet, dass ich in den letzten Monat vermehrt krank war, umgezogen bin und andere Dinge dazwischen gekommen sind. Arbeiten muss ich auch ab und zu.
Bei dem Gedanken, das ganze noch über ein Jahr durchzuhalten, wird mir wirklich übel. Ich bin total überfordert, hänge auch mit einigen fällen hinterher, weil ich es oft nich schaffe nachmittags innerhalb 3h mir eine Lösung von 14 Seiten reinzuziehen und diese komplett verstanden zu haben.
Ach ja, Fälle vorbereiten kann ich auch so gut wie nicht und mir neue Rechtsprechung reinzuziehen, funktioniert Max über Podcasts, die ich mir in der Bahn anhöre.
Ich bin total verzweifelt, vll habt ihr Tipps, wie ich irgendwie das überstehe, vll meine Lerntaktik ändere etc..
In meinen zwei Wochen Sommerferien möchte ich versuchen, mir meinen ganzen Ankis aufzuholen, mich ärgert es so, dass man kaum hinterher kommt…
Sorry für dieses Riesen Nachricht, danke an jeden, der sich das durchgelesen hat!:)
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Komplett verzweifelt in der Examensvorbereitung. Habt ihr Tipps?
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lawstudent
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Wenn du im September 2026 schreibst, dann hast du bis dahin wirklich ausreichend Zeit. Mir ist jemand bekannt, der schon nach der Zwischenprüfung sich angemeldet und bestanden hat.
Das Examen ist vor allem eines: Eine Nervensache. Es kommt maßgeblich darauf an, dass du dich während der Vorbereitung und über diese Zeit hinweg stabilisierst und damit deine Lernfähigkeit aufrechterhältst.
Du wirkst auf mich, wie du schon sagst, emotional überfordert. Das liegt wohl daran, dass du den Stress nicht regulieren kannst. Dein Cortisollevel ist zu hoch. An deiner Stelle würde ich jetzt erstmal Gas herausnehmen, 1 - 2 Wochen wirklich Pause machen und es nochmal neu angehen. Und ja, die Zeit hast du ausreichend und dann reflektiere für dich, wo genau das Problem liegt.
Konkretes Beispiel:
Mich hat während meines Durchgangs eine aufm Parkplatz aufgegriffen, die systematisch echt gut drauf war, auch dem Anschein nach viel wusste, die war aber so derart angespannt, dass sie sowohl vor der den Klausuren als auch im Anschluss im Grunde keinen einzigen zusammenhängenden Gedanken mehr fassen konnte. Woran lag das? Die hat sich nicht entspannt. Das klingt Banane, aber genau darauf kommt es doch an! In diesem Fight/Flight-Modus bist du nicht in dem mentalen Zustand, in welchem du sein musst, um eine vernünftige Klausurbearbeitung zu bewältigen. Genauso in der Mündlichen war eine, die es eigentlich auch total drauf hatte, aber die Nerven sind ihr so weggebrochen, dass sie im Grunde nicht einmal mehr wusste, wie man die Rechtmäßigkeit eines VAs prüft. Das sind jetzt Extrembeispiele, aber das verdeutlicht, was es bedeutet, die Nerven im Griff zu haben. Ist mir selbst auch passiert: In einer Klausur bin ich mal für zwei bis drei Minuten herausgekommen und habe zur Tür geschaut und gedacht, dass ich gerade einfach nur raus aus dieser Situation will.
Jedenfalls würde ich sagen, dass du dein Nervensystem wieder in den Normalzustand bringen musst, um wieder klar denken zu können. Meditation oder Havening. Das klingt esoterisch, ist es aber nicht. Da das alles generell mit Profisport vergleichbar ist, sollte man genauso wie Profisportler Mentaltraining machen.
Stell dir immer wieder vor wie du jetzt die Ruhe bewahrst, erstmal durchatmen, und auch in der Prüfung völlig klar bist und die Nerven bewahrst. Dann funktioniert der Denkapparat auch entsprechend.
Also einziger Rat: Versuch dich zu beruhigen, dir Druck herauszunehmen und nochmal überlegt in die Situation einzusteigen.
Das, was du gerade erlebst, ist Angst. Und wie du richtig lernen sollst, das kann dir wirklich niemand sagen. Repetitoren behaupten das immer, aber das ist auch ihr Geschäftsgegenstand. Die einen sagen mindestens 100 Klausuren müsse man schreiben, damit man das Examen schaffen könnte, die anderen sagen 40. Es gibt auch zahlreiche, die gar keine geschrieben habe, aber trotzdem abgeliefert haben.
Das Examen ist vor allem eines: Eine Nervensache. Es kommt maßgeblich darauf an, dass du dich während der Vorbereitung und über diese Zeit hinweg stabilisierst und damit deine Lernfähigkeit aufrechterhältst.
Du wirkst auf mich, wie du schon sagst, emotional überfordert. Das liegt wohl daran, dass du den Stress nicht regulieren kannst. Dein Cortisollevel ist zu hoch. An deiner Stelle würde ich jetzt erstmal Gas herausnehmen, 1 - 2 Wochen wirklich Pause machen und es nochmal neu angehen. Und ja, die Zeit hast du ausreichend und dann reflektiere für dich, wo genau das Problem liegt.
Konkretes Beispiel:
Mich hat während meines Durchgangs eine aufm Parkplatz aufgegriffen, die systematisch echt gut drauf war, auch dem Anschein nach viel wusste, die war aber so derart angespannt, dass sie sowohl vor der den Klausuren als auch im Anschluss im Grunde keinen einzigen zusammenhängenden Gedanken mehr fassen konnte. Woran lag das? Die hat sich nicht entspannt. Das klingt Banane, aber genau darauf kommt es doch an! In diesem Fight/Flight-Modus bist du nicht in dem mentalen Zustand, in welchem du sein musst, um eine vernünftige Klausurbearbeitung zu bewältigen. Genauso in der Mündlichen war eine, die es eigentlich auch total drauf hatte, aber die Nerven sind ihr so weggebrochen, dass sie im Grunde nicht einmal mehr wusste, wie man die Rechtmäßigkeit eines VAs prüft. Das sind jetzt Extrembeispiele, aber das verdeutlicht, was es bedeutet, die Nerven im Griff zu haben. Ist mir selbst auch passiert: In einer Klausur bin ich mal für zwei bis drei Minuten herausgekommen und habe zur Tür geschaut und gedacht, dass ich gerade einfach nur raus aus dieser Situation will.
Jedenfalls würde ich sagen, dass du dein Nervensystem wieder in den Normalzustand bringen musst, um wieder klar denken zu können. Meditation oder Havening. Das klingt esoterisch, ist es aber nicht. Da das alles generell mit Profisport vergleichbar ist, sollte man genauso wie Profisportler Mentaltraining machen.
Stell dir immer wieder vor wie du jetzt die Ruhe bewahrst, erstmal durchatmen, und auch in der Prüfung völlig klar bist und die Nerven bewahrst. Dann funktioniert der Denkapparat auch entsprechend.
Also einziger Rat: Versuch dich zu beruhigen, dir Druck herauszunehmen und nochmal überlegt in die Situation einzusteigen.
Das, was du gerade erlebst, ist Angst. Und wie du richtig lernen sollst, das kann dir wirklich niemand sagen. Repetitoren behaupten das immer, aber das ist auch ihr Geschäftsgegenstand. Die einen sagen mindestens 100 Klausuren müsse man schreiben, damit man das Examen schaffen könnte, die anderen sagen 40. Es gibt auch zahlreiche, die gar keine geschrieben habe, aber trotzdem abgeliefert haben.
- scndbesthand
- Mega Power User

- Beiträge: 2133
- Registriert: Freitag 18. Januar 2008, 17:08
- Ausbildungslevel: Anderes
Ich habe Zweifel daran, ob Dein Lernsystem das Beste ist. Warum schreibst Du so viele Karteikarten? Das Examen besteht nicht aus Frage-Antwort, sondern aus Gutachtenschreiben. Nur die allerwichtigsten Basics die man im Schlaf können muss, gehören eigentlich auf Karten. Den Rest lieber weglassen und die gewonnene Zeit in ausformulierte Falllösungen stecken. Wenn alles gut läuft, reicht auch Gliedern mit wichtigen Stichworten. Und wenn Du im Klausurenkurs konstant 9 Punkte schreibst, kannst Du ja immer noch Spezialprobleme auf Karten schreiben und auswendig lernen und hoffen, damit auf 12 Punkte zu kommen.
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- FKN993
- Super Power User

- Beiträge: 769
- Registriert: Dienstag 26. September 2023, 17:08
- Ausbildungslevel: Au-was?
Schau mal, ob du von Niederle die wichtigsten Definitionen und Schemata findest. Damit kannst du dir schnell einen Grundstock schaffen. Würde mich ein zwei Wochen mal ausschließlich damit befassen und dann wieder ansetzen.